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Sitting in the Power: Bedeutung, Ablauf und Forschung

Sitting in the Power: Eine Frau meditiert auf einem Stuhl am Fenster

Was bedeutet „Sitzen in der Kraft“?

„Sitting in the Power“, auf Deutsch „Sitzen in der Kraft“, ist eine Meditation aus der Praxis der Medialität. Im englischen Spiritualismus nutzen manche Medien sie zur Sammlung und Vorbereitung. Wissenschaftlich untersucht werden unter anderem Erfahrungen, die Menschen als Begegnung mit Verstorbenen beschreiben [1].

Wer von „Kraft“ spricht, meint in dieser Tradition die innere Präsenz, die beim stillen Sitzen wahrgenommen wird. Manche Praktizierende verstehen die Übung als Vorbereitung auf die Verbindung zur geistigen Welt. Die Themenseite Medialität ordnet die verschiedenen Formen dieser Praxis ein.

Für die Forschung ist es wichtig, die Übung und die berichteten Erfahrungen getrennt zu betrachten. Innere Bilder oder ein Gefühl von Anwesenheit können für die betreffende Person sehr eindrücklich sein. Die Frage, wie ein solcher Eindruck entsteht, bleibt damit offen. Ein Forschungsüberblick zu Meditation behandelt solche Berichte als eigenes Untersuchungsfeld [2].

Meditation umfasst unterschiedliche Praktiken [2].
Ergebnisse einer allgemeinen Meditationsstudie lassen sich daher nur eingeschränkt auf „Sitting in the Power“ übertragen.

Wie wird die Meditation praktiziert?

Ein möglicher Einstieg ist, sich bequem hinzusetzen, ruhig zu atmen und die Aufmerksamkeit darauf zu richten, wie sich der Körper und die eigene Anwesenheit im Moment anfühlen. Gedanken und innere Bilder dürfen auftauchen. Wer sie gleich deutet, übersieht leicht, was tatsächlich wahrgenommen wurde.

In der spirituellen Praxis richten manche Medien ihre Aufmerksamkeit anschließend über die eigene Person hinaus. Sie verstehen die so erlebte Öffnung als Vorbereitung auf eine Begegnung mit der geistigen Welt.

Begriffe wie Seelenenergie und Schwingung beschreiben, wie manche Praktizierende diese Erfahrung in ihrer Tradition verstehen. Eine wissenschaftlich gemessene Eigenschaft ist damit in dieser Beschreibung nicht gemeint.

Einige Medien empfehlen regelmäßiges Üben. Die Praxis und ihre Anleitung können sich von Schule zu Schule unterscheiden.

Wo wird „Sitting in the Power“ praktiziert?

„Sitting in the Power“ wird im englischen Spiritualismus als Teil medialer Ausbildung vermittelt.

Das Arthur Findlay College in England bietet Kurse zur medialen Entwicklung an [3]. Auch im deutschsprachigen Raum wird „Sitting in the Power“ als geführte Meditation angeboten.

Der Beitrag konzentriert sich auf diese einzelne Übung. In einer Ausbildung können daneben andere Formen der Meditation und der Umgang mit medialen Eindrücken geübt werden.

Was ist wissenschaftlich untersucht?

Die wissenschaftliche Frage lautet, ob sich nach der Übung ein Effekt unter kontrollierten Bedingungen wiederholt beobachten lässt.

Die angeführten Studien zur Meditation untersuchen verschiedene Fragen, etwa Präkognition oder die Wirkung einer aus der Ferne ausgeübten Absicht.

In der Forschung wird zwischen spontanen Erfahrungen und Erlebnissen aus gezielt aufgesuchten Situationen unterschieden [1]. Auch ein intensives persönliches Erlebnis beantwortet die Frage nach der Wirksamkeit der Übung für sich genommen nicht.

In den genannten Arbeiten wurde beispielsweise untersucht, ob Meditierende bei einer Aufgabe zur Präkognition bessere Ergebnisse erzielen. Das ist eine andere Frage als die nach dem Erleben beim „Sitzen in der Kraft“.

Die in der Quellenliste genannten Studien untersuchen „Sitting in the Power“ nicht direkt [4, 5, 6]. Ob die Übung außersinnliche Wahrnehmung verlässlich fördert, bleibt damit offen.

Die unterschiedlichen Forschungsfragen ordne ich im Beitrag Paranormale Phänomene bei Meditation näher ein.

Wie lassen sich berichtete Nachtodkontakte einordnen?

Sitting in the Power: Eine Frau meditiert auf einem Stuhl am Fenster
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Manche Trauernde berichten von einem Traum, einer Stimme oder dem Gefühl, eine verstorbene Person sei anwesend. Auch in der Forschung zu Meditation und Nachtodkontakten werden solche Berichte beschrieben [1, 2].

Solche Eindrücke können spontan auftreten. Manche Menschen erleben sie als tröstlich, andere als verunsichernd. Die spirituelle Deutung einer Begegnung kann für Hinterbliebene bedeutsam sein. Aus einem einzelnen Erlebnis lässt sich keine mediale Fähigkeit ableiten.

Mit „Nachtodkontakt“ ist hier ein berichtetes Erleben nach dem Tod einer anderen Person gemeint. Es ist vom Begriff „Nahtoderfahrung“ zu unterscheiden. Die Beschreibung eines solchen Eindrucks legt noch keine Erklärung seiner Herkunft fest [1].

Eine interdisziplinäre Übersichtsarbeit von Karina S. Kamp und ihrem Forschungsteam ordnet solche Erlebnisse in ihren persönlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhang ein. Die Autorinnen und Autoren beschreiben die große Mehrheit der untersuchten Erfahrungen als unbedenklich; die individuelle Belastung bleibt für die Einordnung wichtig.

Wenn jemand in einer Meditation einen solchen Eindruck wahrnimmt, lässt sich zunächst beschreiben, was erlebt wurde und wie die Person es für sich einordnet.

Für eine spätere Einordnung hilft es, den Eindruck zunächst ohne Erklärung zu notieren: Was wurde wahrgenommen, was war bereits bekannt und wie wirkte die Erfahrung nach?

Neda Wassie beschreibt einen Forschungsansatz zu meditationsbezogenen Kontakterfahrungen in der Trauer [7]. Die Arbeit belegt weder, dass „Sitting in the Power“ solche Erfahrungen gezielt auslöst, noch dass die Übung als Trauertherapie wirksam ist. Die Fragestellung greife ich im Beitrag Meditationsinduzierte Nachtodkontakte und Trauertherapie? auf.

Welche Rolle spielt die Übung in meiner Praxis?

In der Ausbildung wird „Sitting in the Power“ als Vorbereitung vermittelt. Ob die Übung zur eigenen Praxis passt, hängt auch vom persönlichen Zugang ab.

Für manche steht beim Üben die Sammlung im Vordergrund. Andere verbinden mit der Meditation die Hoffnung, für Eindrücke aus der geistigen Welt empfänglicher zu werden.

Die angeführten Meditationsstudien erlauben keine Aussage darüber, ob die Übung für die mediale Praxis erforderlich ist [4, 5, 6].

Ich bin selbst seit mehreren Jahren als Medium tätig und habe weder in Vorbereitung auf meine Arbeit noch für meine Arbeit Techniken der Medialität wie „Sitting in the Power“, andere Meditationstechniken, Aktivierung und Training der Hellsinne sowie Visualisierungen benötigt.

Mich interessiert deshalb, wie unterschiedliche Forschungsansätze das Erleben von Medien und ihren Gesprächspartnern erfassen können. Bis dahin lässt sich „Sitting in the Power“ als spirituelle Übung beschreiben, deren Bedeutung in der Praxis von Person zu Person verschieden sein kann.

Quellen:
Quellen:

1. Beischel, J. (2019). Spontaneous, Facilitated, Assisted, and Requested After-Death Communication Experiences and their Impact on Grief. Threshold: Journal of Interdisciplinary Consciousness Studies, 2019, Vol. 3, No. 1, pp. 1–32.
2. Wahbeh H. et al. (2018). Future directions in meditation research: Recommendations for expanding the field of contemplative science. PLOS ONE https://doi.org/10.1371/journal.pone.0205740
3. https://www.arthurfindlaycollege.org/courses/
4. Schmidt, S., Jo, H. -G., Wittmann, M., Ambach, W., & Kübel, S. (2019). Remote meditation support – A multimodal distant intention experiment. Explore: The Journal of Science & Healing. doi: 10.1016/j.explore.2018.12.002
5. Roney – Dougal S. M. et al. (2008). An Exploration of Degree of Meditation Attainment in Relation to Psychic Awareness with Tibetan Buddhists.
6. Roney – Dougal S. M. et al. (2011). Exploring the relationship between tibetan meditation attainment and precognition. Journal of Scientific Exploration, Vol. 25, No. 1, pp. 29–46, 2011
7. Wassie N. (2021). Meditation-Induced After Death Communication: A Contemporary Modality for Grief Therapy. International Journal of Transpersonal Studies Volume 40 Issue 1  https://doi.org/10.24972/ijts.2021.40.1.30

24.07.2024
Herzlichst,
Dr. rer. hum Jana Stapel
Diplom – Biologie, Medium, mediale Beratung, Wahrnehmungs-Coaching
E-Mail: contact@medium-dr-janastapel.com
Webseite: www.medium-dr-janastapel.com

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Über Dr. rer. hum. Jana Stapel

Porträt von Dr. Jana Stapel

Als Medium kombiniert sie in ihren Vorträgen und Seminaren das Wissen aus der Bewusstseinsforschung, Reinkarnationsforschung, Nahtodforschung, Medialitätsforschung und Quantenphysik mit ihren eigenen Erfahrungen, die sie als Medium gemacht hat.
In ihrer Praxis in Rostock bietet sie Jenseitskontakte, Kontakt zum eigenen Geistführer als mediale Beratung, ein Wahrnehmungscoaching in Zusammenarbeit mit dem eigenen Geistführer, Mediale Abende, Mediale Übungszirkel sowie verschiedene Vorträge und Seminare an.
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