Zwischen Hellsinnen und Haltung: Woran erkennt man reife spirituelle Arbeit? Sichtbarkeit ohne Tiefe – eine notwendige Differenzierung
Die spirituelle Landschaft ist lebendig wie nie zuvor. Seminare, Online-Formate, Social-Media-Kanäle und Übungsgruppen über Messenger-Dienste vermitteln heute, wie sich Hellsinne entwickeln lassen, wie Botschaften aus der Geistigen Welt empfangen werden können und wie Medialität trainierbar erscheint. Es ist gut, dass sich immer mehr Menschen für spirituelle Themen öffnen und den Mut haben, sich zu zeigen.
Gleichzeitig braucht diese Entwicklung Differenzierung. Denn spirituelle Sichtbarkeit ist nicht automatisch Ausdruck innerer Reife. Fähigkeiten allein sagen wenig darüber aus, wie ein Mensch Verantwortung übernimmt, mit Macht umgeht oder anderen Menschen begegnet. Genau an dieser Stelle beginnt für mich die entscheidende Unterscheidung zwischen Technik und Haltung.
Spirituelle Fähigkeiten ersetzen keine menschliche Haltung
In meiner langjährigen Arbeit als Medium und Seminarleiterin begegne ich immer wieder Menschen mit beeindruckenden medialen Wahrnehmungen. Sie empfangen klare Bilder, präzise Informationen und berührende Botschaften aus der Geistigen Welt. Und doch zeigt sich im zwischenmenschlichen Kontakt mitunter etwas anderes, nicht oft aber dennoch erwähnenswert: wenig Respekt dem Übungspartner gegenüber, geringe Selbstreflexion oder wenig Achtsamkeit im Umgang mit ausgesprochenen und unausgesprochenen Grenzen.
Das ist kein Widerspruch, sondern eine Realität, die oft ausgeblendet wird. Medialität ist eine Fähigkeit – keine Persönlichkeitsgarantie. Wer sich ernsthaft mit spiritueller Persönlichkeitsentwicklung befasst, erkennt schnell, dass innere Reife ein eigenständiger Weg ist, der nicht automatisch mit medialen Fähigkeiten wächst.
Reife spirituelle Arbeit beginnt nicht mit dem Öffnen der Hellsinne. Sie beginnt mit dem Menschen.
Achtsames Miteinander als spirituelle Grundlage
In meinen Seminaren ist ein respektvolles, wertschätzendes Miteinander keine Zusatzoption, sondern Voraussetzung. Spirituelle Arbeit braucht einen geschützten Raum – menschlich wie energetisch. Ohne diesen Rahmen können Phänomene auftreten, doch echte Tiefe und nachhaltige Entwicklung bleiben aus.
Wenn wir unseren Mitmenschen liebevoll und respektvoll begegnen, öffnet sich ein zentraler Raum spiritueller Arbeit: das Herzchakra. Nicht als theoretisches Modell, sondern als gelebte Haltung. Achtsamkeit im spirituellen Alltag ist dabei keine Methode, sondern Ausdruck innerer Reife.
Ich bin überzeugt: Wer dem Menschen mit Achtung begegnet, kann der Geistigen Welt auf Augenhöhe begegnen.
Medialität ohne Reife – eine unterschätzte Herausforderung
Es braucht Klarheit, dies offen auszusprechen. Mediale Fähigkeiten können fehlinterpretiert oder verantwortungslos eingesetzt werden, wenn die menschliche Reife nicht mitwächst. Dann entsteht eine Schieflage zwischen Wahrnehmung und Verantwortung.
Für mich bedeutet ein „gutes“ Medium zu sein nicht, besonders spektakuläre Botschaften zu übermitteln. Entscheidend ist die Bereitschaft zur Selbstprüfung:
- Wie gehe ich mit anderen Menschen und meinem Umfeld um?
- Bin ich offen für Feedback und Korrektur?
- Kenne ich meine Grenzen?
- Trage ich Verantwortung für meine Wirkung?
- Kann ich klar Unterscheiden, ob das eine Botschaft für mein Gegenüber ist oder ob sich meine Befindlichkeit zeigt?
Ohne diese innere Arbeit verliert Medialität ihre Erdung. Fragen von Verantwortung in der spirituellen Arbeit werden dann ausgeklammert – mit Folgen für alle Beteiligten.
Dankbarkeit, Respekt und Verantwortung gegenüber allem Leben

Reife spirituelle Haltung zeigt sich auch im Verhältnis zur Natur und zur Erde. Dankbarkeit gegenüber Mutter Erde, Achtsamkeit gegenüber allen Lebewesen und Respekt vor dem Leben gehören für mich untrennbar zu medialer Arbeit.
Spiritualität findet nicht außerhalb dieser Welt statt. Sie ist eingebettet in einen größeren Zusammenhang. Wer medial arbeitet, trägt Verantwortung – für Menschen, für Prozesse und für die geistige Ordnung, in der diese Arbeit geschieht.
Spiritualität, die den Menschen und das Leben aus dem Blick verliert, verliert ihren Sinn.
Orientierung durch die 7 Grundsätze des englischen Spiritualismus
Meine Seminare und meine Arbeit orientieren sich bewusst an den ethischen Leitlinien des Englischer Spiritualismus. Diese sieben Grundsätze sind kein starres Regelwerk, sondern ein innerer Kompass. Sie betonen persönliche Entwicklung, Wahrhaftigkeit, Verantwortung und die Achtung vor allem Leben.
Die Grundlagen des englischen Spiritualismus bieten Orientierung, ohne zu bevormunden. Sie erinnern daran, dass spirituelle Entwicklung immer mit innerer Arbeit verbunden ist – und dass Medialität ohne Demut ihre Tiefe verliert.
Zwischen Technik und Verkörperung
Viele heutige Angebote erklären, wie etwas funktioniert. Wie man wahrnimmt, empfängt, interpretiert. Was dabei oft fehlt, ist die Frage: Wie bin ich dabei als Mensch?
Reife spirituelle Arbeit ist verkörpert. Sie zeigt sich im Alltag, im Umgang mit Konflikten, in der Fähigkeit zuzuhören und Verantwortung für das eigene Wachstum zu übernehmen. Bewusstsein und innere Haltung lassen sich nicht üben wie eine Technik – sie wollen gelebt werden.
Hellsinne lassen sich schulen. Haltung nicht.
Einladung zur Selbstprüfung
Dieser Beitrag ist eine Einladung zur ehrlichen Selbstreflexion. Für Menschen, die medial arbeiten. Und für jene, die nach Orientierung suchen.
Wer sich auf einen spirituellen Weg begibt, sollte nicht nur fragen:
Was kann ich?
sondern auch:
Wer bin ich dabei?
Denn die Geistige Welt braucht keine perfekten Medien. Sie braucht offene Herzen, klare Menschen und eine Haltung, die von Achtsamkeit, Respekt und Liebe getragen ist.
Schlussgedanke
Spirituelle Arbeit beginnt nicht im Jenseits.
Sie beginnt im menschlichen Miteinander.
Je achtsamer wir einander begegnen, desto weiter öffnet sich der Raum, in dem echte Verbindung möglich wird – zur Geistigen Welt und zu uns selbst.
👉 Seminare für Medialität, Achtsamkeit und persönliche Reifung – “Medialer Entwicklungsweg”
05.02.2026
Von Herzen,
Ulrike Eschbaumer, Medium am Bodensee
https://www.medium-am-bodensee.de/
Pure Freude mit und für die Geistige Welt.
Zwischen Himmel und Erde gibt es unzählige Geheimnisse zu entdecken – das Zusammenspiel beider Welten faszinierte mich schon in meiner Kindheit.
Der plötzliche Verlust meines Vaters im Jahr 1999 machte meine Gabe, Botschaften aus der Geistigen Welt zu empfangen, deutlicher spürbar.
Mit großer Dankbarkeit habe ich meine Gabe angenommen und bilde mich seit 2007 am Arthur Findlay College in Stansted weiter….
https://www.medium-am-bodensee.de/
https://psychotherapie-am-bodensee.de/
“Berührt von der Geistigen Welt”
In Zeiten der Trauer und des Verlustes eines geliebten Nahestehenden suchen viele Menschen nach Antworten und Halt. Ulrike Eschbaumer, erfahrenes Medium und mediale Beraterin, öffnet in ihrem Buch die Tür zur Geistigen Welt und zeigt, wie Jenseitskontakte Heilung, Trost und Zuversicht schenken können. Mit einfühlsamen Worten auf Herzensebene und tiefen Einsichten aus ihrer langjährigen Praxis als Medium führt die Autorin die Leser auf eine berührende Reise.
Sie stellt 13 verschiedene Jenseitskontakte vor, die aus unterschiedlichen Bedürfnissen heraus entstanden sind, und zeigt, wie diese Kontakte helfen können, Unausgesprochenes zu klären und die Beziehung zu den “Heimgegangenen” liebevoll zu pflegen.
Dieses herzerwärmende und empathisch geschriebene Sachbuch berührt auf Seelenebene und schenkt den Lesern die Gewissheit, dass ihre Liebsten in der Geistigen Welt weiterhin für sie da sind.



