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Sind mediale Fähigkeiten vererbbar? Was Familien wirklich weitergeben

Generationen im Wellenspiel

Liegt die mediale Gabe in unseren Genen – oder erwacht sie durch Erfahrungen?

Im Jahr 2026 untersuchte ein Forschungsteam genetische Daten von Menschen, die über intuitive, hellsichtige oder andere außergewöhnliche Wahrnehmungen berichteten. Die Wissenschaftler fanden eine Reihe auffälliger Genvarianten. Das stärkste statistische Signal lag in der Nähe eines Gens, das mit Wachstum und Verzweigung von Nervenzellen in Verbindung gebracht wird.

Hat die Wissenschaft damit ein „Medialitäts-Gen“ entdeckt?

Nein. Doch die Untersuchung ist interessanter als ein einfaches Nein. Sie berührt eine Frage, die in vielen Familien seit Generationen gestellt wird: Sind mediale Fähigkeiten vererbbar – oder werden in Familien vor allem Sensitivität, Aufmerksamkeit und die Offenheit für das Unsichtbare weitergegeben?

Auch der Lebensweg von Ulrike Eschbaumer führt mitten in diese Frage. Ihr bewusster medialer Weg begann nicht mit der Erzählung von einer geerbten Gabe. Der plötzliche Tod ihres Vaters im Jahr 1999 veränderte ihr inneres Erleben und ließ die Verbindung zur geistigen Welt deutlicher in den Vordergrund treten.

Was geschah in einem solchen Moment? Wurde eine bereits vorhandene Sensitivität aktiviert? Veränderte der Verlust ihre Wahrnehmung? Öffnete die Trauer einen seelischen Raum? Oder begann aus ihrer spirituellen Sicht tatsächlich eine neue Form der Verbindung?

Diese Fragen lassen sich nicht allein durch Gene beantworten. Aber genau darin liegt ihre Bedeutung.

Was die Genomforschung von 2026 wirklich herausgefunden hat

Für die 2026 veröffentlichte explorative Untersuchung wurden genetische Daten mit selbst berichteten außergewöhnlichen Erfahrungen verglichen. Von ursprünglich 583 Interessierten erfüllten 102 Personen alle Voraussetzungen der Studie.

Die Teilnehmenden berichteten unter anderem von intuitivem Wissen, empathischen Erfahrungen, Vorahnungen, Hellsichtigkeit und luziden Träumen. Die Forschenden identifizierten verschiedene Genvarianten, mit deren Hilfe ihr statistisches Modell Personen mit höheren und niedrigeren Erfahrungswerten unterscheiden konnte.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Variante rs10410488. Sie befindet sich in der Nähe des Gens ARHGEF18, das in früheren Forschungen mit calciumabhängigem Wachstum und der Verzweigung von Nervenzellfortsätzen in Verbindung gebracht wurde. Weitere statistische Signale lagen in der Nähe von Genen, die an neuronaler Signalübertragung, Hormonregulation, Zellstruktur oder Entwicklungsprozessen beteiligt sein können.

Das klingt spektakulär. Doch die Grenzen der Studie sind erheblich:

  1. Die Gruppe war mit 102 Personen klein.
  2. Die Teilnehmenden hatten sich selbst für die Untersuchung gemeldet.
  3. Es handelte sich überwiegend um gut ausgebildete weiße Frauen aus den USA.
  4. Untersucht wurden selbst berichtete Erlebnisse, keine unter kontrollierten Bedingungen nachgewiesenen medialen Leistungen.
  5. Die genetischen Daten stammten aus unterschiedlichen kommerziellen Testangeboten wie 23andMe und Ancestry.
  6. Eine unabhängige Bestätigung der Ergebnisse steht aus.

Die Studie fand deshalb keinen Beweis für die Vererbung medialer Fähigkeiten. Sie identifizierte mögliche Forschungsansätze, die in wesentlich größeren und vielfältigeren Gruppen überprüft werden müssten.

Mich überzeugt weder die vorschnelle Verkündung eines „Medialitäts-Gens“ noch die ebenso vorschnelle Abwertung persönlicher Erfahrungen. Beides erspart uns das genaue Hinsehen. Wissenschaft beginnt nicht erst dort, wo alle Fragen beantwortet sind. Sie beginnt dort, wo wir lernen, eine interessante Beobachtung von einem Beweis zu unterscheiden.

Die Studie ist in der wissenschaftlichen Datenbank PubMed dokumentiert.

Sensitivität kann vererbbar sein – aber Sensitivität ist nicht Medialität

Deutlich besser untersucht als mediale Fähigkeiten ist die sogenannte Umweltsensitivität. Sie beschreibt, wie unterschiedlich Menschen auf Reize, Beziehungen und ihre Umgebung reagieren.

Eine Zwillingsstudie mit 2.868 Jugendlichen kam zu dem Ergebnis, dass genetische Faktoren etwa 47 Prozent der Unterschiede in der untersuchten Sensitivität erklären könnten. Die übrigen Unterschiede wurden individuellen Umwelteinflüssen und möglichen Messfehlern zugerechnet.

Diese Zahl wird leicht missverstanden. Sie bedeutet nicht, dass ein einzelner Mensch zu 47 Prozent durch seine Gene sensitiv ist. Erblichkeit beschreibt Unterschiede innerhalb einer bestimmten untersuchten Gruppe unter bestimmten Umweltbedingungen. Das Ergebnis lässt sich deshalb weder auf jeden Menschen noch auf mediale Fähigkeiten übertragen.

Bemerkenswert ist eine andere Erkenntnis der Sensitivitätsforschung: Sensitivere Menschen reagieren nicht nur stärker auf Stress, Ablehnung oder belastende Umfelder. Sie können auch besonders deutlich von unterstützenden Beziehungen, Sicherheit und positiven Erfahrungen profitieren.

Sensitivität wirkt also möglicherweise in beide Richtungen: Sie erhöht die Verletzlichkeit in ungünstigen Situationen – und die Entwicklungsfähigkeit in einem fördernden Umfeld.

Dieser Gedanke ist für spirituelle Begleitung von großer Bedeutung. Wer besonders fein wahrnimmt, braucht nicht nur Methoden zur Öffnung, sondern einen geschützten Raum, Verlässlichkeit und die Möglichkeit, Erlebtes in Ruhe einzuordnen.

Die Zwillingsstudie wurde in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Trotzdem bleibt die Grenze klar: Eine genetisch mitbeeinflusste Sensitivität ist kein wissenschaftlicher Nachweis für Hellsehen oder Telepathie. Sie kann jedoch verständlicher machen, warum manche Menschen Stimmungen, Zwischentöne und Veränderungen ihrer Umgebung früher oder intensiver wahrnehmen als andere.

Vier Formen des Erbes: Was Familien tatsächlich weitergeben

Wenn wir von Vererbung sprechen, denken wir meist zuerst an Gene. Doch Familien geben sehr viel mehr weiter. Für die Frage nach medialen Fähigkeiten müssen mindestens vier Ebenen unterschieden werden.

1. Das biologische Erbe

Menschen können bestimmte Temperamente, Formen der Reizverarbeitung und körperliche Voraussetzungen mitbringen. Auch allgemeine Sensitivität kann teilweise genetisch beeinflusst sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine hellfühlige Großmutter zwangsläufig eine mediale Enkelin bekommt. Gene sind kein spiritueller Stammbaum und kein festgelegtes Schicksal.

2. Das psychologische Erbe

Familien vermitteln, welchen Wahrnehmungen wir vertrauen dürfen. Ein Kind lernt früh, ob Gefühle ernst genommen, belächelt oder verdrängt werden. Es beobachtet, wie die Erwachsenen mit Träumen, Angst, Tod und unerklärlichen Erlebnissen umgehen.

So kann sich eine besondere Aufmerksamkeit entwickeln. Ebenso kann eine vorhandene Sensitivität aus Angst vor Ablehnung unterdrückt werden.

3. Das erzählte und verschwiegene Erbe

In manchen Familien wird von einer Großmutter erzählt, die Todesfälle vorausahnte. Andere erinnern sich an eine Tante, die wusste, wer anrufen würde, bevor das Telefon klingelte. Wieder andere berichten von Kindern, die scheinbar Verstorbene wahrnahmen.

Solche Geschichten verändern die Wahrnehmung einer Familie. Sie geben ungewöhnlichen Erfahrungen eine Sprache. Doch Familien vererben nicht nur Erzählungen. Sie vererben auch Schweigen.

Vielleicht wurde eine feinfühlige Frau früher als labil bezeichnet. Vielleicht durfte ein Kind nicht erzählen, was es nachts wahrnahm. Vielleicht wurden spirituelle Erlebnisse aus Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung verschwiegen.

Manchmal kehrt deshalb nicht die vermeintliche Gabe zurück, sondern eine lange unterbrochene Erlaubnis, über sie zu sprechen.

4. Das spirituelle Erbe

Viele spirituelle Traditionen verstehen eine Ahnenlinie nicht nur biologisch. Sie betrachten sie als einen Raum von Beziehungen, Aufgaben und Erfahrungen, der über eine einzelne Lebensgeschichte hinausreichen kann.

Ein Mensch kann sich einer verstorbenen Großmutter innerlich verbunden fühlen. Eine wiederkehrende Wahrnehmung kann als familiäre Aufgabe oder seelische Erinnerung gedeutet werden. Manche Menschen erleben bestimmte Fähigkeiten als Gabe ihrer Ahnen.

Das ist eine spirituelle Deutung, kein genetischer Nachweis. Doch sie kann eine tiefe persönliche Wahrheit enthalten.

Vielleicht wird Medialität nicht wie eine Augenfarbe vererbt. Vielleicht entsteht sie dort, wo biologische Sensitivität, familiäre Erfahrung und spirituelle Offenheit aufeinandertreffen.

Mehr über die spirituelle Bedeutung familiärer Wurzeln beschreibt der Beitrag Ahnenreihe – Heilung für und durch unsere Wurzeln.

Großmutter und Enkelin schauen in ein Fenster
Illustration: KI unterstützt erstellt

Die hellfühlige Großmutter – Gabe oder außergewöhnliche Menschenkenntnis?

Fast jede größere Familie kennt einen Menschen, dem besondere Wahrnehmungen zugeschrieben wurden. Häufig ist es eine Großmutter, die angeblich spürte, wenn etwas nicht stimmte, einen Besucher erwartete oder von einem Todesfall träumte.

Solche Geschichten verdienen Respekt. Sie gehören zum Gedächtnis der Familie.

Manche dieser Frauen verfügten über jahrzehntelange Menschenkenntnis. Sie bemerkten kleinste Veränderungen in Stimmen, Blicken und Verhaltensweisen. Sie kannten die Sorgen ihrer Angehörigen und verstanden Zusammenhänge, lange bevor andere sie bewusst erkannten.

Was später wie eine übernatürliche Vorahnung erscheint, kann auf einer außergewöhnlich feinen, aber unbewussten Wahrnehmung beruht haben.

Andere Erlebnisse bleiben rätselhaft. Menschen berichten von Informationen, Träumen oder inneren Bildern, für die sie selbst keine ausreichende Erklärung finden. Nicht alles Ungeklärte ist deshalb medial. Aber „ungeklärt“ bedeutet ebenso wenig, dass ein Erlebnis bedeutungslos oder erfunden sein muss.

Die entscheidende spirituelle Frage lautet daher nicht nur: Was hat die Großmutter wahrgenommen?

Sie lautet auch: Was geschieht mit einer Familie, wenn über solche Erfahrungen gesprochen werden darf – und was geschieht, wenn sie über Generationen verschwiegen werden?

Wenn Verlust eine Wahrnehmung verändert

Der Tod eines nahestehenden Menschen kann die innere Wahrnehmung tiefgreifend verändern. Trauernde berichten vergleichsweise häufig von Träumen, einer empfundenen Anwesenheit oder einer scheinbar sinnlichen Wahrnehmung Verstorbener.

Psychologisch können solche Erfahrungen als Teil der Trauerverarbeitung verstanden werden. Spirituell werden sie möglicherweise als fortbestehende Beziehung oder Jenseitskontakt erlebt.

Beide Deutungen müssen sich nicht gegenseitig entwerten. Sie beschreiben dieselbe Erfahrung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Banner Sidebar Ulrike EschbaumerBei Ulrike Eschbaumer wurde der plötzliche Tod ihres Vaters zu einem Wendepunkt. Ihr inneres Erleben öffnete sich auf neue Weise. Seit 2007 entwickelt sie ihre mediale Wahrnehmung kontinuierlich weiter, unter anderem geprägt durch ihre Ausbildung am Arthur Findlay College in Stansted.

Ihr Weg zeigt: Mediale Entwicklung lässt sich nicht allein über eine angeblich vererbte Begabung erklären. Sie kann durch Verlust, Lebenskrisen, innere Reifung und bewusste Schulung in den Vordergrund treten.

Das bedeutet nicht, dass jeder intensive Trauerprozess eine mediale Fähigkeit hervorbringt. Es zeigt aber, dass Wahrnehmung biografisch ist. Sie entwickelt sich innerhalb eines Lebens und erhält ihre Bedeutung durch die Art, wie wir mit ihr umgehen.

Der Beitrag Geistererfahrungen zwischen Psychologie und Spiritualität vertieft diese unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten.

Mediale Kinder brauchen Offenheit – aber keine vorschnelle Rolle

Besondere Verantwortung entsteht, wenn Kinder von Verstorbenen, unsichtbaren Begleitern, Stimmen oder Vorahnungen erzählen.

Erwachsene reagieren häufig in zwei Extremen: Sie erklären das Erlebte sofort zur Fantasie oder machen aus dem Kind vorschnell ein „besonders begabtes Medium“. Beides kann ein Kind unter Druck setzen.

Ein verantwortungsvoller Umgang beginnt mit ruhigem Zuhören. Das Kind darf erzählen, ohne dass Erwachsene ihm eine Erklärung vorgeben. Es sollte weder ausgelacht noch durch suggestive Fragen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

Wichtig ist:

  1. Das Erlebnis ernst nehmen, ohne es sofort zu bewerten.
  2. Das Kind seine eigenen Worte finden lassen.
  3. Keinen Druck erzeugen, weitere Wahrnehmungen zu liefern.
  4. Angst, Schlafprobleme oder andere Belastungen aufmerksam beobachten.
  5. Bei anhaltender Beeinträchtigung fachliche Unterstützung suchen.

Ein Kind braucht keine spirituelle Etikettierung. Es braucht Sicherheit, Zuwendung und die Freiheit, seine Wahrnehmung später selbst einzuordnen.

Was Ulrike Eschbaumers Arbeit für diese Frage zeigt

Ob ein Mensch eine bestimmte Wahrnehmung geerbt hat, lässt sich häufig nicht klären. Für die persönliche Entwicklung ist eine andere Frage ohnehin wichtiger: Wie geht dieser Mensch mit dem um, was er wahrnimmt?

Genau hier setzt Ulrike Eschbaumers Arbeit als spirituelle Ausbilderin und Mentorin an. Sie verbindet mediale Erfahrung mit kreativem Ausdruck, psychologischem Verständnis und einer Haltung der Selbstprüfung.

In ihren Seminaren in Weißensberg bei Lindau geht es nicht darum, eine besondere Fähigkeit zu beweisen oder spirituelle Erlebnisse größer darzustellen, als sie sind. Entscheidend sind innere Stabilität, klare Grenzen und die Fähigkeit, zwischen Wahrnehmung und Interpretation zu unterscheiden.

Die Forschung über Sensitivität liefert dafür einen interessanten Hintergrund. Wenn empfindsame Menschen besonders stark auf belastende und unterstützende Umfelder reagieren, gewinnt die Qualität des Ausbildungsraumes zusätzlich an Bedeutung. Wertschätzung, Klarheit und ein angemessenes Entwicklungstempo sind dann keine Nebensache.

Der Beitrag Mediale Ausbildung am Bodensee – Vertrauen, Klarheit und innere Reife zeigt, wie Ulrike diese Haltung praktisch vermittelt.

Auch ihre Arbeit mit Spirit Art und medialem Zeichnen macht einen entscheidenden Lernprozess sichtbar: Ein inneres Bild kann berühren und eine persönliche Resonanz auslösen. Dadurch wird es aber nicht automatisch zum objektiven Beweis. Wahrnehmung braucht Ausdruck.

Kann jeder Mensch mediale Fähigkeiten entwickeln?

Generationen im Wellenspiel
Illustration: KI unterstützt erstellt

In der spirituellen Praxis wird häufig angenommen, dass jeder Mensch ein intuitives oder mediales Potenzial besitzt. Der Beitrag In jedem steckt ein Medium beschreibt diese spirituelle Perspektive.

Menschen bringen jedoch unterschiedliche Voraussetzungen mit. Manche nehmen innere Bilder wahr. Andere reagieren auf Stimmungen, Symbole, Träume oder körperliche Empfindungen. Wieder andere erleben nichts, was sie als medial bezeichnen würden.

Eine Ausbildung kann Aufmerksamkeit, Konzentration, Selbstwahrnehmung und den verantwortungsvollen Umgang mit inneren Eindrücken fördern. Sie kann keine bestimmten Erlebnisse garantieren.

Gerade darin zeigt sich die Glaubwürdigkeit einer spirituellen Begleitung. Sie macht keine Begabung von einer Ahnenreihe abhängig, erzeugt keinen Erfolgsdruck und erklärt nicht jedes Gefühl zur Botschaft.

Vielleicht erben wir nicht die Gabe, sondern die Erlaubnis wahrzunehmen

Die Suche nach einer vererbten medialen Fähigkeit ist verständlich. Sie kann erklären, warum sich ein Mensch schon als Kind anders fühlte. Sie schafft eine Verbindung zu einer Großmutter, einem Vater oder einer anderen Person, die als besonders feinfühlig galt.

Doch eine spirituelle Fähigkeit gewinnt ihren Wert nicht durch eine außergewöhnliche Abstammung.

Entscheidend ist, was wir aus unserer Wahrnehmung machen. Können wir zwischen einem Eindruck und unserer Interpretation unterscheiden? Können wir einen Irrtum eingestehen? Respektieren wir die Grenzen anderer Menschen? Dient unsere Spiritualität der Bewusstwerdung – oder der eigenen Überhöhung?

Die Wissenschaft hat bisher keinen Beweis erbracht, dass mediale Fähigkeiten genetisch vererbt werden. Die Forschung zeigt jedoch, dass allgemeine Sensitivität teilweise erblich sein kann und dass Menschen unterschiedlich stark auf ihre Umwelt reagieren.

Die spirituelle Perspektive erweitert diese Erkenntnis. Familien geben nicht nur Gene weiter. Sie vermitteln Aufmerksamkeit, Sprache, Geschichten, Tabus und Beziehungen zu ihren Verstorbenen.

Vielleicht wird in manchen Familien tatsächlich eine besondere Form der Wahrnehmung weitergegeben. Vielleicht wird aber vor allem die Bereitschaft vererbt, dem Unsichtbaren einen Platz im Leben zu geben. Und manchmal kehrt nach Generationen des Schweigens etwas zurück, das nie vollständig verschwunden war.

Welche Erklärung wir auch wählen: Aus einer Wahrnehmung entsteht noch keine verantwortungsvolle Medialität. Dazu braucht es Reife, Selbstprüfung und einen respektvollen Umgang mit dem Geheimnis, das menschliches Bewusstsein bis heute umgibt.

23.08.2026
Uwe Taschow

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

Über den Autor Uwe Taschow Spirituelle Ökologie und Umweltschutz Uwe Taschow

Als Autor denke ich über das Leben nach. Eigene Geschichten sagen mir wer ich bin, aber auch wer ich sein kann. Ich ringe dem Leben Erkenntnisse ab um zu gestalten, Wahrheiten zu erkennen für die es sich lohnt zu schreiben.
Das ist einer der Gründe warum ich als Mitherausgeber des online Magazins Spirit Online arbeite.

“Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.”
Albert Einstein

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