Spirit Art: Kunst verbindet beide Welten

Gemälde von Ulrike Eschbaumer

Spirit Art – Wenn Kunst beide Welten miteinander verbindet

Manchmal begegnen sich zwei Wege, die lange getrennt erschienen – und plötzlich erkennen wir, dass sie von Anfang an zusammengehörten. In meinem letzten Spirit-Zirkel waren es die Kunst und die mediale Wahrnehmung, die auf besondere Weise zueinanderfanden.

Das Thema dieses Vormittages lautete Porträtzeichnen und Jenseitskontakte. Dabei durfte ich auf einen Teil meiner eigenen Lebensgeschichte zurückgreifen: auf mein früheres Berufsfachwissen als Grafik-Designerin und Künstlerin. Was zunächst wie eine rein handwerkliche Grundlage wirkte, öffnete für die Teilnehmenden einen neuen Ausdrucksraum. Aus Linien, Formen und inneren Eindrücken entstanden Bilder, die nicht allein mit den äußeren Augen gesehen worden waren.

Wenn künstlerisches Handwerk auf mediale Wahrnehmung trifft

Am Anfang stand etwas ganz Irdisches: die Frage, wie sich ein menschliches Gesicht zeichnen lässt. Welche Proportionen helfen bei der Orientierung? Wie können Augen, Nase, Mund und Gesichtsform mit wenigen Linien erfasst werden? Und worauf richtet sich der Blick, wenn es nicht um künstlerische Perfektion, sondern um den Ausdruck und die Besonderheit eines Menschen geht?

In der ersten Stunde vermittelte ich einfache Grundlagen des Porträtzeichnens. Natürlich kann niemand in so kurzer Zeit zu einer ausgebildeten Porträtkünstlerin oder einem Porträtkünstler werden. Darum ging es auch nicht. Mein Anliegen war es, den Teilnehmenden ein handwerkliches Gerüst zu geben und ihnen die Scheu vor dem weißen Blatt zu nehmen.

Denn manchmal ist ein innerer Eindruck bereits vorhanden, doch es fehlt die Möglichkeit, ihm eine sichtbare Form zu geben.

Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden miteinander. Sie versuchten jeweils, für ihr Gegenüber einen Jenseitskontakt herzustellen und die dabei wahrgenommenen Eindrücke zeichnerisch umzusetzen. Diese Verbindung aus erlernbarer künstlerischer Fähigkeit und medialer Wahrnehmung bereitete allen viel Freude.

Sie machte zugleich etwas sichtbar, das in der spirituellen Arbeit leicht übersehen wird: Auch das Feinstoffliche braucht manchmal ein sehr konkretes irdisches Werkzeug. Was bei einem achtsam begleiteten Jenseitskontakt innerlich wahrgenommen wird, kann sich als Gefühl, Gedanke, Erinnerung, Symbol oder Bild zeigen. Beim medialen Zeichnen kommt eine weitere Möglichkeit hinzu: Der Eindruck wird durch die Hand nach außen geführt.

Was bedeutet Spirit Art?

Für diese Verbindung von Kunst und medialer Wahrnehmung wird häufig der Begriff Spirit Art verwendet. Gemeint sind bildnerische Arbeiten, die während einer intuitiven oder medialen Verbindung entstehen. Dazu können Porträts, symbolische Darstellungen, Engelbilder, Aurabilder oder frei inspirierte Malereien gehören.

Ein mediales Porträt entsteht nicht nach einer sichtbaren Fotovorlage. Die zeichnende Person versucht vielmehr, einen inneren Eindruck in erkennbare Merkmale zu übersetzen. Manchmal zeigt sich zuerst eine Gesichtsform, manchmal ein Blick, eine Frisur, ein Ausdruck oder ein einzelnes charakteristisches Detail.

Entscheidend ist für mich nicht, ob daraus ein fotografisch genaues Bild wird. Viel wichtiger ist die Bereitschaft, aufmerksam wahrzunehmen und dem inneren Eindruck zu folgen, ohne ihn vorschnell zu verändern oder passend machen zu wollen.

Gleichzeitig sollte eine solche Zeichnung nicht vorschnell als Beweis für einen Kontakt zur geistigen Welt bezeichnet werden. Spirit Art bewegt sich in einem persönlichen Erfahrungsraum aus Medialität, Intuition, Erinnerung und menschlicher Gestaltung. Satz entfernt

Ist jedes innere Bild eine Botschaft?

Spirit Art - Gemälde von Ulrike Eschbaumer
© Ulrike Eschbaumer

Wer intuitiv oder medial arbeitet, begegnet früher oder später einer wichtigen Frage: Was nehme ich tatsächlich wahr – und was entsteht aus meiner Erwartung, meiner Fantasie oder meinem Wunsch nach einem bestimmten Ergebnis?

Diese Ebenen lassen sich nicht immer eindeutig voneinander trennen. Das ist für mich kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein Teil des Lernweges. Eine verantwortungsvolle mediale Entwicklung besteht nicht darin, jeden inneren Eindruck sofort zu einer Botschaft zu erklären. Sie beginnt damit, aufmerksam zu beobachten und die eigene Interpretation zunächst zurückzustellen.

Beim Zeichnen wird dieser Vorgang besonders anschaulich. Eine Linie erscheint. Ein Gesicht nimmt langsam Gestalt an. Vielleicht drängt sich ein bestimmter Ausdruck auf oder die Hand zeichnet ein Detail, das vorher nicht bewusst geplant war. Erst im späteren Austausch mit dem Gegenüber kann sich zeigen, ob einzelne Merkmale eine persönliche Resonanz auslösen.

Dabei sollte kein Druck entstehen. Das Gegenüber muss eine Zeichnung weder erkennen noch bestätigen. Auch eine fehlende Übereinstimmung darf nicht schöngeredet oder nachträglich passend erklärt werden. Nicht jede Wahrnehmung lässt sich eindeutig einordnen. Manches bleibt offen – und auch das gehört zu einem seriösen Umgang mit der Entwicklung medialer Fähigkeiten.

Kunst wird zur Sprache, wo Worte nicht ausreichen

Ein Jenseitskontakt wird häufig mit gesprochenen Botschaften verbunden. Doch Wahrnehmung beginnt nicht immer in Worten. Manche Menschen sehen innere Bilder. Andere spüren Stimmungen, Farben oder Bewegungen. Wieder andere nehmen einzelne Merkmale einer Person wahr, ohne sofort erklären zu können, warum gerade dieses Detail auftaucht.

Das Zeichnen verlangsamt diesen Vorgang. Die Hand kann nicht alles gleichzeitig zu Papier bringen. Sie muss auswählen, beobachten und immer wieder neu hinsehen. Dadurch entsteht ein stiller Dialog zwischen Wahrnehmung und Gestaltung.

Vielleicht liegt darin eine besondere Qualität der Spirit Art: Sie zwingt das Unsichtbare nicht in eine fertige Erklärung. Ein Bild darf andeuten. Es darf Fragen offenlassen. Es kann berühren, ohne den Anspruch zu erheben, etwas endgültig beweisen zu müssen.

So verstanden ist Kunst keine bloße Ausschmückung medialer Arbeit. Sie wird zu einer eigenen Sprache – einer Sprache, die dort beginnen kann, wo Worte an ihre Grenzen kommen.

Mediale Porträts, Aurabilder und inspiriertes Malen

Die Verbindung von Kunst und spiritueller Wahrnehmung kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Beim medialen Porträt steht meistens ein Gesicht oder die empfundene Präsenz einer Person im Mittelpunkt. Beim inspirierten Malen dürfen Farben, Formen und Symbole freier entstehen. Das Bild entwickelt sich Schritt für Schritt, ohne dass sein Ergebnis bereits am Anfang feststeht.

Auch Aurabilder gehören für viele Menschen in diesen Bereich. Dabei werden Farben und Strukturen als Ausdruck einer wahrgenommenen Stimmung oder energetischen Qualität gestaltet. Ein solches Bild sollte jedoch nicht als objektive Vermessung eines Menschen verstanden werden. Es bleibt eine persönliche intuitive Wahrnehmung, die immer auch durch die Erfahrungen und die Ausdrucksweise der malenden Person geprägt ist.

Ähnlich empfinde ich es bei den Engelbildern, die ich anfertige. Ich versuche dabei nicht, eine geistige Wirklichkeit fotografisch abzubilden. Farben, Licht, Formen und Symbole entstehen aus einem inneren Kontakt und zugleich aus meiner eigenen künstlerischen Sprache.

Das Bild ist deshalb immer beides: spirituelle Inspiration und menschliche Gestaltung. Gerade diese Verbindung macht es lebendig. Die geistige Welt, so wie wir sie persönlich erfahren, begegnet dem Wissen, der Erfahrung und den Ausdrucksmöglichkeiten eines Menschen. Das eine hebt das andere nicht auf.

Warum handwerkliches Können die Intuition nicht begrenzt

Manchmal wird angenommen, zu viel Technik könne die Intuition stören. Doch handwerkliches Können muss kein Hindernis sein. Es kann zu einem Gefäß werden, das eine Wahrnehmung aufnimmt und ihr eine klarere Form gibt.

Eine Musikerin braucht ihr Instrument und die Fähigkeit, es zu spielen. Ein Schriftsteller benötigt Sprache, um einen inneren Gedanken auszudrücken. Ebenso kann zeichnerisches Wissen helfen, einen inneren Eindruck sichtbar werden zu lassen.

Für mich geht es um ein bewusstes Zusammenspiel: Das Handwerk stellt seine Möglichkeiten zur Verfügung. Die Intuition öffnet den Raum. Und der Mensch bleibt dafür verantwortlich, wie er das Erlebte einordnet und weitergibt.

Mediales Zeichnen braucht einen geschützten Rahmen

Wo Jenseitskontakte, persönliche Erinnerungen und Trauer berührt werden, reicht kreative Begeisterung allein nicht aus. Es braucht Achtsamkeit, Respekt und klare Grenzen. Niemand sollte sich zu einer Übung gedrängt fühlen oder den Eindruck erhalten, ein entstandenes Bild müsse eine bestimmte Bedeutung besitzen.

Ebenso wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Informationen. Wahrnehmungen sollten nicht dramatisiert, mit Diagnosen verbunden oder als unumstößliche Wahrheit präsentiert werden. Ein medial entstandenes Bild darf eine Einladung zur Resonanz sein. Es darf jedoch keine Autorität über die Gefühle, Erinnerungen oder Entscheidungen eines anderen Menschen beanspruchen.

Gerade bei Trauer und seelischer Verletzlichkeit ist eine sorgfältige Begleitung notwendig. Auch die Unterscheidung zwischen medialer Wahrnehmung und psychischer Belastung gehört für mich zu einer verantwortungsbewussten spirituellen Arbeit.

Diese Haltung ist Teil einer Medialität ohne Show und Selbstdarstellung. Spirituelle Wahrnehmung wird nicht glaubwürdiger, indem sie größer dargestellt wird, als sie ist. Ihre Würde zeigt sich vielmehr in der Sorgfalt, mit der wir mit ihr umgehen.

Wenn frühere Fähigkeiten einen neuen Sinn erhalten

Der Vormittag im Spirit-Zirkel hat nicht nur den Teilnehmenden Freude bereitet. Auch für mich war es beglückend, mein künstlerisches Fachwissen weiterzugeben und mit meiner heutigen medialen Arbeit zu verbinden.

Manchmal glauben wir, ein früherer Beruf oder eine zurückliegende Lebensphase habe mit unserem heutigen spirituellen Weg nichts mehr zu tun. Doch vieles, was wir einmal gelernt und erfahren haben, wartet vielleicht nur auf einen neuen Zusammenhang.

Kein ernsthaft erworbenes Wissen muss verloren sein. Eine handwerkliche Fähigkeit, ein Beruf, eine kreative Begabung oder eine Lebenserfahrung kann später zu einem wichtigen Teil unseres Weges werden. Spiritualität bedeutet für mich deshalb nicht, das Irdische hinter sich zu lassen. Sie bedeutet, bewusster zu erkennen, was sich durch unser Leben miteinander verbinden möchte.

Kunst als behutsame Brücke zwischen den Welten

Kann Kunst beide Welten miteinander verbinden? Für mich lautet die Antwort: Sie kann einen Raum schaffen, in dem eine solche Verbindung erfahrbar wird.

Nicht jedes Bild ist eine Botschaft. Nicht jede Linie besitzt eine verborgene Bedeutung. Und kein Porträt kann für sich allein beweisen, woher ein innerer Eindruck stammt. Doch Kunst kann uns helfen, stiller zu werden, genauer hinzusehen und einer feinen Wahrnehmung Ausdruck zu verleihen.

Darin liegt für mich die besondere Kraft der Spirit Art. Das Sichtbare öffnet einen Raum für das Unsichtbare. Das erlernte Handwerk begegnet der Intuition. Und etwas, das zunächst nur innerlich wahrgenommen wurde, darf in Farbe, Form und Linie seinen Weg in unsere Welt finden – behutsam, schöpferisch und in tiefer Achtung vor dem, was sich zeigen möchte.

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16.07.2026
Von Herzen,
Ulrike Eschbaumer,
Medium am Bodensee

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Über die AutorinUlrike Eschbaumer Medium am Bodensee

Ulrike Eschbaumer ist Medium, spirituelle Begleiterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. In ihrer Arbeit verbindet sie psychotherapeutisch fundiertes Wissen mit medialer Wahrnehmung, Hellsinnen und einer tiefen Verbindung zur Geistigen Welt.

Der plötzliche Verlust ihres Vaters im Jahr 1999 öffnete ihr inneres Erleben auf neue Weise und führte sie bewusster auf ihren medialen Weg. Seit 2007 entwickelt sie ihre Gabe kontinuierlich weiter – unter anderem geprägt durch ihre Ausbildung am Arthur Findlay College in Stansted.

Ihr Anliegen ist es, Menschen verantwortungsvoll, klar und achtsam zu begleiten – zwischen seelischer Orientierung, spiritueller Wahrnehmung und geerdeter innerer Entwicklung.

medium-am-bodensee.de
psychotherapie-am-bodensee.de

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