spirituelle Geschichten

Spirituelle Geschichte: Das Lächeln der Seele

seele-laechelt-wasser-mann-bankDas Lächeln der Seele

Spirituelle Geschichte von Heike Erbertz
Wenn du einmal genau hinschaust, kannst du deine Seele lächeln sehen. Wie eine aufgehende Sonne strahlt sie und durchströmt alles, was in ihrer Nähe ist. Vielleicht nimmst du es selbst gar nicht als solches wahr, doch es stimmt. Deine Seele lächelt. Den ganzen Tag. Und auch in der Nacht, wenn du schläfst. Woher ich das weiß?

Ich will es dir erzählen:

Vor vielen, vielen Jahren lief ich einmal recht betrübt durch die Straßen meiner Stadt. Nicht mitten durch den großen Trubel, eher so durch stille Nebenstraßen und Gassen. Vorbei an Häusern und Höfen, Bäumen und kleinen Wegen, die manchmal ins Nirgendwo zu führen schienen.

Wie ich schon sagte, ich war betrübt und ließ mich einfach von meinen dumpfen Gedanken treiben, die ganz automatisch auch meine Beine einfach nur still vorantrieben, so dass ich kaum mitbekam, wohin ich eigentlich ging.

Ich war schon eine ganze Weile so mit mir selbst beschäftigt gewesen, als ich schließlich aufblickte und mich umsah. Hier war ich noch nie gewesen. Ich erschrak ein wenig, denn nun würde ich zu allem Übel auch noch den Weg nach Hause suchen müssen. Wer wusste schon, wie weit ich bereits davon entfernt war?
Was sollte ich jetzt machen?

Ich fühlte mich einfach nur müde und leer und unglaublich einsam. Und nun musste ich mich auch noch dazu zwingen, die Augen offen zu halten, um zurück nach Hause zu finden.

Völlig entmutigt sah ich mich um und entdeckte eine kleine Bank unter einem Baum.

Vielleicht sollte ich mich zuerst einmal ein wenig ausruhen und neue Energie tanken. Vielleicht käme dann ja auch die Kraft zurück, die ich nun brauchte, um mich auf den Weg nach Hause zu machen. Ich hatte nämlich mal gehört, dass Bäume wahre Energiespender sind. Ohne dass man sie berühren oder sonst etwas veranstalten musste, alleine schon, wenn man ganz still unter einem saß, würde er seine Kraft übertragen. Dieser Baum gefiel mir und so setzte ich mich auf die kleine grüne Bank darunter, in der Hoffnung, die Geschichte möge wahr sein.

So verbrachte ich eine Weile, schaute auf meine Füße und wartete darauf, dass sich etwas tat, als ich plötzlich eine freundliche Stimme vernahm, die mich fragte, ob neben mir noch frei sei.

Als ich aufblickte, sah ich ein Kind vor mir stehen. Ich konnte nicht einmal genau sagen, ob es sich um ein Mädchen oder um einen Jungen handelte. In diesem Moment war mir das auch völlig egal, einzig seine ungewöhnlich schön leuchtenden Augen fielen mir auf. Ich rückte ein Stückchen zur Seite und starrte weiterhin auf meine Füße.

»Beobachtest du die Ameisen?«, fragte mich das Kind.

»Ameisen sind wirklich sehr fleißige Tierchen. Sie sehen nicht so hübsch aus wie kleine Kätzchen oder junge Hunde, aber dafür sind sie unglaublich stark. Meinst du, sie wissen, wie stark sie sind?«
»Was?«, fragte ich abwesend. – Ameisen, dachte ich. Was soll ich denn jetzt mit Ameisen?
»Na, ob du glaubst, dass sie wissen, dass sie so unglaublich viel Kraft in sich tragen?«

Ich wusste nicht, wovon das Kind sprach und zuckte einfach nur kurz mit den Schultern. Ich hatte nicht die geringste Lust, mich zu unterhalten. Schon gar nicht mit einem Kind, das nichts von dieser Welt verstand.

»Ich glaube ja nicht, dass sie es wissen, denn sonst würden sie doch sicher etwas anderes mit ihrer Kraft anstellen, als nur Stöckchen herumzutragen«, sprach das Kind weiter.
»Was?«, fragte ich wieder.
»Na, ich glaube, wenn alle wüssten, wie viel Kraft in ihnen steckt, würden sie etwas anderes tun, als sich müde und einsam zu fühlen.«

»Was hast du gerade gesagt?« Ich schaute das Kind entgeistert an, das still neben mir saß, und mich immer noch mit diesen wunderschönen klaren Augen ansah.

»Ich meine ja nur. Ich habe nämlich bemerkt, dass kaum jemand weiß, dass unsere Seelen immerzu lächeln.«

»Meine Seele lächelt?«
»Ja«, antwortete das Kind. »Willst du es sehen?«
Ich glaube, es war das erste Mal seit Tagen, dass ich wieder lachte. Dieses Kind amüsierte mich. Was hatte ich schon zu verlieren? Traurig sein konnte ich auch später wieder. Also machte ich einfach mit und sagte ja.

Das Kind kniete sich neben mich und hielt mir mit seinen kleinen Händen die Augen zu. »Was siehst du?«, wollte es von mir wissen.
»Natürlich nichts!«, lachte ich.
Was jetzt kam, überraschte mich sehr. Nicht, dass ich es nicht irgendwie schon immer geahnt hätte. Doch es in diesem Augenblick zu hören, aus dem Munde eines Kindes, ließ mich wirklich sehr staunen.

»Es ist nur natürlich, dass wir etwas sehen, wenn wir die Augen schließen.

Die meisten haben es leider verlernt oder trauen es sich nicht mehr zu. Aber ich sage dir: alles in ihnen wartet nur darauf, dass sie sich an ihre Gabe erinnern und wieder sehen, was immerzu da ist.«

»Was meinst du damit, ich nutze es nicht? Und dass ich alles sehen kann, was immerzu da ist?«

Daraufhin erklärte mir das Kind, dass ich es sehen werde, wenn ich die Augen schließe, still werde und mich auf meine innere Mitte konzentriere. Dann könne ich sehen, wo meine Kraft wohnt, wie stark ich wirklich sei und wie ich jeden Tag mit Energie beschenkt und aufgeladen werde.

Zuerst dachte ich ganz ehrlich, dass dieses Kind einfach nur etwas erzählte, was es irgendwo einmal gehört hatte, doch du kannst dir gar nicht vorstellen, wie überrascht ich war, als ich tatsächlich anfing, etwas zu sehen.
Vor mir bildete sich eine Quelle aus goldenem Licht, die unaufhörlich sprudelte. Ihr Glitzern verteilte sich immer mehr und mehr und ich spürte, wie sich Freude und Zuversicht in mir ausbreiteten.

»Und jetzt die Seele. Schau sie dir an. Zuerst meine und dann deine!«, forderte es mich auf.
Es dauerte ein wenig. Und dann sah ich es! »Sie lächeln! «, rief ich aufgeregt. »Deine! Und meine auch! Sie lächeln tatsächlich und sie umgeben alles, was in ihrer Nähe ist, mit ihrem wunderschönen Lächeln.«
Ich hörte das Kind lachen. »Ja, wir lächeln. Wir alle!«

»Geht das auch mit geöffneten Augen?«, wollte ich wissen, doch ich bekam keine Antwort. Ich spürte auch die Hände des Kindes nicht mehr auf meinen Augen.

Als ich sie öffnete, saß ich alleine auf der kleinen Bank.

Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich mir verwundert die Augen rieb und mich nach allen Seiten hin umblickte. Aber niemand war zu sehen. Nur ich saß da, unter diesem Baum, und fragte mich, ob ich wohl eingeschlafen war und geträumt hatte. Doch irgendetwas war anders. Ich fühlte mich freier und stärker und irgendwie auch mutiger.

Das Bild der goldenen Quelle und der lächelnden Seelen war noch ganz präsent. Und als ich aufstand, um den Weg nach Hause anzutreten, sah ich es: Der Baum, unter dem ich gesessen hatte, verströmte silbrig-weiße Energiefäden, die mich eingehüllt hatten und zu nähren schienen. Und auch seine Seele lächelte. Ich bedankte mich herzlich bei dem Baum und ging den Weg zurück, den ich gekommen war.

Diesmal ließ ich meine Augen offen und wohin ich auch blickte, sah ich die Energie, die uns umgibt und durch die wir alle miteinander verbunden sind. Die Kraft, die in einem jeden von uns wohnt, und natürlich die Seelen. Diese wundervollen Seelen, die ihr klares und reines Lächeln aussenden, um uns daran zu erinnern, wer wir sind und was wir vermögen.

Seit diesem Tag ist vieles anders geworden.

Ich bin nicht jeden Tag glücklich und voller Energie. Selbstverständlich nicht. Das wäre ja auch nicht natürlich. Doch ich weiß nun, wohin ich sehen muss, um mich daran zu erinnern, wie stark ich bin und wie viel Kraft in mir steckt. Ich weiß nun auch, dass meine Seele lächelt. Jeden Tag und jede Nacht. Und deine tut es auch! Du kannst es mir ruhig glauben!

Die Bedeutung der Geschichte:

Die meisten Menschen fühlen sich hin und wieder einmal entmutigt, traurig oder erschöpft. Wir spüren dann den Wunsch nach neuer Kraft in uns, wissen aber nicht, wie wir dazu kommen können. Und manchmal haben wir dann tatsächlich den Eindruck, uns verlaufen zu haben oder vom Weg abgekommen zu sein.

Doch in einem jeden gibt es eine Fülle von Wissen und von Energie. Meistens muss man nur auf- hören zu suchen und anfangen zu finden!
Vielleicht tut es Ihnen auch gut, sich bewusst zu machen, wie stark Sie in Wahrheit sind. Oder Sie finden heraus, was genau dies verhindert und verändern Ihr Leben so, dass Sie es wieder voller Glück und Freude genießen können!

Wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat:

Wenn auch Sie sich über neue Kraft freuen würden, dann machen Sie sich einmal bewusst, wie Ihr Energielevel aussieht. Auf einer Skala von eins bis zehn (zehn bedeutet ein hohes Energieniveau):
Wo würden Sie Ihren aktuellen Energiewert einordnen?
Fragen Sie sich dann:
Was ist jetzt mein erster Impuls dazu?
Welche Ideen kommen mir, was mir helfen oder gut tun würde – in diesem Moment / in dieser Situation?
Was genau brauche ich, um zu neuer Kraft zu finden?
Was muss ich ändern?
Was muss ich (los)lassen?

19.04.2019
Heike Erbertz

Buchtipp:cover-buch-heike-ebertz

Im Tal der goldenen Sonne
Meditative Geschichten zur Entspannung und Selbstreflexion“
von Heike Erbertz

Alle Beiträge der Autorin auf Spirit Online

Den Artikel kommentieren

Den Artikel kommentieren

Mit deinem Newsletter erhältst du viele Neuigkeiten und Anregendes aus der großen Welt der Spiritualität

Briefkasten-Himmel-wolken-mailbox

zur Newsletter-Eintragung
E-Mail Adressen sind bei uns sicher | wir geben Adressen niemals weiter


Anzeigelion-tours