SPIRITUELLE SYNCHRONIZITÄT – Ursache und/oder Wirkung

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synchronizitaet-baeume-herbst-himmel-treesSPIRITUELLE SYNCHRONIZITÄT – Ursache und/oder Wirkung

Über Jahrhunderte hindurch wurde das Prinzip Spirituelle Synchronizität von Ursache & Wirkung (engl.: cause & effect)  als einander bedingend betrachtet. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete österreichische Quantenphysiker Anton Zeilinger (geb. 20. Mai 1945) hat kürzlich aufgrund experimenteller Studien öffentlich proklamiert: „Die Quanten, die kleinsten nicht mehr zerlegbaren Einheiten in der Natur, verhalten sich auch zufällig, d.h. das fundamentale Ursache-Wirkungs-Prinzip bricht zusammen, die Dinge geschehen ohne wohl-definierte Ursache. Der radioaktive Zerfall eines Atoms erfolgt in zufälligen Quantensprüngen, und man könne für diese Quantensprünge einfach keine Ursache finden”.

Wir müssen dringend erkennen, dass wir ständig Mitschöpfer der Schöpfung sind, wo über uns  niemand herrscht. Es geht um die demütige Haltung vor der gesamten Schöpfung (Holon) und eine friedliche Kooperation, wo es in Zukunft weder Sieger noch Verlierer gibt. Die Ursachenforschung hat ihre Grenzen erreicht, wir müssen uns auf die Reise zur Fülle und Wirklichkeit des Lebens machen.
„Wer den Blick nach außen richtet, träumt, wer nach innen sieht, erwacht.“ (C. G. Jung).

Es ist müßig, eine Vielzahl von Kausalitäten aufzuzählen, um unsere Weltkrise zu beklagen. Das lat. Wort causa“ kommt von dem lat. Verb „cadere“ (fallen, stürzen).  Der Zufall (Akzidenz) ist ein Ereignis, auf das ich keinen Einfluss habe. Erst die bedingungslose Hingabe an die kontinuierliche Wirklichkeit, an das, was immer wirkt und präsent ist, lässt unser Leben lebendiger werden.

In den indischen Weisheitstexten der Isha Upanishad lesen wir:

 „Jenseits ist Fülle, diesseits ist Fülle, aus Fülle kommt Fülle hervor. Nimmt man die Fülle aus der Fülle, so bleibt nichts als Fülle.“  

Diesseits und Jenseits sind nicht voneinander getrennt – die tröstliche Wirklichkeit. Beide Welten, die phänomenale und die raum-zeit-freie, sind in sich selbst vollkommen.

In der spirituellen Praxis erleben wir eine tief verborgene Ganzheit, die uns das Gefühl von Weisheit, Freiheit und Erfüllung schenkt. Es kann nur eine Wirklichkeit geben, und diese besitzt Kontinuität. Das bedeutet, dass die innere und äußere Welt zusammenhängt,  und wir müssen nicht zwischen den beiden wählen. Im Streit zwischen Wissenschaft und Religion hieß es bisher: entweder man stellt sich der sichtbaren Welt und ihren Problemen (die wissenschaftliche Perspektive) oder man zieht sich von der Welt zurück und meditiert über das Trans-Weltliche (der religiöse Aspekt). Für diesen Eintritt ist das ungeteilte Holon, dessen Ursachen ich nicht ergründen muss, führe ich den Begriff der „spirituellen Synchronizität“ ein.

Alles, was wirkt, ereignet sich gleichzeitig und gleichgültig. Das setzt eine enorme Wachsamkeit und Offenheit für das Geschenk der Ewigen Gegenwart voraus.

„Es gibt eine geistige Welt außerhalb der materiellen Existenz. Quantenheilung hat nichts mit Physik zu tun.“

Anton Zeilinger in einem Gespräch mit der Wiener Zeitung vom 7. Dezember 2012:

  • Wenn man ein Teilchen misst, nimmt es bei der Messung eine Eigenschaft an, und das andere, beliebig weit weg, nimmt im selben Moment ebenfalls die entsprechende Eigenschaft an, obwohl zwischen den Teilchen keine Verbindung besteht. Man kann dafür keine Erklärung geben im Rahmen des üblichen Weltbildes. Das ist ein rein quantenphysikalisches Phänomen. Mathematisch kann man es hervorragend beschreiben, es ist kein Problem der Theorie.
    Das Problem ist das konzeptive Verständnis: Was erzählt uns das über die Welt? Eine Entwicklungsrichtung besagt, wichtiger als die Konzepte Raum und Zeit sei das Konzept der Information, und Information ist offenbar unabhängig von Raum und Zeit. Das heißt, die Information liegt vor, dass die beiden Systeme gleich sein müssen, auch wenn sie vor der Beobachtung noch keine vordefinierten Eigenschaften besitzen und obwohl sie keine Verbindung haben. Für mich deutet das in die Richtung, dass Information fundamentaler ist als alle anderen Konzepte. Schon das Johannes-Evangelium beginnt mit „Am Anfang war das Wort“. Das kann ich auch mit Information übersetzen.
  • Information ist der Wahrheitswert einer logischen Aussage. Wenn die Aussage ist: Meine Schuhe sind schwarz, dann ist das entweder wahr oder falsch. Im Fall der Verschränkung ist der Wahrheitswert der Aussage: Diese beiden Teilchen tragen die gleichen Eigenschaften nach der Messung. Es ist keine Aussage darüber, ob die Teilchen vorher schon diese Eigenschaften haben.
  • Um die Quantenphysik zu verstehen, müssen wir ungewöhnlich denken, und ich bezweifle, ob diese Bahnen historisch schon beschritten wurden. Es gibt für die Quantenphysik keine Grenze ihrer Gültigkeit und es sollte irgendwann möglich sein, zu zeigen, dass auch große Systeme quantenphysikalische Phänomene aufweisen. Diesbezügliche Forschungsprojekte haben wir in Wien gestartet. Davon getrennt zu sehen ist eine Interpretation, die die Quantenphysik zur Begründung für gewisse esoterische Positionen heranzieht. Das ist blanker Unsinn. Wer so etwas behauptet, versteht die Quantenphysik nicht, sondern folgt mentalen Spielereien von manchen Leuten. Was soll das heißen, es gibt einen Quantencode, der auch das Leben nach dem Tod beeinflusst? Es gibt auch “Quantenheiler” – maximal ein Placebo-Effekt. Aber mit Physik hat das überhaupt nichts zu tun.
  • Ich bin kein Atheist. Aber schon der Begriff “Leben nach dem Tod” hat eine zeitliche Dimension, die ich nicht für richtig halte. Ich glaube, dass es ein Leben außerhalb der materiellen Welt gibt. Es gibt eine geistige Welt außerhalb der materiellen Existenz. Aber mit Physik hat das nichts zu tun, sondern das ist nur meine persönliche Ansicht.
  • Ob die Quantenphysik in lebenden Systemen eine Rolle spielt, die über die Chemie hinausgeht, ist eine der interessantesten Fragen in den Naturwissenschaften überhaupt – auch für die Hirnforschung. Die meisten Menschen würden sagen, dass das Denkorgan in einer warmen Suppe schwimmt, wo die Dinge nicht von der Umgebung isoliert sind, der Quantenzustand daher sehr schnell zerstört werden würde. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Es könnte sein, dass das Gehirn gewisse Möglichkeiten nutzt, um schneller zu einem Ergebnis zu kommen – ähnlich wie es bei Quantencomputern der Fall wäre. Ich frage mich aber, ob das Paradigma richtig ist. Das Paradigma zu jeder Zeit war, zu versuchen, Gehirn und Bewusstsein anhand der Leitwissenschaft in der Physik zu erklären. Im 19. Jahrhundert gab es mechanische Modelle des Gehirns mit Zahnrädern. Später waren es Vorstellungen mit elektrischen Relais, heute ist es die Quantenphysik.
  • Ich persönlich glaube, dass das Gehirn weitaus mehr ist als ein Computer.
  • Ein Computer kann Großmeister im Schach schlagen – weil er, völlig vertrottelt, viele Möglichkeiten ausprobiert. Aber das ist eine bessere Art Nachschlagen in Tabellen. Das Aha-Erlebnis, das jeder Mensch hat, wenn er die Dinge, ohne sie im Detail zu analysieren, plötzlich erfasst und auf ein paar Züge voraus weiß, hat ein Computer nicht. Das heißt, es gibt etwas im Gehirn, das anders ist als das Nachschlagen. Das Paradigma, wonach das Gehirn eine deter-ministische Maschine ist, die so funktioniert wie ein Computer, ist unbegründet, weil wir keine Ahnung haben, was Bewusstsein ist.
    Wenn ich sage: Aha, jetzt sehe ich es klar, so ist es, ich kann aber nicht im Detail erklären, wie ich draufgekommen bin, liegt das nur an einer Maschine da oben in meinem Kopf? Ich glaube nicht. Ich glaube, die Quantenphysik ist philosophisch schwerer fassbar, als das ganze Esoterik-Camp sich das vorstellen kann. Ich glaube, es fehlt irgendetwas Fundamentales im Verständnis der Menschen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob wir schon alle Physik haben, die uns erlauben würde, das Gehirn zu verstehen. Wir betreiben die Naturwissenschaften erst seit 400 Jahren. Zu glauben, dass wir die meisten Antworten schon gefunden haben, wäre sehr kurzsichtig.

Die Leere ist der Anfangspunkt jedes Schöpfungsmythos, sei er nun spirituell oder wissenschaftlich.

In der Genesis, dem 1. Buch Moses im Alten Testament, lesen wir:

„Und die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut…“

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Gott oder überhaupt ein Schöpfer existiert. Es kann nicht nachgewiesen werden, dass das Universum einen Sinn oder Zweck hat. Was vor der Existenz des Universums war, ist nicht vorstellbar. Da unsere Erfahrungen in Raum und Zeit gemacht werden, ist es wenig sinnvoll die Wirklichkeit vor deren Existenz erklären zu wollen. Auf lange Sicht scheint der Zufall das organisierende Prinzip unseres Universums zu sein, in dem sich das Lebendige immer wieder in neuer Weise manifestiert.

Lao Tse schreibt im 25. Kapitel des „Tao Te King“:

„Es gibt ein chaotisch gestaltetes Wesen,
das war schon vor Himmel und Erde.
Still und leer.
Steht es allein und verändert sich nicht,
kreist es und erschöpft sich nicht.
Vielleicht ist es die Mutter der zehntausend Dinge.
Ich kenne seinen Namen nicht.
Daher nenne ich es den Weg.
Ich finde keinen besseren Namen
Und bezeichne es als groß.
Es ist groß und es fließt dahin.
Es fließt immer weiter,
und auch wenn es wegfließt, kommt es zurück.
Der Weg ist groß,
der Himmel ist groß,
die Erde ist groß,
und auch der Mensch ist groß.
Dies sind die vier großen Kräfte des Universums.
Und der Mensch ist eine davon.
Der Mensch folgt der Erde,
die Erde folgt dem Himmel,
der Himmel folgt dem Weg,
der Weg folgt seiner eigenen Natur.“

Roland-Ropers-Grafik-watchful-wisdom-walking05.11.2020
Roland R. Ropers
Kultur- & Sprachphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit
www.KARDIOSOPHIE-NETWORK.org


Über Roland R. Ropers

Roland R. Ropers geb. 1945,
Kultur- & Sprachphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit
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