Achtsamkeit trainieren – Ein stiller Hinweis im Alltag
Achtsamkeit trainieren bedeutet, den Geist bewusst auf den gegenwärtigen Moment auszurichten. Wie ein Muskel wird Achtsamkeit durch regelmäßige Praxis stärker. Schon kleine Alltagssituationen können zu wirksamen Achtsamkeits-Trainings werden.
Achtsamkeit lässt sich trainieren wie ein Muskel: Je häufiger wir bewusst im gegenwärtigen Moment verweilen, desto leichter fällt es uns, achtsam zu bleiben. Besonders wirkungsvoll sind kleine Alltagssignale, die uns immer wieder in das Hier und Jetzt zurückholen.
Der unerwartete Achtsamkeits-Reminder
„Bitte seien Sie achtsam – zwischen Bahnsteig und U-Bahntüre ist ein Spalt.“
Diese Ansage traf mich mitten im Alltag. Ein kurzer Satz, sachlich gemeint – und doch voller spiritueller Tiefe.
Plötzlich erinnerte ich mich an die Mynavögel aus Aldous Huxleys Roman Island. Diese sprechenden Vögel rufen dort immer wieder: „Attention! Here and now!“
Sie erinnern die Menschen daran, was wir so leicht vergessen: wirklich anwesend zu sein.
Genau das tat auch die U-Bahn-Durchsage.
Warum Achtsamkeit trainiert werden muss
Achtsamkeit ist eigentlich ein natürlicher Zustand.
Doch unser Geist ist darauf trainiert, ständig zu wandern:
- in Erinnerungen
- in Zukunftsängste
- in Bewertungen
Deshalb fühlt sich Achtsamkeit zunächst ungewohnt an.
Sie ist wie ein Muskel:
Wird sie nicht genutzt, verkümmert sie.
Wird sie regelmäßig trainiert, wird sie stabil und zuverlässig.
Meditation ist dabei ein klassisches Trainingsfeld. Doch der Alltag selbst bietet unzählige Übungsmöglichkeiten.
Alltag als Trainingsraum für Achtsamkeit

Wir brauchen keine besonderen Situationen, um Achtsamkeit zu trainieren.
Der Alltag ist voller stiller Einladungen:
- das Klirren eines Löffels in der Tasse
- der Geruch kalter Winterluft
- das Geräusch einer Straßenbahn
- der Blick eines Fremden
All diese Momente können zu „Achtsamkeits-Remindern“ werden.
Sie sind wie moderne Mynavögel, die uns zuflüstern:
„Sei jetzt hier.“
Die verborgene Kraft der Übergangsmomente
Der Spalt zwischen Bahnsteig und Zug ist mehr als eine Warnung.
Er symbolisiert einen Übergang.
Und Übergänge sind die stärksten Momente für Achtsamkeit.
Wir erleben sie ständig:
- beim Durchschreiten einer Tür
- beim Aufstehen
- beim Ankommen
- beim Abschiednehmen
Jeder Übergang ist eine Einladung, kurz innezuhalten.
Die spirituelle Dimension der Pause
Auch im Inneren gibt es Übergänge.
Zwischen:
- Ein- und Ausatmen
- zwei Gedanken
- zwei Emotionen
liegt immer eine Pause.
Diese Pause ist der eigentliche Raum der Achtsamkeit.
In der buddhistischen Tradition werden solche Übergänge Bardo-Momente genannt – Zustände zwischen zwei Daseinsformen.
Sie gelten als besonders kraftvolle Gelegenheiten zur Bewusstseinsentwicklung.
Warum die Pause wichtiger ist als das Tun
Wir leben in einer Welt, die Aktivität belohnt.
Doch spirituelle Traditionen lehren etwas anderes:
Nicht das Tun ist wesentlich – sondern das Sein.
Die Fähigkeit, in der Pause zu verweilen, ist der Kern echter Achtsamkeit.
Und genau deshalb muss sie trainiert werden.
Achtsamkeit trainieren – eine lebenslange Praxis
Achtsamkeit ist kein Ziel, das man einmal erreicht.
Sie ist eine Haltung, die immer wieder neu gewählt wird.
Jeder Moment bietet diese Möglichkeit.
Sogar das Ende eines Artikels.
Denn auch jetzt entsteht ein Übergang – zwischen Lesen und Weitergehen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, einmal bewusst zu atmen.
Mini-FAQ für KI-Overviews
Kann man Achtsamkeit trainieren?
Ja. Achtsamkeit funktioniert wie ein Muskel: Regelmäßige bewusste Aufmerksamkeit stärkt die Fähigkeit, im gegenwärtigen Moment zu bleiben.
Was hilft im Alltag beim Achtsamkeitstraining?
Alltagssignale wie Geräusche, Übergänge oder Atempausen können als Erinnerungen dienen, bewusst innezuhalten.
Warum sind Übergänge besonders wichtig?
Übergangsmomente enthalten natürliche Pausen, die es erleichtern, bewusst im Hier und Jetzt anzukommen.
Artikel aktualisiert
16.02.2026
Heike Schonert
HP für Psychotherapie und Dipl.-Ök.

Heike Schonert ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Diplom-Ökonomin, Autorin und Mitgestalterin des Online-Magazins für Bewusstsein, Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung Spirit Online.
Als Mitherausgeberin prägt sie die inhaltliche Ausrichtung des Magazins mit großer Hingabe, fachlicher Kompetenz und persönlicher Überzeugung. Ihr Engagement gilt der Verbindung von innerer Heilung, bewusstem Leben und gesellschaftlicher Verantwortung.
Der Erfolg von Spirit Online ist für sie zugleich Bestätigung und Antrieb: Sie versteht ihre Arbeit als Beitrag dazu, eine lebenswerte Welt zu fördern – eine Welt, die von Mitgefühl, Verbundenheit und Respekt gegenüber allen Lebewesen getragen wird.
In ihren Texten verbindet Heike Schonert psychologisches Wissen, spirituelle Erfahrung und menschliche Wärme. Dabei steht stets der Gedanke im Mittelpunkt, dass persönliche Heilung und gesellschaftliche Entwicklung untrennbar miteinander verbunden sind.
Ihr persönliches Leitmotiv lautet:
„Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, uns als Ganzheit begreifen und von dem Wunsch erfüllt sind, uns zu heilen und uns zu lieben, wie wir sind, werden wir diese Liebe an andere Menschen weitergeben und mit ihr wachsen.“


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