Sesam öffne dich

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Leseprobe aus “Gib Deiner Seele Raum” von Helmut Kuntz

Leseprobe – Sesam öffne dich
Es existiert in Wort und Schrift eine schier überbordende Fülle an Texten und Vorlagen für geleitete Phantasiereisen, Entspannungsübungen, Imaginationen und Meditationen. Für jeden Geschmack und Bereich lässt sich etwas finden. Phantasiereisen und Imaginationen sind populär. Sie werden zum einen im rein privaten Bereich zur Entspannung oder zur Selbsterfahrung ebenso wie ganz gezielt zum Zweck einer versuchten Selbstheilung eingesetzt.

Zum anderen werden sie in unterschiedlicher Qualität auf einem semi-professionellen, breit gefächerten Psychomarkt unterschiedlicher Richtungen angeboten. Nicht mehr wegzudenken sind sie in den Bereichen des professionellen ambulanten oder klinisch-stationären therapeutischen Behandelns und Heilens. Diesen Bereichen steht inzwischen ein reiches Repertoire von praktizierten Standardübungen zur Verfügung, vor allem aus dem Katathymen Bilderleben und der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie. Mit imaginativen Techniken wird auch im spirituellen Bereich viel gearbeitet.

»Spiritualität« ist in der Moderne mit ihrem vorwiegend materialistisch geprägten Welt- und Menschenbild ein Reizwort.

Für Carl Gustav Jung ist das Spirituelle hingegen ein unauslöschlicher Bestandteil des kollektiven menschlichen Unbewussten samt seines Erbes. Niemand braucht zu erschrecken, wenn ich das Wort benutze. Denn ich verstehe unter spirituell nichts anderes als die Möglichkeit, die Welt in einem anderen Geist zu betrachten. Diesem Geist ist allerdings die Neigung zu Liebe, Mitgefühl und Güte eigen. Selbst bei der Vielfalt imaginativer Methoden und Verfahren, derer sich Esoterik und New Age bedienen, lässt sich die Spreu vom Weizen trennen.

Mit der Qual der Wahl beginnt allerdings das Verwirrspiel. Auf YouTube können Sie sich durch ein unerschöpfliches Angebot von Phantasie- und Traumreisen, Affirmationen, Entspannungsübungen, Tranceinduktionen, Meditationen, Invokationen und Imaginationen klicken.

In der Überfülle verliert man sich schnell orientierungslos.

Deshalb ist es erleichternd, wenn die Angebote in einen erklärenden Kontext eingebettet sind, so dass alle Nutzer eine Idee davon bekommen, wozu sie dienen. Kein Mensch kann Tausende von Möglichkeiten überblicken, geschweige denn deren Wirkungspotenzial per Suchmaschine einschätzen. Sowohl viele im Netz frei zugängliche als auch im Netz nicht auffindbare imaginative oder meditative Techniken und Methoden bilden einen wahren »Sesam öffne dich«: eine Schatztruhe aus Silberlingen, funkelndem Gold und glitzernden Juwelen. Die Schwierigkeit besteht also einzig darin, die wahren Preziosen vom weniger wertvollen Geschmeide zuverlässig zu unterscheiden. 

Da Phantasiereisen, geleitete Meditationen für Körper und Geist sowie imaginativ spirituelle Übungen so weit verbreitet sind, lassen sie sich nicht immer auf ihre Originalquellen zurückverfolgen.

Gute Methoden als Potenzial für gute Arbeit lassen sich jedoch ohnehin niemals bloß kopieren.

Deshalb ist es letztlich ein Charakteristikum zahlreicher Tagträume, geführter Phantasiereisen oder meditativer Imaginationsübungen, dass die Originalquellen und ursprünglichen Vorlagen immer wieder verändert werden, um sie eigenen Wünschen und Einsatzzwecken anzupassen oder sie in die Arbeit in einem helfenden Beruf zu integrieren. Ich verfahre nicht anders.

Wo ich mir hilfreiche methodische Ansätze von Dritten zum Vorbild genommen habe, die sich teils ihrerseits wieder durch andere Quellen haben inspirieren lassen, habe ich sie den Erfordernissen meiner eigenen Arbeit, meinem Arbeitsethos sowie meinem auf Mitgefühl und Verbundenheit basierenden Welt- und Menschenbild angepasst. Meiner Ansicht nach wurden meditative und imaginative Übungen für einen nützlichen, kreativen Gebrauch geschaffen und daher in einen potenziell heilsamen Raum hineingestellt.

Damit befürworte ich keinen unbedachten und nachlässigen Umgang mit dem Recht auf geistiges Eigentum, das in Zeiten des Internets wie zu keiner anderen Zeit zuvor gefährdet ist. Habe ich mich von anderen Menschen inspirieren lassen, gebe ich die jeweiligen Inspirationsquellen, soweit bekannt, an. Dabei habe ich keinerlei Berührungsängste und schaue über sämtliche Tellerränder.

Von folgenden Menschen habe ich mich im Laufe der Jahre inspirieren lassen:

Luise Reddemann, Beate Steiner, Tilmann Moser, Carl Gustav Jung, Eckhart Tolle, Chögyam Trungpa, Sogyal Rinpoche, Matthieu Ricard, Thich Nath Hanh, Paramahansa Yogananda, Dalai Lama, Rudy Alexander Daniel, Reindjen Anselmi, Teresa von Avila, Sascha Ansahl, Daskalos, Andrea Dinkel, Laurens Storms, Maya Storms, Andrea Mattich, Armin Mattich, Buddha, Jesus Christus.

Was ich Ihnen in diesem Buch an Phantasie- und Körperreisen wie imaginativen Übungen und Meditationen anbiete und ans Herz lege, habe ich alles ausgiebig erprobt und für gut und wirksam erachtet. Manche der Übungen praktiziere ich seit Jahren. Einige haben sich in ihrer Wirkung derart verselbständigt, dass sie ins seelische Gerüst fest eingebaut sind. Andere brauche ich nicht mehr in voller Länge durchzuführen. Ein einziger Gedanke reicht aus, damit sie mir ihre Wirkungen augenblicklich zur Verfügung stellen.

Bestimmte Übungen schätze ich wegen ihres hohen heilsamen Potenzials besonders.

Doch von nichts kommt nichts. Anwenden müssen Sie die hilfreichen und bisweilen sogar heilsamen Methoden immer noch selbst. Die Wirkungen der imaginativen oder meditativen Übungen können vom Körper und Geist sowohl sanft wie heftig erlebt werden. Ich bevorzuge die sanfte Verabreichung und Reaktion. In der Regel berühren und aktivieren imaginative Methoden nicht mehr im Inneren eines Menschen, als er zum gegebenen Zeitpunkt verdauen und verarbeiten kann. Doch wirklich darüber bestimmen können wir nicht. Denn wir haben nicht willentlich in der Hand, was auf der Seelenebene geschieht.

Bisweilen reagieren Menschen auf imaginative Bilder heftig. Doch selbst dann geschieht nichts Schlimmes. Schlimmes ist längst vorher im Leben geschehen. Entscheidet eine innere Weisheit, dass es für den Betroffenen heftig wird, bedarf es der einordnenden, Halt gebenden Unterstützung durch kompetente Begleitung von außen. Im Anschluss kehren durch Verdauung und Integration wieder innere Beruhigung und Sanftheit ein.

Es ist heutzutage schon fast zur reflexartigen Gewohnheit geworden, »Google« zu befragen.

Tun Sie sich selbst den Gefallen und starten Sie an dieser Stelle keine Reise durch Namen und eventuelle Homepages im Internet. Sie würden dabei zwar auf unendliche Schätze, aber auch auf Merkwürdigkeiten stoßen. Versuchen Sie sich erst einmal an den Ihnen hier angebotenen Innenreisen und Übungen und streifen Sie dabei durch sicheres Terrain. Später können Sie immer noch durchs Netz surfen, um sich auf Homepages umzuschauen. Inspiration heißt außerdem nicht Identifikation und therapeutisches, imaginatives wie meditatives Arbeiten beinhaltet kreative Prozesse.

Folglich verändere ich, wandle ab, lasse aus, füge hinzu, schöpfe neu. Bei allem, was ich tue, habe ich immer die Alltagstauglichkeit meiner Methoden sowie deren Nutzen für die Menschen im Auge.
Nun lade ich Sie ein, mit ausgewählten imaginativen Übungen einen heilsamen Weg zu sich selbst anzutreten. Auf diesem Weg ermuntere ich Sie, weniger angestrengt zu denken, dafür aber schärfer zu sehen, feiner zu fühlen und stärker zu spüren.

Jeden Tag mit dem morgen begrüßen

Wir alle tragen die Verantwortung für unsere inneren Befindlichkeiten und sollten bedenken, dass alle Zeit unsere Zeit ist. Bisweilen wachen wir morgens auf und sind freudig gestimmt, so dass wir erwartungsfroh in den Tag starten können. Wir sprudeln vor Lebenskraft und Energie. An anderen Tagen mögen wir kaum die Augen aufschlagen, fühlen uns kraftlos, übellaunig und missmutig. Den vor uns liegenden Tag empfinden wir als einzige Last. Es macht enorme Unterschiede, wie wir in die uns geschenkten Lebenstage hineingehen.

Insofern ist jeder neue Tag eine Gelegenheit, uns bewusst darin zu üben, Einfluss auf unsere Stimmungen zu nehmen. Nutzen Sie die Chance, sich offen, achtsam und mit sich selbst mitfühlend auf den kommenden Tag einzustimmen. Das können Sie noch während der Aufwachphase im Bett tun. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen es schon morgens eilig haben, werden Sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu nicht die Zeit gönnen. Kein Problem, bietet sich Ihnen doch während Ihrer morgendlichen Toilette im Badezimmer auf jeden Fall die Gelegenheit, ihr Tagewerk bewusst und wach anzugehen. Beim Waschen, Zähneputzen, Rasieren oder Schminken können Sie sich selbst begrüßen und in eine gute Stimmung bringen. Diese kleine Basisübung 1 mit großer Wirkung geht denkbar einfach.

Eine kleine Morgenübung

Stellen Sie sich vor, es ist früher Morgen. Ein neuer Tag ruft. Sie sind gerade aus dem Bett aufgestanden und treten den morgendlichen Weg in Ihr Bad an. Stellen Sie sich aufrecht vor den Spiegel im Bad und schauen Sie sich selbst in die Augen. Blicken Sie tief hinein in Ihre gespiegelten Augen und begrüßen Sie sich freundlich, wohlwollend, liebevoll.

Lächeln Sie sich einen Augenblick lang zu. Verziehen sich Ihre Mundwinkel zu einem Willkommenslächeln, ist das eine völlig anders gelagerte Botschaft an Leib und Seele, als wenn Sie mäkelnd vor dem Spiegel stehen und ungnädig mit sich selbst denken:
»Wie siehst du denn heute Morgen wieder aus? Unterirdisch! Ungenießbar!« Heißen Sie sich mit einem absichtsvollen Morgenlächeln selbst willkommen. Das sind Sie sich wert.


Vita: Helmut Kuntzkamphausen-Helmut-Kuntz-Portrait

Helmut Kuntz erfahrener Familien- und Körpertherapeut, arbeitet in Prävention, Beratung und Therapie (Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V.) in Saarbrücken.
Freiberuflich ist er in der Fort- und Weiterbildung und als Supervisor tätig.
Er hat zahlreiche Bücher zum Thema Körperarbeit und Sucht veröffentlicht.

 

 


Buchtipp:kamphausen-Helmut-Kuntz-Seele-Raum-Cover

Gib Deiner Seele Raum Heilsame Wege zur Selbstliebe und inneren Ruhe
von Helmut Kuntz

Es gibt viele Gründe, warum Menschen oft keine innere Ruhe finden: Sie stecken fest im Chaos der Gefühle, leiden an Ängsten, Selbstzweifeln oder hadern mit sich und ihrem Leben.
Wie kann man ein gutes Leben führen?
Der Weg der Veränderung, zu mehr Zufriedenheit sowie auch zur Heilung möglicher seelischer Wunden kann nur der Weg der Selbstliebe sein, so der erfahrene Psychotherapeut Helmut Kuntz.

Details zum Buch

29.11.2020
Helmut Kuntz

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