Im Spiegel des Tarot und das Jahr 2026
Das Tarot spricht nicht in Vorhersagen, sondern in Bildern innerer Bewegung. Es beschreibt keine festen Ereignisse, sondern Zeitqualitäten – seelische Strömungen, die sich durch ein Jahr ziehen, individuell wie kollektiv. Wer sich auf diese Sprache einlässt, erkennt im Jahr 2026 weniger ein Schicksal, das geschieht, als einen Prozess, der bewusst mitgestaltet werden will.
Das Tarot-Jahr 2026 steht im Zeichen des Wandels und der Entscheidung. Geprägt vom Rad des Schicksals führt es durch Phasen der inneren Erkenntnis, des Neubeginns und der Klärung hin zu einer zentralen Frage: Wie bewusst gehen wir mit dem um, was sich verändern will?
Die Zahlen des Jahres lassen sich dabei als Abfolge archetypischer Kräfte lesen. Hohepriesterin, Narr, Gericht, Liebende und Magier stehen nicht für eine lineare Entwicklung, sondern für ineinandergreifende Ebenen von Wahrnehmung, Wahl und Verantwortung. In ihrem Zusammenspiel verdichten sie sich zu einer Zeitqualität, die weniger nach Anpassung verlangt als nach innerer Klarheit.
Die Zeitqualität 2026 – Leben im Rad des Schicksals
In den Zahlen des Jahres 2026 finden sich folgende Tarotkarten:
2 – Die Hohepriesterin
0 – Der Narr
oder man nimmt 20 als eine Zahl – dann ist es Das Gericht. Die letzte Zahl ist die 6 – Die Liebenden.
Bildet man die Quersumme – eine im Tarot gern genutzte Methode, um noch differenziertere Aussagen zu machen –, ergibt sich für das Jahr 2026 10 – Das Rad des Schicksals. Bildet man auch hier wieder die Quersumme, erhält man eine 1 – Der Magier.
10 ist das Ende der einstelligen Zahlen und der Beginn der zweistelligen Zahlenreihe, ist Abschied von Vertrautem, Einfachem – vielleicht auch Einseitigem – hin zu einer neuen Komplexität, einem neuen Weg mit neuen Möglichkeiten.
Das Rad des Schicksals, in alten Spielen auch Fortune, Das Glücksrad oder einfach nur Glück, genannt, ist eine Karte voller Bewegung. Ein Rad schwebt im blauen Himmel, darauf sitzt eine Sphinx mit einem Schwert im Arm. Eine Schlange windet sich nach unten, ein seltsames tierköpfiges Wesen steigt auf. In den Ecken sind die Symbole der vier Evangelisten zu sehen. Sie symbolisieren auch die vier Elemente.
Der Kreis und das Rad sind Symbole der Einheit, der All-ein-heit.
Es geht also ums Ganze, nicht nur um einen Teilaspekt unseres Lebens. Es geht in 2026 um uns alle, und das Rad des Schicksals dreht sich. Was oben ist, bewegt sich abwärts, was unten ist, steigt auf. Das ist ein kollektives Geschehen. Es wiederfährt jeder und jedem Einzelnen, aber auch der Gesellschaft im Ganzen. Das heißt, wir können erleben, wie sich alte Strukturen verändern, wie neue Formen aufsteigen. Tatsächlich ist ja in den letzten Jahren der Ruf nach Veränderungen immer lauter geworden. Im kommenden Jahr werden wir einige erleben.
Zugleich steigt aber auch auf, was bisher verborgen war. Wenn auch viel Gutes darunter ist – denn das Gute in all seinen Formen agiert meist still und leise, abseits der lauten Schreier -, wird sicherlich auch allerlei Schmutz und nach oben getragen werden. Die Bewegung des Rads betrifft alles.
Für mich ist die größte Botschaft des Rads: „Lerne, loszulassen!“
Nichts ist beständig, alles ist im stetigem Wandel. Dennoch versuchen wir immer wieder, uns Sicherheiten zu schaffen. Das ist menschlich, hilft uns aber nicht wirklich, denn alle Sicherheiten im Außen – Beziehungen, Geld, Besitz – sind nur Schein. All das kann uns entrissen werden. Was aber ist die Sicherheit, die bleibt?

Wir finden sie in uns selbst, indem wir den Widerstand gegen das Leben, so, wie es ist, aufgeben. Indem wir anerkennen, was ist, ohne damit zu hadern. Und es gibt doch so viel, womit man hadern könnte: Angefangen von persönlichen Dramen bis hin zur Weltpolitik gibt es vieles, wogegen wir sein müssten, sollten, könnten. Doch das ist sinnlos. Gegen etwas zu sein, hat natürlich eine Kraft. Aber für etwas zu sein und entschieden dafür einzutreten, hat eine weitaus größere Kraft. Jeden Tag die Mitmenschlichkeit, den Respekt vor Mutter Natur , die Liebe zu sich selbst und zu anderen aktiv zu leben, bringt keinen Applaus, aber verändert die Welt durch viele kleine Momente zu einem besseren Ort. Das ist die Botschaft des Magiers.
„Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.“ Erich Kästner hat das gesagt, aber es könnte auch direkt aus dem Munde des Magiers stammen. Reden geht leicht, Worte sind schnell verklungen, aber unsere Taten bleiben im Gedächtnis und inspirieren andere Menschen.
Das Gericht und auch Die Hohepriesterin werden uns noch das ganze 21. Jahrhundert begleiten, daher möchte ich hier noch einmal auf diese beiden Karten eingehen.
Wer mehr wissen möchte, lese meine anderen Artikel zur tarotischen Numerologie der vergangenen Jahre.
Das Gericht lockt die Leichen aus dem Keller. Alles, was verdrängt, unterdrückt und versteckt wurde, kommt an die Oberfläche, damit es durch das Licht des Bewusstseins Heilung erfahren kann.
Die Hohepriesterin lässt uns wissen, dass wir alles, was wir zu dieser Heilung brauchen, bereits in uns tragen. Wir brauchen uns nur für unsere innere Weisheit zu öffnen und die „Gurus“ im Außen loszulassen. Damit meine ich auch jene „Panikgurus“, die immer wieder über sämtliche Medien Angst verbreiten.
Schaue wie der Der Narr auf das HIER und JETZT.
Diese Karte lehrt uns das achtsame Sein und das Vertrauen in die kosmischen Fügungen. Alles ist an seinem Platz, um den Wandel zu befeuern.
Die Quersumme der ganzen Jahreszahl ergibt 6 – Die Liebenden. In alten Tarotdecks wird diese Karte auch Die Entscheidung genannt. Da ist ein Mann zu sehen, der zwischen einer blonden und einer dunkelhaarigen Person steht, oft auf einer Wegkreuzung. Natürlich stehen die Personen nur stellvertretend für einen hellen und einen dunklen Weg. Das sagt uns, dass wir in 2026 immer wieder aufgerufen sind, zu entscheiden, welchen Weg wir wählen. Gehen wir den Weg der Liebe oder wählen wir durch herzlose Entscheidungen, Rücksichtslosigkeit, Ignoranz und Vorurteile den dunklen Weg? Agieren wir hilfreich und wohlwollend (auch für uns selbst, natürlich!) oder eigensüchtig und verurteilend?
Lasst uns unserem Herzen glauben, nicht den Nachrichten, egal, woher sie kommen. Wenn sich etwas schlecht, unrichtig oder unmenschlich anfühlt, ist es das auch. Unser Herz fühlt diese Schwingungen und schreckt davor zurück. Zeit, sich für das Miteinander und die Heilung zu entscheiden. Jeden Tag des neuen Jahres neu. Immer wieder.
02.01.2026
Constanze Steinfeldt
https://constanzesteinfeldt.de/
Constanze Steinfeldt
Seit 1990 lebe und arbeite ich im Großraum Hamburg/Stade. Ich liebe das Meer und die Weite meiner norddeutschen Heimat.
Ich arbeite als Lebensberaterin mit den Tarotkarten und Runen. Und natürlich unterrichte ich Tarot und Runen von den Anfangsgründen bis hin zu den weit fortgeschrittenen Niveaus. Gelegentlich halte ich Vorträge oder biete Kurz-Kartenlegen auf ausgewählten Veranstaltungen an.
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