Weibliche Kollektivangst und toxische Männlichkeit

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Weibliche Kollektivangst  loewen paar lionsWeibliche Kollektivangst und toxische Männlichkeit

Zugegeben – das Thema Ängste und toxische Verhaltensweisen ist alles andere als einfach und mag vielleicht den einen oder anderen wunden Punkt in dir triggern. Entscheide selbst, ob du weiterlesen möchtest.

Ich habe das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist, ein paar Worte zu diesem Themenkomplex zu verlieren. Die negativen Energien rund um Geschlechterrollen beschäftigen mich selbst seit rund einem Jahr relativ intensiv. Speziell die Übergangsphase zwischen 2020 und 2021 scheint die tief verborgenen wunden Punkte rund um Männlichkeit und Weiblichkeit in uns hervorzuholen – darauf hat u. a. das spirituelle Medium Bahar Yilmaz jüngst hingewiesen – sodass es an der Zeit ist, ein paar Dinge aufzuarbeiten und zu lösen.

Da ich selbst eine Frau bin und mich auch als solche identifiziere, ist dieser Beitrag aus weiblicher Perspektive geschrieben und spricht dich wahrscheinlich mehr an, wenn du dich ebenso als Frau identifizierst. Beachte auch, dass ich hier keineswegs Individuen in irgendeinen Topf werfen möchte. Keine der folgenden Ausführungen müssen auf dich persönlich zutreffen.

Vergiftete Geschlechterrollen

Die Geschlechterrollen innerhalb unserer Gesellschaft sind im Wandel. Grenzen verwischen, es wird mehr und mehr auf Einheit gesetzt, statt auf Unterschiede. Das ist meiner Meinung nach eine sehr positive Entwicklung, dazu komme ich später noch.

Gemäß unserer irdischen Natur ist jedoch eine klare Rollenverteilung zwischen Männlich und Weiblich angelegt. Das können wir besonders im Tierreich beobachten oder auch bei indigenen Völkern: Grundsätzlich – es gibt immer auch Abweichungen und Ausnahmen – nimmt der männliche Part die Rolle des Beschützers ein. Er ist stark. Er ist der Schutzgebende, der jede Frau (wie auch jeden anderen Mann und jedes Lebewesen) mit Respekt behandelt. Das bedeutet im Gegenzug aber nicht, dass die Frau „schwach“ ist.

Dieser negativ konnotierte Gegensatz entspringt unserer modernen Zivilisation. Im Gegenteil! Teilweise ist es so, dass der weibliche Part schlussendlich die Bestimmungsgewalt hat. Schauen wir uns beispielsweise die hierarchische Verteilung einiger Affenarten an, so sehen wir, dass die Weibchen sich ein männliches Oberhaupt zum Schutz aussuchen, es aber auch jederzeit wieder absetzen können, wenn es seine Schutzfunktionen nicht mehr erfüllen kann.

Die natürliche und auf Respekt basierende männliche Beschützerrolle wurde mit Beginn unserer Zivilisation vor 2.000 Jahren mehr und mehr pervertiert. Schutz entwickelte sich zu Macht und zwar auf eine sehr unausgeglichene Art und Weise. Frauen wurden unterdrückt, kleingemacht, bis hin zur psychischen und physischen Gewalt. Jahrtausende lang. Kommst du als Frau auf diese Welt, trägst du die Last einer ewig langen Geschichte voller Frauenhass, Aggression und Unterdrückung in dir. Alle diese Informationen sind im kollektiven Unterbewusstsein (ein Konzept basierend auf C. G. Jung) gespeichert, auf das jeder Mensch unbewusst Zugriff hat und das ihn – je nachdem zu welchen Gruppen er gehört – beeinflusst.

Eine Chance auf Freiheit und Einheit

Wo toxische Männlichkeit ihre Ursprünge hat, soll hier nicht vertieft werden – in jedem Fall haben tiefe Angstmuster damit zu tun und auch Männer kommen dementsprechend mit einem dicken Päckchen Kollektivangst auf diese Welt. Laut spiritueller Ansätze (u.a. von Neale Donald Walsch – Conversations with God etabliert) basieren alle Emotionen, Handlungen und tiefen Muster entweder auf Angst oder auf Liebe. Mehr gibt es nicht. Das sind die beiden ultimativen Zustände.

Zurück zur Weiblichkeit: Es ist sicher nicht vermessen zu sagen, dass jede einzelne Frau in unserer Gesellschaft schon einmal Opfer toxischer Männlichkeit wurde. In Form von Übergriffigkeit, Aggression, Objektivierung oder anderer Art und Weise. Manchmal sind das Dinge, die die betroffene Person selbst als „ist doch nicht so schlimm“ wegwischt, weil es schon fast Normalität in unserer Gesellschaft geworden ist – das macht es dennoch nicht besser oder gar richtiger. Immer hinterlassen Übergriffe welcher Art auch immer mindestens einen faden Beigeschmack bis hin zu einem derben Riss in der Seele.

Vielleicht merkst du es an dir selbst, dass gerade aktuell gewisse Vertrauensschwierigkeiten gegenüber dem anderen Geschlecht in dir hochkochen. Vielleicht nimmst du gar Ängste in dir wahr, die du als irrational und unbegründet abtust. Möglicherweise fühlst du dich auch persönlich ungewöhnlich stark angegriffen, wenn du im Internet oder den Nachrichten über das Thema Gewalt gegenüber Frauen stolperst oder wenn du in Social Media Kommentaren liest, wie auf herabwürdigende Art und Weise über Frauen gesprochen wird.

Dass du besonders empfindsam für diese Themen bist, ist einerseits schmerzhaft – andererseits auch ein Zeichen, dass sich dieses kollektive Leidensmuster nun langsam aber sicher auflösen kann und sowohl Frau als auch Mann aus dieser karmischen Leidensspirale austreten darf.

Gesetz der Entsprechungen: Lösung im Außen wie Innen

Wir können aktuell beobachten, dass sich im Außen etwas ändert. Frauenfeindliche Verhaltensmuster werden nicht mehr als normal angesehen und einfach hingenommen. Ich denke da an die #metoo-Bewegung, die Strafbarkeits- und Verbotsdebatten von Catcalling, sexistischer Werbung und Cyber-Mobbing sowie Aufklärung und Öffnung im Bereich Transgender und LGBTQ. Das sind alles Zeichen, dass wir bereit sind, an festgefahrenen Stereotypen und toxischen Einflüssen zu drehen und etwas zu verändern, damit wir gegenseitigen Respekt wieder in unsere Welt fließen lassen können.

Es gibt noch mehr! Weiblichkeit und Männlichkeit müssen wir nicht mehr an äußeren Attributen und Rollenbildern festmachen. Rollenbilder, die soviel Leid verursachen. Jeder Mensch trägt sowohl eine weibliche als auch eine männliche Seite in sich. Das Prinzip von Yin und Yang ist in jedem Menschen zu finden. Jeder für sich sollte es sich zur Aufgabe machen, beide Seiten zu integrieren, auszubalancieren und auf die Art und Weise zu leben, wie es sich für ihn persönlich richtig anfühlt.

Egal, in welchem Körper er, sie oder they (englischsprachiges Pronomen, wenn man sich nicht auf ein Geschlecht festlegen möchte) geboren wird – Respekt, Liebe und Einheit sind die Werte, auf denen wir unsere Gesellschaft neu erfinden sollten. Das fließende Zeitalter des Wassermanns, in das unsere Erde nach 2.000 Jahren getreten ist, schafft die perfekte Ausgangslage dafür.
Das kosmische Gesetz der Entsprechungen zeigt uns, dass eine Veränderung im Außen immer auch eine Veränderung im Innen bewirkt und umgekehrt. Machen wir uns also diese Tatsache zu Nutze!

Toxische Muster auflösen: Was jetzt hilft

Jeder kann dazu beitragen, diese Welt ein bisschen sanfter und verständnisvoller zu gestalten, indem er bei sich selbst ansetzt. Als Energiekollektiv sind wir alle miteinander verbunden. Wenn du selbst etwas in die löst, hilfst du dabei, es in der gesamten Menschheit zu lösen.

Ängste beobachten:

Das sollte die Basis jeder inneren Arbeit sein. Wenn Ängste aus dem kollektiven Unterbewusstsein in dir hochkommen, solltest du sie anschauen und da sein lassen. Das kann sehr schmerzhaft sein, hilft aber dabei, sie endgültig aufzulösen und in Frieden gehen zu lassen. Beobachte deine Ängste aus einer höheren Warte – du musst dich nicht mit ihnen identifizieren.

Yin-Yang-Ausgleich:

Versuche deine eigene Balance zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit herzustellen. Welcher Part in dir erzeugt einen Überschuss, ein Ungleichgewicht? Du kannst hier methodisch bei der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ansetzen oder auch im Ayurveda.

Vergebungsrituale:

Als Kollektivkörper der Frau müssen wir lernen, der Männlichkeit zu vergeben. Toxische Männlichkeit entstammt nicht einer puren Boshaftigkeit – letztendlich ist es eine Ausprägungen tiefer Ängste, die durch unsere Gesellschaft geprägt wurden. Mithilfe von Vergebungsmeditationen kannst du helfen, kollektive Verletzungen aufzulösen. Auch persönlichen Verletzungen kannst du durch Vergebungsrituale die Macht über dich nehmen.
Wichtig dabei: Vergebung heißt weder Versöhnung noch der Verzicht auf Strafverfahren oder Ähnliches. Es ist vielmehr ein innerer Lösungsprozess.

Danke für deine Aufmerksamkeit! Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Mut und Liebe für dieses neue Jahr!

01.03.2021
Anja Müller
Autorin, Bloggerin und spiritueller Coach
Webseite: https://stillverwurzelt.de
Instagram: @stillverwurzelt

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