Spirituelle Wahrheit – akzeptiere, du hast es mit kreiert

Abendrot am Meer

Spirituelle Wahrheit Abendrot am MeerJa zu dem, was gerade ist – akzeptiere und umarme das, was vor dir ist

Embrace what is in front of you, because you created it – akzeptiere und umarme das, was vor dir ist, denn Du hast es (mit)kreiert……lautet eine spirituelle Wahrheit. Ja zu dem was gerade ist. Das ist leicht gesagt, wenn es sich um schöne Dinge handelt. Und ganz besonders schwierig, wenn es sich um schwierige Situationen handelt und solche, die wir als negativ bezeichnen.Zum ersten Mal hörte ich diesen Satz, wenn auch in abgewandelter Form, in meiner Kindheit. Ich stand vor meiner Mutter und suchte Hilfe. Ich hatte sexuelle Übergriffe erlebt, konnte das Erlebte aber nicht in Worte fassen, „beklagte“ mich also über die „böse“ Umgehensweise meines Vaters mit mir, in kindlichen Worten, wie es mir möglich war…

Meine Mutter sah mich nachdenklich an, verstand nicht oder konnte oder wollte nicht verstehen.

Dann sagte sie diesen Satz, der sich tief in meine kindliche Psyche einbrannte:
Du hast Dir Deine Eltern ausgesucht!
Sie meinte damit natürlich: Auf seelischer Ebene ausgesucht, vorgeburtlich, gewissermaßen als Vorschau und Vorbereitung auf das hin, was mein Leben werden würde.
Ich verstand.
Und gleichzeitig auch nicht. Alles in mir tat weh, seelisch und auch körperlich.
Es war grausam.
Und ich brach in mir zusammen. Legte es in meiner kindlichen Auffassungsgabe so aus, dass sich „irgendwie schuld“ wäre an dem, was da vorgefallen war…

Heute, vierzig Jahre später, unterrichte ich u.a. auch spirituelle Themen in meinen Seminaren und Ausbildungen.
Irgendwann kommen wir immer wieder zum sog. „Gesetz der Anziehung“.

Wir kreieren auf verschiedenen Ebenen:

  • bewusst
  • unterbewusst
  • überbewusst.

Das bewusste Kreieren ist den meisten geläufig: Fokus auf das, was wir wollen. Visualisieren, auf die gleiche Schwingungsebene wie unser Wunsch gelangen, damit wir empfänglich für die Manifestation werden.

Das unterbewusste Kreieren können sich die meisten Menschen noch vorstellen: Wir haben in unserem Unterbewusstsein Programme laufen, die durch frühkindliche und kindliche Erlebnisse entstanden sind, Glaubenssätze, Subpersönlichkeiten, Energien, die von sich aus magnetisch wirken. Sie tun dies so lange, bis wir sie erkannt, transformiert und erlöst haben.

Das überbewusste Kreieren aber? Da stocken die meisten. Was bedeutet das?

Mit überbewusst ist die sog. Seelenebene gemeint, die spirituelle Ebene, von der aus wir eine übergeordnete Sicht auf die Ereignisse und Umstände des Lebens haben. Zu dieser Ebene haben wir theoretisch immer Zugang, praktisch aber eher selten, es sei denn, wir trainieren diesen Wechsel zwischen den Ebenen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die unterbewusste Ebene: Die meisten Menschen haben keinen/nur bedingt Zugang zu dieser Ebene, dieser Zugang ist allerdings ebenfalls trainierbar, u.a. durch Bewusstwerdung.

Die Seelenebene:

Heiße willkommen/akzeptiere das, was vor Dir ist, denn Du hast es kreiert!

Mit Sicherheit ein Satz, den wir keinem Kind sagen, das am Boden zerstört vor uns steht und um Hilfe bittet!
Mit Sicherheit auch kein Satz, den wir einem Erwachsenen sagen, der gerade einen geliebten Menschen verloren hat, einen Unfall hatte oder erkrankt ist.
Zuerst steht der Mensch in all seinem menschlichen Erleben im Vordergrund, mit seinen körperlichen Verletzungen und emotionalen Verwundungen. Die wollen und müssen gesehen, angenommen und entsprechend versorgt werden. Es muss gehandelt werden, sich praktisch etwas verändern.
Erst dann – und das oft erst viele Jahre, sogar Jahrzehnte später, ist die betroffene Person vielleicht erst offen für eine seelische Sicht auf die Dinge.

Manchmal ist es aber auch anders, zumindest bei Erwachsenen.

Es gilt, so glaube ich, diese spirituelle Wahrheit einfach anders zu transportieren! Nämlich – das ist meine Erfahrung – als Frage. Eine offene Frage. Eine Möglichkeit. Ein Türöffner.

Was wäre, wenn diese Situation, lieber Mensch vor mir, Du diese Krebserkrankung, diesen Autounfall, diesen Verlust auf seelischer Ebene (merke: unterstrichen ist das Wort „seelisch“) mit-kreiert hättest, es also etwas ist, woran Deine Seele wachsen möchte, was Dich in Deiner Entwicklung weiter bringt?

In meiner Arbeit habe ich erlebt (und auch bei mir selbst), dass so eine Frage Menschen urplötzlich aus der Opferhaltung reißt und in die Selbst-Ermächtigung bringt, in die eigene Kraft.

Menschen, die möglicherweise monate- oder jahrelang Therapie gebraucht hätten, finden von einem Moment auf den anderen die Kraft, das vor ihnen liegende anzunehmen, anzupacken und zu verändern. Sie verstehen auf tiefer bzw. höchster seelischer Ebene, dass hier ihr Weg lang geht, dass dieses Etwas, was da vor ihnen liegt, zwar furchtbar, negativ, bedrückend, wütend machend, traurig und viele weitere Adjektive mehr ist, aber in Schlussendlichkeit eine Herausforderung, an der unser Innerstes wachsen möchte, um sich zu erfahren.

Als Frage formuliert fällt es Menschen, die in diesem Moment keinen Zugang zu dieser Ebene haben, leicht, sie zu verwerfen und nicht in die Selbstanklage, Selbstverurteilung oder Depression und Selbsthass zu gehen.

Dazu kommt:

Wir kreieren nicht alleine, sondern wir co-kreieren mit anderen Menschen, die in unserem nächsten sozialen Umfeld und alle, die sich daran anschließen, sprich die Menschen in unserer Stadt, unserem Land, ja, sogar weltweit. Auch hier kreieren wir zusammen auf drei Ebenen: der bewussten, der unterbewussten und der überbewussten.

Hier kommen die sog. Seelenverträge zum Tragen, Verbindungen, die wir auf seelischer Ebene vorgeburtlich geschlossen haben. Aber auch Verträge und Seelenverträge, die wir bewusst eingehen und solche, die wir unbewusst eingehen, weil wir aus alten Programmierungen reagieren bzw. sich in Situationen menschliche Verknüpfungen ergeben, die wir nur bedingt wahrnehmen und somit bewusst wollen.

Vor wenigen Stunden erlebte ich eine mich zutiefst schockierende Situation:

Einer unserer Hunde (ein junger Rüde), ging auf meine Hündin Cora los. Ich war nicht achtsam genug gewesen und hatte die Situation unterschätzt, in der wir drei uns befanden: Früh am morgen, ich war noch in meinen eigenen Gedanken und nicht wirklich in der Rolle der „Rudelführerin“, übernahm der Rüde gewissermaßen energetisch die Führung und als ich den Hunden zwei Brocken Brot von meinem Frühstück zuwarf, passierte es.

Der junge Rüde biss zu, meine Hündin schrie, war ihm kräftemäßig komplett unterlegen. Ich sprang auf und versuchte, den Rüden am Halsband wegzuziehen, aber er hatte sich in ihrem Hals verbissen… Kein Ziehen half, kein Brüllen…

Entsetzt saß ich die angstverzerrten Augen meiner Hündin Cora, meiner langjährigen Weggefährtin und mobilisierte irgendwie die Kräfte, den Rüden, den wir erst neu als sog. Problemhund adoptiert hatten, hochzuziehen, was mir auch gelang, obwohl er 60kg wiegt. Doch er ließ nicht von ihrem Hals ab und so zog ich beide Hunde hoch…

Panik machte sich bei mir breit und in meiner Verzweiflung fiel mir glücklicherweise ein, dem armen Rüden an den Hoden zu packen und nach Hinten wegzuziehen… Das wirkte schließlich und er öffnete seinen Riesenkiefer.

Wir drei standen unter Schock.

Der junge Rüde war wieder ganz der alte, liebenswerte Bursche und hatte plötzlich Angst, ich könne ihm etwas tun. Cora winselte, war zum Glück unverletzt und ich weinte.

Nach einer Verschnaufpause holte ich Boyka wieder aus dem Zimmer, in das ich ihn vorerst gebracht hatte, leinte ihn an und ging mit den beiden spazieren. Ich wollte meiner Angst, die sich aufgebaut hatte, sofort begegnen und auch verhindern, dass sich dauerhafte Spannungen zwischen den beiden Hunden aufbaute.
Mit gehörigem Respekt begegnete Cora dem Rüden, der etwas unsicher ganz nahe an neben mir her trottete (natürlich angeleint).

Ich reflektierte:

Wir drei hatten diese Situation co-kreiert. So viel war klar, denn wir drei waren ja involviert.

Fange ich bei Boyka, so heißt der junge Rüde, an:
Als sogenannter „Problemhund“, der schwierig bis gar nicht zu vermitteln war, hing ihm das Stigma des „bösen Hundes“ an: nicht sozialisiert, bissig etc. Wie ein Schleier umgab ihn diese Aura seit dem ersten Tag und obwohl sich der Schleier durch intensive Arbeit mit ihm bereits etwas gelichtet hatte, war er noch da.

Cora, den kleinen Fuchs, umgab seit zwei Tagen vor diesem Ereignis eine sonderbare Aura. Ganz fein, vielleicht nur von mir, die ich ihr sehr nahe stehe, wahrnehmbar. Sie stand vor einer Veränderung in ihrem Leben, gewissermaßen einem neuen Level. Als jemand, der Tier- und Seelenkommunikation praktiziert, hatte ich diese Information von ihr aufnehmen können. „Transformation“, wie man im Coaching- Jargon sagen würde, stand für sie an. Und Transformation, das wissen wir, kann auch Tod als „Mutter aller Transformationen“ bedeutet. Kann, muss aber nicht, denn die kleinen Tode „sterben“ wir täglich, wenn wir Altes loslassen und Neues gebären, ganz besonders in uns.

Genau analysiert hatte ich ihren Zustand nicht, ihn lediglich wahrgenommen und – ganz praktisch auf menschlicher Ebene – sie öfters als sonst und besonders in verkehrsnahen Gebieten, an die Leine genommen und auf sie geachtet. Ich hatte kein gutes Gefühl.
Die Konfrontation mit dem Tod als Transformation stand an. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass sie auf diese Art und Weise Gestalt annehmen würde.

Veränderungen können wir auf verschiedene Weise erleben, je nachdem, wie bereit und offen wir sind, uns ihnen hinzugeben.

Ja zu dem was gerade ist – Je offener und bereitwilliger wir sind, desto weniger schmerzhaft wird die Erfahrung und desto weniger leiden wir in diesem Transformationsprozess. Wir können ihn sogar phasenweise als befreiend erleben, wenn z.B. Teile unserer alten Identifikation und Persönlichkeit gehen und wir neue erschaffen dürfen.

Und dann war ich da in dieser Dreierkonstellation:
Gerade in letzter Zeit hatte ich mich intensiv mit meiner Kindheit und den Gefühlen, die ich in meinen ersten Lebensjahren erlebt hatte, auseinandergesetzt. Nachts lag ich oft wach und ließ die Gefühle in mir einfach zu und durchlaufen. Feel it to heal it.
Ein schmerzhaftes Erinnern, das zugleich Raum für eine unglaublich tiefe und innige Liebe in mir schaffte.

Auch ich hatte diese Situation mit erschaffen, kreiert, wenn auch unbewusst.

Als ich den Rüden auf Cora losgehen sah, ihr körperlich um ein Vielfaches überlegen und verzweifelt versuchte, ihn von ihr zu ziehen, fühlte ich mich plötzlich zurückversetzt in sehr junge Jahre meines Lebens. Da war mein Vater, der brutal und mit Vehemenz auf einen mir sehr nahe stehenden jungen Menschen losging und ihm weh tat. Grausam. Nur ein paar Jahre älter als ich… Und ich stand dabei, vielleicht vier, vielleicht fünf Jahre alt und schlug auf meinen Vater ein, schrie, weinte… und konnte nichts ausrichten. Auch damals blickte ich in die verzweifelten und um ihr Leben flehenden Augen eines geliebten Wesens, dem ich nicht wirklich helfen konnte, außer da zu sein und alles zu geben.

Diese Hilflosigkeit kannte ich zu gut…

Und hier an diesem Morgen war sie wieder da gewesen, für wenige Sekunden. Stand vor mir in Form dieses Hundes, löste in mir die alten, uralten Gefühle aus. Zum Glück hatte ich mein Trauma soweit bearbeitet, dass ich nicht in eine Schockstarre fiel, sondern agieren und reagieren konnte, auch wenn das hieß, dem Rüden an seinen Hoden zurück zu ziehen und ihn davon abzuhalten, Cora zu töten und Cora damit das Leben zu retten…

Jeder von uns hatte seinen Teil in dieser Co-Kreation, die hässlich und schockierend war, aber dennoch wohl irgendwie nötig für jeden einzelnen von uns, um auf seine Art bewusster zu werden bzw. etwas zu verarbeiten und zu integrieren.

Mir fiel der Satz „Heiße es willkommen/akzeptiere es, denn Du hast es mit erschaffen“ ein und er half mir, mich ganz für das, was passiert war, zu öffnen.

Wenn wir uns öffnen, können wir klarer sehen.

Wenn wir uns verschließen, aus Angst, aus Scham, aus Schuldgefühlen, bleibt uns die Sicht verwehrt. Wir müssen den Mut aufbringen, unsere seelischen Augen zu öffnen, zumindest kurz zu blinzeln. Das bringt mit sich, dass wir den Widerstand gegen das Unerwünschte aufgeben, zumindest für einen Moment…

Nachdenklich sind wir drei seitdem, jeder auf seine Art.
Ich als Verantwortlicher bin noch mehr um Achtsamkeit bemüht und Offenheit mir selbst und meinen Gefühlen gegenüber.
Cora ist ruhiger geworden, weniger dominant gegenüber dem jungen Rüden, der zwar jünger ist als sie, aber auf gewisse Weise in seiner männlichen Dominanz eben doch schon das Rudel, was einst ihres war, in der Führung übernommen hat.
Vielleicht empfindet sie ihr Leben bald als viel angenehmer, nicht mehr die Führung haben zu müssen, sondern ihrer neuen Aufgabe als Rudelhündin im Schutz eines Rüden nachgehen zu können?

Und Boyka? Der darf erleben, dass er trotz Fehltritt nicht weggegeben wird, nicht eingeschläfert, nicht verstoßen. Sondern dass es Menschen gibt, die Verantwortung für sich selbst und auch ihn übernehmen. Auch das wird Heilung bringen. Für ihn und auf kollektiver Ebene für alle sog. Problemhunde, die einen schwierigen Start in ihr Leben hatten.

Und vielleicht macht auch Dich dieses Thema nachdenklich und Du fragst Dich, welchen Anteil Du an den Ereignissen in Deinem Leben hast, wie Du sie, bewusst, unbewusst oder auf Seelenebene mit kreiert hast, um letztendlich zu wachsen und anderen Menschen Wachstum zu ermöglichen.

Ja zu dem was gerade ist – Angst und Scham sind schlechte Berater.

Erkenntnis, Mut zur Wahrheit und Offenheit dagegen sehr gute!
Wir können uns immer entscheiden, auf welche Impulse in uns wir hören wollen und können uns einen Ruck geben, in das befreiende Licht der Wahrheit zu treten, das die Schattenaspekte in uns ausleuchtet und uns Freiheit schenkt.

Ein kleiner Nachtrag:

Wir haben mit unseren Hunden ein lustiges Spiel: Sie dürfen sich aus einem Tarotkarten-Set hin und wieder eine Karte „ziehen“. Das funktioniert überraschenderweise prima. Entweder sie tippen mit ihrer Pfote auf eine Karte oder ziehen zielsicher mit der Schnauze eine aus dem aufgefächerten Set heraus.
Boyka hat gerade seine Premiere mit dem Tarot-Set gehabt und zog die Karte mit dem Satz:
Traue Dich, Dein etabliertes Bild zu verändern!

Die Karte zeigt das Bild eines jungen Mädchens, das seine alten, ausgetretenen Schuhe zurück lässt und in neue schlüpft…

Na dann!

27.08.2020
Ursula Schulenburglogo-schulenburg
www.institut-schulenburg.de
Autorin, Dozentin, Heilpraktikerin, Life Coach und führt ihr online Business Soulcentered Evolution.

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Ursula-Schulenburg


Ursula Schulenburg
ist Leiterin des „Instituts für bewusste Lebensgestaltung“, das schwerpunktmäßig online seine Dienstleistungen anbietet, arbeitet als Autorin, Dozentin, Heilpraktikerin und Life Coach. 
Als Gründungsmitglied des Opferschutzvereins El Faro e.V. engagiert sie sich für Menschen, die Missbrauch und Trauma erleben mussten. Es ist ihr wichtig, mehr Licht, Klarheit und Transparenz in dieses dunkle Thema zu bringen und ihm auch öffentlich eine Stimme zu geben. Dies tut sie u.a. über regelmäßige Vorträge und Beiträge in sozialen Medien (u.a. YouTube
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