Welt-Ernährung

Schluss mit Kakerlaken und Mäusekot

Getränke DoppelbelichtungSchluss mit Kakerlaken und Mäusekot in Bäckereien und Gaststätten! 

Es war ein Schock für Millionen bayerischer Kunden der Großbäckerei Müller. Jahrelang hatten Sie voller Vertrauen ihr Brot und ihre Brezen in den Filialen des Traditionsunternehmens erstanden. Und dann das: Anfang Februar dieses Jahres stoppten die Überwachungsbehörden die Produktion. Der Grund: unhaltbare hygienische Zustände. Mäuse und Kakerlaken in den Produktionshallen, verschmutzte Maschinen und Geräte, verschimmeltes Brot in den Lagerräumen!

Wäre das nicht schon schlimm genug, ist vor allem eines unfassbar: Schon mindestens zwei Jahre lang, nämlich seit März 2010, wussten die Behörden von den unhaltbaren Zuständen in dem Betrieb. Doch die Öffentlichkeit erfuhr davon nichts, der Skandal wurde unter der Decke gehalten. Wie so oft waren die Interessen des Unternehmens wichtiger als die der Verbraucher! Sonst wären in der Zeit, als bayerische Kontrolleure dem Treiben zusahen, nicht auch noch mindestens 640 Millionen Brötchen und 45 Millionen Brotlaibe von Müller-Brot gekauft und verzehrt worden. Zwei Jahre lang hofften die Behörden auf Besserung, bis sie im Februar 2012 schließlich den Betrieb schlossen.

Gäbe es das Smiley-System nach dänischem Vorbild, wäre das nicht passiert. Ein System, das sich die überwältigende Mehrheit von 93 Prozent der Bundesbürger, einer bereits im Frühjahr 2010 durchgeführten Umfrage zufolge, wünscht! In Dänemark hängen seit Jahren in Restaurants, Kantinen, Schulen, Altenheimen und Lebensmittelgeschäften die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen aus. Die Betriebe müssen dokumentieren, wie sie bei der letzten Kontrolle abgeschnitten haben. Der Bericht muss an einer gut sichtbaren Stelle aushängen. Aber das Beste ist: Ein Smiley-Symbol – von lachend bis grimmig – informiert jeden Besucher auf den ersten Blick über die erfolgte Bewertung. Zusätzlich werden alle Kontrollergebnisse im Internet veröffentlicht. Auf diese Weise kann das Untersuchungsergebnis bei jedem Einkauf oder bei der Planung eines Restaurantbesuchs zuhause am Computer berücksichtigt werden.

In Dänemark ist das Smiley-Modell ein voller Erfolg bei den Verbrauchern, und es wirkt: Die hygienischen Zustände in den Betrieben haben sich in kurzer Zeit deutlich verbessert, die Kontrolleure haben weniger Arbeit! Wie bitter nötig das Smiley auch in Deutschland wäre, zeigen nicht nur die Hygieneskandale à la Großbäckerei Müller, sondern auch die Statistiken der Lebensmittelkontrollen. Unverändert wird ein Viertel der kontrollierten Betriebe Jahr für Jahr beanstandet. Und eine Besserung ist nicht in Sicht!

Damit muss endlich Schluss sein! Dass das geht, zeigt schließlich das bewährte Smiley, das foodwatch seit mittlerweile sieben (!) Jahren fordert. Doch das politische Tauziehen nimmt kein Ende. Verbraucherministerin Ilse Aigner und ihre Länderkollegen kuschen wieder einmal vor der Gaststätten-Lobby. Die Länder konnten sich nicht auf eine einheitliche und verpflichtende Kennzeichnung für die Sauberkeit von Restaurants und Lebensmittelbetrieben verständigen. Allenfalls einem freiwilligen System werden derzeit auf Bundesebene noch Chancen eingeräumt. Aber das Smiley wirkt nur, wenn es Pflicht ist. Es leuchtet jedem ein: Warum sollten die schwarzen Schafe ein Smiley einführen? Es ist doch billiger, an der Hygiene zu sparen und auf die unendliche Geduld der Lebensmittelkontrolleure zu bauen! Ein freiwilliges Smiley hätte nur einen Effekt: Die „guten“ Betriebe wären die Dummen, denn die Schmuddelbetriebe können einfach weitermachen wie bisher!

Wie kein anderes Thema zeigt das Smiley: Politik für die Verbraucher, Fehlanzeige! Selbst bei Mehrheiten von 90 Prozent der Verbraucher für ein einfaches, effektives System schützt die Politik noch die Betriebe und nicht die Kunden. Dafür ist Ihnen kein Versuch, ein effizientes System zu umgehen, zu lächerlich: Bei dem zuletzt von einigen Ländern ins Spiel gebrachten „Sonnen-Modell“ würden Betriebe umso mehr Sonnen erhalten je mehr Gesetze sie eingehalten haben. Das könnte aber dazu führen, dass ein Lebensmittelbetrieb, der massiv gegen Hygienegesetze verstößt, aber andere Regeln einhält, dafür immer noch mit einer Sonne ausgezeichnet würde. Dieses System wäre dann schlimmer als gar keins, denn es würde dem Kunden ein positives Kontrollergebnis suggerieren und ihn zu Unrecht in Sicherheit wiegen.

Liebe foodwatch-Interessierte, es darf nicht sein, dass ein gutes, effektives, erprobtes System, das Verbraucher vor Mäusekot und Kakerlaken bei der Lebensmittelproduktion und in Gaststätten schützt, wieder einmal scheitert, nur weil Frau Aigner und Co. sich als Interessenvertreter der Lebensmittelindustrie verstehen!

Helfen Sie uns dabei, den Druck auf die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und die Länderminister aufrecht zu erhalten, damit sich die Länder doch noch für das echte Smiley entscheiden und sich nicht weiter von Lobbyisten einschüchtern lassen, die gegen das Smiley-System Stimmung machen: Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Wir von foodwatch kämpfen seit 2005, also seit sieben Jahren für das Smiley. Die Bevölkerung steht mit überwältigender Mehrheit hinter uns. Politiker verschiedener Parteien in unterschiedlichen Funktionen auf Bundes- oder Länderebene haben immer wieder ihre Begeisterung für das Smiley bekundet. Aber der Einfluss der Lebensmittel- und Gaststättenlobby war bisher so groß, dass das Smiley verhindert wurde. Wir, die wir uns als Interessenvertretung der Verbraucher verstehen, möchten uns das nicht länger bieten lassen! Wenn es noch irgendeine Chance auf Einführung des Smileys gibt, dann nur, indem foodwatch den Druck auf die Politik erhöht. Setzen Sie mit uns dem Einfluss der Lebensmittel- und Gaststättenlobby die Macht der Verbraucher entgegen! Wir produzieren regelmäßig Informationsmaterial, aktualisieren ständig unseren Internetauftritt, organisieren Protestaktionen. Wir recherchieren, führen Gespräche mit unterschiedlichen Interessenvertretern und geben juristische Gutachten in Auftrag. Bitte unterstützen Sie uns dabei, indem Sie Förderer/Förderin von foodwatch werden.

Damit in Zukunft alle Bürger die Chance haben, hygienische Restaurants auszuwählen, bitten wir Sie darum, unsere Forderung nach Einführung des Smiley-Systems in allen Bundesländern zu unterstützen.

Helfen Sie dem Smiley auf die Sprünge. Gehen Sie direkt auf unsere Internetseite und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch jetzt:

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(c) foodwatch

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