Harry Edwards Geistheilung: Hoffnung ohne Heilsversprechen

Geistiges Heilen von einem Heiler zu einer Klientin

Wenn Heilung mehr meint als das Verschwinden von Symptomen

Harry Edwards Geistheilung berührt ein Thema, das viele Menschen bis heute bewegt: Kann Heilung auch eine geistige, seelische und spirituelle Dimension haben? Diese Frage ist sensibel, weil sie Krankheit, Hoffnung, Angst, medizinische Verantwortung und die Würde des Menschen betrifft.

Harry Edwards wurde in England zu einer prägenden Gestalt des Spiritual Healing. Menschen suchten bei ihm Trost, Unterstützung und geistige Zuwendung. Sein Name steht bis heute für eine Bewegung, die Heilung nicht nur körperlich versteht, sondern als Hinwendung zum ganzen Menschen.

Kurzantwort: Harry Edwards war ein englischer Pionier des Spiritual Healing. Sein Vermächtnis liegt nicht in medizinischen Heilversprechen, sondern in der spirituellen Frage, wie Menschen in Krankheit, Leid und innerer Not Hoffnung, Mitgefühl, Gebet und geistige Stärkung erfahren können.

Dieser Beitrag versteht geistiges Heilen nicht als Ersatz für ärztliche oder therapeutische Hilfe. Er betrachtet Harry Edwards als historische Gestalt des englischen Spiritualismus und als Anlass, verantwortungsvoll über Hoffnung, Heil-Sein und spirituelle Begleitung zu sprechen. Eine wichtige Abgrenzung bietet der Beitrag Spirituelle Medizin vs. konventionelle Medizin.

Warum Harry Edwards heute noch berührt

Viele Menschen erleben Krankheit nicht nur als körperliche Krise. Sie erleben sie auch als Erschütterung ihres Vertrauens, ihrer inneren Sicherheit und ihres Selbstbildes. Genau hier berührt das Vermächtnis von Harry Edwards eine Frage, die weit über historische Geistheilung hinausgeht: Was braucht ein Mensch, wenn er leidet?

Er braucht medizinische Hilfe, wenn der Körper krank ist. Er braucht aber oft auch Trost, Mitgefühl, Hoffnung, Würde und das Gefühl, nicht auf seine Diagnose reduziert zu werden. Geistiges Heilen kann in diesem Sinn als spirituelle Zuwendung verstanden werden – nicht als Ersatz für Medizin, sondern als Erinnerung daran, dass der Mensch mehr ist als sein Befund.

Harry Edwards wurde für viele Menschen zu einer solchen Hoffnungsfigur. Ob man seine Arbeit spirituell deutet oder kritisch betrachtet: Sein Wirken macht sichtbar, dass Heilung nie nur eine technische Frage ist. Sie berührt immer auch Vertrauen, Angst, Beziehung, Sinn und die innere Kraft, sich dem Leben trotz allem wieder zuzuwenden.

Eine frühere religiöse Bewegung, die Heilung stark mit Gebet und geistigem Verständnis verband, zeigt der Beitrag Mary Baker Eddy Christian Science: Glaube, Heilung und Verantwortung.

England und die Wurzeln des Spiritual Healing

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England spielte im 19. und 20. Jahrhundert eine besondere Rolle für den Spiritualismus. In diesem Umfeld entstanden Formen von Mediumschaft, Jenseitsglauben, spiritueller Entwicklung und geistiger Heilung, die später unter dem Begriff Spiritual Healing bekannt wurden.

Der englische Begriff „spirit“ trägt eine andere Klangfarbe als das deutsche Wort „Geist“. Im kirchlichen Englisch lebt bis heute die Formulierung „Holy Ghost“ fort. Zugleich entwickelte sich im englischen Spiritualismus ein Verständnis von Heilung, das nicht konfessionell gebunden war, sondern sich als geistige Zuwendung für Menschen unterschiedlicher Herkunft verstand.

Harry Edwards gehört in diese Tradition. Er war kein akademischer Theologe, kein Arzt und kein Priester. Er kam aus dem normalen Leben und wurde gerade dadurch für viele Menschen glaubwürdig: als einer, der nicht von oben sprach, sondern sich als dienender Mensch verstand.

Zum historischen Hintergrund dieser Bewegung passt der Beitrag Englischer Spiritualismus, Entwicklung einer Glaubensrichtung.

Harry Edwards: Vom Londoner Drucker zum bekannten Spiritual Healer

Henry James „Harry“ Edwards wurde am 29. Mai 1893 in London geboren. Er war eines von neun Kindern und arbeitete zunächst als Drucker. Sein Weg führte ihn nicht über eine klassische religiöse Laufbahn, sondern über persönliche Erfahrungen, Begegnungen und eine wachsende öffentliche Aufmerksamkeit für seine heilende Arbeit.

In den 1930er Jahren begann Edwards, sich intensiver mit Spiritual Healing zu beschäftigen. In spiritualistischen Kreisen wurde ihm eine besondere Gabe zugesprochen. Menschen berichteten von Erfahrungen, die sie mit seiner geistigen Zuwendung verbanden. Seine Bekanntheit wuchs, und mit ihr die Zahl der Menschen, die sich an ihn wandten.

Heute muss man solche Berichte sorgfältig formulieren. Sie gehören zur Wirkungsgeschichte von Harry Edwards, sind aber keine medizinischen Beweise im heutigen wissenschaftlichen Sinn. Seriös ist die Unterscheidung: Viele Menschen suchten bei ihm Hilfe und berichteten von Ermutigung, Hoffnung oder Besserung. Daraus darf jedoch kein allgemeines Heilversprechen abgeleitet werden.

Gerade diese Klarheit macht den Blick auf Harry Edwards stärker. Er muss nicht als Wundergestalt überhöht werden. Er bleibt bedeutsam, weil er eine Bewegung prägte, die den Menschen nicht nur als Körper, sondern als Einheit von Körper, Seele und geistiger Dimension betrachtete.

Burrows Lea: Ein Ort, an dem Menschen Hoffnung suchten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Burrows Lea in Surrey zum Zentrum von Harry Edwards’ Wirken. Dort entstand das Harry Edwards Healing Sanctuary, ein Ort, an dem Menschen spirituelle Unterstützung, Stille, Heilgebet und Begleitung suchten.

Ein solcher Ort ist mehr als ein Haus. Er steht für eine Haltung: Menschen in Not sollen nicht allein bleiben. Sie sollen nicht nur als Krankheitsfall gesehen werden, sondern als ganze Menschen mit Angst, Hoffnung, Verletzlichkeit und spiritueller Sehnsucht.

Gerade darin liegt die bleibende Bedeutung von Burrows Lea. Moderne Medizin ist unverzichtbar. Doch viele Menschen erleben medizinische Systeme als überlastet, technisch und fragmentiert. Sie wünschen sich zusätzlich Räume, in denen sie nicht nur behandelt, sondern auch gesehen werden.

Burrows Lea kann deshalb als Symbol gelesen werden: Heilung braucht Behandlung, aber oft auch Beziehung. Sie braucht Fachwissen, aber auch Zuwendung. Sie braucht klare Grenzen, aber auch offene Herzen.

Geistiges Heilen ohne falsche Versprechen

Geistiges Heilen oder Spiritual Healing bezeichnet eine Form spiritueller Zuwendung, bei der Menschen sich für heilende Kräfte, Gebet, Mitgefühl oder eine höhere Wirklichkeit öffnen. Dabei geht es nicht zwingend um eine bestimmte Konfession.

Bei Harry Edwards stand die Vorstellung im Mittelpunkt, dass der Heiler nicht aus eigener Macht heilt. Er verstand sich eher als Mittler, Kanal oder dienender Mensch. Diese Haltung ist wichtig, weil sie geistiges Heilen von Selbstdarstellung, Machtanspruch und spirituellem Ego trennt.

Geistiges Heilen kann als stilles Gebet verstanden werden, als innere Sammlung, als liebevolle Präsenz oder als geistige Begleitung. Es kann Menschen helfen, Vertrauen zu finden, sich getragen zu fühlen oder eine tiefere Dimension ihres Lebens zu berühren.

Doch es braucht klare Grenzen. Geistiges Heilen darf keine Diagnosen stellen, keine ärztliche Behandlung ersetzen, keine Medikamente infrage stellen und keine Schuldgefühle erzeugen, wenn eine Krankheit nicht verschwindet.

Eine reife spirituelle Sicht sagt nicht: „Du bist krank, weil dein Geist falsch ist.“ Sie sagt: „Du bist mehr als deine Krankheit.“ Das ist der entscheidende Unterschied.

Zwischen Hoffnung und Verantwortung

Über geistiges Heilen zu sprechen, verlangt besondere Sorgfalt. Hoffnung ist kostbar, aber sie darf nicht ausgenutzt werden. Wer krank ist, sucht oft nach jedem Lichtstrahl. Gerade deshalb braucht spirituelle Begleitung Demut, Wahrhaftigkeit und klare Grenzen.

Harry Edwards’ Vermächtnis sollte heute nicht als Sammlung spektakulärer Heilungsgeschichten erzählt werden. Wichtiger ist die Haltung, die hinter geistigem Heilen steht: Mitgefühl, Gebet, innere Sammlung, Vertrauen und die Bereitschaft, den leidenden Menschen nicht allein zu lassen.

Eine reife Spiritualität macht keine Versprechen, die sie nicht verantworten kann. Sie begleitet. Sie stärkt. Sie erinnert an die Würde des Menschen. Und sie achtet zugleich die Grenzen medizinischer Zuständigkeit.

Zur vertiefenden Einordnung dieser Verantwortung passt der Beitrag Ganzheitlich heilen: Spirituelle Medizin und Schulmedizin.

Heilung, Heil-Sein und die Würde des Menschen

Heilung ist ein großes Wort. Es berührt den Körper, die Seele, das Bewusstsein und die spirituelle Tiefe des Menschen. Doch Heilung darf nicht auf Symptomfreiheit reduziert werden.

Ein Mensch kann medizinisch nicht vollständig gesund werden und dennoch inneren Frieden finden. Ein anderer kann körperlich genesen und seelisch weiter zerrissen bleiben. Heilung und Heil-Sein sind nicht dasselbe.

Heil-Sein bedeutet, dass der Mensch eine tiefere Ganzheit berührt. Diese Ganzheit kann sich als Vertrauen zeigen, als Annahme, als innere Würde, als Versöhnung oder als Erfahrung, nicht aus der Liebe des Lebens herauszufallen.

Harry Edwards’ Vermächtnis lässt sich deshalb nicht auf einzelne Heilungsberichte reduzieren. Sein tieferer Beitrag liegt in der Erinnerung, dass der Mensch auch im Leiden ein geistiges Wesen bleibt.

Das ist kein Ersatz für Medizin. Es ist eine Erweiterung des Menschenbildes.

Spiritual Healing und Wissenschaft: Eine ehrliche Grenze

Die Begegnung von Spiritual Healing und Wissenschaft braucht Ehrlichkeit. Erfahrungen können tief bedeutsam sein, auch wenn sie nicht im klinischen Sinn als Wirksamkeitsnachweis gelten.

Menschen berichten von Trost, innerer Ruhe, Hoffnung, Gebetserfahrungen oder seelischer Stärkung. Solche Erfahrungen dürfen ernst genommen werden. Doch sie sind nicht dasselbe wie überprüfbare medizinische Evidenz.

Wissenschaft fragt nach kontrollierten Studien, reproduzierbaren Ergebnissen und nachvollziehbaren Wirkmechanismen. Spiritualität fragt nach Sinn, Vertrauen, innerer Kraft, Transzendenz und der Erfahrung von Verbundenheit.

Eine tragfähige Brücke entsteht nicht durch Übertreibung. Sie entsteht durch Demut auf beiden Seiten. Wissenschaft sollte menschliche Erfahrung nicht vorschnell verächtlich machen. Spiritualität sollte medizinische Verantwortung nicht umgehen.

Zur weiteren Vertiefung eignet sich der Beitrag Geschichte der Verbindung von Forschung und Spiritualität.

Die National Federation of Spiritual Healers

Harry Edwards war eng mit der Entwicklung organisierter geistiger Heilung in England verbunden. Die damalige National Federation of Spiritual Healers, heute The Healing Trust, war ein wichtiger Schritt, Spiritual Healing nicht nur als individuelle Gabe, sondern als verantwortete Praxis zu verstehen.

Das ist bedeutsam. Sobald spirituelle Heilung öffentlich angeboten wird, braucht sie Ethik. Sie braucht Ausbildung, Standards, Grenzen, Demut und eine klare Abgrenzung zu medizinischen Aufgaben.

Edwards’ Bedeutung liegt daher nicht nur in seiner persönlichen Ausstrahlung. Er half mit, Spiritual Healing sichtbarer und organisierter zu machen.

Für heutige Leser ist genau dieser Aspekt wichtig. Spirituelles Heilen darf nicht auf Sensation, Wundergeschichten oder Heilerverehrung reduziert werden. Es muss vom Schutz verletzlicher Menschen her gedacht werden.

Harry Edwards und die Kraft des Mitgefühls

In vielen Überlieferungen des geistigen Heilens steht Liebe im Zentrum. Nicht als sentimentales Gefühl, sondern als Haltung. Liebe bedeutet hier: Ich sehe dich nicht als Defekt. Ich sehe dich als Menschen.

Mitgefühl kann selbst dann heilsam wirken, wenn es keine Krankheit beseitigt. Es reduziert Einsamkeit. Es stärkt Vertrauen. Es gibt dem Leidenden das Gefühl, gesehen und gehalten zu sein.

Harry Edwards wurde häufig mit einer solchen Haltung beschrieben: dienend, demütig, zugewandt. Ob man seine Arbeit spirituell deutet oder skeptisch betrachtet, diese Haltung bleibt bedeutsam.

Eine Gesellschaft, die Heilung nur technisch versteht, verliert etwas. Eine Spiritualität, die Heilung nur wundersam versteht, verliert ebenfalls etwas. Die Mitte liegt in einer reifen Haltung: Mitgefühl, Verantwortung und Demut.

Geistheilung und die Angst des modernen Menschen

Die moderne Medizin hat Großes geleistet. Sie rettet Leben, lindert Schmerzen, ermöglicht Diagnosen, Operationen und Therapien, die früher undenkbar waren. Und doch bleibt Krankheit für viele Menschen mehr als ein medizinisches Ereignis.

Krankheit kann Angst vor Kontrollverlust auslösen. Sie kann das Vertrauen in den eigenen Körper erschüttern. Sie kann Fragen nach Sinn, Sterblichkeit, Schuld, Hoffnung und innerer Kraft aufwerfen.

Geistiges Heilen berührt diese Ebene. Nicht indem es Krankheit erklärt oder verspricht, sie zu beseitigen, sondern indem es einen Raum öffnet, in dem der Mensch nicht allein mit seiner Angst bleibt.

Gerade das macht Harry Edwards heute noch interessant. Seine Geschichte erinnert daran, dass der leidende Mensch nicht nur Befunde braucht. Er braucht auch eine Sprache für das, was im Inneren geschieht.

Der Mensch ist mehr als seine Diagnose

Eine Diagnose kann notwendig und lebensrettend sein. Aber sie sagt nicht alles über einen Menschen. Sie beschreibt einen medizinischen Befund, nicht seine Würde, nicht seine Seele, nicht seine Biografie und nicht seine innere Kraft.

Wer krank ist, läuft Gefahr, sich selbst nur noch durch die Krankheit zu sehen. Der Körper wird zum Problem, der Alltag zur Belastung, die Zukunft zur Unsicherheit. In solchen Momenten kann spirituelle Begleitung daran erinnern, dass der Mensch größer ist als das, was ihn gerade begrenzt.

Harry Edwards’ Vermächtnis kann hier als Einladung verstanden werden: den Menschen im Leid nicht zu verkleinern. Ihn nicht auf Symptom, Prognose oder Therapieplan zu reduzieren. Ihn auch als fühlendes, hoffendes, betendes und geistig offenes Wesen ernst zu nehmen.

Diese Haltung passt zu einem ganzheitlichen Verständnis von Heilung, wie es auch der Beitrag Spirituelle Medizin verständlich erklärt vertieft.

Mediale Heilung und Spiritual Healing unterscheiden

Harry Edwards gehört historisch in das Umfeld des englischen Spiritualismus. Dennoch sollte Spiritual Healing nicht vorschnell mit jeder Form von Mediumschaft gleichgesetzt werden.

Jenseitskontakte, mediale Botschaften und geistiges Heilen können in spiritualistischen Traditionen miteinander verbunden sein. Sie haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Beim Spiritual Healing steht nicht die Botschaft aus der geistigen Welt im Mittelpunkt, sondern die heilende Zuwendung.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Sie schützt vor Vermischung und Überfrachtung. Geistiges Heilen braucht eine klare, stille, dienende Haltung. Es sollte nicht zur Bühne für Sensation oder spirituelle Dramatik werden.

Wer sich mit medialen Formen der Heilung beschäftigen möchte, findet eine passende Vertiefung im Beitrag Mediale Heilung.

H. M. Enomiya-Lassalle, Mutz Böhm und die Weite des Geistigen

Roland Ropers verweist im ursprünglichen Beitrag auf Persönlichkeiten wie den Jesuiten und Zen-Lehrer H. M. Enomiya-Lassalle sowie Mutz Böhm, den „Weisen von Murnau“. Solche Hinweise sind wertvoll, weil sie Harry Edwards nicht isoliert betrachten.

Sie zeigen, dass geistige Heilung, kontemplative Praxis, christliche Mystik, Zen und spirituelle Erfahrung in manchen Biografien miteinander in Berührung kamen. Nicht als einheitliches System, sondern als lebendige Suchbewegung.

Gerade Enomiya-Lassalle steht für die Öffnung christlicher Spiritualität gegenüber Zen und innerer Erfahrung. Mutz Böhm wiederum erinnert an jene stillen Gestalten, die nicht durch Institutionen, sondern durch Ausstrahlung und Weisheit wirkten.

Harry Edwards gehört in diesen größeren Horizont: Menschen, die auf je eigene Weise fragten, wie das Unsichtbare im Leben wirksam werden kann.

Was von Harry Edwards bleibt

Von Harry Edwards bleibt nicht nur die Erinnerung an eine außergewöhnliche Gestalt des englischen Spiritual Healing. Es bleibt vor allem eine Frage: Können wir Heilung wieder umfassender denken, ohne unredlich zu werden?

Sein Wirken erinnert daran, dass der Mensch im Leiden nicht nur Behandlung braucht, sondern auch Beziehung. Nicht nur Diagnose, sondern auch Hoffnung. Nicht nur medizinische Maßnahmen, sondern auch seelische und geistige Stärkung.

Gleichzeitig zeigt sein Thema, wie wichtig Verantwortung ist. Geistiges Heilen darf niemals Druck erzeugen, Schuldgefühle auslösen oder notwendige medizinische Hilfe ersetzen. Es kann dort wertvoll sein, wo es dem Menschen hilft, sich innerlich gehalten, gesehen und nicht vergessen zu fühlen.

So verstanden bleibt Harry Edwards nicht als Wundergestalt interessant, sondern als Mahnung: Heilung braucht Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und eine Spiritualität, die dem Menschen dient.

Fazit: Geistiges Heilen braucht Demut

Harry Edwards bleibt eine wichtige Gestalt des Spiritual Healing, weil er eine Dimension berührte, die viele Menschen bis heute suchen: Heilung als Erfahrung von Zuwendung, Vertrauen, geistiger Kraft und innerer Ganzheit.

Doch sein Vermächtnis muss heute verantwortungsvoll erzählt werden. Nicht als Sammlung spektakulärer Heilungsbehauptungen. Nicht als Ersatz für Medizin. Nicht als Beweis gegen Wissenschaft.

Der eigentliche Wert liegt tiefer. Harry Edwards erinnert daran, dass der Mensch im Leiden nicht nur behandelt, sondern auch gesehen werden möchte. Dass Hoffnung eine Kraft ist. Dass Gebet, Mitgefühl und geistige Zuwendung Räume öffnen können, die in technischen Systemen oft fehlen.

Geistiges Heilen ist dann glaubwürdig, wenn es demütig bleibt. Wenn es nicht verspricht, was es nicht verantworten kann. Wenn es den Menschen stärkt, statt ihn von notwendiger Hilfe abzuhalten.

So verstanden ist Harry Edwards’ Vermächtnis nicht die Behauptung, Geist könne jede Krankheit besiegen. Es ist die Einladung, Heilung größer zu denken: körperlich verantwortet, seelisch achtsam und spirituell offen.

Häufige Fragen zu Harry Edwards und Geistheilung

Wer war Harry Edwards?

Harry Edwards war ein englischer Spiritual Healer, Autor und Lehrer. Er wurde 1893 in London geboren und wurde zu einer der bekanntesten Gestalten des modernen Spiritual Healing in England.

Was bedeutet Geistheilung?

Geistheilung oder Spiritual Healing bezeichnet eine spirituelle Form der Zuwendung, bei der Heilung mit Gebet, geistiger Kraft, Mitgefühl, innerer Ausrichtung oder einer höheren Wirklichkeit verbunden wird. Sie ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.

Ist Geistheilung wissenschaftlich bewiesen?

Geistheilung ist nicht in dem Sinn wissenschaftlich bewiesen, dass sie medizinische Behandlungen ersetzen könnte. Viele Menschen berichten jedoch von subjektiven Erfahrungen wie Trost, innerer Ruhe, Hoffnung und spiritueller Stärkung.

Darf man Geistheilung bei Krankheit nutzen?

Geistheilung kann als ergänzende spirituelle Begleitung genutzt werden, sollte aber niemals notwendige Diagnostik, Medikamente, Operationen, Psychotherapie oder ärztlichen Rat ersetzen.

Was ist das Harry Edwards Healing Sanctuary?

Das Harry Edwards Healing Sanctuary ist ein Zentrum in Burrows Lea in Surrey, das auf Harry Edwards’ Wirken zurückgeht und bis heute spirituelle Heilungs- und Wohlfühlangebote pflegt.

Was ist das Vermächtnis von Harry Edwards?

Sein Vermächtnis liegt darin, geistiges Heilen öffentlich bekannt gemacht und stärker organisiert zu haben. Heute ist vor allem seine Haltung wichtig: Heilung braucht Hoffnung, Mitgefühl, geistige Offenheit und klare ethische Verantwortung.

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Quellen und Literaturhinweise

Artikel aktualisiert

 
24.05.2026

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist

 


Über den Autor

Ehrfurcht vor dem Leben Roland Ropers

Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.

>>> zum Autorenprofil

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