Wie der Akt der Zeugung unser Leben prägt

Zeugung-Schwangerschaft-Geburt-Lebensschwellen-pregnancyZeugung – die erste Lebensschwelle eines jeden Menschen!

In den nächsten 12 Wochen werden wir jeweils ein Thema aus unserem Buch Lebensschwellen vertieft behandeln. Wir hoffen, dass wir Euch damit ein wenig neugierig machen können und gleichzeitig nehmen wir so die Gelegenheit wahr, auch für uns selbst die unterschiedlichen Entwicklungsstufen unseres Daseins erneut zu reflektieren.

In dieser Woche soll das Thema Zeugung im Fokus stehen.

Soweit wir wissen, ist der Akt der Zeugung als die Vereinigung der männlichen und weiblichen Keimzelle die erste unabdingbare Schwelle, die wir auf dem Weg in unser Leben überschreiten müssen.

Manche denken sogar, vor der Zeugung entscheidet sich die Seele für genau eine solche Konstellation, die ein Schicksal verkörpert, das für bestimmte Aufgaben erforderlich ist. Diese Menschen denken also, wir wählen unsere Eltern und unsere Lebensumstände aus. Ob das stimmt, werden wir sicher nie erfahren. Dennoch kann dieser Gedanke helfen, zu verstehen, wie fundamental und schicksalhaft der Akt der Zeugung unserer Leben prägt.

Wie war Deine Zeugung?

Denke doch einmal darüber nach, was Deine Eltern Dir über Deine Zeugung mitgeteilt haben.

  • Bist Du ein Kind der Hochzeitsnacht, oder mussten Deine Eltern heiraten weil Deine Mutter mit Dir schwanger war?
  • Oder haben Deine Eltern vielleicht jahrelang darum gerungen, Dich zu zeugen?
  • Warst Du ein Wunschkind oder nicht?
  • Haben sich Deine Eltern bewusst entschieden, ein Kind zu bekommen, oder ist es einfach so passiert?
  • Und als dann klar wurde, dass Deine Mutter schwanger war, haben sich Deine Eltern gefreut?
  • Welche Hoffnungen und Erwartungen haben Deine Eltern mit Deinem Kommen verbunden?
  • Solltest Du vielleicht der erstgeborene Junge, der Stammhalter, sein, oder nach drei Jungen das erste Mädchen?

Falls Deine Eltern noch leben sollten, raten wir Dir dringend, bei der nächsten Gelegenheit – womöglich zum ersten, vielleicht aber auch zum x-ten Mal – mit ihnen über jenen Moment zu sprechen, an dem Dein Leben begann. Lege auch besonderen Wert auf die damalige Lebenssituation Deiner Eltern. Frage aber auch, was Deine Eltern im Nachhinein über die Entscheidung denken, Dir Dein Leben geschenkt zu haben.
Sei ruhig mutig bei diesen Fragen. Deine Eltern sind Deine einzig verlässliche Quelle zu diesem Thema! Sollten Deine Eltern nicht mehr leben, gibt es vielleicht andere Möglichkeiten, etwas darüber zu erfahren, bei Verwandten oder Freunden Deiner Eltern.

Die Schwangerschaft -wichtige Phase für Mutter und Kind!

Die Einstellung der Eltern bei der Zeugung beispielsweise prägt die seelische Verfassung der Mutter während der ganzen Schwangerschaft. Erwartet sie ihr Kind in Liebe und als Erfüllung ihres Sinns und ihres Lebensglücks und weiß sie sich andererseits gesund und tragfähig, wird sie ihre Schwangerschaft freudig, entspannt, verantwortungsbewusst und gleichzeitig angstfrei durchleben.

Das prägt das innere Milieu im Körper der Mutter, in dem sich das Kind entwickelt und ist wesentlich für dessen Gesundheit und für sein seelisches Gleichgewicht. Wie anders ist das Schicksal eines Embryos, wenn die Mutter voller Angst von Panik, überschwemmt von Adrenalin, schlimmstenfalls noch zum Alkohol greift und so das Kind im eigenen Leib vergiftet und all ihren Stress an das werdende Leben während der Schwangerschaft weitergibt.

Sich für eine Schwangerschaft zu entscheiden bedeutet immer auch eine Entscheidung für ein neues Leben. Soll dieses gelingen, muss in dessen Versorgung ein großer Teil der persönlichen Lebensenergie investiert werden. Besonders für viele Frauen bedeutet die Übernahme der Mutterrolle ein Verlust von Unabhängigkeit und in gewisser Weise auch von Zerstörung ihrer Jugendidentität.
Nicht selten hassen Frauen im Unbewussten oder auch ganz bewusst den Mann, der sie schwängerte und damit aus ihrer Sicht ihre Figur dauerhaft ruinierte. Sie haben den Eindruck, von ihrem Partner abhängig zu werden, was zu massiven Ängsten und zu ausgeprägten Machtkämpfen führen kann.

Soziale Umstände und Deine Persönlichkeit!

Aber nicht nur die sozialen Umstände zum Zeitpunkt der Zeugung prägen das ganze weitere Leben. Nur diese beiden Eltern, gleichgültig wie deren Beziehung zu einander ist, sogar bei einer Insemination, sind in der Lage dieses einzigartige Individuum zu zeugen.

Wir wissen heute um die fundamentalen Auswirkungen der Vererbung in praktisch allen körperlichen und seelischen Bereichen. Die Zeugung entscheidet, wenn man von den möglichen Komplikationen während der Schwangerschaft absieht, über Deine Hardware. Wirst Du groß oder klein, blond oder dunkelhaarig?
Was schenkt Dir die Genetik Deiner Eltern für ein intellektuelles Potenzial?

Genauso wichtig ist die Frage Deiner emotionalen Schwingungsfähigkeit, Deiner Freiheit. Zwangsneurosen sind weitgehend erblich, genauso wie andere Persönlichkeitseigenschaften wie beispielsweise Aggressivität und Sexualität. All dies bringst Du mit auf die Welt. Du bestehst zu 50% aus Vater und zu 50% aus Mutter, denen Du folglich im Leben unabdingbar gleichst, was nicht heißt, dass Du alles genauso machen musst wie Deine Eltern, aber Du bist wie sie.

Deine Zeugung und die Reflektion.

Eine andere wichtige Frage ist, ob Du gesund bist oder ob Deine Eltern Dir genetische Krankheiten übertragen haben, bzw. ob solche als Komplikation der Zeugung entstehen. Die Zeugung legt also den Rahmen Deines Potenzials und Deine existenziellen Möglichkeiten fest und Du wirst ein Leben lang die Aufgabe haben, Dein persönliches Potenzial zu erkennen, Deine Möglichkeiten so gut Du kannst auszuschöpfen und, was für viele das Schwierigste ist, Deine Grenzen zu betrauern und mit ihnen Frieden zu schließen.

Wie Du siehst, gibt es im Umfeld der Zeugung, insbesondere der Entscheidung für ein neues Leben, eine Menge Schwellensituationen, die sowohl die Seele der Mütter wie auch der Väter in ihren Grundfesten erschüttern. Vielleicht sind Dir beim Lesen eine Reihe von Bildern ins Bewusstsein gedrungen, die Dein persönliches Leben betreffen, und vielleicht können Dir diese Bilder helfen, noch präziser als vorher verstehen, wie das alles mit Deinem Lebensweg zusammenhängt. Du siehst, es lohnt sich als erwachsener Mensch, die Umstände Deiner Zeugung sorgfältig zu reflektieren.

Passendes Youtube Video zur Themenwoche Lebensschwellen: Zeugung


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Über die Autoren:

Heinz-Jürgen WeigtHeinz-Juergen-Weigt-kamphausen-lebensschwellen

Dipl.-Ing. Heinz-Jürgen Weigt war nach seinem Studium der Ingenieurswissenschaften in verschiedenen Aufgaben im Management tätig. Als Führungskraft war es ihm schon früh ein Anliegen ökonomische und humanitäre Interessen ins Gleichgewicht zu bringen. In seinem heutigen Tätigkeitsbereich bei Bridge into life, als Coach, Trainer und Unternehmensberater ist seine Leitmotivation: Führung ist eine Sonderform von Begegnung.

Wolfgang KrahéWolfgang-Krahe-kamphausen-lebensschwellen

Dr. med., Dipl.-Psych. Wolfgang Krahé ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Gemeinsam mit seiner Frau Katja betreibt er eine psychiatrisch, psychotherapeutische Praxis. Gemeinsam mit Heinz-Jürgen Weigt erarbeitete er die Organisationpsychotherapie, und gemeinsam betreiben sie Bridge into life PartG, ein interdisziplinäres Beratungsunternehmen.


13.10.2019
Wolfgang Krahé
Heinz-Jürgen Weigt
www.bridge-into-life.de

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