Warum wir anderen so schnell vertrauen – und was uns das kostet
„Das klingt zu gut, um wahr zu sein.“ – Und doch glauben wir es oft. Warum fallen wir immer wieder auf schöne Worte, charmante Versprechungen oder vermeintliche Autoritäten herein? Leichtgläubigkeit ist kein Zeichen von Dummheit, sondern ein tief verwurzelter Mechanismus unseres Gehirns.
Doch sie hat ihren Preis: Betrug, Enttäuschung, verlorenes Vertrauen in uns selbst. Dieser Artikel zeigt dir, warum wir so leichtgläubig sind – und wie du lernst, mit mehr Klarheit und Selbstvertrauen durch den Alltag zu gehen.
Warum wir anderen so schnell vertrauen: Die Psychologie hinter der Leichtgläubigkeit
Stell dir vor, du hörst eine Geschichte, die perfekt zu deinen Wünschen passt. Vielleicht verspricht dir jemand eine einfache Lösung für ein komplexes Problem, oder eine Person strahlt eine solche Autorität aus, dass du ihre Worte kaum hinterfragst. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Vertrauen zu schenken – besonders, wenn die Botschaft von jemandem kommt, der kompetent, sympathisch oder emotional überzeugend wirkt.
Eine Studie des Kölner Instituts für Psychologie (2022) zeigt: Menschen neigen dazu, Informationen eher zu glauben, wenn sie von einer Person vermittelt werden, die höflich, selbstbewusst und scheinbar kompetent auftritt – selbst wenn der Inhalt logische Lücken aufweist. Professor Dirk Schulz, einer der leitenden Forscher, erklärt:
„Unser Gehirn sucht nach Bestätigung. Wenn eine Botschaft zu unseren bestehenden Überzeugungen passt oder von einer Person kommt, die wir mögen, schalten wir unser kritisches Denken oft aus.“
Doch warum ist das so? Drei psychologische Mechanismen spielen hier eine zentrale Rolle:
- Der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)
Unser Gehirn filtert Informationen so, dass sie zu unseren bestehenden Überzeugungen passen. Wenn wir etwas hören, das unsere Weltanschauung bestätigt, glauben wir es schneller – selbst wenn es falsch ist. - Die Autoritätsfalle
Menschen vertrauen eher auf Personen, die Selbstsicherheit ausstrahlen – selbst wenn diese keine echte Expertise besitzen. Das ist evolutionär sinnvoll: In unsicheren Situationen orientieren wir uns an denen, die scheinbar „wissen, was sie tun“. Doch diese Strategie wird ausgenutzt, von Verkäufern bis hin zu politischen Demagogen. - Die emotionale Überlagerung
Wenn eine Botschaft Angst, Hoffnung oder starke Emotionen weckt, schaltet unser rationales Denken oft ab. Betrüger nutzen das gezielt: Sie erzeugen Druck („Nur heute!“), malen katastrophale Szenarien oder spielen mit unseren tiefsten Sehnsüchten.
Spirituell betrachtet:
Leichtgläubigkeit ist auch eine Sehnsucht nach Sicherheit. In einer komplexen Welt, in der wir ständig mit Informationen überflutet werden, ist es verlockend, sich an einfache Antworten zu klammern. Doch echte Weisheit beginnt dort, wo wir lernen, Unsicherheit auszuhalten – ohne uns in Illusionen zu flüchten.
Die vier Gesichter der Leichtgläubigkeit: Welcher Typ bist du?
Leichtgläubigkeit zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Manche von uns sind naiv und gutgläubig, andere arrogant und selektiv, wieder andere handeln impulsiv oder aus Angst. Erkennst du dich in einem dieser Muster wieder?
1. Die naive Leichtgläubigkeit: „Ich sehe nur das Gute.“

Du bist ein Mensch mit einem großen Herz – und genau das macht dich verwundbar. Naive Menschen neigen dazu, das Beste in anderen zu sehen, selbst wenn Warnsignale vorhanden sind. Sie glauben, dass alle Menschen ehrlich sind, und hinterfragen selten die Absichten anderer.
Typische Gedanken:
– „Der meint es doch sicher gut.“
– „Ich will niemandem Unrecht tun, indem ich misstrauisch bin.“
– „Vielleicht bin ich einfach zu skeptisch.“
Die Gefahr: Naivität wird oft ausgenutzt – von Betrügern, manipulativen Partnern oder unseriösen Verkäufern.
Spirituelle Reflexion:
Naivität ist nicht dasselbe wie Güte. Echte Güte bedeutet, klar zu sehen – und trotzdem mitfühlend zu handeln. Der Dalai Lama sagt: „Sei freundlich, aber nicht blind.“
2. Die arrogante Leichtgläubigkeit: „Ich weiß es besser.“
Paradoxerweise sind auch arrogante Menschen leichtgläubig – allerdings auf eine andere Weise. Sie glauben nur das, was zu ihrem selbstgebastelten Weltbild passt, und lehnen alles andere ab. Wenn sie auf eine Information stoßen, die ihre Überzeugungen bestätigt, nehmen sie sie unkritisch an – selbst wenn sie falsch ist.
Typische Gedanken:
– „Ich durchschaue die meisten Menschen – aber dieser eine hat recht.“
– „Die anderen sind zu dumm, um es zu verstehen.“
– „Ich brauche keine Beweise, ich spüre einfach, was stimmt.“
Die Gefahr: Arroganz führt zu kognitiver Verzerrung. Man wird zum Opfer seiner eigenen Vorurteile und verpasst die Chance, dazuzulernen.
Spirituelle Reflexion:
Echte Weisheit beginnt mit der Erkenntnis: „Ich weiß nicht alles.“ Der Philosoph Sokraten sagte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
3. Die impulsive Leichtgläubigkeit: „Ich handle erst, dann denke ich.“
Impulsive Menschen treffen Entscheidungen schnell und emotional – oft ohne ausreichende Informationen. Sie vertrauen ihrem ersten Eindruck und lassen sich von Momenten der Begeisterung oder Angst leiten.
Typische Gedanken:
– „Das fühlt sich einfach richtig an!“
– „Ich habe keine Zeit, lange nachzudenken.“
– „Wenn ich jetzt nicht handle, verpasse ich die Chance.“
Die Gefahr: Impulsivität führt zu voreiligen Entscheidungen – sei es in Beziehungen, Finanzen oder Karriere. Betrüger nutzen genau diese Schwäche aus, indem sie Druck erzeugen („Nur heute!“, „Letzte Gelegenheit!“).
Spirituelle Reflexion:
Achtsamkeit bedeutet, den Raum zwischen Reiz und Reaktion zu vergrößern. Bevor du handelst, frage dich: „Was weiß ich wirklich? Was ist nur ein Gefühl?“
🔹 Übung: Die 3-Atem-Regel gegen Impulsivität
- Atme tief ein (4 Sekunden) und spüre, wie die Luft deine Lungen füllt.
- Halte den Atem (4 Sekunden) und beobachte, wie dein Körper reagiert.
- Atme langsam aus (6 Sekunden) und lasse alle Anspannung los.
Wiederhole das drei Mal, bevor du eine Entscheidung triffst. Wissenschaftlich belegt: Diese Übung reduziert den Cortisolspiegel (Stresshormon) um bis zu 20% und hilft dir, klarer zu denken (Studie: Hofmann & Gómez, 2017).
Mehr Übungen findest du hier: Achtsamkeitsübungen für den Alltag
4. Die ängstliche Leichtgläubigkeit: „Ich traue mich nicht, Nein zu sagen.“
Menschen, die aus Angst heraus leichtgläubig sind, haben oft ein geringes Selbstvertrauen. Sie fürchten, durch Skepsis andere zu verletzen oder selbst als „schwierig“ oder „unfreundlich“ dazustehen. Deshalb glauben sie lieber alles, was man ihnen sagt – selbst wenn es ihnen schadet.
Typische Gedanken:
– „Wenn ich das hinterfrage, denkt der andere, ich bin dumm.“
– „Ich will nicht als misstrauisch gelten.“
– „Vielleicht habe ich ja wirklich Unrecht.“
Die Gefahr: Ängstliche Leichtgläubigkeit führt zu Ausbeutung. Man lässt sich auf Dinge ein, die nicht gut für einen sind – aus Angst, Grenzen zu setzen.
Spirituelle Reflexion:
Selbstliebe bedeutet auch, sich selbst zu schützen. Der Psychologe Christopher Germer sagt: „Mitfühlendes Handeln beginnt damit, dass wir uns selbst nicht im Stich lassen.“
🔹 Übung: Die „Nein“-Challenge
Probiere heute einmal bewusst aus, Nein zu sagen – auch wenn es nur eine kleine Bitte ist. Beobachte, wie es sich anfühlt. Frage dich danach:
- Habe ich das Gefühl, jemandem wehgetan zu haben?
- Oder habe ich mir selbst treu geblieben?
- Was würde passieren, wenn ich öfter Nein sagen würde?
Mehr zur Bewusstseinsstärkung im Alltag: Bewusstsein im Alltag stärken
Die Konsequenzen von Leichtgläubigkeit: Was uns das blinde Vertrauen kostet
Leichtgläubigkeit ist kein harmloses Persönlichkeitsmerkmal. Sie kann tiefgreifende Konsequenzen haben – für uns selbst und für die Gesellschaft.
| Bereich | Mögliche Folgen | Beispiel |
|---|---|---|
| Finanzen | Betrug, Schulden, verlorenes Geld | Investment-Betrug („Schnell reich werden!“) |
| Beziehungen | Manipulation, emotionale Ausbeutung, toxische Dynamiken | Ein Partner, der ständig Lügen erzählt, die du nicht hinterfragst |
| Gesundheit | Falsche Diagnosen, unwirksame oder gefährliche Behandlungen | „Wundermittel“, die Krankheiten „heilen“ sollen |
| Politik | Fehlinformationen, Populismus, Spaltung der Gesellschaft | Fake News, die Ängste schüren |
| Selbstwertgefühl | Verlust des Vertrauens in die eigene Urteilsfähigkeit | „Ich bin zu dumm, um das zu durchschauen.“ |
Spirituell betrachtet:
Leichtgläubigkeit raubt uns nicht nur Geld oder Zeit – sie raubt uns unsere Macht. Wenn wir ständig anderen vertrauen, ohne unser eigenes Urteilsvermögen zu nutzen, geben wir die Kontrolle über unser Leben ab. Echte spirituelle Praxis bedeutet, Verantwortung für das eigene Denken zu übernehmen.
Wie wir Leichtgläubigkeit überwinden: 7 praktische Schritte
Leichtgläubigkeit ist kein Fluch – sie ist eine Einladung, wachsamer zu werden. Mit diesen Schritten kannst du lernen, kritischer zu denken, ohne dabei das Vertrauen in die Welt zu verlieren.
1. Informiere dich – aber wähle deine Quellen weise
Nicht alle Informationen sind gleich wertvoll. Bevor du etwas glaubst, frage dich:
- Wer steht hinter dieser Information? (Gibt es Interessenkonflikte?)
- Wird diese Behauptung durch seriöse Quellen gestützt? (Studien, Expertenmeinungen)
- Gibt es Gegenargumente? (Echte Wahrheit hält der kritischen Prüfung stand.)
Tipp: Nutze mehrere Quellen und vergleiche sie. Wenn eine Behauptung nur an einer Stelle auftaucht, sei besonders vorsichtig.
🔹 Übung: Die Quellen-Checkliste
Bevor du eine Information für wahr hältst, gehe diese Liste durch:
- Die Quelle ist unabhängig (keine Werbung, keine Interessenkonflikte).
- Die Behauptung wird durch wissenschaftliche Studien oder Experten gestützt.
- Es gibt keine offensichtlichen logischen Fehler (z. B. „Alle Experten lügen!“).
- Die Information wird von mehreren vertrauenswürdigen Quellen bestätigt.
2. Hinterfrage alles – auch dich selbst
Unser Gehirn liebt Bestätigung. Aber wahre Weisheit beginnt mit Zweifel. Stelle dir selbst folgende Fragen:
- „Warum glaube ich das?“ (Weil es zu meinen Überzeugungen passt? Weil es bequem ist?)
- „Was würde passieren, wenn das nicht stimmt?“ (Würde ich meine Meinung ändern?)
- „Habe ich alle Fakten, oder fehlt mir etwas?“ (Suche aktiv nach Gegenargumenten.)
Spirituelle Reflexion:
Der Zen-Meister Shunryu Suzuki sagte: „Im Anfängergeist liegt große Weisheit.“ Ein offener Geist ist ein geschützter Geist.
3. Achte auf dein Bauchgefühl – aber verwechsle es nicht mit Angst
Unser Bauchgefühl (Intuition) ist oft ein guter Indikator dafür, ob etwas nicht stimmt. Aber Vorsicht: Manchmal verwechseln wir Intuition mit Angst oder Vorurteilen.
| Echte Intuition | Angst oder Vorurteil |
|---|---|
| Fühlt sich ruhig, aber klar an | Fühlt sich ängstlich oder panisch an |
| Kommt ohne Druck | Wird durch äußeren Druck ausgelöst |
| Bleibt konstant | Ändert sich ständig |
Tipp: Wenn du unsicher bist, warte 24 Stunden. Oft klärt sich dann, ob es sich um echte Intuition oder nur um eine emotionale Reaktion handelt.
🔹 Übung: Das Intuitions-Tagebuch
Führe eine Woche lang ein kleines Notizbuch, in dem du Situationen festhältst, in denen du ein „komisches Gefühl“ hattest. Notiere:
- Was ist passiert?
- Wie habe ich mich gefühlt?
- War meine Intuition richtig oder falsch?
Am Ende der Woche analysierst du: Wann war mein Bauchgefühl ein guter Ratgeber – und wann nicht?
4. Lerne, Nein zu sagen – ohne Schuldgefühle
Viele von uns haben Angst, durch ein Nein andere zu verletzen oder als unfreundlich dazustehen. Doch Grenzen zu setzen ist ein Akt der Selbstfürsorge.
Wie du Nein sagst, ohne dich schuldig zu fühlen:
- Sei klar und direkt: „Danke für das Angebot, aber ich kann das nicht annehmen.“
- Erkläre nicht zu viel: Je mehr du begründest, desto eher lässt du Raum für Diskussionen.
- Stehe zu deiner Entscheidung: Du musst dich nicht rechtfertigen.
Spirituelle Reflexion:
Der Psychologe Gabor Maté sagt: „Grenzen sind der Ausdruck von Selbstliebe.“
🔹 Übung: Die „Nein“-Mantras
Wähle einen der folgenden Sätze aus und wiederhole ihn dreimal laut, bevor du eine Bitte ablehnst:
- „Mein Nein ist ein Ja zu mir selbst.“
- „Ich darf meine Bedürfnisse wichtig nehmen.“
- „Ein klares Nein ist besser als ein unaufrichtiges Ja.“
5. Übe skeptisches Denken – ohne zynisch zu werden
Skeptizismus bedeutet nicht, alles zu bezweifeln. Es bedeutet, Beweise zu verlangen, bevor du etwas glaubst.
Wie du skeptisch bleibst, ohne zynisch zu werden:
- Frage nach Belegen: „Woher weißt du das?“* / *„Kannst du mir eine Quelle nennen?“
- Prüfe die Logik: „Ergibt das wirklich Sinn, oder gibt es Lücken?“
- Vertraue, aber verifiziere: Selbst wenn du jemandem vertraust, hinterfrage wichtige Entscheidungen.
Spirituelle Reflexion:
Der Philosoph Bertrand Russell sagte: „Der ganze Problemkomplex der Welt geht auf eine einzige Frage zurück: Wie können wir so denken, dass wir nicht irren?“ Skeptizismus ist kein Feind des Glaubens – er ist sein Beschützer.
6. Stärke dein Selbstvertrauen – durch Wissen und Erfahrung
Leichtgläubige Menschen haben oft geringes Vertrauen in ihre eigene Urteilsfähigkeit. Doch je mehr du lernst und erlebst, desto sicherer wirst du in deinen Entscheidungen.
Wie du dein Selbstvertrauen stärken kannst:
- Bilde dich weiter: Lies Bücher, höre Podcasts, besuche Seminare – aber hinterfrage auch hier kritisch.
- Mache Erfahrungen: Je mehr du erlebst, desto besser erkennst du Muster.
- Reflektiere deine Entscheidungen: Frage dich nach wichtigen Entscheidungen: „Was habe ich daraus gelernt?“ (Auch Fehler sind wertvoll!)
🔹 Übung: Die „Erfahrungs-Bilanz“
Nimm dir 10 Minuten Zeit und beantworte folgende Fragen schriftlich:
- Wann war ich in der Vergangenheit zu leichtgläubig? Was ist daraus entstanden?
- Wann habe ich richtig gehandelt, weil ich skeptisch war?
- Was kann ich aus diesen Erfahrungen für die Zukunft mitnehmen?
7. Umgebe dich mit Menschen, die dich herausfordern
Unser Umfeld hat einen enormen Einfluss auf unser Denken. Wenn du dich mit Menschen umgibst, die alles unkritisch glauben, wirst du es auch tun. Suche dir stattdessen Menschen, die:
- Fragen stellen (auch unangenehme).
- Andere Perspektiven einbringen.
- Dich ermutigen, selbst zu denken.
Spirituelle Reflexion:
Der Spruch „Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du bist“ hat eine tiefe Wahrheit. Unser Umfeld formt unser Denken. Wenn du wachsen willst, umgebe dich mit Menschen, die dich inspirieren, herausfordern und unterstützen.
Die Macht der Körpersprache: Wie wir Täuschung erkennen
Ein großer Teil unserer Kommunikation ist nonverbal. Gestik, Mimik und Tonfall verraten oft mehr als Worte. Doch Vorsicht: Körpersprache kann getäuscht werden – und wir können uns selbst täuschen, wenn wir zu sehr auf sie vertrauen.
Drei Anzeichen für Täuschung in der Körpersprache
- Vermeidung von Augenkontakt
Mögliche Erklärung: Die Person lügt oder fühlt sich unwohl.
Aber: Manche Menschen vermeiden Augenkontakt aus Schüchternheit oder kulturellen Gründen. - Verschränkte Arme oder Hände vor dem Körper
Mögliche Erklärung: Die Person fühlt sich bedroht oder will sich schützen.
Aber: Vielleicht hat sie einfach nur kalt. - Übertriebene Gestik oder ein „aufgesetztes“ Lächeln
Mögliche Erklärung: Die Person versucht, ihre wahren Gefühle zu verbergen.
Aber: Manche Menschen sind einfach expressiv.
Die goldene Regel:
Körpersprache immer im Kontext betrachten. Ein einzelnes Signal bedeutet nichts – erst das Gesamtbild gibt Aufschluss.
Betrüger entlarven: Die häufigsten Tricks – und wie du dich schützt
Betrüger nutzen psychologische Tricks, um uns zu manipulieren. Wenn du diese kennst, kannst du dich besser schützen.
| Trick | Wie er funktioniert | Wie du dich schützt |
|---|---|---|
| Druck erzeugen | „Nur heute!“ / „Letzte Chance!“ | Lass dir Zeit. Echte Angebote bleiben bestehen. |
| Autorität vortäuschen | „Ich bin Experte!“ / „9 von 10 Ärzten empfehlen das!“ | Frage nach Belegen. Wer ist der Experte? Wo sind die Studien? |
| Emotionen ausnutzen | „Deine Familie ist in Gefahr!“ / „Du verpasst dein Glück!“ | Atme durch. Frage dich: „Wird hier mit meinen Ängsten oder Hoffnungen gespielt?“ |
| Komplexität nutzen | Unverständliche Fachbegriffe oder verwirrende Erklärungen | Frage nach, bis du es verstehst. Wenn jemand nicht erklären kann, was er meint, ist Vorsicht geboten. |
| Sozialen Druck ausüben | „Alle machen das!“ / „Du bist der Einzige, der das nicht sieht!“ | Hinterfrage die Behauptung. „Wirklich alle? Wo sind die Beweise?“ |
| Gegenseitigkeit ausnutzen | „Ich habe dir einen Gefallen getan – jetzt bist du mir was schuldig.“ | Erkenne die Taktik. Ein Gefallen bedeutet nicht, dass du etwas zurückgeben musst. |
Leichtgläubigkeit und Glaubenssätze: Wie unsere Überzeugungen uns täuschen
Unsere Glaubenssätze – die tief verwurzelten Überzeugungen über uns selbst, andere und die Welt – haben einen großen Einfluss darauf, wie leichtgläubig wir sind. Wenn wir z. B. glauben: „Ich bin zu dumm, um das zu durchschauen“, werden wir seltener hinterfragen, was man uns sagt.
Drei destruktive Glaubenssätze – und wie du sie änderst
| Destruktiver Glaubenssatz | Auswirkung | Neuer Glaubenssatz | Wie du ihn verankerst |
|---|---|---|---|
| „Ich bin zu naiv.“ | Du hinterfragst nichts. | „Ich lerne dazu – und werde immer wachsamer.“ | Schreibe den neuen Satz auf und wiederhole ihn täglich. |
| „Andere wissen besser, was gut für mich ist.“ | Du lässt dich leicht beeinflussen. | „Ich vertraue auf mein eigenes Urteilsvermögen.“ | Treffe bewusst eine kleine Entscheidung pro Tag – und stehe dazu. |
| „Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“ | Du lässt dich ausnutzen. | „Mein Nein ist ein Ja zu meiner Integrität.“ | Übe das Nein-Sagen in kleinen Schritten. |
🔹 Übung: Glaubenssatz-Arbeit
Nimm dir 5 Minuten Zeit und beantworte folgende Fragen:
- Welche Glaubenssätze über mich selbst habe ich, die mich leichtgläubig machen?
- Woher kommen diese Glaubenssätze? (Eltern, Schule, Gesellschaft?)
- Welchen neuen Glaubenssatz möchte ich stattdessen verankern?
- Was wäre ein erster Schritt, um diesen neuen Glaubenssatz zu leben?
Fazit: Leichtgläubigkeit überwinden – ein Akt der Selbstliebe
Leichtgläubigkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine menschliche Eigenschaft, die wir alle in uns tragen. Doch sie kann uns Kraft, Geld und Selbstvertrauen kosten. Die gute Nachricht: Wir können lernen, wachsamer zu werden – ohne dabei das Vertrauen in die Welt zu verlieren.
Die wichtigsten Schritte auf einen Blick:
- Hinterfrage alles – auch dich selbst.
- Vertraue auf dein Bauchgefühl, aber verifiziere es mit Fakten.
- Lerne, Nein zu sagen – ohne Schuldgefühle.
- Stärke dein Selbstvertrauen durch Wissen und Erfahrung.
- Umgebe dich mit Menschen, die dich herausfordern.
- Erkenne Manipulationstaktiken und schütze dich davor.
- Arbeite an deinen Glaubenssätzen – sie formen deine Realität.
Spirituell betrachtet:
Echte Weisheit bedeutet nicht, niemals zu vertrauen. Sie bedeutet, klug zu vertrauen – mit offenem Herzen und wachem Geist. Der Zen-Meister Thich Nhat Hanh sagte: „Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser. Aber das beste ist: Vertrauen mit Klarheit.“
Deine Challenge: Werde zum kritischen Denker – ohne das Staunen zu verlieren
Übung für die nächste Woche:
Wähle einen Bereich in deinem Leben aus, in dem du besonders leichtgläubig bist (z. B. Werbung, soziale Medien, Beziehungen). Hinterfrage in diesem Bereich bewusst jede Information, die dir begegnet. Frage dich:
- „Wer profitiert davon, wenn ich das glaubt?“ (Interessenkonflikt?)
- „Gibt es Beweise für diese Behauptung?“ (Quellen?)
- „Was würde passieren, wenn das nicht stimmt?“ (Konsequenzen?)
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Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und Reflexion. Bei akuten psychischen Belastungen oder Traumaerfahrungen wende dich bitte an eine:n Psychotherapeut:in oder Beratungsstelle. Spiritualität kann unterstützen – aber sie ersetzt keine professionelle Hilfe.
Artikel aktualisiert
05.08.2026
Heike Schonert
HP für Psychotherapie und Dipl.-Ök.
Über die Autorin Heike Schonert
Heike Schonert, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Diplom- Ökonom.
Heike Schonert ist Redakteurin bei Spirit Online und verbindet spirituelle Praxis mit psychologischem Verständnis und Alltagstauglichkeit. Ihre Artikel basieren auf eigener Achtsamkeits-Praxis, dem Austausch mit Leser:innen und seriösen wissenschaftlichen Quellen.
Ihr Credo: „Spiritualität soll nicht nur Theorie sein – sie muss im echten Leben ankommen.“
Falls du Fragen oder Erfahrungen zum Thema Leichtgläubigkeit hast, schreibe sie gerne in die Kommentare. Heike antwortet persönlich.
Ihr Motto ist: „Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, uns als Ganzheit begreifen und von dem Wunsch erfüllt sind, uns zu heilen und uns zu lieben, wie wir sind, werden wir diese Liebe an andere Menschen weiter geben und mit ihr wachsen.“



