Verlust & Tod

Todeserfahrung – Zurück in das Leben

EngelTodeserfahrung ~ Zurück in das Leben

Mit Nahtoderfahrungen sind aussergewöhnliche Eindrücke  verbunden. Jene die von der „anderen Seite“ den Weg zurück fanden  berichten unglaubliches. Und dann die Skeptiker….

Der renommierte Harvard-Hirnexperte Eben Alexander tat Nahtoderfahrungen voller Licht und Musik immer als Phantasien ab. Bis er selbst ins Koma fiel – und sein Bewusstsein eine weite Reise machte.

Da war die Unterwelt, wie „schmutzige Götterspeise“, die nach Exkrementen, Erbrochenem und Blut roch, ein dunkler, feuchter Ort, im Hintergrund rhythmisches Pochen fern, aber laut, wie Metall auf Metall. Der Erzähler steckte da drin, nicht als Person, sondern wie ein Wurm, oder ganz körperlos, einfach nur seiend.

Und dann kam von oben etwas, „nicht kalt oder tot oder dunkel, sondern das exakte Gegenteil davon“. Rundum weißgoldenes Licht; die Finsternis zerfaserte und verschwand, eine Musik ertönte, lebendig, komplex, die wunderbarste, die er je hörte, und er fuhr an den Strahlen hinauf, in die fremdeste, beglückendste Welt, die er je sah. Blumen, lachende Menschen, Schmetterlinge und ein wunderschöner Engel an seiner Seite.

So schildert Eben Alexander in seinem gerade erschienenen Buch „Proof of Heaven“ (Beweis des Himmels) Nahtoderfahrungen, die er während eines siebentägigen Komas erlebte.

„Tod  nicht das Ende des Bewusstseins“

Viele Menschen berichteten über ihre Momente zwischen Leben und Tod, Tore, gleißendes Licht, Begegnungen mit Verwandten die sie bereits erwarteten oder auch göttliche Licht Wesen. „Proof of Heaven“ ist nicht nur ein Buch über persönliche Erfahrungen, das sich nahtlos an viele weitere Bücher einreiht. Das besondere: Der Autor Alexander ist  Harvard-Wissenschaftler und Hirnexperte, der Nahtod Erlebnisse  im Rahmen seiner Arbeit von seinen Patienten  erzählt bekam und als  „Hirngespinst“ in seine wissenschaftliche Schublade ablegte. Alexander ist sich nun sicher, dass es sich nicht um Phantasien handelte.

„Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass der Tod des Körpers und des Hirns nicht das Ende des Bewusstseins sind, dass der Mensch Erfahrungen macht über den Tod hinaus“.

Er, der immer gesund war, wachte eines Morgens im November 2008 mit unerklärlichen Kopfschmerzen auf, erlitt kurz danach eine Art epileptischen Anfall und verlor das Bewusstsein.

Im Krankenhaus wurde eine bei Erwachsenen praktisch unbekannte Form von Meningitis diagnostiziert. Kolibakterien griffen das Hirn an und legten es lahm. Angesichts des fast siebentägigen Komas bescheinigte der behandelnde Arzt Scott Wade in einem Gutachten eine „Mortalität von über 97 Prozent“.

Wie tot und an Schläuche angeschlossen

Der Körper lag wie tot und an Schläuche angeschlossen auf der Intensivstation. Der Neocortex, der Sinneseindrücke verarbeitende Teil der Großhirnrinde, reagierte nicht mehr. Denken und Wahrnehmungen sind in diesem Zustand unmöglich, auch Halluzinationen in Folge verabreichter Medikamente.

Eigentlich. Doch Alexanders Bewusstsein unternahm eine weite und lange Reise in eine Welt, in der Zeit und Distanz keine Bedeutung hatten.

Er sei „inmitten von Wolken“ gewesen, schreibt Alexander, und der Himmel, den er sah, kommt so lieblich daher wie sonst nur in den Vorstellungen von Kindern. Die Wolken waren „groß, plüschig, rosa-weiß und hoben sich deutlich ab vom tiefen dunkelblauen Himmel“. Dort traf er Gott und kommunizierte mit ihm, in einer direkten, telepathischen Form, die ihn gar nicht überraschte, so der Autor.

Er nennt Gott „Om“, denn „das war der Ton, den ich noch in Erinnerung habe und verbinde mit dem allwissenden, allmächtigen und bedingungslos liebenden Gott, aber alle Beschreibungen reichen nicht“.

Ein Engel begleitet Alexander seit seinem Aufstieg aus dem stinkenden Urschlamm, ein wunderschönes junges Mädchen mit tiefblauen Augen, hohen Wangenknochen und einem beglückenden Lächeln: „Es war kein romantischer Blick, es war nicht der Blick wie bei einer Freundschaft. Es war ein Blick irgendwie oberhalb von all diesem.“

„Du musst nichts fürchten“

Das engelhafte Wesen ließ ihn wissen: „Du wird geliebt und geschätzt, herzlich, für immer. Du musst nichts fürchten. Du kannst nichts falsch machen.“

Später, nach seinem unerwarteten Aufwachen aus dem Koma, bekommt Alexander, der als Baby von seiner minderjährigen Mutter zur Adoption freigegeben wurde, erstmals das Foto einer biologischen Schwester geschickt, die gestorben war, bevor er sie kennenlernen konnte. Das Mädchen und seine Schwester sind identisch, stellt Alexander verblüfft fest.

Bis zu diesem Erlebnis sei er kaum mehr als ein „O- und W-Christ“ gewesen, der im Wesentlichen zu Ostern und Weihnachten die Kirche besuchte, schreibt Alexander. Als Neurochirurg der strengen Ratio verpflichtet, zweifelte er religiöse Offenbarungen an. Die Botschaft der „bedingungslosen Liebe“, die er während seiner Nahtoderfahrung erhielt, hat alles verändert. Und aus seiner Sicht doch nicht die Wissenschaft entkräftet.

Alexander führt Heisenberg an, der in der Quantenphysik die Theorie aufstellte, auf einer Ebene unterhalb der Atome sei alles mit allem verbunden, der Beobachtende mit dem Projekt der Beobachtung. Und der Mensch mit dem allgegenwärtigen Gott, so Alexander.

„Denken Sie an jede Enttäuschung, die Sie jemals erlebten“, schreibt Alexander. „Ich spüre, dass alle Verluste, die wir hier auf Erden erdulden müssen, in Wahrheiten Varianten eines sehr zentralen Verlustes sind; dem Verlust des Himmels.“

Wunder am siebten Tag des Komas

Seit Alexander ins Koma gefallen war, galt sein Erwachen mit einem dauerhaft beschädigten Gehirn und sein Weiterleben als Rundum-Pflegefall als „best Scenario“. Am Morgen des siebten Tages planten die Ärzte, binnen zwölf Stunden die Zufuhr der Antibiotika abzustellen, die in seinem Hirn die aggressiven Bakterien bekämpften.

Da stürzt der zehnjährige Sohn zum Krankenbett, umarmt und liebkost den leblosen Vater und ruft: „Du wirst wieder gesund, du wirst wieder gesund.“ Und Alexander öffnet die Augen, schluckt, lässt sich den Atemschlauch aus dem Rachen ziehen und sagt: „Danke.“

Wunder sind offenkundig möglich. Die vollständige Gesundung eines Patienten von einer Infektion, die als tödlich galt und zumindest dauerhafte Behinderung nach sich zu ziehen drohte, ist ein von Medizinern beurkundeter Beweis dafür. Den Himmel und die Engel hat nur Eben Alexander gesehen. .

Buchlink: Proof of Heaven: A Neurosurgeon’s Journey into the Afterlife

Was sind Nahtoderfahrungen?

Prof. Dr. rer. nat. Günter Ewald, Bochum:

Schätzungsweise vier Millionen Deutschen haben einmal nach einem Unfall, bei schwerer Krankheit, bei einer Geburt oder ganz spontan ein außerordentliches Erlebnis, das ihr weiteres Leben mit prägt. Oft, aber nicht immer, geschieht es während des Herzstillstandes.

Zu den häufigsten Kennzeichen gehören:

* Schwebeerlebnis mit Beobachtung des eigenen Körpers (Außerkörpererfahrung, OBE),

* Lichtvision, oft personalisiert und am Ende des Tunnels,

* außerordentliche Glücksgefühle,

* Lebensfilm,

* Begegnung mit bereits verstorbenen Verwandten,

* Enttäuschung über die “Rückkehr” in den kranken Körper,

* verändertes Leben ohne Angst vor dem Tod … 

Nahtod-Erfahrungen oder Nahtod-Erlebnisse (Todesnäheerfahrung, Near Death Experience, NDE) sind keine Entdeckung der jüngsten Zeit. Literarische Nachweise dieses Phänomens lassen sich bereits in ältesten Quellen finden, z. B. im Gilgamesch-Epos oder in Schriften aus dem Mittelalter. Durch die Arbeiten der Sterbeforscherin E. Kübler-Ross und des Arztes R. Moody und anderen gelangte das Phänomen der Nahtod-Erfahrung in den siebziger Jahren vermehrt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, aber auch in den Fokus der akademischen Forschung, zunächst in Amerika, zunehmend auch in Europa. Dies geschieht natürlich auch vor dem Hintergrund der neuesten Ergebnisse der Hirnforschung. Die Interpretation dieser Erlebnisse ist naturgemäss noch umstritten. Sie reicht von einer esoterischen Vereinnahmung mit Zügen einer religiösen Bewegung über eine vorsichtig-kritische Annäherung an religiöse Glaubensvorstellungen bis zur vollständigen Ablehnung.

Die “International Society for Near Death Studies” (IANDS) bietet internationale Kontakte und Informationen zum Thema “Nahtod-Erfahrung”. 

Auf den nachfolgenden Seiten www.netzwerk-nahtoderfahrung.org finden Sie vielfältige Informationen zum Phänomen selbst, zu Teilaspekten wie der Ausserkörper-Erfahrung (Out-of Body-Experience) etc., aber auch zum “Netzwerk Nahtoderfahrung e.V.” Wir wollen keine “Einheitsinterpretation” und erheben auch nicht den Anspruch, eine umfassende Darstellung der unterschiedlichen Aspekte geben zu wollen; allerdings lehnen wir einseitige und vereinfachende Interpretationen ab. Auf dieser gemeinsamen Basis nähern sich die im Netzwerk verbundenen Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zugängen der NTE-Thematik auf einer wissenschaftlich fundierten Basis. Gemeinsam ist ihnen aber auch die Absicht, Betroffenen und Interessierten Ansprechpartner sein zu wollen.

 E.L.

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