Vornamen tragen in sich eine verborgene Botschaft

Vornamen Jubel Selbstbewusstsein

Du bist, wie du heißt  –  die verborgene Botschaft unserer Vornamen

Es besteht ein tieferer Zusammenhang zwischen unserem Vornamen und unseren Wesenszügen. 

„Der Eigenname eines Menschen ist nicht etwa wie ein Mantel, der bloß um ihn herumhängt und an dem man allenfalls noch zupfen und zerren kann, sondern ein vollkommen passendes Kleid, ja wie die Haut selbst, ihm über und über angewachsen …“ Johann Wolfgang von Goethe. 

Johann Wolfgang von Goethe gehört zu den berühmtesten Philosophen in der Geschichte. Er wusste sehr wohl, dass ein Zusammenhang zwischen einer Vornamensbedeutung und den Wesenszügen des Namensträgers besteht.

Bist du, wie du heißt? Vornamen

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In einer Live-Radiosendung fragte eine besorgte Mutter: „Was soll ich nur mit meinem zehnjährigen Sohn machen, er ist einfach nicht zu bändigen?“ Auf die Frage, welchen Vornamen er denn habe, antwortete die Mutter: „Django“. Auch dieses Phänomen kennen wir aus Western: Django zahlt nicht. Er geht seinen eigenen, dickköpfigen Weg, notfalls durch die Wand.

Du bist, wie du heißt: Das Wesentliche im eigenen Wesen erkennen

Seit jeher ist es ein Grundbedürfnis des Menschen, zu erkennen, wer er ist: Er will seine Bestimmung und Aufgabe erfahren. Das Wissen darüber ist fundamental und wichtig für alle Lern- und Entwicklungsprozesse, die wir alleine oder in Gemeinschaft beziehungsweise im beruflichen Kontext in der Teamarbeit machen. Fehlt dem Menschen dieses Wissen, kann es sein, dass ihn der Anerkennungshunger antreibt.

Das Gerangel um einen Platz im System nimmt damit seinen Lauf – im Familiensystem, im Klassenverband, unter Kollegen, im Gesellschaftssystem oder auch im Staatenverbund. Im Kleinen wie im Großen bekriegen sich Menschen, ohne zu kriegen, was sie wirklich brauchen. Das, was wir brauchen, gibt es nicht im Krieg.

Menschen bekriegen sich, ohne zu kriegen, was sie wirklich brauchen

Verstehen wir uns selbst, können Dinge wie von selbst geschehen. Das Wissen um Namensessenzen erleichtert darüber hinaus das Verstehen anderer Menschen und der Lebensprinzipien.

Nomen est Omen: die verborgene Botschaft der Vornamen

Im Begriff „Nomen“ ist das „Omen“ enthalten, was Vorbedeutung heißt. Ebenso verweist die Aussage „ich heiße“ auf eine Verheißung, ein Geheiß, das aus einem Vornamen abzulesen ist.

Im Wort „Namen“ befindet sich das „Amen“, was „so sei es!“ bedeutet.

Grundsätzlich kann nur entdeckt und entwickelt werden, was bereits in uns vorhanden und offenbar ist. Alles, was ist, auch wenn es noch so tief im Verborgenen ruht, kann durch alle Schichten des Lebens hindurch scheinen. So spiegelt sich auch das Wesen eines Menschen in seinem Namen wider.

Damit Sie liebe Leserinnen und Leser die Widerspiegelung des Wesens eines Menschen in seinem Vornamen leichter nachvollziehen können, folgen einige lebensnahe Beispiele aus der Coachingpraxis zur Bedeutung von Vornamen:

Du bist, wie du heißt  Vornamen

Andreas

Der Großteil eines Lehrerkollegiums hatte Probleme mit einem Schüler namens Andreas. Das altgriechische andreios bedeutet mannhaft, tapfer. Andreas wird vom „As(s)“ seines Namens gezogen, dem höchsten Trumpf im Kartenspiel: Gerne will er der Beste sein, am liebsten, indem Andreas es anders macht als die anderen, was als Anagramm in seinem Namen auftaucht.

Fühlt er sich in diesem Wesenszug anerkannt, zeigt er sich sozial engagiert und ist ganz und mit großer Selbstverständlichkeit für die anderen da. Wird der Essenz seines Namens aber entgegen gesteuert, soll er sich also etwa in der Schule unterordnen, ohne das Gefühl zu haben, dass sein Anderssein prinzipiell akzeptiert ist, wird er Probleme bereiten, indem er sich vehement wehrt und aufsässig wird.

Ein weiteres Beispiel für das Andersseins von Andreas finden wir beim Apostel Andreas: Er wurde nicht an ein normales, ein t-förmiges Kreuz geschlagen, sondern an ein anderes, an ein Kreuz in x-Form. Er fand sich nicht würdig, wie sein Herr, Jesus Christus, zu sterben. Daher stammt der Terminus „Andreaskreuz“, welches wir von Bahnübergängen kennen.

Gabi und Gabriele

Auch eine Frau namens Gabi hatte Probleme, diesmal nicht in der Klassengemeinschaft, sondern im Team. Sie fühlte sich immer wieder von anderen ausgenutzt. Eine Gabi gibt und gibt und verausgabt sich letztlich, obwohl Gabriele doch im Grunde genommen Gott macht stark bedeutet, von hebräisch geber, der starke Mann und el, Gott. Gabi gibt und vergisst Gott, der ihr helfen könnte, und letztlich vergisst sie auch sich und ihre Größe, denn „Gott“ symbolisiert Größe, auch ihre Größe.

Als sich Gabi zukünftig vor allem von Menschen, die neu in ihr Leben traten, mit ihrem ganzen Namen Gabriele ansprechen ließ, spürte sie den Unterschied. Den ganzen Namen zu hören, stärkte ihr Selbstbewusstsein. Entsprechend konnte sie auch ihre ganze Kraft entfalten.

Sollte die Kurzform „Gabi“ in der Geburtsurkunde stehen, kann sich die Namensträgerin zumindest an die Kraft der Grundform ihres Namens erinnern. Auf diese Weise kann das Problem, sich in der Kurzform des Namens zu kurz gekommen zu fühlen, gelöst werden.

Achim

Ähnlich erging es einem Mann namens Achim, der bis zur Erschöpfung arbeitete, weil er glaubte, alles allein machen zu müssen. Achim geht zurück auf Joachim, von hebräisch jehojakim, das Jahwe wird aufrichten bedeutet. Achim versuchte sein Leben ohne Jo, ohne Jahwe zu meistern. Auch Achim sollte sich, egal, was in seiner Geburtsurkunde steht, stets an die Ursprungsform „Joachim“ erinnern, damit die Hilfe Gottes mit in sein Leben kommen kann.

Dominik

Stimmt es, dass Dominik und seine weibliche Namenskollegin Dominique gerne dominieren?

Lehrer einer Schule hatten mit dem 10-jährigen Dominik große Schwierigkeiten, weil er unermüdlich Aufmerksamkeit brauchte. Da Dominieren schon aufgrund der Namensgebung zu seinem Wesen gehört, riet der Autor den Lehrern, Dominik ein Projekt zu geben, für das er ganz alleine verantwortlich ist und das er zu gegebener Zeit präsentieren sollte. Diese natürliche Aufmerksamkeit genügte, Dominik zufriedener, friedlich und sozial werden zu lassen.

Die Weisheit des Volksmunds zu Rate ziehen

Ausblick: In meinem nächsten Beitrag werden wir die Weisheit des Volksmunds zu Rate ziehen.

Du bist, wie du heißt.
Was weiß der Volksmund?

Zudem werden wir die Bedeutung der Vornamen für Literatur und Film betrachten?

Was wissen Regisseurinnen und Regisseure sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller über den Schlüsselsatz: Du bist, wie du heißt!


Herzliche Grüße
Joachim Schaffer-Suchomel
20.03.2022

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Joachim Schaffer-Suchomel

ist ein deutscher Diplom-Pädagoge, Coach und Sachbuchautor. Im Jahr 1998 gründete er gemeinsam mit seiner Frau das Brainfresh-Institut für frisches Denken. Er arbeitet als Coach für Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen, Politik und Verbände, u. a. zu den Themen „Konfliktlösung“, „Teambildung“ sowie „Paradigmenwechsel“.


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