Was vor der Rückgabe von Geräten und Akkus wichtig ist
Wer alte Handys entsorgen möchte, sollte zunächst prüfen, ob sie sich weiterverwenden, reparieren oder weitergeben lassen. Ausgediente Geräte gehören in die Elektroaltgeräte-Sammlung, lose Altbatterien und Akkus in die getrennte Batteriesammlung. Vor der Abgabe gilt es, persönliche Daten zu löschen und die Hinweise zum sicheren Umgang mit Akkus zu beachten.
Achtsamkeit hört nicht beim Kauf auf. Auch das Ende eines Geräts gehört dazu: das alte Handy in der Schublade, der Akku vom Fahrradlicht, das Ladegerät ohne passendes Gerät. Wer sie bewusst zurückgibt, hilft, Rohstoffe im Kreislauf zu halten, und senkt das Brandrisiko bei der Entsorgung. Dieser bewusste Umgang mit Konsum und seinen Folgen macht Verantwortung im Alltag konkret.
Die Schublade, die niemand öffnet
Viele Haushalte haben sie: eine Schublade mit ausgedienten Handys, Kabeln, Kopfhörern und Akkus. Man könnte das Gerät ja noch einmal brauchen, die Fotos sind vielleicht noch drauf, und eigentlich weiß man nicht genau, wohin damit. Also bleibt alles liegen.
Das Liegenlassen fühlt sich harmlos an, ist es aber nicht ganz. Solange ein Gerät in der Schublade liegt, sind die Stoffe darin für jeden Kreislauf verloren. Bei langer Lagerung können sich Akkus außerdem tiefentladen und dadurch Schaden nehmen. Einen aufgeblähten oder anderweitig beschädigten Akku solltest du nicht weiterverwenden oder laden.
Loslassen ist hier ganz praktisch gemeint: Was du nicht mehr nutzt, darf gehen, und zwar an den richtigen Ort. Wie sich Besitz bewusster gestalten lässt, vertieft auch der Gedanke des Minimalismus im Alltag.
Vor dem Entsorgen: Weiternutzen, reparieren, weitergeben
Der achtsamste Weg beginnt noch vor der Entsorgung. Ein funktionierendes altes Handy kann als Zweitgerät, Wecker oder Musikspieler weiterleben oder an jemanden gehen, der es braucht. Ein schwächelnder Akku lässt sich bei manchen Geräten tauschen. Reparatur und handwerkliches Wissen wertzuschätzen hilft dabei, vorhandene Geräte länger zu nutzen.
Wenn eine weitere Nutzung nicht mehr infrage kommt, ist die fachgerechte Rückgabe der nächste Schritt. Ein brauchbares Gerät weiterzugeben und ein defektes Gerät zum Recycling zu bringen, sind unterschiedliche Wege, Ressourcen zu schonen.
Was in einem kleinen Gerät steckt
Ein Smartphone ist eine kleine Rohstoffsammlung. Nach Angaben des Umweltbundesamts über Rohstoffe in Elektrogeräten stecken in Handys neben verbreiteten Metallen wie Eisen, Kupfer, Aluminium und Nickel auch seltene Stoffe wie Indium, Tantal und Gold. Lithium-Akkus enthalten je nach Zusammensetzung weitere wertvolle Metalle. Welche davon zurückgewonnen werden können, hängt vom Akkutyp und vom Recyclingverfahren ab. Die Gewinnung und Veredelung solcher Metalle belastet die Umwelt häufig stark.
Recycling kann einen Teil davon zurückgewinnen, aber nur, wenn das Gerät überhaupt in einer Sammelstelle ankommt. Jedes Handy, das im Restmüll landet oder für immer in der Schublade bleibt, fehlt diesem Kreislauf. Gleichzeitig enthalten Elektrogeräte und Batterien Stoffe, die nicht in die Umwelt gelangen sollen. Deshalb sind sie mit der durchgestrichenen Abfalltonne gekennzeichnet: Sie gehören nicht in den Hausmüll, sondern in die getrennte Sammlung.
Warum Akkus nie in die Rest- oder Gelbe Tonne gehören
Lithium-Akkus speichern viel Energie auf kleinem Raum. Werden sie im Müllfahrzeug gepresst oder in einer Sortieranlage beschädigt, kann ein Kurzschluss entstehen. Der Akku erhitzt sich stark und kann sich entzünden. Der Entsorgerverband BDE erläutert diese Gefahr in seinen Informationen zur Sammlung und Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus.
Das betrifft nicht nur große Akkus. Auch kleine Geräte mit eingebautem Akku zählen dazu: kabellose Kopfhörer, Fitnessarmbänder, elektrische Zahnbürsten, Powerbanks oder Einweg-E-Zigaretten. Gerade weil sie so klein sind, landen sie leicht im falschen Behälter.
Wohin mit alten Handys, Geräten und Akkus?
Die Rückgabe ist für private Haushalte an den vorgesehenen Sammelstellen kostenlos. Dabei kommt es darauf an, ob du ein vollständiges Elektrogerät oder eine lose Altbatterie beziehungsweise einen Akku abgeben möchtest.
Wertstoffhöfe und kommunale Sammelstellen
Kommunale Sammelstellen nehmen Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten unentgeltlich an. Für Altbatterien gibt es ebenfalls kommunale Rückgabemöglichkeiten. Informiere dich vorab, welche Stelle vor Ort die jeweilige Batterieart annimmt. Manche Städte bieten zusätzlich Schadstoffmobile oder Sammeltage an.
Sammelboxen für Gerätebatterien
Wer Gerätebatterien verkauft, muss entsprechende Altbatterien unentgeltlich zurücknehmen, unabhängig von Marke und chemischer Zusammensetzung. Die Pflicht ist auf die Batteriekategorien beschränkt, die der Händler führt oder geführt hat, und auf haushaltsübliche Mengen. Das regelt § 14 des Batterierecht-Durchführungsgesetzes. Sammelboxen findest du deshalb in vielen Supermärkten, Drogerien und Baumärkten. Geräte mit fest eingebautem Akku gehören dagegen in die Elektroaltgeräte-Sammlung, nicht in die Batteriebox.
Elektrohandel und größere Lebensmittelgeschäfte

Händler mit mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte müssen kleine Altgeräte, die in keiner äußeren Abmessung größer als 25 Zentimeter sind, auch ohne Neukauf annehmen. Die Rücknahme ist auf drei Altgeräte pro Geräteart beschränkt. Für Lebensmittelhändler gilt eine Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern, wenn sie mehrmals im Jahr oder dauerhaft Elektrogeräte anbieten. Bei größeren Altgeräten besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine kostenlose Rückgabemöglichkeit beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts.
Im Versandhandel zählen die gesetzlich maßgeblichen Lager- und Versandflächen. Für kleine Altgeräte müssen rücknahmepflichtige Händler geeignete Rückgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung anbieten. Die Einzelheiten stehen in § 17 des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes.
E-Zigaretten und elektronische Tabakerhitzer
Für diese Geräte gilt eine besondere Rücknahmepflicht: Händler, die E-Zigaretten oder elektronische Tabakerhitzer im Sortiment führen oder in den letzten sechs Monaten geführt haben, müssen gebrauchte Geräte dieser Art unentgeltlich zurücknehmen. Das gilt unabhängig von der Geschäftsgröße, auch im Versandhandel und ohne Neukauf. Der Wertstoffhof nimmt sie ebenfalls an.
Erkennbar sind Rücknahmestellen an eigenen Symbolen. Viele Händler erklären auf einer eigenen Seite, wie die Rückgabe bei ihnen funktioniert. Ein Beispiel aus dem Versandhandel ist die Infoseite zur Rücknahme von Elektroaltgeräten und Altbatterien der SOMUVA UG, für die der Autor schreibt; dort werden auch die Symbole erklärt.
Kleine Schritte vor der Abgabe
Bevor ein Gerät geht, lohnt sich ein kurzer, bewusster Abschied. Diese Schritte helfen bei der Vorbereitung:
- Daten sichern und löschen: Sichere Fotos und Kontakte, melde dich von deinen Konten ab und setze das Gerät nach Herstelleranleitung auf die Werkseinstellungen zurück. Entferne gegebenenfalls SIM- und Speicherkarten. Für das Löschen persönlicher Daten bist du selbst verantwortlich.
- Entnehmbare Batterien und Akkus getrennt zurückgeben: Altbatterien und Akkus, die nicht vom Altgerät umschlossen sind, müssen vor der Abgabe zerstörungsfrei getrennt werden. Auch leicht und sicher entnehmbare Akkus solltest du separat zurückgeben. Ist der Akku fest verbaut, öffne das Gerät nicht mit Gewalt; es geht dann als Ganzes in die Sammlung.
- Pole abkleben: Klebe bei losen lithiumhaltigen Batterien und Akkus die zugänglichen Kontakte mit geeignetem Isolierband ab. So verhinderst du, dass sie etwa durch Kontakt mit Metall einen Kurzschluss verursachen.
- Bis zur Rückgabe sicher aufbewahren: Lagere ausgediente Geräte und Akkus trocken, vor Hitze geschützt und fern von brennbaren Materialien. Lose Akkus sollten nicht mit Metallgegenständen in Berührung kommen.
Beschädigte Akkus persönlich übergeben
Ist ein Akku aufgebläht, verformt oder ausgelaufen, benutze und lade ihn nicht weiter. Öffne oder zerlege ihn nicht. Kläre mit der Sammelstelle, wie du ihn sicher verpackt zurückgeben kannst. Übergib ihn dort direkt dem Personal und weise auf den Schaden hin. Beschädigte Akkus gehören nicht unbeaufsichtigt in eine gewöhnliche Sammelbox. Das Umweltbundesamt gibt Hinweise zum sicheren Umgang mit Lithium-Akkus.
Ein stark erhitzter, rauchender oder brennender Akku ist dagegen ein akuter Gefahrenfall. Transportiere ihn nicht zur Sammelstelle. Halte Abstand und verlasse den Gefahrenbereich; bei Rauch oder Brand alarmiere die Feuerwehr über 112.
Achtsam bis zum Schluss
Ein Gerät richtig zurückzugeben, ist ein kleiner Akt der Verantwortung: für die Menschen, die im Müllfahrzeug und an der Sortieranlage arbeiten, für die Rohstoffe, die nicht verloren gehen, und für deinen eigenen Haushalt. Wer bewusster mit dem Smartphone umgehen möchte, kann diese Haltung über die tägliche Nutzung hinaus fortsetzen. Vielleicht ist heute ein guter Tag, die Schublade zu öffnen.
23.10.2026
Justin Flick
Über den Autor
Justin Flick schreibt für die SOMUVA UG (haftungsbeschränkt) aus Lüdenscheid über Rücknahme, Recycling und den sicheren Umgang mit Lithium-Akkus.
Stand der Angaben: Oktober 2026. Die beschriebenen gesetzlichen Rückgabewege beziehen sich auf Deutschland. Der Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.


