Schicksal oder Eigenverantwortung

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Schicksal oder Eigenverantwortung
Wer ist für unser Leben verantwortlich?

Das Spannende am menschlichen Zusammenleben ist die Vielfalt der Weltanschauungen. Zu jedem Argument gibt es ein Gegenargument, zu jeder These eine Gegenthese. Wie langweilig wäre die Welt, wenn wir alle dasselbe glauben, wahrnehmen und sehen würden, wie eintönig unser Alltag, wie gering unsere Entwicklung und wie eingeschränkt unser Horizont!

Einer der Themenbereiche, worüber sich die Geister streiten, beschäftigt sich mit der Frage, wer nun für unser Leben und dessen Verlauf verantwortlich ist: Schicksal? Eine höhere Macht? Unsere Eltern und die Erziehung? Das Umfeld, in dem wir groß werden? Die Gesellschaft? Der kulturelle Einfluss? Oder vielleicht doch wir selbst?

Dazu gibt es viele Antworten und Überlegungen, die – aus meiner Sicht – alle auf ihrer Art und Weise gültig sind und sich ergänzen.

So glauben vor allem religiöse Menschen daran, dass es eine höhere Macht gibt, die über Leben und Tod entscheidet. Positive Ereignisse werden als „Gottes Wille“ bezeichnet, Negative gelten als „Gottes Zorn“ gegen menschlichen Ungehorsam.

Während Römer und Griechen in der Antike glaubten, dass das Jugendalter von der Pubertät für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen entscheidend ist und nicht etwa die Kindheit – ein Glaube, der sich bis hinzu Mittelalter hinzog, werden in der modernen Psychologie – vor allem in der Psychoanalyse – die frühkindlichen Erfahrungen für die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit und die Probleme im späteren Leben verantwortlich gemacht.

So werden, z.B., gewissen Persönlichkeitsstörungen in den erwachsenen Jahren traumatisierenden Ereignissen wie; sexueller Missbrauch, körperliche Gewalt, psychische Misshandlung, etc. in Kindheit zugeordnet. Es wird davon ausgegangen, dass weniger traumatisierende Ereignisse – wie eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung – ebenfalls eine direkte Rolle für die spätere Entwicklung des Menschen im erwachsenen Dasein spielen.

Bis in den 70er Jahren wurden Babys ohne jegliche Betäubung und Narkose operiert,

weil die damalige Wissenschaft davon ausging, dass Säuglinge in ihren ersten Lebensmonaten keine Schmerzen empfinden, da ihre Nervenzellen nicht ganz funktionieren würden. Heute – nur kurze Zeit darauf – wissen wir, in welchem großen Irrtum die damalige Wissenschaft verfangen war, und welches Leid sie mit ihrem Unwissen und dogmatischen Überzeugungen kleinen Babys zugefügt hat. Denn, nicht nur, dass die Säuglinge neben dem Schmerz jegliche andere Emotionen und Eindrücke wahrnehmen – nach neusten Erkenntnissen sogar stärker als Erwachsene, sondern sie werden stark davon geprägt.

In den letzten Jahren rücken nun – neben den Erkenntnissen über die Rolle der ersten Lebensmonaten und der frühkindlichen Phase – die pränatalen Erfahrungen immer mehr in den Vordergrund. Denn immer mehr Forschungen kommen zum Schluss, dass wir bereits im Mutterleib anfangen, Impulse der Außenwelt, Emotionen der Mutter und Ähnliches wahrzunehmen, und davon geprägt werden.

Das ist ein großer Fortschritt in nur wenigen Jahren: Von dem Glauben „Babys empfinden keinen Schmerz“ zur Erkenntnis „Embryos spüren den Mutters Schmerz mit.“ Und obwohl es heute noch Laien und Fachleute gibt, deren Wissensstand, dem der siebziger Jahre oder davor entspricht, scheinen die Erkenntnisse über die Pränatale Erfahrungen immer mehr an Raum und Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Aber … was ist die Fortsetzung, der nächste Schritt, die nächste Erkenntnis?

Vor 800 Jahren wäre der Gedanke daran, Embryos bekommen das Leben außerhalb des Mutters Bauchs – oder überhaupt irgendetwas – mit, den meisten Menschen so fremd, lächerlich und unwissenschaftlich gewesen, wie die Tatsache, dass die Erde rund ist. Und heute ist es mehr oder minder ein Fakt. Nun, was könnte uns Unbekanntes, Unglaubliches, Unfassbares da noch erwarten? Was ist mit den Erfahrungen, die wir gemacht haben, bevor wir uns als Embryos im Mutterleib manifestierten? Gibt es überhaupt so etwas? Wenn ja, inwiefern prägen sie uns und unser gegenwärtiges Leben? Wo kommen wir denn überhaupt her? Wo waren wir, bevor wir im Bauch unserer Mütter landeten? Wie kamen wir dahin? Wer hat uns dahin gebracht? Frage über Frage …

Mit solchen Fragen und mehr beschäftigt sich die Parapsychologie. Aber brauchen wir wirklich die Wissenschaft, um solche Fragen zu beantworten? Oder wissen wir vielleicht doch alle, wo wir herkommen, und haben es nur zeitweise vergessen?

Ich denke, tief in uns versteckt sich die Antwort auf alle obigen Fragen und darüber hinaus. Und wenn wir tief genug tauchen, finden wir sie. Aber Tauchen ist manchmal mit großem Schmerz verbunden, vor allem dann, wenn wir uns in den dunklen Bereichen unseres Inneres befinden.

Im Folgenden möchte ich zwei Thesen zur Beantwortung der Frage: „Schicksal oder Eigenverantwortung, wer ist für unser Leben verantwortlich?“, gegenüberstellen.

(Ich benutze bewusst den Begriff „These“, weil sie beide für mich als nicht bewiesen gelten. Behalten wir vor den Augen, dass vor nicht all zu langer Zeit, als bewiesene Wissenschaft galt, dass Babys keinen Schmerz empfinden!)

Wo die moderne Psychologie nach Ursachen jeglicher psychischen Probleme sucht, ist wahrscheinlich allgemein bekannt: In der pränatalen und frühkindlichen Phase. So wird die Ursache der Beziehungsunfähigkeit eines Menschen, z.B., in seiner Beziehung zu den Eltern oder in der Beziehung der Eltern gesucht. Eine Reihe Studien zeigen, dass missbrauchte Kinder eher dazu neigen, in erwachsenen Jahren das Erlebte anderen Menschen anzutun. Es ist naheliegend, dass wir als Kinder das Verhalten unserer Eltern als Vorlage und Muster speichern, egal wie sehr wir darunter gelitten haben. Kinder, die lieblos erzogen wurden, tendieren eher dazu, später selbst zu lieblosen Eltern zu werden.

Um es kurz zu machen, vertritt diese Sicht, dass die Eltern, die Erziehung und das Umfeld, in dem ein Kind groß gezogen wird, ausschlaggebende Faktoren für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen und sein späteres Leben als Erwachsene sind.

Das hört sich plausibel an. Es hat bereits unzähligen Studien rund um die Welt gegeben, die diese These bestätigen.

Aber … wie kann ich mit dieser These, die Persönlichkeitsentwicklung der Geschwister erklären, die alle dieselben Eltern und eine ähnliche Erziehung hatten, und in einem ähnlichen Umfeld groß geworden sind, und nun als Erwachsene unterschiedliche Persönlichkeiten und verschiedene Probleme haben? Eine Antwort wäre, dass nicht einmal die Geschwister dieselbe Erziehung bekommen, da die Eltern sich ja auch vom Jahr zu Jahr weiterentwickeln und mit jedem Kind neu dazu lernen. Aber kann eine feine „Verbesserung“ in der Erziehung tatsächlich so ausschlaggebend sein, dass die Geschwister so unterschiedlich werden?

Im August letztes Jahres bekam meine Katze vier kleine Babys.

Die Beobachtungen der letzten fünf Monate faszinieren mich. Obwohl sie alle dieselbe Mutter und dieselbe Erziehung haben und am selben Ort – in meiner Wohnung – leben, sind sie in ihren Persönlichkeiten total unterschiedlich, und das … seit der Geburt. Ich war beim Wurf dabei und hab jedes Baby herauskommen sehen. Vom ersten Blick an, der Art und Weise, wie sie die Welt betreten haben, konnte ich den einen oder andere Aspekt ihrer Persönlichkeit erkennen. Und obwohl drei der Babys schwarz sind und auf dem ersten Blick gleich aussehen, kann ich sie alleine an ihrem Verhalten auseinanderhalten.

Viel faszinierender finde ich es,

wie unterschiedlich die Ängste bei ihnen ausgeprägt sind. Es ist allgemein bekannt, dass Katzen Angst vor Staubsaugern haben. Das scheint eine „kollektive Katzenangst“ zu sein, deren Ursprung ziemlich im Dunklen steht. In den ersten Wochen störte sie das Staubsaugen absolut nicht. Sie schauten zwar mit großen Augen und neugierig aus dem Korb heraus, doch es gab kein Anzeichen von Angst. Bis sie anfingen, mitzubekommen, wie die Mutter wegrannte und sich versteckte, jedes Mal, wenn ich saugte. So lernten sie die Angst von der Mutter und wurden von Mal zu Mal unsicherer, bis sie ebenfalls anfingen, sich zu verstecken, alle, außer einem: Der kleine Kater zeigt zwar auch „Respekt“ vor dem Staubsauger, ist aber gleichzeitig so neugierig, dass er zwar kurz wegrennt, dann aber wieder zurückkommt, um mit dem Staubsauger zu spielen.

Zwei weiteren Kätzchen rennen zwar weg und verstecken sich, kommen aber direkt wieder raus, sobald der Staubsauger ausgeschaltet ist, doch das letzte Baby weigert sich für darauffolgende Stunden, ihren Versteck zu verlassen. Sie hat solch eine panische Angst vor dem Staubsauger, dass sie manchmal Tage danach, verängstigt reagiert. Nun, wie ist das mit der modernen Psychologie zu erklären, dass vier Kätzchen, die seit ihrer Geburt in einem „geschlossenen System“ (in meiner Wohnung) leben, so unterschiedlich auf denselben Reiz reagieren? Wenn die Angst gelernt ist, warum ist sie bei jedem Kind anders ausgeprägt?

Sollte nicht das, was für uns Menschen gilt, im Großen und Ganzen zumindest auch für weitere Säugetiere gelten? Wenn unsere Persönlichkeit sich in den ersten Jahren der Kindheit entwickelt, wie entwickelt sich die Persönlichkeit der Tiere?

Zusätzlich stellt sich eine Reihe Fragen in meinem Kopf:

Warum leiden Menschen in Deutschland an Arachnophobie, während es hierzulande weit und bereit keine einzige Spinne gibt, die einen Menschen schaden könnte? Wieso haben manche Menschen Angst vor Katzen? Hat jemand mal davon gehört, dass eine Katze einen Menschen aufgefressen hat? Weshalb leiden manche Menschen an manchen Allergien und die andere nicht? Warum verhungern so viele Menschen auf der Erde, während die anderen tonnenweise gutes Essen wegschmeißen? War Hitlers Schicksal etwa gerecht: Millionen von Menschen auf dem Gewissen zu haben und sich am Ende die Kugel zu geben? So einfach? War das ein gerechtes Ende für solch ein verheerendes Verbrechen? Was ist mit den ganzen NS-Leuten, Ärzten und Krankenschwestern, die unschuldige Kinder, behinderte Menschen, oder jeden anderen, der ihnen „nicht gefiel“ aus Jux und Tollerei getötet haben und unbestraft davon kamen?

Ist das etwa gerecht, wenn diejenigen, die für größte Weltverbrechen sorgen – wie wir es ja auch aktuelle wieder erleben – ihr Ding durchziehen und davon kommen? Leben wir vielleicht in einer gottlosen und ungerechten Welt? Sind wir Menschen und unser Planet Erde von Gott verlassen worden? Oder gibt es vielleicht doch eine Gerechtigkeit jenseits unseres Horizontes? Eine für unsere Augen und Wahrnehmungen unersichtliche Gerechtigkeit? Kann es sein, dass wir nicht als ein „unbeschriebenes Blatt“ zur Welt kommen, wie bis lang vermutet? Kann es sein, dass unsere Persönlichkeit nicht von den pränatalen und frühkindlichen Erfahrungen geprägt wird, sondern von uns selbst mit auf die Welt gebracht wird? Und schon wieder Frage über Frage …

Neben unzähligen übersinnlichen Erfahrungen von Menschen in jeder Ecke der Welt,

bringt die Parapsychologie mit ihren Forschungen im Bereich Rückführung, Reinkarnationstherapie und Nahtoderfahrungen viele „neuen“ Erkenntnisse mit sich. Es gibt immer mehr Menschen – vor allem Kinder, die sich an ein (oder mehrere) Leben vor dem Jetzigen erinnern. Dr. Jim Tucker ist ein amerikanischer Kinderpsychologe, der sich bereits seit Jahrzehnten mit Kindern beschäftigt, die vorgeben, bereits eins oder mehrere Inkarnationen auf der Erde gehabt zu haben. Es sind zum Teil faszinierende Geschichten in solchen Details, die sich ein zweijähriges Kind nie hätte ausdenken können. (Dazu einige Links unten in der Infobox.)

Ich selbst durfte auf eigener Haut erfahren, wie die Erinnerung an meine frühere Leben (für mich nicht als Kind, sondern erst in erwachsenen Jahren), mein Horizont um Meilen erweiterte, wertvolle Erkenntnisse mit sich brachte, und Fragen beantwortete, auf der Suche nach deren Antworten durch die moderne Psychologie ich bereits in einer Sackgasse gelandet war. Und plötzlich war das jahrelang „Unerklärliche“ sonnenklar.

Nun, auch wenn ich selbst aus eigener Erfahrung weiß, dass es ein Leben vor und nach dem Leben gibt, und dass unserem Emotionalkörper nichts entgeht, und dass er – wie eine externe Festplatte mit unbegrenztem Speicher – alles, was wir seit unserer Entstehung je erlebt, erfahren, getan, gedacht, gefühlt und empfunden haben, in sich „saugt“ und speichert, dennoch bleibe ich dabei, dass auch dies erst einmal eine These bleibt – auch, wenn für mich persönlich eine bewiesene These.

Nun, um es wieder kurz zu machen, vertritt die Sicht der Parapsychologie die Erkenntnis, dass wir neben unserer Persönlichkeit, ebenfalls unseren Seelenplan – samt allem, was wir uns für dieses Leben ausgesucht haben – mit auf die Welt bringen. In anderen Worten, alles, was wir in diesem Leben erleben, haben wir uns selbst ausgesucht. Und das ist der Punkt, wo „Dinge“ anfangen, kritisch zu werden. Daher würde ich diese Aussage einfach nur so hier stehen lassen.

Jetzt haben wir zwei Thesen, die sich gegenüberstehen:

Die moderne Psychologie, die die Ursache der Probleme in der pränatalen und frühkindlichen Phase sucht, und die Parapsychologie, die zwar die moderne Psychologie deckt und ebenfalls gewisse Ursachen in den früheren Jahren des gegenwärtigen Lebens zu finden meint, jedoch davon ausgeht, dass die Ur-ursachen (d.h. Die Ursache der Ursache) mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in einem früheren Leben zu suchen sei. Dies ist kein Widerspruch zu der modernen Psychologie, sondern eine Ergänzung dazu. Es versteht sich von selbst, dass wir bei der Planung unseres Lebens, genau die Umstände für die Kindheit aussuchen, die das in uns „triggern“ oder „unterstützen“, was in diesem Leben gelöst, ausgeglichen und geheilt werden muss.

Welche These nun wahr ist, bleibt aus der wissenschaftlichen Sicht erst einmal im Dunklen. Aber mir geht es in diesem Beitrag nicht um die Wissenschaft oder irgendwelche Beweise. Darüber sollen sich meinetwegen die Wissenschaftler streiten. Denn, seien wir mal ehrlich, wie oft hat sich die Wissenschaft bereits in der Geschichte auf verheerender Art und Weise geirrt? Wenn wir tatsächlich aus dem allwissenden Geist stammen, dann muss das Wissen in uns drin zu finden sein und nicht draußen in Laboren und in den Büchern.

Mir geht es um den Glauben. Denn die Glauben sind viel mächtiger als die Wissenschaft – das soll in der Zwischenzeit auch wissenschaftlich bewiesen sein. Stichwort „die Macht des Unterbewusstseins“. Wenn wir etwas für reell halten, dann ist es egal, wie wissenschaftlich bewiesen es ist, dass dieses „Ding“ nicht existiert, für uns wird es zur Realität werden. Das haben wir ja in den letzten drei Jahren mehr als oft genug zu sehen bekommen. Wissenschaft hin oder her, die Psychose hat die Überhand und der Film hat sich selbstständig gemacht.

Nun zu der Frage, wie wirkt sich der Glaube an die eine oder andere Sicht auf unser Leben aus?

Wenn ich glaube, die Ursachen meiner heutigen Probleme liegen in meiner Kindheit, dann komme ich nicht darum herum, Verantwortung abzugeben: „Ich bin gewalttätig geworden, weil mein Vater mich früher geschlagen hat.“„Ich habe psychische Probleme, weil meine Mutter mich als Kind abgewiesen hat.“„Ich habe es zu nichts gebracht in meinem Leben, weil ich in armen Familienverhältnissen geboren bin.“„Ich hab wenig Selbstwertgefühl, weil ich im Bauch meiner Mutter mitbekam, dass mein Vater mich nicht haben wollte.“ Oder aber es bauen sich Schuldgefühle auf: „Mein Kind hat Probleme, weil ich keine gute Mutter war“, usw.

Und da davon ausgegangen wird, dass wir ja unsere Eltern, den Geburtsort, die Umstände nicht selbst aussuchen, sondern ihnen quasi „ausgeliefert“ sind, bleiben wir in der Opferrolle. Im günstigsten Fall schaffen wir es oberflächlich, mit der Vergangenheit irgendwie Frieden zu schließen, und das Fass zuzumachen, doch tief im Unterbewusstsein bleiben wir in der Opferrolle, denn das Leben „passiert“ uns.

In schwierigen Zeiten,

wenn alles den Bach runtergeht, fragen wir uns, warum wir da schon wieder so etwas durchmachen müssen? Wir haben doch mit unserer Vergangenheit abgeschlossen und Frieden geschlossen. Ach, vielleicht denken wir negativ und sollten auf positive Gedanken umsteigen, um aus dem Schlamassel herauszufinden. Doch auch dies klappt oft nicht, z.B. genau dann, wenn wir einen karmischen Ausgleich durchgehen und oder wenn wir eine Lektion zu lernen haben – Lernen tun wir meisten auf der harten Tour. Da können wir positiv denken, wie wir wollen, das Karma gleicht sich nicht dadurch aus, sondern durch den Vollzug des karmischen Gesetzes.

Wenn ich aber dagegen glaube, dass – ja, meine Probleme haben zum Teil ihre Ursachen in meiner Kindheit – ich jedoch mir aber genau jene Umstände und meine Eltern so ausgesucht hatte, dann trage ich mit diesem Glauben automatisch die Verantwortung für mein eigenes Leben. Der nächste Schritt wäre dann, mich zu fragen, „aber warum habe ich mir genau jene Umstände und diese Eltern ausgesucht, wenn ich tatsächlich die Wahl hatte, zu entscheiden, wo, wie und in welchem Haushalt ich geboren werden wollte?“

Mit dieser Frage lenke ich die Aufmerksamkeit sachte von außen nach innen.

Dann ist nicht mehr die „böse“ Mutter für die Probleme in meinem Leben verantwortlich, sondern ich selbst! Ich suche nicht mehr nach Antworten irgendwo in der Außenwelt, sondern direkt an der Quelle des Allwissens, die wir alle in uns tragen. Jede Frage bringt neue Fragen mit sich, bis ich mich irgendwann auf der Spitze des Berges der Erkenntnis wiederfinde. (Das ist keine Fiktion, sondern eine wahre Geschichte aus meinem Leben.) Von dort aus wird ersichtlich, dass wir keine Opfer sind, sondern die alleinige Schöpfer unserer Realität.

Wenn ich glaube, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe und mir alles selbst aussuche, was ich erlebe, dann bleibe ich in meiner vollen Macht über die Geschehnisse um mich herum. Wenn schwierige Zeiten kommen, frage ich mich nicht mehr, warum mir schon wieder dies und jenes passiert, sondern warum habe ich mir diese Situation für mein Leben ausgesucht? Was will sie mir beibringen? Was kann ich daraus lernen? Auf welcher Weise dient sie mir?

In den letzten drei turbulenten,

kollektiven Jahren, wenn ich mal dem Gedanken nah kam, dass mir die Welt und ihre Ereignisse mehr als verrückt vorkommen, sagte ich immer innerlich: „Ja, das mag sein. Aber du wolltest das erleben. Finde heraus, warum du gerade jetzt hier sein wolltest, um genau das mitzunehmen, was am Geschehen ist. Was willst du daraus lernen, was willst du dazu beitragen, was willst du bewirken? Was ist deine Rolle in diesem Schauspiel?“ Diese Fragen und Ähnliche dienen zur Orientierung und dazu, dass wir in unserer Mitte bleiben.

Ich glaube tatsächlich, dass es mehrere Leben nach und vor diesem Leben gibt und gab, und das wir uns die Umstände, die wesentlichen Begegnungen, die „Schicksalsschläge“ und an sich alles, selbst aussuchen. Diessage ich nicht als jemand, dessen Leben ein fröhlicher, unbesorgter Spaziergang durch den Park gewesen ist, sondern als ein Mensch, der für dieses Leben so viele Traumata mitgenommen hatte, wie er nur konnte. Und das, was ich aus „zeitlichen Gründen“ nicht in diesem Leben unterbringen konnte, hatte ich bereits in meinen früheren Leben abgehackt: Vom Täter bis Opfer. Und – man wundere sich nicht – ich bin bei Gott kein Einzellfall. Diese Bestimmung teile ich mit allen anderen Erdbewohnern. Das ist die Reise der Seele, die wir alle durchlaufen, jeder auf einer anderen Entwicklungsebene.

Der Glaube an die Wiedergeburt

und die Reise der Seele ist wichtig und unwichtig zu gleich. Viele Menschen sagen: „Ich muss mich nicht mit meinen früheren Leben beschäftigen. Dieses Eine hier reicht mir vollkommen. Es reicht, wenn ich im Jetzt und Hier lebe.“ Das ist wahr und unwahr zugleich. Denn wir müssen uns nicht mit unserer Seelenvergangenheit beschäftigen, sie beschäftigt sich mit uns und bestimmt über unser Leben, solange sie in Dunkelheit des Unterbewusstseins bleibt.


Infobox und Quellen


Buchempfehlung der Autorin zum Thema:
– Seelenvermächtnis – Mein zweites Leben, Udo Wieczorek und Manfred Bomm
– Die Reisen der Seele, Michael Newton
Das kleine, schwarze Fischlein – Ein Liebesbuch, Sara Sadeghi
– Das große Handbuch der Reinkarnation, Trutz Hardo

Interview mit Jenny Cockell:
Die rührende Geschichte einer Mutterliebe, die über die physikalischen Grenzen eines Lebens hinausgeht. Die Geschichte einer jung verstorbenen Mutter, die ihre Kinder im darauffolgenden Leben wiederfand und zusammenführte: https://www.youtube.com/watch?v=2Hyo67DKR4k

QUELLEN:
https://www.geo.de/magazine/geo-kompakt/6772-rtkl-kindheit-rousseau-entdecker-der-kindheit
https://www.wunderweib.de/neue-studie-wer-als-kind-geschlagen-wurde-neigt-spaeter-eher-zu-gewalt-102184.html
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/misshandelte-kinder-das-klischee-von-opfer-und-taeter-a-1025878.html
https://www.infona.pl/resource/bwmeta1.element.elsevier-9b91572d-83cd-3bec-a05b-5ed41dcae681
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62565
https://elifesciences.org/articles/06356
https://www.youtube.com/results?search_query=jim+tucker+reincarnation+documentary


18.01.2023
Herzlichst, eure Sara
https://sara-sadeghi-coaching-energiearbeit.de/

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Schicksal oder Eigenverantwortung  Sara SadeghiSara Sadeghi

Die 37-jährige Freiheitsliebhaberin arbeitet heute als zertifizierter Coach für psychische Gesundheit, Bewusstsein und Spiritualität und Energietherapeutin und hat bereits hunderte von Menschen mit ihrer Geschichte inspiriert und geholfen. In ihrem Buch „Das kleine, schwarze Fischlein – ein Liebesbuch berichtet sie über ihren Verwandlungsprozess von der Raupe in einen Schmetterling und über ihren Selbstfindungsprozess und die Herausforderungen, die ihr auf diesem Weg gestellt wurden.

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