Entschlossenheit – Deine innere Kraft finden

Entschlossenheit yoga

Entschlossenheit beginnt dort, wo du dir selbst wieder vertraust

Viele Menschen kennen dieses Gefühl: Man möchte etwas verändern, aber innerlich bleibt alles stehen. Der Kopf denkt, das Herz weiß, der Alltag zieht weiter – und irgendwo dazwischen verlieren wir unsere Kraft.

Entschlossenheit ist keine Härte. Sie ist auch kein blindes Durchsetzen des eigenen Willens. Entschlossenheit ist eine innere Ausrichtung. Sie entsteht, wenn du spürst: Jetzt gehe ich meinen Weg. Nicht gegen das Leben, sondern mit meinem Herzen.

Entschlossenheit bedeutet, eine innere Entscheidung nicht länger aufzuschieben. Sie verbindet Klarheit, Selbstverantwortung und Vertrauen. Wer entschlossen handelt, folgt nicht jeder Angst und nicht jeder äußeren Erwartung, sondern richtet sich bewusst an dem aus, was im eigenen Inneren als wahr und stimmig empfunden wird.

Wenn wir uns ausgeliefert fühlen

Viele Menschen fühlen sich als Opfer der Umstände. Sie glauben, das Leben, andere Menschen, Erwartungen oder alte Prägungen hätten mehr Macht über sie als sie selbst.

Dann entsteht ein inneres Erleben von Ohnmacht. Man weiß, dass etwas nicht stimmt. Man spürt, dass ein neuer Schritt nötig wäre. Und doch bleibt man stehen.

Nicht immer aus Faulheit. Oft aus Angst. Aus Unsicherheit. Aus Gewohnheit. Oder weil ein Teil in uns gelernt hat: „Ich darf nicht einfach meinem Herzen folgen.“

Genau hier beginnt das Thema Entschlossenheit. Nicht als Druck. Nicht als Kampf. Sondern als Rückkehr zu einer inneren Kraft, die schon da ist.

Wer sich auf diesen Weg macht, berührt auch die Frage nach einem selbstbestimmten Leben: Wie sehr lebe ich noch nach alten Erwartungen – und wo beginnt mein eigener innerer Weg?

Das konditionierte Ego und das ureigene Ego

Entschlossenheit Spirituelle Leere eines Mannes in einer Großstadt
Illustration: KI unterstützt erstellt

Leserinnen und Leser, die meine Beiträge kennen, kennen auch mein Bild vom konditionierten Ego und vom ureigenen Ego.

Das konditionierte Ego ist durch das Außen geprägt. Es orientiert sich an Erwartungen, Regeln, Bewertungen, Anerkennung und Ablehnung. Es fragt: Was denken die anderen? Werde ich geliebt? Werde ich gesehen? Mache ich etwas falsch? Passe ich noch dazu?

Dieses konditionierte Ego möchte Sicherheit. Es möchte dazugehören. Es möchte Schmerz vermeiden. Und gerade deshalb hält es uns oft in alten Mustern fest.

Das ureigene Ego dagegen dient nicht dem Außen, sondern dem Herzen. Es ist verbunden mit dem Inneren Kind, mit der Seele, mit dem, was in uns lebendig, wahrhaftig und voller Freude erfahren möchte.

Spirituell betrachtet stehen sich hier zwei innere Bewegungen gegenüber: Die eine Bewegung sucht Sicherheit im Außen. Die andere Bewegung sucht Wahrheit im Inneren.

Entschlossenheit entsteht, wenn das Herz wieder führen darf.

Entschlossenheit ist nicht Trotz

Entschlossenheit wird leicht missverstanden.

Manche Menschen halten Entschlossenheit für Härte. Für Durchbeißen. Für „Ich ziehe das jetzt durch, egal was passiert“. Doch das ist oft nur ein anderes Gesicht des konditionierten Ego.

Wahre Entschlossenheit braucht keine Härte. Sie muss niemandem etwas beweisen. Sie muss nicht laut sein. Sie muss nicht kämpfen, um recht zu behalten.

Sie ist stiller. Klarer. Tiefer.

Sie sagt nicht: „Ich setze mich gegen alles durch.“ Sie sagt: „Ich bleibe mir treu.“

Das ist ein großer Unterschied.

Geben, ohne sich zu verlieren

Auch beim Geben zeigt sich, aus welcher Quelle wir leben.

Wenn wir aus dem konditionierten Ego geben, geben wir oft nicht wirklich frei. Wir hoffen auf Anerkennung, Lob, Dankbarkeit, Aufmerksamkeit oder Bestätigung. Dann geben wir – und warten innerlich darauf, etwas zurückzubekommen.

Das ist menschlich. Aber es macht abhängig.

Wenn wir aus unserem Herzen geben, geschieht etwas anderes. Wir geben, weil das Geben selbst stimmig ist. Weil es Freude macht. Weil es Ausdruck unseres Wesens ist.

Dann sind wir nicht leer, sondern verbunden.

Das ureigene Ego liebt sein Tun. Es liebt seine Tätigkeit. Es liebt das Geben. Und es braucht nicht sofort einen sichtbaren Ausgleich.

Das bedeutet nicht, dass wir uns ausnutzen lassen sollen. Es bedeutet auch nicht, dass Grenzen unwichtig sind. Es bedeutet: Wir handeln nicht aus Mangel, sondern aus innerer Fülle.

Was Entschlossenheit im Alltag verändert

Entschlossenheit kann unser Leben verändern, weil sie unsere innere Ausrichtung verändert.

Plötzlich fragen wir nicht mehr nur: Was wird erwartet? Was ist bequem? Was vermeidet Ärger?

Sondern: Was ist wahr? Was entspricht meinem Herzen? Was ist jetzt der nächste stimmige Schritt?

Damit entsteht eine neue Form von Selbstbewusstsein. Nicht im Sinne von Überlegenheit, sondern im Sinne von innerer Verbundenheit.

„Ich kann.“
„Ich komme damit klar.“
„Ich muss nicht alles kontrollieren, aber ich darf meinen Schritt gehen.“

Das ist die Kraft der Entschlossenheit.

Entschlossenheit und Selbstvertrauen

In der Psychologie gibt es den Begriff der Selbstwirksamkeit. Er beschreibt das Vertrauen eines Menschen, aus eigener Kraft handeln und Herausforderungen bewältigen zu können. Spirituell betrachtet können wir sagen: Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen „Ich kann handeln“. Entschlossenheit ist die innere Entscheidung: „Ich handle jetzt aus meinem Herzen.“

Beides gehört zusammen.

Wer sich selbst überhaupt nichts zutraut, wird schwer entschlossen handeln. Und wer nie entschlossen handelt, erfährt auch selten, dass er sich selbst vertrauen kann.

Darum beginnt Entschlossenheit oft mit kleinen Schritten. Nicht mit der großen Lebenswende. Nicht mit dramatischen Entscheidungen. Sondern mit einem klaren Ja. Oder einem ehrlichen Nein. Oder einem Moment, in dem du nicht mehr gegen dein inneres Wissen handelst.

Wankelmut als Hinweis

Wankelmut ist nicht der Feind. Wankelmut ist ein Hinweis.

Er zeigt uns, dass in uns noch verschiedene Kräfte wirken. Ein Teil möchte losgehen. Ein anderer Teil hält fest. Ein Teil vertraut. Ein anderer Teil fürchtet sich.

Statt Wankelmut zu verurteilen, können wir ihn anschauen.

Was will mich schützen?
Wovor habe ich Angst?
Welche alte Erwartung lenkt mich noch?
Welche Stimme in mir ist wirklich meine eigene?

Wenn wir so fragen, wird Wankelmut zum Tor. Er zeigt uns, wo unsere Entschlossenheit noch nicht mit unserem Herzen verbunden ist.

Eine Übung: Wo fehlt dir Entschlossenheit?

Nimm dir einen Moment Zeit und schau auf deinen Alltag.

Wo bist du klar? Wo weißt du, was du willst? Wo handelst du bereits aus innerer Kraft?

Und wo fehlt dir diese Kraft?

In deiner Arbeit? In deiner Partnerschaft? In deiner Familie? In deiner Wohnsituation? In deiner finanziellen Ordnung? In deinem Umgang mit deinem Körper? In deiner spirituellen Praxis? In deiner Wahrheit anderen Menschen gegenüber?

Frage dich nicht sofort, was du tun musst.

Frage zuerst:

Wo bin ich nicht ganz bei mir?
Wo sage ich ja, obwohl mein Herz nein sagt?
Wo sage ich nein, obwohl mein Herz längst ja gesagt hat?
Wo warte ich noch auf Erlaubnis?

Erkenntnis ist der erste Schritt.

Nicht jede Erkenntnis verlangt sofort eine große Handlung. Manchmal genügt es, etwas ehrlich zu sehen. Das Leben beginnt dann bereits, sich neu zu ordnen – nicht magisch auf Knopfdruck, sondern weil Bewusstsein Bewegung erzeugt.

Die Füße still halten – aber wach bleiben

Es gibt Momente, in denen wir handeln müssen. Und es gibt Momente, in denen wir nicht noch mehr machen, drücken, planen und kontrollieren sollten.

Die Füße still halten kann eine tiefe spirituelle Praxis sein.

Nicht aus Passivität. Nicht aus Resignation. Sondern aus Vertrauen.

Wir lassen das Leben wirken. Wir lassen innere Bilder reifen. Wir hören auf, jede Bewegung sofort mit dem Kopf zu zerstören.

Das Höhere Selbst, die Intuition, das Bauchgefühl, Gott, die Engel, das Leben – nenne es, wie es für dich stimmig ist – sprechen nicht immer laut. Manchmal zeigen sie sich in Fügungen, in innerer Ruhe, in einem klaren Impuls, der plötzlich da ist.

Dann wissen wir: Jetzt.

Entschlossenheit ist die Anwesenheit von Liebe

Entschlossenheit ist nicht die Abwesenheit von Angst. Sie ist die Anwesenheit von Liebe.

Wenn Liebe anwesend ist, müssen wir nicht mehr alles beweisen. Wir müssen nicht mehr jedem gefallen. Wir müssen nicht mehr warten, bis das Außen uns erlaubt, unser Leben zu leben.

Wir können beginnen.

Mit einem kleinen Schritt. Mit einem ehrlichen Wort. Mit einer neuen Haltung. Mit der Entscheidung, dem Herzen wieder zu vertrauen.

Entschlossenheit sagt:

Ich bin verbunden mit mir.
Ich höre auf, mich selbst zu verlassen.
Ich gehe meinen Weg – liebevoll, klar und wach.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem sich eine alte Welt in uns verabschiedet.

Herzlichst
Dein
Björn Geitmann

Häufige Fragen zur Entschlossenheit

Was bedeutet Entschlossenheit spirituell?

Spirituell betrachtet bedeutet Entschlossenheit, aus innerer Klarheit und Herzensverbundenheit zu handeln. Es geht nicht um Härte, sondern um Treue zum eigenen inneren Wissen.

Wie finde ich meine innere Entschlossenheit?

Innere Entschlossenheit entsteht, wenn du ehrlich erkennst, wo du dich noch anpasst, ausweichst oder auf Erlaubnis wartest. Kleine klare Entscheidungen stärken diese Kraft Schritt für Schritt.

Ist Entschlossenheit dasselbe wie Willenskraft?

Nein. Willenskraft kann auch aus Druck entstehen. Entschlossenheit ist tiefer: Sie verbindet Klarheit, Vertrauen und die Bereitschaft, einem innerlich stimmigen Weg zu folgen.

Was hilft gegen Wankelmut?

Wankelmut wird leichter, wenn du ihn nicht bekämpfst, sondern verstehst. Frage dich, welche Angst, Erwartung oder alte Prägung dich noch zurückhält.

Kann Entschlossenheit Angst auflösen?

Entschlossenheit kann helfen, anders mit Angst umzugehen. Sie ersetzt aber keine therapeutische Begleitung, wenn Angst stark belastet oder den Alltag dauerhaft einschränkt.

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Hinweis zur Einordnung

Dieser Beitrag versteht sich als spiritueller Impuls zur Selbstreflexion. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder beratende Unterstützung, wenn Angst, Belastung oder innere Konflikte den Alltag stark beeinträchtigen.

Dein
Björn Geitmann

Artikel aktualisiert
04.04.2026

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Björn Geitmann

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2 Kommentare

  1. Lieber Björn, danke für diesen wunderbaren Text. Innerlich habe ich beim lesen genickt, weil ich es als so wahr empfinde. Da sind auch einige Schlüsselwörter drin, die direkt aufatmen lassen.
    Die Entschlossenheit erinnert mich an den 9. Genschlüssel (Genekeys).
    Danke, Melanie

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