Würde beginnt dort, wo wir uns selbst achten
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es im Grundgesetz. Dieser Satz klingt groß, staatstragend und fast ein wenig feierlich. Doch was bedeutet Würde in unserem ganz persönlichen Leben? Was ist diese Würde, wenn wir nicht über Gesetze sprechen, sondern über unser Herz, unser Inneres Kind, unsere Selbstliebe und unseren Alltag? Würde ist ein Ausdruck von Liebe!
Ja, Würde hat etwas mit Liebe zu tun. Mit Selbstliebe. Mit Achtung, Respekt, Anerkennung, Wertschätzung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Authentizität und Treue dem eigenen Herzen gegenüber.
Kurz gesagt: Würde ist die innere Haltung, sich selbst und das Leben zu achten. Sie zeigt sich nicht zuerst im Besitz, im Erfolg oder im äußeren Ansehen, sondern darin, ob wir uns selbst, unsere Herzenswünsche und andere Menschen würdigen können.
Die Würde des Menschen ist mehr als äußere Lebensumstände
Es gibt Menschen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben: Obdachlose, Menschen in Armut, Menschen in Not, Menschen, denen Schutz, Sicherheit und Anerkennung fehlen. Und dennoch gibt es unter ihnen Menschen, die eine stille, tiefe Würde ausstrahlen.
Allein die äußeren Lebensumstände sagen also noch nicht alles über die Würde eines Menschen aus.
Und dann gibt es Menschen, die leben in Saus und Braus. Sie haben Geld, Besitz, Möglichkeiten und Status. Doch ihr Verhalten kann dennoch würdelos sein, wenn Achtung, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und Herzensbindung fehlen.
Würde ist nicht das, was wir besitzen. Würde ist das, was in uns aufrecht bleibt.
Würde repräsentiert unser inneres Reichsein

Arm ist nicht, wer wenig hat. Arm ist, wer viel braucht.
Diese Aussage führt uns mitten hinein in Björn Geitmanns Grundgedanken: Würde repräsentiert unser inneres Reichsein. Sie ist kein dekorativer Begriff, sondern ein Seinszustand. Ein Mensch kann äußerlich wenig haben und dennoch innerlich reich sein. Und ein Mensch kann äußerlich viel besitzen und sich dennoch innerlich arm, bedürftig, getrieben und würdelos fühlen.
Wenn wir ständig brauchen, haben wollen, leisten müssen, glänzen wollen oder Anerkennung im Außen suchen, dann folgen wir nicht unbedingt unserem Herzen. Dann folgt oft unser Ego seinen alten Programmen.
Unser Herz ruht. Unser Ego rennt.
Der Wille des Herzens ist nicht der Wille des Ego
Natürlich dürfen wir den Willen unseres Herzens nicht mit dem Willen unseres Ego verwechseln. Der Wille unseres Ego ist häufig ausgerichtet auf Konsum, mehr haben wollen, Anerkennung bekommen, ständig etwas machen und tun.
Unser Ego reagiert auf die Außenreize dieser Welt. Es will beweisen, leisten, vergleichen, besitzen, kontrollieren und gesehen werden. Es legt einen großen Aktionismus an den Tag.
Und genau hier können wir erkennen: Mit dem Aktionismus unseres eigenen Ego können wir uns selbst unsere Würde rauben.
Die entgegengesetzte Energie wäre:
- In der Ruhe liegt die Kraft.
- Besonnenheit statt Aktionismus.
- Gleichmut statt innerer Getriebenheit.
- Achtsamkeit statt ständiger Reaktion.
- Dankbarkeit statt Mangelgefühl.
- Seinsfreude statt Selbstoptimierungsdruck.
Ein Leben in Würde beginnt oft nicht mit einem großen äußeren Schritt, sondern mit einem inneren Stillwerden.
Würde ist ein Ausdruck von Liebe
Wenn wir andere Menschen würdigen können, lieben wir sie auf der Ebene unseres Herzens. Wenn wir uns selbst würdigen können, spüren wir unsere eigene Selbstliebe.
Würdigung bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Würdigung bedeutet, etwas in seiner Existenz anzuerkennen. Einen Menschen zu würdigen heißt: Ich sehe dich. Ich erkenne, dass du bist. Ich erkenne deinen Wert, auch wenn ich nicht alles verstehe, gutheiße oder teile.
Und uns selbst zu würdigen bedeutet: Ich erkenne mich. Ich erkenne meine Gefühle, meine Sehnsüchte, meine Grenzen, meine Geschichte, meine Wunden und meine Würde an.
Hier berührt der Beitrag auch das Thema Verantwortung: Würde hat viel damit zu tun, ob wir uns vor unserem eigenen Herzen verantworten können. Eine gute Vertiefung dazu ist der Beitrag Verantwortung vor dem eigenen Herzen.
Haben wir Würde gelernt?
Schauen wir einmal auf unsere Herkunft. War unsere Mutter ein Mensch mit Würde? Konnte sie sich selbst würdigen? Haben wir sie gewürdigt? War unser Vater ein Mensch mit Würde? Konnte er sich selbst achten? Haben wir ihn geachtet?
Wenn unsere Eltern Würde in sich getragen haben, konnte diese Würde wie eine stille Liebe in unser eigenes System weiterfließen. Wenn unsere Eltern ihre eigene Würde nicht spüren konnten, wenn sie selbst beschämt, verletzt, entwürdigt oder innerlich arm waren, dann kann es sein, dass auch wir unsere Würde erst später bewusst wiederfinden müssen.
Doch das ist möglich.
Wir müssen unsere Würde nicht für immer dort suchen, wo sie uns vielleicht nicht gegeben wurde. Wir können sie heute in uns selbst wiederentdecken. Nicht als Trotz. Nicht als Überheblichkeit. Sondern als Rückkehr zu unserem Herzensfeld.
Unser Herzensfeld hat Würde
Aus spiritueller Sicht hat unser Herzensfeld Würde. Es ist nicht abhängig davon, ob wir erfolgreich sind, bewundert werden oder alles richtig machen. Unser Herzensfeld ist nicht perfekt im Sinne des Ego. Es ist wahrhaftig.
Wenn wir uns als Herzensfeld wahrnehmen, können wir unserem eigenen Ego etwas zufließen lassen, was es sich selbst nicht geben kann: Güte, Ruhe, Zuwendung, Würdigung.
Wir beerben uns selbst mit Würde.
Das klingt ungewöhnlich. Doch es beschreibt einen tiefen inneren Vorgang: Wir hören auf, auf eine spätere Anerkennung zu warten. Wir beginnen, uns jetzt zu achten. Jetzt zu sehen. Jetzt zu würdigen.
Wenn wir uns als Opfer fühlen
Wenn wir unser Leben anschauen, kann es sein, dass wir uns hier oder dort als Opfer fühlen. Vielleicht hadern wir mit einer privaten Situation, mit einer Partnerschaft, mit der Arbeit, mit unserer Gesundheit, mit gesellschaftlichen Entwicklungen oder mit einem inneren Schmerz.
Solange wir uns irgendwo blockiert fühlen, erleben wir uns leicht als Opfer äußerer Lebensumstände.
Doch genau hier kann das Wort Würde zu einem inneren Schlüssel werden.
Würde bedeutet nicht, Leid kleinzureden. Würde bedeutet auch nicht, Unrecht zu rechtfertigen. Und Würde bedeutet schon gar nicht, dass Menschen, die verletzt wurden, selbst schuld seien. Würde bedeutet: Ich finde in mir wieder einen Ort, der nicht vollständig von dem beherrscht wird, was mir widerfahren ist.
Spirituell betrachtet können schwierige Erfahrungen uns einladen, tiefer zu schauen. Bei seelischen oder körperlichen Beschwerden ersetzt diese Betrachtung jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung.
Würde ist Liebe – auch dem Jetzt gegenüber
Solange wir uns als Opfer fühlen, fehlt uns oft der Zugang zu Selbstliebe und Würde. Es gibt dann eine Lebenssituation, die wir nicht würdigen können. Sie ärgert uns. Sie nervt uns. Sie frustriert uns. Wir wollen sie nicht haben.
Und genau hier beginnt der ungewöhnliche Schritt:
Wir würdigen das Jetzt dennoch.
Nicht, weil wir alles schönreden. Nicht, weil wir resignieren. Nicht, weil wir keine Veränderung mehr wollen. Sondern weil wir anerkennen: Diese Situation existiert jetzt. Diese Gefühle sind jetzt da. Dieser Schmerz, dieser Ärger, diese Enge, diese Sehnsucht – all das ist gerade Teil unseres Erlebens.
Indem wir das Jetzt würdigen, treten wir innerlich einen Schritt heraus aus dem reinen Opfergefühl. Wir sind dann nicht mehr nur die Person, der etwas widerfährt. Wir werden zu dem Bewusstsein, das wahrnimmt, würdigt und bewusst antworten kann.
Zum verwandten Thema Ärger, Hadern und innerer Freiheit passt der Beitrag Ärger als Schlüssel zum Glück.
Würdigung ist ein Ja zur Existenz
Würdigung ist gleichbedeutend mit einem inneren Ja zur Existenz dessen, was gerade da ist. Dieses Ja bedeutet nicht: Ich finde es gut. Es bedeutet: Ich sehe, dass es da ist.
Dieses Ja kann weich machen, was in uns verhärtet ist. Es kann uns helfen, aus dem Kampf gegen das Jetzt herauszutreten. Es kann uns wieder in Beziehung bringen – mit unserem Körper, unseren Gefühlen, unseren Herzensimpulsen und unserem Leben.
Wenn Liebe eine verhärtete Situation berührt, kann sich unser inneres Verhältnis zu dieser Situation verändern. Vielleicht löst sich nicht sofort alles im Außen. Aber in uns entsteht ein neuer Raum. Und dieser Raum ist kostbar.
Würde. Würdigung. Liebe.
Würde bedeutet zu spüren, was wir von Herzen tun würden
Nun können wir den nächsten Schritt gehen.
Würde bedeutet auch, zu spüren, was wir am liebsten tun würden. Hier entsteht ein schönes Wortspiel zwischen „würde“ und „Würde“.
Wenn ich tief in mein Herz hineinspüre:
- Was würde ich am liebsten tun?
- Wie würde ich mich gerne verhalten?
- Welche Erfahrungen würde ich gerne machen?
- Welche Gefühle würde ich gerne fühlen?
- Wozu würde ich von Herzen Ja sagen?
- Mit welchem Verhalten könnte ich mich selbst würdigen?
- Was wäre richtig, weil es meine Würde ausdrückt?
Der Konjunktiv „würde“ verrät uns oft, welches Verhalten wir bisher unterdrückt haben. Vielleicht, weil wir gelernt haben: So etwas tut man nicht. So darf man nicht sein. So darf man nicht fühlen. So darf man nicht wünschen.
Und genau durch diese Verbote haben wir einen Teil unserer Würde verloren.
Alte Verbote und neue Erlaubnis
Viele innere Verbote stammen aus der Kindheit, aus Erziehung, Schule, Familie, Religion, Gesellschaft oder früheren Beziehungserfahrungen. Manche dieser Verbote sitzen so tief, dass wir sie gar nicht mehr als Verbot wahrnehmen. Sie fühlen sich an wie Wahrheit.
„Das darf ich nicht.“
„Das steht mir nicht zu.“
„Das wäre egoistisch.“
„Das ist lächerlich.“
„Dafür bin ich zu alt.“
„Das lohnt sich nicht.“
„Das kann ich sowieso nicht.“
Und irgendwann leben wir nicht mehr aus unserem Herzensfeld heraus, sondern aus einem unsichtbaren Käfig alter Sätze.
Würde bedeutet, diese Sätze zu bemerken – und ihnen nicht mehr blind zu dienen.
Zum Thema innere Stimme, Ego und Herzensimpuls passt ergänzend der Beitrag Schicksalsschlag und überhörte innere Stimme.
Was möchte unser Inneres Kind?
Wenn es um Würde geht, geht es nicht nur um Moral, Haltung oder äußeres Verhalten. Es geht auch um unser Inneres Kind.
Was würde unser Inneres Kind gerne spielen, erforschen, entdecken, unternehmen, kreativ gestalten oder ausprobieren? Womit würde es gerne experimentieren? Wo möchte es über alte Ego-Gewohnheiten hinauswachsen? Wo möchte es die Komfortzone unserer Konditionierungen verlassen und mutig ins Leben springen?
Die Frage ist schlicht und tief:
Was würde ich von Herzen gerne einmal tun?
Und ebenso wichtig:
Welche Gefühle würde ich von Herzen gerne einmal spüren?
Vielleicht hilft es, einen Zettel zu nehmen und diese Fragen ohne Druck zu beantworten. Nicht als To-do-Liste des Ego. Nicht als Selbstoptimierungsprogramm. Sondern als Würdigung der eigenen Herzenssehnsucht.
Herzenswünsche dürfen da sein
Wir können jetzt in diesem Augenblick unsere Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse würdigen. Indem wir sie würdigen, erkennen wir sie an. Wir erlauben ihnen, da zu sein. Wir lieben nicht sofort ihre Erfüllung im Außen, sondern zunächst ihre Existenz in uns.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Es geht nicht darum, ob sich jeder Wunsch im Weltlichen erfüllt. Die innere Erfüllung beginnt bereits dort, wo wir einem Herzenswunsch erlauben, in uns zu schwingen.
Wir müssen nicht sofort handeln. Wir müssen nichts erzwingen. Wir müssen dem Leben nicht den Ablaufplan diktieren. Wir dürfen zunächst fühlen:
Dieser Wunsch darf da sein.
Diese Sehnsucht darf da sein.
Diese Freude darf da sein.
Dieses innere Bild darf da sein.
So werden wir reich, ohne etwas besitzen zu müssen.
Wir sind reich, wenn unsere Wünsche da sein dürfen
Wir sind reich, wenn unsere Wünsche da sein dürfen.
Wir sind erfüllt, wenn das, was wir gerne erleben würden, in uns schwingen darf.
Wir sind reich, weil wir nichts mehr erzwingen müssen. Wir haben uns selbst bereits etwas gegeben: Erlaubnis, Anerkennung, Raum, Würdigung.
Wir selbst haben uns beschenkt, indem wir unsere Wünsche und Sehnsüchte nicht länger beschämen, sondern würdigen.
Dies ist keine Flucht aus der Wirklichkeit. Es ist eine Rückkehr in den inneren Reichtum.
Wünsche auf Ego-Ebene und Wünsche auf Herz-Ebene
Natürlich benutzt auch unser Ego das Wünschen für seine eigenen Zwecke. Hier dürfen wir achtsam sein.
Das Ego nutzt Wünsche oft, um Mangel zu erzeugen. Es sagt: „Es ist ja noch nichts da. Du hast es noch nicht. Andere haben mehr. Du bist noch nicht angekommen.“
So wird das Wünschen zur Quelle von Leid.
Auf der Herz-Ebene ist das Wünschen anders. Dort ist das Wünschen Freude pur. Wir sind bereits erfüllt, weil wir die freudvolle Energie eines Herzenswunsches in uns spüren. Wir würdigen unser inneres Erfülltsein.
Vielleicht manifestiert sich mancher Wunsch irgendwann im Irdischen. Vielleicht anders, als wir dachten. Vielleicht auch gar nicht in der Form, die unser Ego erwartet. Doch seine Energie hat uns bereits berührt.
Und genau dies ist Würde: die Energie des Herzens nicht sofort in Besitz verwandeln zu müssen.
Das Leben spricht in Metaphern
Wir sollten das Leben nicht zu wörtlich nehmen.
Das Leben spricht oft in Metaphern zu uns.
Der Traum von einem Segelboot kann bedeuten, dass wir uns innerlich freier fühlen möchten. Der Wunsch nach einer Abenteuerreise kann ein Bild für unsere eigene spirituelle Entdeckungsreise sein. Der Traum vom neuen Haus kann ein Hinweis auf ein neues inneres Zuhause sein. Der Wunsch nach Weite kann bedeuten, dass unser Herz mehr Atemraum braucht.
Das Ego will die Form.
Das Herz liebt die Energie dahinter.
Wenn wir das erkennen, müssen wir nicht mehr so verbissen an der äußeren Erfüllung festhalten. Wir können die Botschaft des Wunsches würdigen.
Würde, Abgrenzung und Selbstachtung
Würde braucht auch Abgrenzung. Denn wer alles hinnimmt, alles schluckt, alles rechtfertigt und sich selbst immer wieder übergeht, verliert den Kontakt zur eigenen inneren Aufrichtung.
Abgrenzung ist nicht Lieblosigkeit. Sie kann ein Ausdruck von Würde sein.
Manchmal bedeutet Würde, Ja zu sagen. Manchmal bedeutet Würde, Nein zu sagen. Und manchmal bedeutet Würde, erst einmal still zu werden und zu spüren, aus welchem inneren Ort heraus wir handeln möchten.
Der Beitrag Abgrenzung und die Verlockungen des Lebens vertieft diese Frage aus einer verwandten spirituellen Perspektive.
Würde im Umgang mit Macht
Würde zeigt sich auch dort, wo Menschen Macht über andere Menschen haben: in Familien, Partnerschaften, Unternehmen, Politik, Institutionen oder spirituellen Räumen.
Macht ohne Würde wird hart.
Macht ohne Herzensbindung wird kalt.
Macht ohne Achtung vor dem anderen Menschen kann verletzen, beschämen und entwürdigen.
Wer andere Menschen würdigt, erinnert sich daran, dass niemand nur Rolle, Funktion, Leistung oder Nutzen ist. Jeder Mensch ist mehr als sein Verhalten, mehr als seine Geschichte, mehr als seine Fehler und mehr als sein äußerer Status.
Zur Vertiefung dieser Frage passt der Beitrag Zerstört Macht die Seele?.
Würde als innere Ausstrahlung
Wir würdigen uns, wenn wir uns in unserer Fantasie aufrichtig und frei von Schuldgefühlen erlauben, was wir von Herzen gerne tun, erleben, fühlen und erfahren würden.
Indem wir unsere Herzenswünsche würdigen, würdigen wir uns selbst.
In diesem Moment verändert sich etwas. Nicht unbedingt laut. Nicht unbedingt sichtbar. Aber spürbar.
Wir gewinnen innere Ausstrahlung. Wir werden authentischer. Wir stehen anders im Leben. Wir müssen weniger beweisen. Wir müssen weniger kämpfen. Wir müssen weniger darstellen.
Würde ist dann nicht mehr nur ein schönes Wort. Würde wird zu einer inneren Haltung.
Häufige Fragen zu Würde, Liebe und Selbstliebe
Was bedeutet Würde spirituell betrachtet?
Spirituell betrachtet ist Würde die Erinnerung an den inneren Wert des Menschen. Sie zeigt sich darin, ob wir uns selbst, andere Menschen und das Leben achten können.
Hat Würde etwas mit Selbstliebe zu tun?
Ja. Würde und Selbstliebe gehören eng zusammen. Wer sich selbst würdigt, erkennt die eigenen Gefühle, Grenzen, Sehnsüchte und Herzensimpulse an.
Heißt Würdigung, dass ich alles gutheißen muss?
Nein. Würdigung bedeutet nicht Zustimmung. Sie bedeutet, die Existenz einer Situation, eines Menschen oder eines Gefühls wahrzunehmen, ohne sofort in Kampf, Verdrängung oder Abwertung zu gehen.
Warum sind Herzenswünsche wichtig für unsere Würde?
Herzenswünsche zeigen, was in uns lebendig ist. Wenn wir sie innerlich erlauben und würdigen, geben wir unserem Inneren Kind und unserem Herzen wieder Raum.
Weiterführende Beiträge auf Spirit Online
- Verantwortung vor dem eigenen Herzen – über Gewissen, Herz und innere Wahrhaftigkeit.
- Ärger als Schlüssel zum Glück – wenn Ärger zum Hinweis auf alte Erwartungen wird.
- Abgrenzung und die Verlockungen des Lebens – über innere Freiheit, Ego und bewusste Wahl.
- Schicksalsschlag und überhörte innere Stimme – über Ego-Stimmen, Herzimpulse und innere Orientierung.
- Zerstört Macht die Seele? – über Würde, Macht und Achtung vor dem Gegenüber.
Fazit: Würde ist die Liebe, mit der wir uns selbst begegnen
Würde ist ein Ausdruck von Liebe. Nicht nur der Liebe zu anderen Menschen, sondern auch der Liebe zu uns selbst.
Wir leben würdig, wenn wir uns selbst nicht länger übergehen. Wenn wir unsere Herzenswünsche nicht beschämen. Wenn wir unser Inneres Kind nicht zum Schweigen bringen. Wenn wir dem Jetzt mit Bewusstsein begegnen und zugleich spüren, was unser Herz wirklich möchte.
Würde bedeutet, in uns einen Raum zu finden, der nicht gekauft, bewiesen oder verdient werden muss.
Dieser Raum ist schon da.
Er wartet darauf, dass wir ihn würdigen.
Würde.
Liebe.
Selbstliebe.
Aufrichtigkeit.
Authentizität.
Ein gutes Gewissen vor dem eigenen Herzen.
Einfach nur, indem wir bewusst dasjenige leben, wobei wir uns selbst würdigen können.
Artikel aktualisiert
30.04.2026
In Liebe Dein/Euer
Björn Geitmann
Buchautor des Buches „Eine Neue Ordnung – Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“

„Das Leben ist leicht“ ist seine klare Haltung – und er lebt dies in verblüffend authentischer und mitreißender Art und Weise.
Der Name „Eine Neue Ordnung“ ist dabei Programm … – und so ist dieser Titel mehr als nur ein Motto, es ist die gelebte Lebensphilosophie von Björn Geitmann, einem spirituellen Lehrer unserer Zeit, der die Welt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf zu stellen verspricht. Auf dem Weg über die Brücke ins Licht dreht sich das Leben um 180 Grad. Nach „der alten Ordnung“ war unser bisheriges Leben vor allem durch unsere Identifikation mit unserem Ego, mit unserem Körper sowie mit dem, was wir „unser Leben“ nennen, bestimmt.
weiterlesen…


“Wir würdigen jetzt das Jetzt, dass es so ist, wie es ist.”
Will man ehrlich zu sich selbst sein, kann man nur das Jetzt wuerdigen denn es ist ein selbsterschaffenes Produkt. Man muss es anerkennen, annehmen, akzeptieren denn das jetzt ist ein Produkt, auch in Bezug auf die eigene Existenz.
Die sich selbstbespiegelnde Ratio produziert Phantasiegebilde also Illusionen. Jeder Gedanke ist eine Schoepfung, keine Schoepfung des Schoepfers, sondern eine persoenliche Gedankenschoepfung, die mehr oder minder, je nach Intensitaet in die Individualseele eingeht. Frueher oder spaeter Teil des Bewusstseins ist und auch als Tat in die Realitaet kollabieren kann. Seit dem Doppelspaltversuch vor 100 Jahren ist man sich ueber den Kollaps der Wellenfunktion bewusst.
Beispiel: Hat ein roemischer Senator sich seinerzeit einen Lustknaben fuer seinen Zeitvertreib gehalten und sich intensiv mit seinem Lustgewinn identifiziert, werden seine Vorstellungen energetisch in seine Individualseele eingehen. In den naechsten Reinkarnationen werden diese Energien wieder hervortreten und er wird diese Energien wieder befriedigen, oder bekaempfen. Auf jeden Fall koennen sie nicht einfach nach dem physischen Tod verschwinden.
So hat die Menschheit sich ein Paralleluniversum innerhalb der natuerlichen Evolution erschaffen. Das Ergebnis sehen wir ganz offensichtlich.
Was macht ein Tier? Es lebt im Jetzt. Es kann nicht anders als im Jetzt leben, weil es sich nicht selbstbespiegeln kann und kennt somit weder Vergangenheit noch Zukunft. Das Tier lebt folglich autoevolutiv den Kollaps seiner Wellenfunktion und evoluiert gemaess der gegebenen Lebensbedingungen.
“Ein wenig besser würd er leben, hätt’st du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; Ernennt’s Vernunft and braucht’s allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein.” (Goethe, Faust)
Logischerweise waere es somit das Beste fuer das Individuum sein Schicksal und die damit Verbundenen Unannehmlichkeiten und Herausvorderungen anzunehmen, denn jeder ist Schoepfer seiner Realitaet.
Der Mensch erkennt das aber nicht und gibt dem Schicksal oder Anderen die Schuld.
Wuerde er es erkennen, gaebe es keine Kriege.