Schäm dich nicht

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Schäm dich nicht!

Wenn das Gesicht rot anläuft oder man sich nichts mehr wünscht, als im Erdboden zu versinken…wer kennt das nicht? Oder Sätze wie: „Ich würde mich schämen, wenn…“, „Der schämt sich wohl vor gar nichts…“ usw. Jeder Mensch hat schon mindestens einmal im Leben geschämt.

Doch was hat es mit der Scham auf sich? In welchem Energiezentrum sitzt sie und wie können wir uns von der Scham befreien?

Wikipedia beschreibt die Scham so: Durch das Bewusstsein (besonders in moralischer Hinsicht), versagt zu haben, durch das Gefühl, sich eine Blöße gegeben zu haben, ausgelöste quälende Empfindung.

Doch können wir überhaupt versagen? Hat jemand das Recht, uns bloßzustellen, zu verachten oder sogar auszugrenzen? Dürfen Menschen andere niedermachen? Muss sich ein Mensch wegen jemand anderem schämen?

Ich stellte diese Fragen der geistigen Welt.

Ihre Antwort kam schnell und deutlich: NEIN!

Sobald der Mensch begann, sich aus der Einheit zu lösen, wurde die Polarität geborgen und das Denken schwang sich in Gut und Böse um. Das war der Ursprung der dualen Gefühle, und somit auch der Anfang der Scham. Durch das Leben und die Verpflichtungen, die wir Menschen zu haben glauben, entstanden Gefühle, die uns denken lassen, wir wären nicht gut genug. Denn die Scham kommt immer über folgende Gedanken durch die Hintertür spaziert:

  • Ich bin nicht gut (genug)
  • Ich sollte besser sein
  • Ich muss es allen recht machen
  • Ich muss mich beweisen
  • Ich muss zeigen, wie gut ich bin und wer ich bin
  • Ich darf keine Fehler machen
  • Ich muss dazugehören
  • ICH MUSS PERFEKT SEIN!

Diese Gedanken, die auch wiederum aus einem übernommenen Glaubenssatz entstanden sind, verursachen das Gefühl der Scham. Wir können uns das so vorstellen: Wir sinken in die tiefste Etage, wo es schmutzig, kalt und ekelig ist. Dort fühlen wir Scham und unser Körper reagiert auf dieses Gefühl. Wenn wir uns mehrmals hintereinander schämen, wird unser Solarplexus angegriffen und unser Selbstwert sinkt mit in den Keller. Wird das zu einem Dauerzustand, dann nimmt die Scham uns in Besitz und wir beginnen, uns immer weniger zuzutrauen. Wir verstecken uns so lange, bis wir selbst glauben, wir könnten nichts, wir seien nichts wert und würden nicht in diese Welt passen.

Das fängt schon als kleines Kind an. Die Konkurrenz, der wir ausgesetzt sind, ist so groß, dass wir schon im Kleinkindesalter verglichen werden. Und ich bin überzeugt, dass der Vergleich mit dazu beiträgt, dass wir uns schämen. Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir uns messen und anhand von Leistungen definieren. Wer ist besser, schneller, erfolgreicher, wohlhabender, energetisch weiter, spiritueller, sehender, usw.? Können wir als Frau keine Kinder gebären, dann schämen wir uns, weil wir glauben, wir hätten versagt. Haben wir als Mann nicht ein genauso großes Auto wie der Nachbar, dann schämen wir uns, weil wir Angst haben, nicht mithalten zu können, dadurch womöglich kein Ansehen in der Gesellschaft mehr haben und schlimmstenfalls als arm, geizig und untalentiert dargestellt werden. Ich übertreibe ein bisschen, weil ich damit sagen möchte, dass wir glauben Dinge tun und können zu müssen, um nicht zu versagen.

All das führt auf eines der ersten Grundbedürfnisse zurück: GELIEBT ZU WERDEN.

Geht es eigentlich um die eigene Scham, oder vielmehr um eine FREMDBESCHÄMUNG? Ich bin überzeugt davon, dass sich Eltern manchmal für ihre Kinder schämen. Dieses Gefühl führt in eine Zeit zurück, wo wir zum Beispiel verspottet und geachtet wurden, wenn eine ledige Frau ein Kind bekam, eine Ehe getrennt wurde, wenn jemand einen Beruf wählte, der die Tradition brach. Oder wenn das Kind nicht entsprach, behindert auf die Welt kam, oder ein Mensch sich als homosexuell outete. Es gab so vieles, was mit Scham behaftet war…und wir glaubten es, auch weil uns nichts anderes übrig blieb.

Heute schämen wir uns für Gefühle wie Angst und wagen es kaum zu äußern, wenn wir uns verletzlich fühlen; lieber überspielen wir es. Wir vertuschen unsere Wahrheit und unsere Fähigkeiten, weil wir uns vielleicht immer noch dafür schämen. Wir glauben, immer stark sein zu müssen und nur unsere beste Seite nach außen zeigen zu dürfen.

Die geistige Welt sagt:

 „Alles, was sich ein Mensch angeeignet hat, kann er sich auch wieder abgewöhnen.“

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir während mein Clown-Ausbildung eine Bühne nutzten, um unsere Kindheits-Traumata aufzuarbeiten. Eine Szene blieb mir sehr in Erinnerung.  Ein Mann ging als kleiner Junge mit der Mutter ins Dorf. Sie trafen eine Bekannte und die Mutter erzählte ihr: „Ich muss mit dem Jungen nach Hause, weil er in die Hose „geschissen“ hat.“ Der Mann schämte sich noch im Alter für diese Situation. Und deshalb gilt es immer achtsam zu sein, denn wir können mit unseren Aussagen so viel Scham erzeugen und Spuren hinterlassen… Und auch die gängige Entschuldigung, es wäre nicht so gemeint, ändert nichts daran.

Scham ist die unterste Schublade der Schwingungen. Schämen wir uns, schwingen wir niedrig und sind vom Himmel und dem Göttlichen am weitesten entfernt. Scham wurde uns eingeredet, weil es unseren Eltern auch eingeredet wurde und deren Eltern ebenso. Wir können es brechen. Lasst es und gemeinsam tun!

Es gibt keinen Grund, um sich zu schämen. Irrtümer, Missgeschicke und Fehler…sie sind menschlich und lassen uns wachsen und Erfahrungen sammeln.

Die Scham entspringt einer großen, alten Angst. Uns zwar jener Angst, was wohl die Leute über einen denken. Der Gedanke daran machte uns abhängig. Aus Angst, uns unbeliebt zu machen, gaben wir Macht und Verantwortung ab. Wir alle brauchen Liebe, um existieren zu können. Ohne Liebe ist kein Leben möglich.

Sich fremdzuschämen ist eine Projektion. Über Jahrhunderte wurden solche Projektionen weitergegeben und sie haben unser Selbstbewusstsein dahin entwickelt, sich schwach und klein zu fühlen. Jetzt ist die Zeit reif, damit aufzuhören. Wenn ein Kind etwas macht, was unseren Vorstellungen nicht entspricht und wir dem Druck verfallen, alles richtig machen zu müssen, um uns am Ende ja nicht schämen zu müssen, ist das ein altes Rad, an dem wir drehen. Kinder sind Kinder, sie probieren Dinge aus, so wie wir es auch taten. Für dieses Verhalten müssen wir uns nicht schämen. Wir dürfen WERTE und PRINZIPIEN lehren. Wir dürfen den Kindern eine Freundlichkeit mitgeben, doch lasst sie uns nicht weiter verurteilen, wenn sie eine schlechte Note kriegen, einmal was mitgehen lassen, ein Gläschen zu viel trinken, zu früh schwanger wurden, das gleiche Geschlecht lieben, wenn sie Schulverweigerer, oder einfach zu dick oder zu dünn sind, zu viele Pickel, zu kleine oder zu große Brüste haben, usw. Blicken wir weiter, mögen wir das Ganze erkennen. So hören die Wertungen und Verurteilungen auf und wir beginnen, wieder mehr Freude zu spüren.

Schämen wir uns, weil wir Angst haben, nicht geliebt zu werden?

Oder vielleicht aus Angst, nicht Teil des Ganzen zu sein? In Einsamkeit zu versinken?

„Ja“, sagt die geistige Welt, und sie setzt fort:

„Ihr Menschen tragt Erinnerungen in euch, die euch immer noch glauben lassen, ihr wärt in dieser Situation real gefangen. Dabei vergesst ihr, dass ihr schon viele Jahre und Leben weitergezogen seid. Euer Verstand hält fest und hat Angst loszulassen, weil er dann nicht mehr weiß, was zu tun ist. Er hat euch das Leben gesichert, er ist die LEBENSVERSICHERUNG. Der Mensch hat vergessen, dem mentalen Verstand eine neue Aufgabe zu geben, und zwar jene, die ihn in die Zukunft, ins Neue und zurück in die Einheit führt. Ihr glaubt, ihr müsstet immer noch ums Überleben kämpfen. Die Scham ist eine List, die euch verwirren möchte, im Auftrag des Egos. Nur das Ego kann sich schämen, eure Seele ist nichts außer Licht und Liebe. Erinnert euch daran, dass das Ego durch Gefühle gefüttert wird, die bestätigen, dass ihr euch in einer nicht geheilten Ebene aufhaltet. Der Menschenverstand, der glaubte, andere zu unterdrücken, um gut dazustehen, hat sich selbst verloren. Löst euch von den Leben und Zeiten der Vergangenheit. Schneidet die Bänder durch, klimatisiert euch neu und vergebt einander.
Euer Leben ist so reich an Gefühlen, die eurem Solarplexus schmeicheln, euch wertvoll durchs Leben wandern lassen. Gebt die Scham auf, lasst sie zurück und bewegt euch in ein Leben des Friedens. Sich nicht geliebt zu fühlen, zeigt einen Mangel auf, der in euren Selbstwertgefühlen liegt. Erlaubt euch, euch zurückzulehnen, die Arme zu verschränken und die Liebe von Vater/ Mutter/ Gott anzunehmen. Diese Liebe ist immerwährend und gegenwärtig. Diese Liebe verlässt euch nicht. In all euren Entscheidungen liegt die große Macht des Denkens. Ihr habt euch ausprobiert und versklavt. Belasst es in der Vergangenheit. Schämt euch nicht für das, was ihr getan habt, vergebt euch für alle Zeiten. Das ist die höchste Form der Selbstliebe. Möget ihr erkennen, dass Scham eine Produktion des Egos ist, und Vergebung eine Produktion der Liebe. So entscheidet – kein Mensch, keine Situation, kein Erlebnis ist vergleichbar. Seid euch dessen bewusst, im Segen des Wohlergehens.
Mögest du deinen Solarplexus stärken, dort ist die Scham vergraben. Grabe sie aus und übergib sie Mutter Erde. Als Ausgleich mache ihr ein Geschenk in Form eines Edelsteins, Mandalas, einer Kerze, usw. So nimmt die Erde deine Scham in sich auf und wandelt sie in Selbstvertrauen. Wir sind Uriel, sei gesegnet. Amen.“

Das Schlusswort dieses Artikels ist:

„Es gibt nichts, wofür wir uns schämen müssen! Rein gar nichts.“

05.11.2022
Herzlichst
Miriam
www.miriamoberstaller.com

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Vita miriam oberstaller

Miriam Oberstaller ist Channelmedium und Wegbegleiterin.
Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt sie in Südtirol.
Sie liebt es, sich mit der neuen Zeit und der geistigen Welt zu befassen und gibt ihr Wissen in Form von Einzel- und Gruppenchannelings, Seminaren und Ausbildungen weiter.
Foto: ©Miriam Oberstaller

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