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Selbstbewusst älter werden

selbstbewusst-aelter-werden-pro-age-yoga-womanSelbstbewusst älter werden

Älterwerden ist nicht gerade beliebt.
Mit dem Älterwerden verbinden wir größtenteils negative Aspekte: Das Augenlicht lässt nach, der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Haare werden grau, die Haut erschlafft und wir werden immer gebrechlicher. Unser Denken wird dabei natürlich größtenteils von den Klagen älterer Menschen aus unserem Umfeld geprägt:
Altern ist eine Plage, heißt es dann, denn plötzlich lässt die Leistung nach und man wird zur Last. Alles, was vorher einmal selbstverständlich war, wird zur Herausforderung und ohne Hilfe geht es kaum. Nicht umsonst heißt es:
Älter werden ist nicht schwer, älter sein dagegen sehr.
Es ist kein Wunder, dass sich diese negative Sicht auf das Älterwerden irgendwann fest im Denken manifestiert hat.

Schon in jungen Jahren gehen wir davon aus,

dass das Alter schlimme Dinge mit sich bringt.

Wir erleben, wie unsere Großeltern erkranken und auf Hilfe angewiesen sind, und sind vielleicht irgendwann selbst in der Verantwortung, unsere Eltern oder älteren Geschwister zu pflegen. Bevor wir die Schattenseiten des Älterwerdens bei uns selbst erleben, können wir diese schon mal bei unseren Liebsten beobachten. Irgendwann erreichen wir also den Gipfel des Berges, den Höhepunkt unseres Lebens, wenn wir im besten Alter ankommen, und ab da geht es dann zwangsläufig sukzessive bergab.

Aber kann es nicht sein, dass es hinter dem vermeintlichen Gipfel noch weiter bergauf geht?

Vielleicht liegt die Spitze nur im Nebel und wir können sie noch nicht sehen. Dann müssen wir unserer eigenen inneren Stärke vertrauen und weiter bergauf gehen.

Wenn wir älter werden, verändert sich unser Körper – es wäre Unsinn, das zu leugnen.
Wir können diese Veränderung an uns selbst und bei anderen beobachten, und wir können sie vor allen Dingen spüren. Ab einem gewissen Alter werden wir häufiger mit unserer eigenen Vergänglichkeit und Endlichkeit konfrontiert. Wir müssen uns dabei zuschauen, wie wir körperlich und geistig abbauen, und wir können den Prozess nicht anhalten, nur verlangsamen.

Das ist selbstverständlich frustrierend und belastend. Hinzukommt, dass uns ab 40 privat und beruflich nicht mehr alle Türen offen stehen, weil wir dann schon zum „alten Eisen“ gehören. Darüber hinaus schauen wir vermehrt zurück.
Falsche Entscheidungen und verpasste Chancen drängen sich in unser Bewusstsein, wodurch schnell der Eindruck entsteht, dass wir im Leben gescheitert sind. Das trägt natürlich nicht dazu bei, dass wir uns mit dem Älterwerden versöhnen können.

Älterwerden kann aber auch als ein Privileg empfunden werden.

Im Alter lernen wir uns selbst besser kennen, unsere Persönlichkeit verfestigt sich und wir kreisen nicht mehr um uns selbst, sondern kommen bei uns an. Wir alle erinnern uns sicher noch an unsere Jugend und das junge Erwachsenenalter – Lebensphasen, in denen wir hochgradig unsicher und (zumindest in der Jugend) unreif waren. War es nicht erleichternd, diesen Zustand zu überwinden und selbstsicherer zu werden? Das Schöne am Älterwerden ist doch, dass wir uns selbst immer besser kennenlernen und irgendwann vollkommen selbstbewusst und überzeugt sagen können: „Das bin ich.“ Oftmals ist das erst im höheren Alter der Fall, wenn wir genug Lebenserfahrung sammeln konnten.

Letzten Endes ist es also eine Frage der Einstellung, ob wir das Älterwerden als Last oder als Segen empfinden und wie wir mit der Veränderung umgehen. Wir sollten achtsam mit dieser Veränderung umgehen und unseren Körper gut behandeln.

Schließlich können wir einiges für unseren Körper tun, um ihn möglichst fit und gesund zu halten.

Yoga beispielsweise kann dabei helfen, die eigene Muskulatur zu stärken und dadurch die gesamte Knochenstruktur gut auszurichten, wodurch wir also präventiv gegen Schmerzen vorgehen können. Und das Gute an Yoga ist, dass die Übungen mit jedem Körper und jeder Einschränkung praktiziert werden können, und auch der Geist wird durch eine regelmäßige Praxis klarer und offener. Yoga hilft uns also dabei, achtsam mit unserem Körper umzugehen.

Aber auch eine gesunde Ernährung trägt viel zum Wohlbefinden im Alter bei.

Übergewicht begünstigt schließlich viele Krankheiten und geschädigte Zähne beeinflussen unser gesamtes System. So kann Parodontitis beispielsweise nicht bloß zum Verlust der Zähne zu führen, sondern auch Herz- und Gefäßerkrankungen hervorrufen. Wenn wir also früh genug damit anfangen, unseren Körper zu pflegen, werden wir im Alter weniger Probleme haben.

In jungen Jahren leisten wir sehr viel. Wir müssen uns eine Existenz aufbauen und gründen eventuell eine Familie, die versorgt werden muss. Aber auch unser älteres Ich verdient Anerkennung und Wertschätzung, wir mussten schließlich weit laufen, um oben anzukommen. Ist es da nicht vollkommen legitim und nachvollziehbar, dass wir erschöpfter und kraftloser sind als am Anfang unseres Weges? Wir sind aber auch gewachsen, haben Lebenserfahrung gesammelt und können jetzt nach dem langen Aufstieg stolz vom Gipfel brüllen: Ich bin bei mir angekommen und ich bin stolz auf mich!

Leseprobe (S. 20-23) aus „Pro Age Yoga“ von Elena Lustig 

Annehmen, was ist
Unser Körper macht uns unmissverständlich darauf aufmerksam, dass Altern nicht nur etwas Subjektives ist: Wir sind zwar so alt, wie wir uns fühlen, aber unsere Haut wird faltiger, unsere Haare grauer und unsere Augen schlechter, um nur einige Punkte zu nennen. Wir sehen und fühlen, dass sich etwas verändert, und manchmal machen uns diese Veränderungen Angst.

Wir können versuchen, die Zeichen der Alterung zu ignorieren oder zu bekämpfen. Beides wird vermutlich nicht sehr weit führen. Ein dritter Weg ist, dass wir lernen, damit umzugehen. Auch im Alter ist unser Körper ein wertvolles Instrument, das es zu pflegen und zu schützen gilt. Je zugewandter wir uns verhalten, je mehr Gutes wir unserem Körper tun, desto eher können wir auch unseren älter werdenden Körper genießen.

Ein gesunder Körper hilft uns dabei, eine gute Haltung im Geist zu kultivieren – und umgekehrt.

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Elena Lustig
©-Anne-Smith

Es gibt keinen idealen Zeitpunkt, um mit „Self-Care“ auf der körperlichen Ebene anzufangen. Genau genommen können wir das immer tun. Aber spätestens mit Mitte 40 sollten wir damit anfangen, uns unserem Körper liebevoller und weniger fordernd
zuzuwenden.

Als ich mein erstes graues Haar entdeckte, war ich 30. Ich sah es im Rückspiegel meines Autos und riss es sofort aus. Ich dachte: Jetzt ist es so weit, ich werde alt. Darüber kann ich heute lachen. Alle Krisen, die ich bisher mit dem Thema hatte, kommen mir
heute fast albern vor. Immerhin bin ich jetzt 50, und vermutlich werde ich mich auf meinen Fotos von heute jung finden, wenn ich sie in 20 Jahren anschaue. Ich spüre fast so etwas wie Stolz, dass ich es so gut geschafft habe, bis hierher zu kommen. Ich
sehe meine Falten, ich sehe mein gelebtes Leben und ich muss sagen: Ich mag das!

Und ich frage mich: Was kommt noch? Wie kann ich mich und andere inspirieren, mit einem guten und klaren Blick in die Zukunft zu schauen, die manchmal nicht mehr viel bereit zu halten scheint? Es kommt darauf an, was wir daraus machen!

Doch gehen wir zunächst einmal ein paar Schritte zurück: Im Moment der Empfängnis entsteht die äußere Hülle für unseren Geist. (Je nach Religionszugehörigkeit variieren hier die Vorstellungen.) Schritt für Schritt entwickelt sich aus einem Zellhaufen
ein kleines menschliches Wesen mit bestimmten Merkmalen wie Geschlecht, Haut-, Haar- und Augenfarbe. Wir nehmen Gestalt an. Unsere Kultur bestimmt darüber, welche Erwartungen wir dann erfüllen müssen: Ein gesundes Baby wird überall geschätzt.
Das ist der größte gemeinsame Nenner.

Was genau ist Gesundheit? Die Abwesenheit von Krankheit, von Schmerz, von Leid?
Wie sieht es aus mit geistigen Behinderungen oder Trisomie 21, dem Down-Syndrom?
Was empfinden wir als normal, als gut und als erstrebenswert?

In vielen Kulturen sind Mädchen zum Beispiel weniger wert als Jungs; sie werden oft sogar abgetrieben. Es gibt also kaum eine Form der Körperlichkeit, die nicht mit Herausforderungen und Erwartungen einhergeht. Sobald wir uns selbst als ein körperliches Wesen ausdrücken, beginnen wir nachzuahmen, was unsere Umwelt uns vormacht.

Wir kommunizieren und sorgen so für unser Überleben. Unsere Sozialisierung beginnt also zunächst völlig unbewusst; wir entwickeln Strategien und passen uns an. Später beginnen wir damit, uns zu vergleichen. Erst stellen wir vielleicht fest, dass unsere Freunde andere oder tollere Spielsachen besitzen als wir selbst. Dann merken wir, dass andere stärker
oder schwächer, schöner oder hässlicher als wir selbst sind. Aus diesen Vergleichen heraus entsteht automatisch Bewertung. Stärker als …, schwächer als … etc.

Wir entwickeln also einen Kontext für unseren Körper, der kulturell geprägt ist. Darin gibt es bestimmte Merkmale, die wir erstrebenswert finden. In unserer westlichen Gesellschaft gehört zum Beispiel Jungsein unbedingt dazu.
Am liebsten wären wir alles auf einmal: jung, schön, stark, klug, beliebt, reich, gesund etc. Sollten wir also mit einem Körper beschenkt worden sein, der unserer Vorstellung von Schönheit entspricht, ist es für uns vielleicht doppelt schwer zu akzeptieren,
dass dieser Körper sich verändert, älter wird und dabei wahrscheinlich immer weniger dem entspricht, was uns gefällt.

Die meisten Menschen haben allerdings zu jedem Zeitpunkt im Leben ihre ganz eigene Auseinandersetzung mit dem, wie sie aussehen wollen, und dem, wie sie tatsächlich aussehen. Bei den meisten von uns sieht das ungefähr so aus:

Erst wenn meine Haare glatt sind statt lockig, meine Nase klein statt groß, mein Po fest statt weich ist etc., bin ich zufrieden und somit glücklich.“

Wenigstens im Alter sollten wir lernen, uns von diesen Bedingungen unabhängig zu machen. Das ist nicht leicht, aber wenn wir
lernen, unseren Körper als Verbündeten zu betrachten, der uns sinnliche Erfahrungen möglich macht und uns mit der Welt in Kontakt treten lässt, entschärfen wir den wertenden Blick auf uns selbst und können lernen, uns so anzunehmen, wie wir sind. Wir haben nur diesen einen Körper, wir sollten Frieden mit ihm schließen!Kamphausen-Cover-ProAge-Yoga

Dein Körper und deine menschliche Existenz sind ein Sechser im Lotto. Etwas krass ausgedrückt, hättest du auch als Ratte oder Bakterie in diese Welt kommen können. Du kannst aus deinem freien Willen heraus handeln. Du bist intelligent und gebildet, sonst könntest du das hier nicht lesen. Was für ein Geschenk!

Erkenne an, dass allein die Tatsache, dass du lebst, schon ein riesen Erfolg ist. Du bist gut genug, so wie du bist!
Mache dir immer wieder bewusst, welches Wunderwerk dein Körper ist und wie stark seine Selbstheilungskräfte sind. Vertraue darauf!

Dies war eine Leseprobe 
aus „Pro Age Yoga“  (S. 20-23)
von Elena Lustig 
>Details zum Buch<


Über die Autorin

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Elena-Lustig 2019-
© Anne-Smith

Elena Lustig unterrichtet seit 2010 Yoga und ist seit 2017 Certified-Anusara®-Teacher.
Zusammen mit Annette Söhnlein hat sie bereits das außergewöhnlich schön gestaltete Buch “Innen.Außen – Das Yoga-Chakra-Buch” herausgebracht.
Sie verbindet in ihrem Leben die buddhistischen Weisheiten mit den Lehren des Yoga.
Mit ProAgeYoga® gibt sie ihre Erfahrungen weiter und unterstützt Menschen dabei, authentisch und erfüllt zu leben.
Zu ihrem Buch hat sie ein Online-Coaching-Programm entwickelt, das folgende Aspekte beinhaltet: Körper, Geist, Mindset, Gesundheit, Ernährung, Schönheit.
Außerdem bietet Elena Lustig Workshops, Retreats, Seminare und Vorträge an.
Website: https://www.elenalustigyoga.com


12.10.2019
Elena Lustig
https://www.elenalustigyoga.com

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