Vornamen und die verborgene Botschaft

Schall und Rauch Vornamen fantasy

Du bist, wie du heißt – die verborgene Botschaft der Vornamen

Das Wissen über die Bedeutung von Vornamen ist nicht selten von Bedenken überschattet. Bedenken dürfen sein. Wer A sagt, kann auch B denken, weil alles, was wir in die Welt setzen, Folgen hat. Es ist gut, diese Folgen zu kennen.

Ja, aber

Im Folgenden gehen wir auf Einwände ein, die zu Vornamensdeutungen immer wieder gemacht und auf Fragen, die immer wieder gestellt werden.

Einwand/Frage

Es gehört fast zum Standard eines Moderators, Sendungen und Medienberichte zur Vornamensdeutung mit dem beliebten Satz „Name ist Schall und Rauch“ zu beginnen.

Die Antwort der Autoren: Das stimmt! Name und damit auch Vornamen sind Schall und Rauch!

Schall und Rauch

Schall heißt von seiner Herkunft lauter Ton und dieser erzeugt einen guten Widerhall im All. Das heißt, mit dem Rufen des Namens kann der Namensträger seinen Ruf hören und ihm folgen, weil der Gehalt seines Namens mit dem Rufen wieder zum Klingen gebracht wird – re-sonare! Stellen Sie sich vor, wie oft Sie im Laufe Ihres Lebens Ihren Namen hören. Das zeigt seine Wirkung!

Die Analyse des zweiten Wortes Rauch ergibt, dass dieses Wort zu dem unter riechen behandelten Verb gehört. Der Volksmund spricht von einem guten Riecher. Im übertragenden Sinn bedeutet Rauch also, dass mit der Namensgebung Zeichen gesetzt sind, die mit unseren Sinnen erfahrbar gemacht werden können. Rauch hat die Eigenschaft, zu durchdringen. Das weiß jeder Nichtraucher.

Obwohl die Herkunft der Worte Schall und Rauch eine klare Aussagerichtung haben und das Prinzip „Du bist, wie du heißt“ nicht entkräften, steht nun im Duden-Redewendung geschrieben: Name ist Schall und Rauch bedeutet: „vergänglich, ohne Bedeutung sein“. Weiter steht geschrieben: „Der Name allein sagt noch nichts über jemanden, über etwas aus. Namen sind vergänglich.“

Johann Wolfgang Goethe als Quelle für diese Aussagen zu nutzen, lässt Staunen. Dass Sprachwissenschaftler die Vergänglichkeit von Schall und Rauch vordringlich als symbolischen Gehalt heranziehen, ist nicht nachzuvollziehen, abgesehen davon, dass gerade Schall gar nicht vergänglich und der Urknall immer noch nachweisbar sein soll.

Goethes Wissen über die Bedeutung von Vornamen

Goethe hat, wie wir am Anfang der Einleitung dieses Buches lesen konnten, ein eindeutiges Verständnis von der Bedeutung von Vornamen. Sie erinnern sich an den Einleitungssatz: „Der Eigenname eines Menschen ist … ein vollkommen passendes Kleid, ja wie die Haut selbst, ihm über und über angewachsen.“

Schlichtweg ist das Zitat aus Faust aus dem Kontext gerissen und zur Diskreditierung von Namensbedeutungen herangezogen worden. In der Szene in Marthens Garten ist Faust von Gretchens Wesen so besessen, dass er keine Worte mehr findet und sagt: „Name ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmelsglut.“ Das bedeutet, dass Faust keine Worte mehr findet, um den Nebel zu durchdringen und die Himmelsglut dahinter in irdische Sprache zu fassen.

Vornamen: Ich heiße…

Auch „Ich heiße“ ist, wie Sie bereits lesen konnten, eine heiße Angelegenheit. Sprache mag sich ändern, der Gehalt hinter den Worten jedoch ist niemals vergänglich. Dass Namen eine Bedeutung haben, unterstreicht Johann Wolfgang Goethe auch noch an anderer Stelle in seinem Faust: „Bei euch ihr Herrn, kann man das Wesen gewöhnlich aus dem Namen lesen.“

Warum wird nicht dieses Zitat als Einleitungssatz für Namenssendungen und Berichte herangezogen?!

Einwand/Frage

Immer wieder kommt der Einwand von Leserinnen und Lesern: „Was kann ich denn dazu, dass ich so heiße.“

Die Antwort der Autoren zur Bedeutung von Vornamen im Kontext familiärer Erwartungen: Kinder sind ihren Eltern und damit ihren Ahnen sehr ähnlich. Zwischen beiden gibt es eine starke Resonanz. Wenn eine Frau schwanger ist, sagt man auch, dass sie in der Hoffnung ist. Im übertragenen Sinn ist damit eine Weiterentwicklung in der nächsten Generation gemeint. Eltern, also nicht nur die Mutter, sind in der Hoffnung, dass es ihre Kinder besser haben werden.

Laut Duden-Herkunftswörterbuch ist das Wort hoffen „vielleicht mit der Wortgruppe von hüpfen verwandt und würde dann ursprünglich etwa (vor Erwartung) zappeln, aufgeregt umherhüfen bedeuten.“ Hüpfen steht für Lebendigkeit und Lebensfreude. Da ist in unserer Gesellschaft viel Luft nach oben.

Eltern wählen in der Regel sehr bedacht den Namen ihres Kindes und setzen meist unbewusst in diesen Namen ihre ganze Hoffnung. Erwartungen der Eltern können wir am Namen der Kinder ablesen.

Du bist, wie du heißt – Du heißt, wie du bist!

In einer Zeit, in der die beiden Autoren in ihren Herkunftsfamilien mit dem dramatischen Tod ihrer Geschwister konfrontiert waren, kam ihr erstes Kind zur Welt. Sie nannten es Viviane, was die Lebendige bedeutet. Der Wunsch nach Leben und Lebendigkeit war sehr groß. Der Hintergrund dieser Namensgebung war den Autoren zur damaligen Zeit nicht bewusst. Dennoch bewahrheitete sich der Schlüsselsatz: Du bist, wie du heißt.

Die Bedeutung von Vornamen im Kontext kollektiver Erwartungen

Kollektive Erwartungen könnten wir an der jährlichen Hitliste der Vornamen ablesen, besonders, wenn wir zurückgehen in die Jahre des Zweiten Weltkriegs. Gegen Kriegsende wuchs der kollektive Wunsch nach Glück und Gnade und auch nach Beständigkeit. In der Namenshitliste stand jahrelang Hans auf den vordersten Plätzen. Er bedeutet Gnade und lässt hoffen, denn der Volksmund weiß: „Der Hans, der kann`s“, und außerdem steht Hans für Glück, wie Sie bereits lesen konnten.

Später kam dann der Vorname Peter hinzu, was Fels bedeutet. Peter steht für Festigkeit und Beständigkeit und ist ein Macher. Eine Zeit lang stand sogar der Doppelname Hans-Peter in der Hitliste an erster Stelle.

Hans blieb jahrelang ein beliebter Zweitname, der dem Rufnamen vorangestellt wurde, wie in Hans Joachim. Nach dem gelungenem Wiederaufbau Deutschlands rutschten Hans und Peter wieder auf die hinteren Plätze der Hitliste. Hoffen wir, dass sie nicht erneut auf den ersten Plätzen gebraucht werden!
Jürgen Fliege zur Vornamensdeutung

Jürgen Fliege drückte die Frage der Namensgebung sehr philosophisch aus. Er sagte in einem Gespräch mit dem Autor, das Kind würde der Mutter den Namen ins Ohr flüstern. Schöner kann man das Wesen der Vornamensgebung nicht ausdrücken.

Vornamen haben eine Wirkkraft

Dass Vornamen eine Wirkkraft haben, zeigt uns die katholische Kirche, die weiß, dass der Schlüsselsatz „Du bist, wie du heißt“ wahr ist. In der katholischen Kirche feiert man bis heute den Namenstag. Die Päpste reflektieren auch aktuell noch ihre Namenswahl und setzen das, was sie in ihrer Amtszeit auf Erden bewirken wollen, in den geistlichen Namen als päpstlicher Würdenträger.

Benedikt heißt, der das Gute sagt, und Franziskus geht auf frank und frei zurück. Der aktuelle Papst will Menschen und die Kirche von ihren Fesseln befreien. Doch gerade ist er vom Missbrauchsskandal der eigenen Kirche gefesselt und der emeritierte Papst Benedikt bleibt vorsichtig im Hintergrund und sagt möglichst wenig!

Vornamensdeutungen bei den Royals

In den Königshäusern weltweit wird es keinen Adeligen geben, der behaupten würde, Vornamen hätten keine Bedeutung und seien esoterischer Quatsch. Besonders Königinnen und Könige haben wie auch die Päpste Namen zu ihrer Machterhaltung und Wirkkraft auf Erden erhalten. Sie wissen: Du bist, wie du heißt und du heißt wie du bist!


Herzliche Grüße  Botschaft
Joachim Schaffer-Suchomel
21.05.2022

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Joachim Schaffer-Suchomel

Joachim Schaffer-Suchomel ist ein deutscher Diplom-Pädagoge, Coach und Sachbuchautor. Im Jahr 1998 gründete er gemeinsam mit seiner Frau das Brainfresh-Institut für frisches Denken. Er arbeitet als Coach für Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen, Politik und Verbände, u. a. zu den Themen „Konfliktlösung“, „Teambildung“ sowie „Paradigmenwechsel“.


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