Selbstliebe – Alte Reaktionsmuster verändern

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Selbstliebe als Reaktionsmuster-mann-frau-sonnenuntergang-gluecklich-hugSelbstliebe – Alte Reaktionsmuster verändern

Selbstliebe als Reaktionsmuster – Manche Reaktionen und Verhaltensweisen sind schon Jahrtausende alt, aber dem Menschen der Neuzeit ebenso vertraut wie seinen Urahnen aus der Steinzeit. Es sind biologisch vorprogrammierte Reaktionen auf bestimmte Reize.

Wenn Du beispielsweise gedankenverloren eine Straße überquerst, wird die Hupe eines heranbrausenden Autos in Sekundenbruchteilen bei Dir eine Reaktion hervorrufen, die Dein Überleben sichert. Damals wie heute signalisieren bestimmte Reize Gefahr für Leib und Leben, und jeder von uns wird ohne zu überlegen etwas tun, um dieser Gefahr zu entkommen. Das uralte Prinzip „Flucht oder Angriff“ gilt immer noch. Und es gilt auch, und heute besonders, wenn es um das Überleben auf der psychischen Ebene geht.

Dein Vorgesetzter braucht nur beiläufig zu sagen:

Lassen Sie das mal, Ihr Kollege kann das viel besser erledigen“, schon signalisiert das Gehirn: Gefahr in Verzug!

Sofort laufen die gleichen Körperreaktionen ab wie bei einem Steinzeitmenschen, der um sein Überleben fürchtet: Adrenalin wird freigesetzt, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich. Der ganze Körper ist aktionsbereit.

Doch Du bleibst cool sitzen und grinst dem Widersacher ins Gesicht. Oder aber Du schmiedest insgeheim düstere Rachepläne, während Du beschämt den Blick nach unten senkst.

Wie kommt es eigentlich, dass wider besseres Wissen bei bestimmten Begebenheiten immer die gleichen Reaktionen ablaufen? 

Nehme einmal an, bei Deiner Geburt sei in Deinem Kopf nichts weiter als eine weiße, ebenmäßige Wachsplatte. Ab dem Moment der Geburt nimmst Du Informationen auf, wenn auch zunächst noch völlig unstrukturiert und unbewusst.

Es ist angenehm, wenn Du liebkost bist, und ziemlich unangenehm, wenn Du Hunger hast. Es schmerzt, wenn Du Dich gestoßen hast, und es tut gut, die tröstenden Hände Deiner Mutter zu spüren. Später erhältst Du dann Informationen wie: „Pass auf, das ist heiß!“, „Das ist schmutzig!“ oder „Das tut man nicht!“.

Im Laufe des Lebens bekommt die ehemals weiße und ebenmäßige Wachsplatte immer mehr Ähnlichkeit mit der Haut eines alten Elefanten. Denn alles, was Du bisher gelernt hast, jede Erfahrung und jedes Erlebnis, hat eine Rille in der Wachsplatte hinterlassen, in der unzählige Informationen gespeichert sind.

In jeder Sekunde des Lebens wird unsere Wachsplatte durch neue Informationen verändert. Manche vertiefen eine Rille, andere schaffen eine neue, wieder andere verlängern eine Rille so, dass sie sich mit bereits vorhandenen kreuzt.

Nur eins geschieht nie: dass eine Rille sich verändert, weil eine Information verschwindet. Ganz im Gegenteil. Vorhandene Rillen nehmen zwar gerne Neues auf, wenn es sie bestärkt. Aber sie weigern sich geradezu, abweichenden Informationen Platz zu machen.

Das Prinzip ist das Folgende:

Die erste Information, also der erste Tropfen, den Du auf die Wachsplatte gibst, lässt die Oberfläche schmelzen und bildet eine Vertiefung. Wenn Du nun direkt daneben einen neuen Tropfen auf die Wachsplatte gibst, wird er zwar einen leichten Abdruck an dieser Stelle hinterlassen, dann aber den Weg des geringsten Widerstandes gehen: Er fließt in die schon bestehende Vertiefung und verstärkt sie damit noch.

Eine bereits vorhandene Information ist gegenüber nachfolgenden in der Regel immer die stärkere.

Das Motto “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” hat viele Vorteile, denn so können wir  die Routinen des Lebens darauf aufbauen. Wenn Du einmal das Autofahren gelernt hast, brauchst Du nicht lange zu überlegen, auf welches Pedal Du treten musst, wann Du bremsen und wann Du wieder Gas geben solltest. Du kannst Dich dabei sogar noch unterhalten.

Doch diese Art der Informationsverarbeitung hat auch extreme Nachteile.

Es kann sein, dass die Information, die zuerst kam, für unseren Lebensweg gar nicht entscheidend und wichtig ist. Und es ist mit Sicherheit richtig, dass manche Informationen schon ziemlich alt sind. Sie stammen von Deinen Eltern oder von Deinen Großeltern, und wer weiß, ob diese Informationen für Dich wirklich hilfreich waren und sind.

Trotzdem: Du agierst entsprechend den Vorgaben der Rillen. Du hinterfragst nicht, warum Du so und nicht anders denkst, Dich so und nicht anders verhältst. Du reagierst ganz einfach – wie eine Marionette, deren Fäden von einem geheimnisvollen Spieler gezogen werden. Wenn Du das erkannt hast, kannst Du Dich selbst neu kreieren.

Du kannst Deine Persönlichkeit so gestalten,

wie Du es für sinnvoll hältst, und Dich von dem lösen, was Dich hindert und stört.

Und Du kannst neu erschaffen, was für Deine Persönlichkeit sinnvoll und nützlich ist. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es geht umso schneller, je intensiver Du Dein Augenmerk von den vorhandenen alten Rillen abwendest und auf das Anlegen neuer, erstrebenswerter Rillen konzentrierst.

Übernehme die Verantwortung für Deine Eigenschaften, Denk- sowie Verhaltensweisen und lasse die Erfahrungen zu, die den bestehenden Rillen positiv widersprechen. Denn nicht andere sind für die Gestaltung Deiner Persönlichkeit verantwortlich, Du selbst bist es.

09.06.2020
Wolf W. Lasko
Geschäftsführer und Gründer der Winner/s Edge Resulting-Gesellschaft für Strategie, Vertrieb und Innovation mbH, Autor von 30 Büchern…

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Vita: Dr. Wolf W. LaskoKamphausen-Wolf-W-Lasko

ist Geschäftsführer und Gründer der Winner/s Edge Resulting-Gesellschaft für Strategie, Vertrieb und Innovation mbH. Des Weiteren ist er Vorstand des IT-Unternehmens Centracon AG (Arbeitsplatz der Zukunft) und Geschäftsführer und Gründer der digital sales Resulting GmbH (Einsatz von selbstlernenden Algorithmen im Vertrieb).
Seine Leidenschaft ist „Think Result“, das Kreieren von konkreten, messbaren Resultaten für Unternehmen. Differenzierungsmerkmal und Positionierung im Markt: Resultate erzielen durch die Veränderung des Umfelds/des Kontexts, ohne den Menschen zu verändern.
Dr. Lasko ist Autor von mehr als 30 Büchern.
Mehr unter: www.lasko.de


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