Wird alles wieder wie vorher?

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Prinzip Veränderung-frauen-cafe-breakfastWird alles wieder wie vorher?

Diese Frage stellen sich zur Zeit mit Sicherheit viele Menschen.
Ich kenne diese Frage nur zu gut aus meiner Arbeit mit Betroffenen von Missbrauch und Gewalterfahrung.

Da wird sich sehr häufig mit der Frage beschäftigt:
Wird wieder alles gut und wie vorher?
Daran schließt sich meist die Frage:
Geht das überhaupt?
Und nach einem längeren Prozess dann die letzte Frage:
Will ich das überhaupt?
Aber eins nach dem anderen!

Das Prinzip Veränderung

Schauen wir hier auf das Prinzip, das sich immer dann zeigt, wenn es zu einschneidenden Erlebnissen kommt, egal ob positiver oder negativer Natur. Wie z.B. die Pandemie, wie ein Todesfall, wie ein sexueller Übergriff, ein Jobverlust, das Ende einer Beziehung, aber auch ein Umzug, eine Geburt, eine neue Arbeit.

Ein einschneidendes Erlebnis oder Ereignis stellt einen Cut da, eine abrupte Unterbrechung des gewohnten Flusses, eine 180-Grad Wendung, ein scharfer Turn!
Wir werden aus der Bahn geworfen, besonders dann, wenn wir uns nur wenig oder gar nicht auf das Ereignis vorbereiten konnten.

In solchen Momenten fühlen wir uns verunsichert. Irritiert. Nicht selten aus der Bahn geworfen. Ängstlich. Sogar zeitweise panisch.

Grundfesten werden erschüttert. Wir werden aufgerüttelt. Alte Systeme und Gewohnheiten funktionieren nicht mehr oder nur noch bedingt.
Unser Ego, der Teil in uns, der uns sicher und am Leben halten will, ist in Aufruhr. Neues, auch wenn es schön ist, bedeutet immer auch Gefahr. Die Gefahr des Unbekannten, die das Ego nicht oder nur schwer einzuschätzen weiß.

Verlust des Gewohnten, Vertrauten, Liebgewordenen

Wir haben es zuerst mit Verlust zu tun. Dem Verlust einer vertrauten Situation, dem Verlust des Gewohnten, des uns Liebgeworden. Wir sind eingeladen und aufgefordert, loszulassen. Das fällt nicht leicht. Wir trauern. Wir sind wütend. Irritiert. Gereizt.

Warum musste das passieren? Wieso musste alles einstürzen?

Jeder Mensch reagiert anders auf diese Situationen und drückt sein Unbehagen in anderen Gefühlslagen aus. Manchmal schwanken wir auch zwischen verschiedenen Gefühlen, wechseln von der Angst in die Wut, von der Wut in die Traurigkeit und zurück in die Angst.

Loslassen ist wie Sterben im Kleinen –
Ein Prozess, der durchlebt werden will.

Irgendwann kommt die Resignation. Sie geht möglicherweise einher mit Sinnlosigkeit. Dann kommt die Annahme dessen, was ist. Es geht ja nicht anders..

Langsam beginnt ein Umdenken in uns. Eine Neuorientierung.

Was ist möglich?

Geht es überhaupt, dass alles wie früher wird?
Jeder Einschnitt in unserem Leben ist auch eine Chance. Ein Zusammenbruch vor einem Durchbruch. Eine „Kinderkrankheit“ (im Falle von Corona ja tatsächlich auch eine Krankheit!), nach der wir irgendwie gewachsen und reifer geworden zurück ins Leben gehen. Als eine neue Version von uns selbst. Gerade Eltern mit Kindern, die die Kinderkrankheiten ihrer Sprösslinge voll erleben, kennen dieses Phänomen.

Menschen, die traumatische Erfahrungen machen mussten, haben es hier besonders schwer.
Das Urvertrauen ist erschüttert.
Betroffene fühlen sich tief verletzt. Ihrer Würde beraubt.
Angst ist da, Existenzangst, Panik.
Sie haben das Gefühl, ihr Leben liege in Scherben.
Nichts ist mehr so, wie es einmal war.
Und ein neuer Anfang, das Licht am Ende des Tunnels, scheint unendlich weit.

Kann es überhaupt wieder gut werden?
Gibt es da überhaupt einen Neuanfang? Einen neuen Weg?

Ja, den gibt es. Einfach auch deshalb, weil das Leben immer weiter geht. Es bewegt sich in Zyklen, Stillstand kommt in der Natur nicht vor. Alles ist in Bewegung, auch wir mit unseren Prozessen, selbst dann, wenn wir das Gefühl haben, es ginge nichts mehr.

Nullpunkt

Wir gehen durch einen Nullpunkt (am Ende des Textes befindet sich der Link zu einem Video zum Thema „Nullpunkt“).
Nach der Resignation, dem Nullpunkt, geht es aber weiter. Wir haben Abschied genommen von der Idee, dass alles wieder so werden könne, wie vorher.

Und irgendwann stellt sich uns die Frage:
Wie kann es jetzt werden?
Und will ich überhaupt, dass alles so wird, wie es einmal war?

Intuitiv erkennen wir, dass das Alte nicht immer nur gut war, dass es bequem war, gewohnt, ja, aber gut? Und geht es nicht besser?

Gerade in der Zeit der Pandemie haben sich viele von uns diese Frage gestellt.

Fragen, die in meiner Coaching-Tätigkeit immer wieder gestellt wurden, waren folgende:

Wozu habe ich Kinder in die Welt gebracht, wenn ich sie kaum sehe?“, fragte da zum Beispiel eine junge Mutter, die aufgrund von Corona die letzten Wochen mit ihren Kindern zuhause verbracht hat. Gibt es einen besseren Weg, als der alte, der so aussah, dass die Kinder morgens früh in die Kita und Schule gingen, sie selbst zur Arbeit hetzte, um sie dann nachmittags, ziemlich müde und erschlagen, wieder abzuholen und kaum noch die Kraft hatte, qualitativ hochwertige Zeit mit ihnen zu verbringen.

Ist es möglich, auch in Zukunft mehr Zeit für mich zu haben?“, fragt eine Frau, die zugibt, dank Corona endlich wieder mehr bei sich angekommen zu sein und die erkennt, dass sie fast einen Burnout bekommen hätte, wäre da nicht „Corona“ zum richtigen Zeitpunkt als Stoppschild erschienen.

Die Vorfreude aufeinander, das ist etwas, das ich erst durch die Krise wirklich wieder gespürt habe!“, sagt ein Mann, dem durch das Social Distancing und die dadurch erlebte Isolation klar geworden ist, wie wichtig ihm sein soziales Umfeld wirklich ist und der zu dem Schluss kam, hier in Zukunft Dinge zu verändern und sich mehr Zeit für Freunde, Familie und Nachbarn zu nehmen.

Hier geht’s zu einem YouTube Video zum Thema: »Nullpunkt«

Umdenken

Viele von uns stellen fest, dass sie gar nicht mehr wollen, dass alles so wird wie vorher!
Wir sind in uns gegangen.
Wir sind gewachsen und gereift.
und wir stellen nach dem großen Hinterfragen einfach auch neue Fragen:

Wie kann ich das, was ich gelernt habe, in Zukunft umsetzen und in mein Leben integrieren?

Bei betroffenen von Missbrauchserfahrung ist das Ganze etwas komplizierter. Der Einschnitt war drastisch, lebensbedrohlich, existenzgefährdend. Die Zeit, zu Erkenntnissen zu kommen und das eigene Wachstum zu erkennen, war viel länger. Oft dauert dieser Prozess Jahre, in manchen Fällen sogar Jahrzehnte.
Und das ist ok so.
Man braucht einfach die Zeit, die man braucht. Punkt.

Auch hier haben Wachstum und Erkenntnis stattgefunden! Ganz besonders auch hier! Das erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder und kenne es auch von meinem eigenen Schicksal.

Erkenntnisse, zu denen Menschen, die Trauma erlebt haben, kommen, sind u.a. folgende:

  • Ich bin bewusster geworden!
  • Ich bin nicht mehr so blind und nativ wie vorher.
  • Ich kenne meine Grenzen und kann sie kommunizieren!
  • Ich kann tiefer schauen, bei mir und anderen Menschen.
  • Ich bin vorsichtiger geworden und beobachtender.
  • Ich schätze das Leben viel mehr!
  • Ich schätze positive, respektvolle Menschen/Beziehungen deutlich mehr als vorher.

Auch hier stellt sich die Erkenntnis ein:

Ich will gar nicht, dass alles so wie vorher wird. Ich will gar nicht wieder in mein altes Ich hinein schlüpfen, in mein altes Leben!
Ich will die neue Version von mir, die auf so drastische Weise hat lernen müssen, in mein neues Leben integrieren und selbstbestimmter, bewusster, freier, achtsamer, wachsamer leben!

Ich habe mich selbst tiefer kennen gelernt, vieles von dem, was ich als selbstverständlich hingenommen habe, als etwas ganz besonders Wertvolles und Kostbares erkannt! Das alles lasse ich nicht mehr los zugunsten eines alten Lebensgefühls!

Der Neuanfang

Wir verstehen, dass im Neuanfang und im Neuen auch eine große Chance, ein großes Geschenk liegt! Und dass es an uns ist, hier aktiv zu werden und unsere individuelle und kollektive Zukunft mit zu entscheiden!

Plötzlich ist da eine neue Kraft! Eine Dynamik, die wir vorher vielleicht nicht kannten! Vorfreude! Das Gefühl von Selbstbestimmtheit, Empowerment!

  • Was ist alles möglich?
  • Wie kann ich mich neu einbringen und mitgestalten?
  • Was funktioniert wirklich für mich, wovon möchte ich mehr sehen und erleben?
 Rückblickend auf durchlebte Veränderung, einschneidende Erlebnisse und Breakdowns erkennen wir das Geschenk, das diese schwierige Situation auch mit sich gebracht hat. Diese Zeit kann dauern und von Tagen und Wochen auch bis Monate und Jahre, ja, sogar Jahrzehnten reichen. Aber er kommt, der Moment der Erkenntnis: In diesem Breakdown lag auch ein Geschenk und die Chance auf einen Neubeginn!

Powerfragen, die in solchen Situationen helfen, sind können sein:

  • Wo ist das Geschenk in dieser Situation, auch wenn ich es noch nicht sehe und kaum für möglich halte?
  • Was wird für mich in Zukunft alles möglich sein?
  • Wer will ich sein in meinem neuen Leben?

Irgendwann schauen wir wieder auf die Ausgangsfrage: Wird alles wieder wie vorher?

Und erkennen:
Nein, wird es nicht. Und das ist auch gut so! Es wird viel besser!

Schau auch dieses YouTube Video zum Thema: Wird alles wie vorher?


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22.05.2020
Ursula Schulenburglogo-schulenburg
www.institut-schulenburg.de
Autorin, Dozentin, Heilpraktikerin, Life Coach und führt ihr online Business Soulcentered Evolution.

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