Spirituelle Reise nach Süd-Indien – Die Offenbarungen der Rishis

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ethnotours-TempelSpirituelle Reise nach Süd-Indien –
DIE OFFENBARUNGEN DER RISHIS

Die vedische Astrologie, eine Lesung in der Palmblattbibliothek und eine Pilgerreise zu den 9 Planeten-Tempeln

Eine Reise
Ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens.
Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft.
Im Menschen lebt die Sehnsucht,
die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags
und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung.
Immer lockt ihn das Andere, das Fremde.
Doch alles Neue, das er unterwegs sieht und erlebt,
kann ihn niemals ganz erfüllen.
Im Grunde seines Herzens
Sucht er ruhelos den ganz Anderen,
und alle Wege zu denen der Mensch aufbricht,
zeigen ihm an,
dass sein ganzes Leben ein Weg ist,
ein Pilgerweg zu Gott.
Augustinus

Die vedische Astrologie

Grundlagen der vedischen Astrologie
Im Kontext der hinduistischen Kosmologie erklärt uns der Swamy auch die Grundzüge der vedischen Astrologie (Jyotisha), die eine gewisse Ähnlichkeit mit der westlichen Astrologie hat. In der vedischen Astrologie wird jedoch eine geringfügig andere Zeitrechnung anwendet, bei der sich die Sternzeichen etwas verschieben.

Die Errechnung des Geburtshoroskops erfolgt nicht wie in der westlichen Astrologie durch eine Kreisdarstellung mit 12 Abschnitten, in der vedischen Astrologie arbeitet man stattdessen mit 12 Kästchen, die den im Altertum bekannten 9 Planeten zugeordnet werden:

Sonne (Surya), Mond (Chandra), Mars (Mangala), Merkur (Budha), Jupiter (Guru), Venus (Shukra), Saturn (Shani), sowie den errechneten Schnittpunkten von Himmelsachsen Rahu (Drachenkopf) und Ketu (Drachenschwanz).

Von diesen 9 Planeten kann man die ersten sieben am Himmel sehen, Rahu entspricht dem aufsteigenden Mondknoten und Ketu dem absteigenden Mondknoten. Der südliche Mondknoten oder absteigende Mondknoten, “manifestiert” die Erfahrungen, die wir aus früheren Inkarnationen mitbringen. Der nördliche oder aufsteigende Mondknoten gibt einen wichtigen Hinweis auf die aktuelle Lebens – und Lernaufgabe in diesem Leben.

Der Swamy hat im Vorfeld bereits unsere Horoskope berechnet mit allen dazu gehörigen Aspekten, die dann für die Palmblattlesung dem Brahmanen übergeben werden.

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Die Palmblatt-Lesung in Chengalpattu

Die Weisheit der Rishis
Der heutige Tag verspricht wohl der aufregendste unserer Reise zu werden. Frühmorgens machen wir uns auf den Weg nach Chengalpattu zu einem Brahmanen, in dessen Familienbesitz sich seit vielen Hundert Jahren einige Rollen der originalen Palmblätter befinden. Brahmanen haben die Erlaubnis und die Fähigkeit aus diesen Blättern das Schicksal der Ratsuchenden zu lesen.

Der Tradition nach wurden die Palmblattbibliotheken vor vielen Tausenden von Jahren geschrieben, es heißt, dass die Rishis, die der Gott Brahma in seinem Schöpfungsmythos erschuf, über spirituelle Kräfte verfügten mit denen sie in der kosmischen Akasha-Chronik lesen konnten.

In diesen Bibliotheken sind Grundmuster verschiedener karmisch-typischer Lebensläufe aufgezeichnet, deren Prinzipien auf den astrologischen Prinzipien der vedischen Astrologie beruhen. Der Nadi-Reader (Palmblattleser, Priester) kann mit Hilfe seiner hellsichtigen Fähigkeiten für den Ratsuchenden darin lesen und wesentliche Bausteine seines Schicksals erkennen und deuten.

Eine vollständige Lesung beinhaltet in der Regel 12 Haupt-Kapitel

(Kandams) und 4 Special Chapter, die aber natürlich nicht alle auf einmal gelesen werden.
Kandam:

  •  1 erzählt von allgemeinen Vorhersagen und den gemeinsamen Einflüssen der Planeten im Horoskop, Vorhersagen über Eltern, Geschwistern, Ehefrau, Kinder, Gesundheit usw.
  • 2 behandelt Themen wie Wohlstand, Familie, Redekraft, Bildung und Sehvermögen.
  • 3 geht ins Detail zu Brüdern und Schwestern, Zuneigung zu ihnen, Angenehmes und Probleme.
  • 4 befasst sich mit der Mutter der Person, Eigenschaften, Vermögen, Genüssen und Komfort im Leben.
  • 5 beschreibt die Themen rund um Kinder, Geburt und Tod, Angenehmes mit den Kindern und Probleme mit ihnen und beleuchtet die Ursachen weshalb evtl. keine Kinder geboren werden.
  • 6 geht ein auf Krankheiten, Schulden, Feinde und Probleme sowie Rechtsstreitigkeiten mit ihnen und die Möglichkeiten, sie zu lösen.
  • 7 beschreibt die Zeit und andere Details der Ehe, Gründe für die Verzögerung in der Ehe, Abstammung der Braut und des Bräutigams und den gegenseitigen Nutzen.
  • 8 beschreibt die Lebensspanne des Ratsuchenden, kritische Perioden im Leben, Unfälle, Gefahr und Todesort, Datum, Zeitpunkt und den Planeten der zum Todeszeitpunkt wirkt.
  • 9 beinhaltet Voraussagen über den Vater, Reichtum und Vermögen, Besuche von Gebetsstätten und Einweihungen von Lehrern im Detail.
  • 10 geht ein auf Handel, Beruf, Job, Karriere, geeignetes Business und die profitabelsten geschäftlichen Quellen.
  • 11 in diesem Kapitel erfährt man mehr über weitere, größere Gewinnquellen, materielles Vermögen sowie über eine evtl. zweite Ehefrau und deren Vorteile.
  • 12 erzählt über die Quelle von Verlusten, die Ausgaben und deren Gründe. Erlösung, Arten des Lebens bei der nächsten Geburt. Politik, Überseereisen und deren Vorteile.

Weitere Kandams geben Einblick in heilige Mantras (heilige Gesänge), die rezitiert werden sollen, und die heiligen Materialien, die im Gebetsraum aufbewahrt werden sollen. Anwendung von Mantras Unterwerfung von Feinden, um sie zu besiegen, Rechtsstreitigkeiten, schlechte und böse Auswirkungen usw. – sowie die Entwicklung der Spiritualität und die Möglichkeit, Weisheit und Gotteskenntnis zu erlangen. Der Guru des Lehrers, von dem man Weisheit usw. erhält.

Einblicke und Aussichten auf unser Schicksal – ein Rückblick:

Wir waren 4 Personen und es wurden 4 Lesungen abgehalten. Der Brahmane und Nadi-Reader erhielt vom Swamy die genauen Geburtsdaten und legte los – der Swamy übersetzte alle Reading von Alt-Tamil ins Englische (die originalen Palmblätter können auch in Sanskrit geschrieben sein) und ich übersetzte vom Englischen ins Deutsche für alle Teilnehmer.

Was ich selbst erstaunlich fand, war der Umstand, dass keineswegs alle Ratsuchenden die gleichen Chapters gelesen bekamen. Und diese Auswahl trafen nicht wir, sondern der Brahmane. So erhielten Sabine und ich zum Beispiel u.a. auch unsere Todeszeitpunkte und Umstände mitgeteilt, die anderen beiden jedoch nicht. Die beiden hätten sie auch nicht wissen wollen, wie sich im Nachhinein herausstellte – im Gegensatz zu uns, die es definitiv wissen wollten.

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Bemerkenswert fand ich bei meiner eigenen Lesung, dass der Brahmane Ereignisse aus meiner Vergangenheit beschrieb, die mir gar nicht bewusst waren oder über die ich mir niemals zuvor Gedanken gemacht habe.

Zum Beispiel teilte er mir den exakten Zeitpunkt mit, an dem ich erstmalig in meinem Leben eine wirklich eigene Wohnung bezog. Und es stimmte – denn zuvor habe ich entweder mit anderen zusammengewohnt oder in Wohnungen, die von Freunden gemietet waren und mir für eine gewisse Zeitspanne zur Verfügung standen. Ich musste scharf nachdenken und rechnen, aber er hatte auf den Monat genau recht!

Die Essenz der Lesung war für mich aber die Erkenntnis, dass es ein Schicksal gibt.

Denn darüber war ich mir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ganz sicher – und das ergab sich folgendermaßen: ich hatte immer in meinem Leben Träume und Visionen über das, was ich mir noch wünschte zu erleben oder unbedingt noch machen wollte. Ein großer Teil hatte sich auch schon erfüllt bis dato, meist nach langen Wartezeiten… aber auch für meine Zukunft gab es noch ganz klare Pläne und Ziele.

Und ich dachte meinen Ohren nicht trauen zu können, denn der Brahmane sagte mir eins-zu-eins genau diese Visionen für meine Zukunft voraus, bis hin zum Todeszeitpunkt – genau wie ich es mir im Groben vorgestellt hatte. Im ersten Moment irritierte mich das einfach nur – und ich fragte mich, ob er einfach Gedanken lesen könnte?

Aber ich dachte an gar nichts während der Sitzung, ich hörte nur zu und war gespannt. Und die Tatsache über intime Details aus meiner Vergangenheit, die definitiv zutrafen, erlaubte mir keine derartig einfache Erklärung für seine Zukunftsprognose, die mit meinen Wünschen übereinstimmte.

Es gab nur eine einzige mögliche Schlussfolgerung:

es gibt die Akasha-Chronik, in der alle wesentlichen Ereignisse vor, während und nach unserer Zeit festgehalten sind, vorstellbar wie eine Matrix, vielleicht auch wie eine DNA auf körperlicher Ebene. Alle Informationen und Lebensereignisse sind darin bereits enthalten – mögliche Optionen in parallelen Zeitschleifen, denke ich zum heutigen Zeitpunkt, ebenfalls. Und der Brahmane hatte Zugriff darauf – genau wie ich selbst auch!

Denn meine hellseherischen Fähigkeiten waren bekannt und auch der Swamy und der Brahmane wussten davon. Die aber wirklich „erschütternde“ Erkenntnis war, dass wir nichts als von einem vorbestimmten Schicksal höherer Mächte geführte Wesen sind, die sich ihr Leben schon in Vorzeiten karmisch kreiert haben.

Wir denken immer in Hochmut, unsere Lebensführung sei unsere eigene Wahl in diesem Leben, eine tolle Idee, die uns mit Stolz erfüllt, wenn wir unserer Lebensziele erreicht haben – dabei erfüllen wir nichts anderes als einen weitgehend vorbestimmten Plan. Und dieses Verständnis führt zu Demut, Hingabe und Vertrauen.
Welch ein Tag!

Unsere Pilgerreise zu den 9-Planeten-Tempeln

In der Palmblatt-Lesung mit dem Brahmanen wurden uns die Planeten mitgeteilt, die Stärkung benötigen, weil sie in einer weniger günstigen Konstellation stehen und daher einen schwächenden Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unser Leben haben – als auch die, die positiv auf uns wirken und eine besondere Kraft auf uns ausüben.

Der Besuch der Navagraha-Tempel gilt als die beste Möglichkeit, um sich von negativen Einflüssen der Planeten zu befreien oder positive Einflüsse zu stärken. Deshalb besuchen wir auf unserer Pilgerreise alle neun Planeten-Tempel, um mit Ritualen und Mantras, die uns der Brahmane aufträgt, unsere Lebenskraft zu stärken und unser Schicksal positiv zu beeinflussen.

Mangal-Tempel – Mars

Als ersten Ort auf unserer Pilgerreise besuchen wir den Schrein des personifizierten Planeten Mars, einer wütenden Emanation des Gottes Shiva, der im Vaitheesvaran- oder Vaidyanatha-Tempel in Vaiteeshvarankoil, in der Nähe von Chidambaram, zu finden ist. Der Mars gilt als tamasischer Planet mit eher negativen Einflüssen und steht im Wesentlichen für die Qualitäten Mut, Durchsetzungskraft, Energie und Vitalität, Leidenschaft, Ehrgeiz, Motivation und Wünsche.

Im Vaitheesvaran-Tempel wird der Shiva als göttlicher Heiler Vaitheesvaran (Vaidyanatha) verehrt, der hier selbst unheilbare Krankheiten heilen kann, und ist daher ein wichtiger Pilgerort für Menschen, die unter Krankheiten leiden. Vaiteshvarankoil ist übrigens das größte Zentrum der Palmblattleser, hier erhält man sämtliche Einblicke und Aussichten auf das Schicksal, die man brauchen kann.

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Budha-Tempel – Merkur

Ganz in der Nähe, im Ort Thiruvegadu, liegt der Tempel des Merkur, dem wir am folgenden Tag ebenfalls einen Besuch abstatten. Swetharanyeswarar ist der Hauptgott in diesem Tempel. Die Mythen erzählen, dass es in Thiruvengadu einen Dämon namens Maruthuvasuran gab. Er vollzog eine Buße, um Brahma für das Erreichen besonderer Kräfte zu gefallen. Erfreut über seine Hingabe bot Brahma ihm besondere Kräfte an.

Maruthuvasuran begann, seine Kräfte zu missbrauchen und folterte die Heiligen und unschuldigen Menschen. Alle Leidenden baten Shiva daraufhin ihrer Not ein Ende zu setzen. Shiva nahm eine Emanation als Agora murthi an und tötete Maruthuvasuran unter einem Baum, der heute als Ort angenommen wird, an dem sich der Thiruvengadu-Tempel befindet.

Der Merkur-Tempel ist der erste Tempel, an dem ich ein Ritual auszuführen habe. Hier soll ich, nachdem ich einige Butterlampen angezündet habe, innerhalb des Tempelkomplexes 13 Runden drehen, so schnell als möglich, und dabei Mantras rezitieren, damit meine Fähigkeiten zu sprechen, insbesondere öffentlich vor Publikum, gestärkt werden.

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Ketu-Tempel – südlicher Mondknoten

Ganz in der Nähe befindet sich der Ketu-Tempel Naganathar. Unter dem Einfluss Ketus entwickelt sich Empathie, in Verbindung mit der universalen, kreativen Lebenskraft, die Weisheit und Einsicht in die Wirkungsweise der Natur gewährt. Dadurch kann der Einzelne die subjektive Realität hinter dem Schleier der objektiven Manifestation wahrnehmen.

Wenn Ketus Einfluss vorherrschend ist, aktiviert er das Denkprinzip. Ketus Erscheinung ist bunt und vielfarbig, deshalb spenden wir hier alle Blumen und bunte Tücher für unser Wohlergehen.

Shani-Tempel – Saturn

Als nächstes besuchen wir den Tempel des Saturn in Thirunallaru. Shani gilt als Gott des Karmas und verkörpert Entbehrung, Disziplin, Härte, Sorgen und Leiden, aber auch Ruhe, Dauerhaftigkeit und Sicherheit. Shani zeigt den Kummer eines Menschen an, Shanis Guna oder Natur ist Tamas (dumpfe Trägheit).

Im Horoskop gibt die Stellung von Shani Auskunft über die Fähigkeit eines Menschen, Härten und Mangel zu erdulden und mit schweren Belastungen umzugehen. Saturn ist ein strenger Lehrer und wird als alter Mann dargestellt.

Er gibt die Lektionen wie man mit schweren Krisen umgeht und existenzielle Konflikte löst. Selbst die Gaben, die er schenkt – wie Langlebigkeit, Stabilität und Sicherheit – muss man sich durch Erdulden von Kummer, Härte und Entbehrungen schwer verdienen. Auch hier muss ich mein Ritual vollbringen und die aufgetragenen Mantras rezitieren.

Unsere Fahrt endet an diesem Tag in Kumbakonam, wo wir in ein wunderschönes Eco-Resort einchecken, das in idyllischer Ruhe inmitten der Natur liegt. Zur Natur in Indien gehören allerdings auch riesige Spinnen, die sich manchmal auch in unsere Suiten verirren, und auch die wilden Stimmen unbekannter Tiere in der Nacht, nicht weit entfernt von unserem Logis, lassen uns manchmal aufschrecken.
Hier bleiben wir einige Tage und besuchen weitere Planeten-Tempel, wie die Tempel der Venus, der Sonne, des Jupiters und zuletzt des Rahu.

Shukra-Tempel – Venus

Die Venus, die im Velleeswarar-Tempel verehrt wird, gilt als einer der wichtigsten Planeten in der vedischen Astrologie und ist auch der Unterstützer-Planet unseres Palmblattlesers. Shukra (Venus) ist laut der vedischen Mythologie der Sohn des Bhrigu, des dritten Rishis, die der Gott Brahma zu Beginn der Schöpfung erschuf.

Er gilt als der Guru (Lehrer) der Devas und Asuras und verfügt über das Wissen, die Toten wieder zum Leben zu erwecken, selbst nachdem die Götter sie zerstört haben. Dieses Wissen wird auch von den Göttern gesucht und letztendlich von ihnen erlangt. So steht Shukra für Mangadu, dem Segen der Trimurti, der das Ende einer langen Periode der Blindheit markiert.

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Surya-Tempel – Sonne

Der Sonnen-Tempel ist ein großer Tempelkomplex, der ständig von vielen Anhängern besucht wird, die in langen Schlangen am Tempeleingang geduldig darauf warten durch den Parcours geleitet zu werden. Auch wir reihen uns ein und freuen uns darauf hier Surya, die Sonne, zu würdigen.

Für alle, die sich nicht die Zeit nehmen können, jeden der Planeten-Tempel einzeln zu besuchen, besteht hier die Möglichkeit dies stellvertretend an den Schreinen aller anderen acht Planeten zu tun, die im Tempel des Surya ebenfalls zu finden sind. Er ist der einzige Tempel, in dem es separate Schreine für jede der Planeten-Gottheiten gibt – und ist auch der einzige Tempel unter den neun planetarischen Tempeln, in denen Shiva nicht die Haupt-Gottheit ist. Surya, die Sonne, entspricht Atman – dem universellen Selbst, der kosmischen Intelligenz, Bewusstsein, Leben, Macht und Autorität, Selbstvertrauen, Ehrgeiz und Vitalität.

Zu diesem Ort gibt es folgende hinduistische Legende:

Der Weise Kalava litt neben Lepra an ernsthaften Beschwerden. Er betete zu den Navagrahas, den neun Planetengottheiten. Die Planeten freuten sich über seine Hingabe und boten dem Weisen Heilung an. Brahma, der Gott der Schöpfung, war verärgert, als er sah, dass die Planeten nicht über die Macht verfügten, die Menschen mit Segen zu versehen.

Er verfluchte die neun Planeten und ließ sie an Lepra erkranken, woraufhin er sie nach Vellurukku Vanam verbannte, in den Dschungel der weißen, wilden Blumen auf der Erde. Die Planeten beteten zu Shiva, um sie von diesem Fluch zu befreien. Shiva erschien ihnen und sagte, dass dieser Ort nun ihnen gehörte und sie die Anhänger, die sie hier anbeten würden, mit den weißen, wilden Blumen dieses Dschungels schmücken müssten.

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Guru-Tempel – Jupiter

Der Planet Jupiter steht für die Einsichten in die Zusammenhänge des Kosmos und für die Philosophie, und ist der Guru oder spirituelle Führer. Er fördert Kreativität, Optimismus, Glück – und sorgt für Expansion, Freude, Spaß, Kinder und die Ehepartner (im Horoskop einer Frau). Ihm ist der nächste Tempel Alangudi, in dem sich Lord Shiva in Form von Lord Guru manifestiert, auf unserer Pilgerreise geweiht.

Alangudi ist bekannt für seine Drei Herrlichkeiten: Moorthy (die präsidierende Gottheit), Sthalam (Ort der Göttlichkeit) und Theertham (das heilige Wasser). Jupiter verlangt ebenfalls nach meiner Anbetung und so ist hier ein weiterer Ort, an dem ich meine Rituale absolviere.

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Rahu-Tempel – nördlicher Mondknoten

Rahu, dem der Sri Nagesvara Tempel geweiht ist, wird allgemein als “Schatten-Planet“ bezeichnet und gilt als Signifikator unserer Vergangenheit. Es wird gesagt, dass er enorme Auswirkungen auf den Menschen hat, sein Einfluss ist nachhaltig, auch wenn er nicht immer als die Ursache dafür erkannt wird.

Rahu führt zu Enttäuschung und Ernüchterung in Bezug auf die materiellen Aspekte des menschlichen Lebens und auf das physische Wohlergehen. Seine Wirkung wird in erster Linie an den psychologischen und seelischen Aspekten des menschlichen Körpers spürbar.

Rahu ruft wichtige Veränderung im Leben hervor, die plötzlich eintreten und unvorhersehbar sind – vollkommene Erschütterung ist Rahus astrologischer Effekt. Aber gleichzeitig kann er auch vor diesen Ereignissen schützen bzw. vernichtet Rahu die egoistische, selbstzentrierte und dämonische Natur des Menschen und führt zu dessen Spiritualisierung. Es ist ein starker Einfluss des nördlichen Mondknotens und so sind wir alle dazu aufgerufen unsere Pujas zu absolvieren.

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Chandra-Tempel – Mond

Der letzte Navagraha-Tempel, dem wir einen Besuch abstatten, ist der Chandiranaa-Tempel (auch Kailasanatha-Tempel oder Thingalur-Tempel genannt), der dem Mond geweiht ist. Der Mond gilt als Herr der Pflanzen und der Vegetation. Chandra steht für Jugend, Energie und Schönheit – als Gottheit hält Chandra einen Lotus in den Händen und reitet jeden Abend in seinem Streitwagen mit 10 weißen Schimmeln über das Firmament.

Der Mond ist zuständig für den Geist und den „gesunden Menschenverstand“, für die Art und Weise der täglichen Kommunikation, Empfänglichkeit, Gefühle, Emotionen – und steht auch für Labilität, die Mutter, das Erinnerungsvermögen, die eigene Wahrnehmung und deren Verarbeitung. Auch dieser Tempel wird von vielen Pilgern besucht.

Er ist in der Dravida-Architektur erbaut und verfügt über einen fünfstufigen Torturm und hat zwei Bezirke. Es gibt einen separaten Schrein für den Mondgott und wie in anderen hinduistischen Tempeln gibt es auch Schreine für Lord Murugan, die Göttin Lakshmi, Lord Vinayagar und andere.

Es ist sehr beeindruckend zu beobachten, wie die Mondstrahlen nachts direkt auf die präsidierende Gottheit fallen.

Unsere Opfergaben an den Mondgott sind die weiße Arali-Blume (Ghanera), wir sollen weiße Kleidung währen der Puja tragen und Reis gemischt mit Jaggery opfern.

In Tanjavur ist das Ende unserer Pilgerreise entlang der Navagraha-Tempel erreicht und wir sind alle überwältig und auch etwas erschöpft von den vielen Eindrücken unserer intensiven Reise.

Eine einmalige Tour, die uns der Swamy ermöglicht hat, und die eine nachhaltige Wirkung auf unser Leben hat. Viele Einsichten und Erkenntnisse haben wir verarbeitet auf dieser unvergesslichen Reise und eine spirituelle Transformation hat ihren Lauf genommen. Wir sind dankbar.

11.03.2020
Alexandra Maria Stenner
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