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Wahrnehmung vertrauen: Vielleicht ist mit dir alles richtig

Tiefe Selbstliebe im goldenen Licht

Wahrnehmung vertrauen: Warum ich lange glaubte, mit mir stimme etwas nicht

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich dachte, mit mir stimmt etwas nicht.

Ich fühlte mehr als andere, nahm Stimmungen wahr und war von der Lautstärke und Geschwindigkeit dieser Welt oft überfordert. Warum mir das so ging und andere scheinbar keine Probleme damit hatten, konnte ich mir nicht erklären. Nach außen war davon nichts zu sehen. Ich führte ein ganz normales Leben. So, wie ich es gelernt hatte und wie es anscheinend alle taten. Ich ging zur Schule, später zur Arbeit, erfüllte Erwartungen und versuchte, mich anzupassen, um dazuzugehören.

Dabei war ich nicht unglücklich. Ich hatte liebevolle Eltern, die immer nur das Beste für mich wollten und versuchten, mich auf ein Leben vorzubereiten, das aus Verantwortung, Fleiß und Sicherheit bestehen sollte. Ein Leben, in dem man arbeitet, Geld verdient, eine Familie gründet und möglichst nicht auffällt. Der Satz „Was sollen denn die Nachbarn denken?“ war vielen Menschen meiner Generation vertraut.

Heute weiß ich, dass meine Eltern aus ihrer eigenen Lebenserfahrung heraus handelten. Sie waren geprägt von einer Zeit, in der es darum ging, ein sicheres Leben aufzubauen und den eigenen Kindern bessere Möglichkeiten zu schenken. Dafür empfinde ich bis heute große Dankbarkeit. Was jedoch niemand wusste: Tief in mir gab es eine leise Stimme, die sich nach etwas anderem sehnte.

Die innere Stimme, die nicht verstummen wollte

Schon früh spürte ich, dass es in mir etwas gab, das die Dinge hinterfragte und andere Wünsche hatte. Immer dann, wenn es still um mich wurde, meldete sich diese innere Stimme. Sie ließ sich weder durch Leistung, Anerkennung noch durch Ablenkung zum Schweigen bringen. Ich wusste nicht, was sie mir sagen wollte – nur, dass sie da war.

Mit ihr kamen Gefühle auf, die ich nicht einordnen konnte und die mich überforderten. Ich hatte schließlich nie gelernt, mit Gefühlen umzugehen. Damals glaubte ich, ich sei die Einzige, der es so ging. Ich kannte niemanden, der ähnlich empfand oder offen darüber sprach. Also tat ich das, was viele von uns tun: Ich versuchte, mich anzupassen.

Ich wollte dazugehören, anderen gefallen und den Weg gehen, der als richtig galt. Ich glaubte, Zufriedenheit entstehe ganz automatisch, wenn ich mich nur genug anstrenge und die Erwartungen anderer erfülle. Wenn etwas nicht funktionierte, suchte ich die Ursachen im Außen. Erst viele Jahre später wurde mir bewusst, dass ich mich dabei immer weiter von mir selbst entfernte.

Aus heutiger Sicht glaube ich, dass sich viele hochsensible Menschen in diesem Weg wiedererkennen können. Wir lernen früh, uns anzupassen, unsere Wahrnehmung infrage zu stellen und Gefühle lieber zu unterdrücken, als sie ernst zu nehmen. Nicht, weil wir etwas falsch machen, sondern weil wir nie gelernt haben, dass genau diese Sensibilität auch eine Stärke sein kann.

Weiterführend: Hochsensibilität und spirituelles Bewusstsein

Ich begann, mir selbst zuzuhören

Irgendwann kam der Moment, an dem ich wusste: So kann es nicht weitergehen. Es war keine plötzliche Erkenntnis. Es war vielmehr eine leise, aber klare Entscheidung für mich selbst. Die Entscheidung, meiner inneren Stimme Beachtung zu schenken.

Wenn ich sie ignorierte, hatte ich häufig das Gefühl, dass mir das Leben die Konsequenzen deutlich vor Augen führte. Ich sah vor meinem inneren Auge das Bild, gegen eine Wand zu fahren. Lange verstand ich dieses Bild nicht.

In dieser Zeit erlebte ich wiederholt Unfälle und körperliche Schmerzen. Rückblickend empfand ich diese Erfahrungen als deutliche Aufforderung, innezuhalten und mich selbst ernster zu nehmen. Mein Körper schien etwas auszudrücken, das ich mit dem Verstand noch nicht verstehen konnte.

Rückblickend bin ich für diese Erfahrungen dankbar. Nicht, weil sie angenehm waren, sondern weil sie mich zum Innehalten gezwungen haben. Sie waren der Anfang eines Weges, auf dem ich begann, mich selbst kennenzulernen.

Das bedeutete allerdings nicht, dass plötzlich alles leicht wurde – im Gegenteil. Ich begegnete Gefühlen, die ich über viele Jahre verdrängt hatte: Trauer, Unsicherheit, Enttäuschung und der Erkenntnis, wie weit ich mich von mir selbst entfernt hatte. Zum ersten Mal stellte ich mir nicht mehr die Frage, was andere von mir erwarten, sondern was ich mir selbst für mein Leben wünsche.

Dabei wurde mir bewusst, wie viele Überzeugungen ich übernommen hatte, ohne sie jemals zu hinterfragen. Glaubenssätze über Leistung, Anerkennung und darüber, wie ein erfülltes Leben auszusehen hat. Viele davon hatten mich über Jahre begleitet, ohne dass ich sie überhaupt wahrgenommen hatte.

Je mehr ich bereit war hinzuschauen, desto mehr veränderte sich mein Blick auf mich selbst. Ich entdeckte die Freude, die entsteht, wenn ich meiner Intuition vertraue. Ich spürte eine Ruhe, die ich vorher kaum kannte, und erlebte immer häufiger Momente, in denen mein Gedankenkarussell still wurde.

Zum ersten Mal verstand ich, dass ich nicht meine Gedanken bin und dass meine Gefühle nicht gegen mich arbeiten. Sie wollten mir etwas zeigen.

Dabei lernte ich auch, dass es nicht darum geht, jeder inneren Regung ungeprüft zu folgen. Der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen bedeutet für mich, genauer hinzuhören und mit der Zeit unterscheiden zu lernen, was aus Angst, alten Erfahrungen oder einer tieferen inneren Klarheit entsteht.

Weiterführend: Intuition verstehen – was die innere Stimme wirklich ist

Eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meinem Weg war, dass mit mir nie etwas falsch gewesen ist. Ich musste nicht lernen, ein anderer Mensch zu werden. Ich durfte lernen, wieder ich selbst zu sein.

Spiritualität beginnt für mich im Alltag

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Illustration: KI unterstützt erstellt

Wenn ich heute von Spiritualität spreche, meine ich damit keinen besonderen Zustand und auch keine Flucht aus dem Alltag.

Für mich beginnt Spiritualität genau dort, wo das Leben stattfindet. Bei einem bewussten Moment der Ruhe, bei einem aufmerksamen Gespräch mit einer Freundin oder bei ein paar Minuten der Stille, bevor ein neuer Tag beginnt.

Es geht für mich nicht darum, stundenlang zu meditieren oder sich aus der Welt zurückzuziehen. Viel wichtiger ist die Bereitschaft, immer wieder bewusst bei sich selbst anzukommen und hinzuhören:

Wie geht es mir gerade?

Was fühle ich?

Was möchte mir mein Körper sagen?

Was brauche ich gerade?

Sehr geholfen hat mir, jeden Tag kurz aufzuschreiben, was sich zeigt, und mir zu erlauben, alle Gefühle, Empfindungen und Gedanken da sein zu lassen. Ohne Bewertung, ohne inneren Kritiker, ohne schlechtes Gewissen und ohne sie mir gleich wieder zu verbieten.

Spiritualität bedeutet für mich, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Für meine Gedanken, meine Gefühle und mein Handeln. Gleichzeitig erinnert sie mich daran, dass wir mehr sind als unser Verstand. Dass Körper, Geist und Seele zusammengehören und unser Leben leichter wird, wenn wir alle drei ernst nehmen.

Starke Gefühle, die in diesem Prozess aufkamen, ließ ich da sein und versuchte, sie liebevoll anzunehmen. Auch wenn sie mir nicht gefielen – sie waren ohnehin schon da.

Schritt für Schritt baute ich eine Verbindung zu mir selbst auf. Eine Verbindung zu allen Ebenen meines Seins. So entstand nach und nach die Gewissheit, geführt zu sein und meiner inneren Stimme vertrauen zu können. Sie war und ist da, um mir zu helfen.

Dieses Vertrauen ist über die Jahre gewachsen. Es hilft mir, auch in schwierigen Zeiten nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Auch heute kenne ich Zweifel, Ängste und herausfordernde Situationen. Der Unterschied ist, dass ich ihnen heute anders begegne.

Ich versuche nicht mehr, sie sofort loszuwerden. Ich höre ihnen zu. Denn ich habe gelernt, dass für mich jedes Gefühl eine Botschaft in sich tragen kann. Und genau darin beginnt für mich ein bewussteres, spirituelles Leben.

Weiterführend: Was Spiritualität von Esoterik unterscheidet

Wir sind nicht allein

Im Laufe der vergangenen Jahre durfte ich vielen Menschen begegnen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich. Menschen, die merkten, dass sie in ihrem bisherigen Leben nicht mehr glücklich waren. Manche brachten auch körperliche oder seelische Beschwerden mit Gefühlen in Verbindung, die sie über lange Zeit verdrängt hatten. Sie sehnten sich nach einer tieferen Verbindung zu sich selbst.

Vielleicht dauert es noch eine Weile, bis du deiner Wahrnehmung wirklich vertraust. Ich möchte dich ermutigen, dich auf deine innere Stimme einzulassen. Du bist nicht allein und du musst diesen neuen Weg auch nicht allein gehen.

Es gibt wunderbare Frauen und Männer, die dich auf deinem Weg zu einem neuen, ganz normalen Leben begleiten. Lass dich vom Leben überraschen, welche Geschenke es für dich bereithält.

Und vielleicht genügt dir für den Anfang einfach dieser eine Gedanke:

Mit mir ist alles richtig.

09.09.2026
Sonja Endres


Die Autorin

Sonja Endres, Jahrgang 1981, ist im Allgäu aufgewachsen und lebt heute in der Ostschweiz. Schon früh nahm sie Stimmungen und feine Wahrnehmungen intensiv wahr. Über ihren eigenen Weg zu Hochsensibilität, Medialität und Spiritualität fand sie einen bewussten Zugang zu sich selbst, ihrer Seele und zur geistigen Welt.

Heute begleitet sie Menschen dabei, ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und ihren persönlichen Lebensweg bewusster zu gestalten. In ihrer sensitiven und medialen Arbeit verbindet sie Intuition, Spiritualität, persönliche Erfahrung und alltagstaugliche Impulse – achtsam und bodenständig.

www.sonja-endres.com
kontakt@sonja-endres.com

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