Ernährung

Nektar der Götter – Naturprodukt Honig und seine Heilkraft

honig-nektar-der-goetter-honeyHonig – Nektar der Götter 

Zu Zeiten des Bienensterbens sollten wir die Rolle, die die emsigen Insekten in unserer Kultur seit Jahrtausenden innehaben, beachten und würdigen: in Religion und Mythen, Politik und Philosophie wie auch sämtlichen Künsten. Der älteste Beweis: Eine 12.000 Jahre alte Felszeichnung in Spanien zeigt zwei Honigsammler, die sich in ihrer Mission der Gefahr zahlloser Stiche aussetzen. Eine Biene stirbt beim Stich für die Verteidigung von Honig und Stock. So steht sie nicht nur symbolisch für Fleiß, Struktur und Zukunftsvorsorge, sondern auch für Gemeinschaftssinn und die ultimative Selbstaufopferung.

Sogar noch spannender ist ihre Assoziation mit Magie und Prophetie, mit Seele und Inspiration.

In der Mythologie des Hinduismus werden die Götter als “Honiggeborene” bezeichnet, in der des alten Ägyptens entstammen die Bienen den Tränen des Sonnengottes, für die alten Griechen nährten sie Göttervater Zeus als Baby mit Honig.

In der Bibel gilt Honig das Maß göttlicher Wahrheit, im Islam die Biene als Zeichen göttlichen Wirkens. Kirchenvater Augustinus war begeisterter Imker und sah in der Biene, die irrtümlich bis ins 17. Jahrhundert als geschlechtslos angesehen wurde, die Verkörperung von Keuschheit und Reinheit. Kirchenvater Ambrosius war Schutzpatron der Imker und Bienen.

Im Barock erfuhr Honig als Symbol irdischer Freuden dann eine wesentlich weltlichere Bedeutung. Und viele Dichter verglichen sich in ihrer Arbeit mit Bienen, sammelt doch der Schreibende, einer Biene gleich, den Nektar aus verschiedenen Blüten – und macht daraus etwas ganz Eigenes. Dichterfürst Rainer Maria Rilke schrieb gar: “Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.”

Die schamanisch-spirituelle Sicht auf die Bienen hat Simon Buxton in “Der Weg des Bienenschamanen” zugänglich gemacht. Beim Pfad des Pollens handelt es sich um ein uralte, hochkomplexe schamanische Tradition.
Buxton schreibt von der ersten Begegnung mit einem “Bienenmeister” in seiner Kindheit, der ihm das Leben rettete, und von seiner Unterweisung durch einen weiteren, der ihn initiierte und ihm erstaunliche Fakten erzählte: dass sterile Bienen in Zeiten der Not Eier legen und alte Bienen verkümmerte Drüsen regenerieren können.
Der Schamane bezeichnet die Biene als “älteste Verbündete der Menschheit” und ihren Weg als “in der Erde gründet und im Himmel verankert.”

Das Ergebnis der bienenfleißigen Arbeit ist Honig

Flüssiges Gold, das aus Fruchtzucker, Traubenzucker, Mineralstoffen und Enzymen besteht. Die “Honigmeisterin”, wie Barockdichter Paul Fleming sie nannte, nimmt Nektar oder Honigtau mit ihrem Rüssel auf. Im Stock wird der Ausgangsstoff während der Reifung immer wieder umgelagert. Auf diese Weise wird er durch Emzyme und Säuren des Bienenkörpers verändert.

Dabei entstehen Stoffe, die antibakteriell wirken und so den Honig haltbar machen. Mit schnellen Flügelbewegungen wird der Stoff “befächert”, damit er schneller eindickt. Der fertige Honig wird in der Nähe des Brutnestes eingelagert und mit einer Wachsschicht versiegelt. Eine Arbeiterin produziert im Lauf ihres Lebens, das im Sommer nur rund sechs Wochen dauert, gerade mal einen Teelöffel Honig.

Jede Pflanze, die Nektar oder Honigtau hervorbringt, mischt dabei einen eigenen Cocktail an Geschmack, Farbe und auch Wirkstoffen: Raps, Akazie, Sonnenblume, Heide, Linde, Klee sind die bei uns bekanntesten. Aber auch Kastanien und Buchweizen tragen ihr Teil zur Honigproduktion bei, ebenso wie Eukalyptus und Lavendel, Orangenblüte und Thymian. Honig wird bei uns als natürliche Süße genossen und findet Verwendung in Kosmetika und als Teezusatz bei Erkältungen. Dabei kann er so viel mehr!

Das Bienenprodukt ist ein Breitbandprobiotikum par excellence

In den Feldlazaretten des Ersten Weltkriegs wurden Wunden noch mit einer Mischung aus Honig und Lebertran versorgt. Durch Entdeckung des Penicillins 1928 geriet dieses alte Heilmittel bei uns in Vergessenheit – bis es in den letzten Jahren eine erstaunliche Renaissance erfuhr.

Grund dafür ist der Manuka-Honig, der aus einer Teebaumart in Neuseeland gewonnen wird – und in diesem Frühling ein wichtiges Jubiläum feiert. Vor zehn Jahren hat ein Forscherteam an der TU Dresden seinen verblüffenden Wirkfaktor entschlüsselt:

das Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO), das eine starke antimikrobielle Aktivität zeigt.

“MGO erklärt einige Wirkmechanismen des Honigs – aber längst nicht alle,” erklärt Detlef Mix. Der Autor ist Mitglied im Dt. Apitherapiebund, einer Vereinigung von Ärzten, Heilpraktikern und Imkern, die sich für den medizinischen Einsatz von Bienenprodukten einsetzt.
Für ihn ist Manuka-Honig nichts weniger als ein “Hoffnungsträger der Medizin”, da mittlerweile viele Keime gegen die verfügbaren Antibiotika resistent sind:

“Als Wundverband beweist er eine geniale Vielseitigkeit. Durch seinen besonderen Wirkstoff-Cocktail wirkt er u.a. antimikrobiell, antientzündlich, sorgt für ein feuchtes Wundmilieu und fördert nachhaltig den Wundverschluss mit gesundem Gewebe.”

2005 wurde “Medihoney”, eine Mischung auf Basis von Manuka-Honig, in Europa als Medizinprodukt zugelassen und findet seither in vielen Kliniken Verwendung. Ob offene Beine, Diabetiker-Füße, Akne oder Gürtelrose – die Verwendungsbereiche dieses Naturgeschenks sind breitgestreut. Dass er nicht öfter eingesetzt wird, liegt nach Meinung von Mix an der Pharmaindustrie:

“Krankheit ist ja vor allem ein großes Geschäft, und mit einem Naturprodukt lässt sich kein Geld machen. In Osteuropa und in arabischen Ländern ist der medizinische Einsatz von Honig viel selbstverständlicher.”

Für ihn gehört der Manuka in jede Hausapotheke.
Ob äußerlich oder innerlich – sammeln Sie ihre eigenen Erfahrungen mit der Kraft des Honigs. Ganz so, wie eine Biene Nektar und Blütenstaub sammelt.  

Weiterführende Informationsquellen:
“Die Heilkraft des Honigs”, Detlef Mix, terra magica
“Manuka-Honig”, Detlef Mix, 360° medien mettmann
“Der Weg des Bienenschamanen”, Simon Braxton, Edition Spuren

10.01.2018
Martina Pahr

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