Grundlegend für gute Kommunikation und Partnerschaft – ob in der therapeutischen Sitzung oder im partnerschaftlichen Gespräch – ist unsere Präsenz. Präsent zu sein, bedeutet, dass wir wach und bewusst in unserem Körper und Atem sind. D.h., wir sind im Spürbewusstein und im Hier-und-Jetzt, sind uns beim Sprechen immer bewusst, was wir dabei im Körper spüren und wie unser Atem geht – und sind nie vollkommen absorbiert und identifiziert mit unseren Gedanken und Gefühlen. Wir sind dadurch im Selbst, im Beobachter und immer größer als unsere Gedanken und Gefühle.
Bei starkem Ärger oder schwierigen Gefühlen ist es dann immer gut, die Teilesprache zu benutzen. Du sagst dann nicht „Ich bin so ärgerlich auf dich“, sondern „Ein Teil von mir ist so ärgerlich auf dich“. Durch diese Ausdrucksweise wird automatisch bewusst und vermittelt, dass du mehr bis als dieses Gefühl, dass du auch andere Gefühle hast, als diesen Ärger – und das entschärft die Situation. Du kannst dann sogar mit dem Ärger aufdrehen und sagen: „Ein Teil von mir ist so ärgerlich, dass er dich an die Wand knallen könnte“ – und das Gegenüber wird sich trotzdem nicht so angegriffen fühlen wie bei identifizierter Sprache. Das kommt, weil du bei der Teile-Sprache im Selbst bleibst, also präsent bleibst – und das zählt bei Konflikten. Nicht so sehr, was du sagst, sondern wer es sagt – dein Selbst oder dein ärgerlicher Teil. Und sobald dein Selbst dabei ist und damit auch deine Präsenz – gibt es automatisch ein konstruktiveres Gesprächsthema. Denn mit dem Selbst haben wir auch bei großen Konflikten auch ein Gefühl für das, was in uns beiden gleich ist. Das sind wir im Beobachter, in der Bewusstheit und im Selbst.