Ich habe Angst, meine Fähigkeiten zu nutzen – Auseinandersetzung mit unserer inneren Blockade
In jedem von uns schlummern Fähigkeiten, die unser Leben transformieren könnten – Talente, Potenziale und intuitive Kräfte, die uns helfen, authentischer und erfüllter zu leben. Doch so oft werden diese Fähigkeiten von etwas zurückgehalten: Angst. Die Angst, unsere Gaben zu nutzen, die Angst vor Ablehnung, vor Versagen oder davor, dass unser Leben sich radikal verändert, wenn wir unser wahres Potenzial entfalten.
Diese Angst ist kein Zeichen von Schwäche – sie ist ein Spiegel unserer tiefsten inneren Konflikte und Glaubenssätze. Und doch: Sie ist auch eine Einladung. Denn hinter der Angst verbirgt sich der Schlüssel zu unserem Wachstum, zu unserem wahren Selbst.
Die Angst, sich zu zeigen: Woher kommt sie?
Die Angst, unsere Fähigkeiten zu nutzen, hat viele Gesichter. Sie kann sich in Form von Selbstzweifeln, Prokrastination, innerem Widerstand oder sogar körperlichen Symptomen zeigen. Doch woher kommt diese Angst?
1. Angst vor Ablehnung
Eines der häufigsten Muster, das uns blockiert, ist die Angst, dass wir mit unseren Fähigkeiten oder Talenten von anderen nicht akzeptiert werden könnten. Diese Angst ist oft tief in der Kindheit verwurzelt, in Momenten, in denen wir gelernt haben, dass es „sicherer“ ist, uns anzupassen, als uns zu zeigen. Besonders spirituelle oder intuitive Fähigkeiten werden oft als ungewöhnlich oder „anders“ wahrgenommen, was die Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung verstärken kann.
2. Angst vor Veränderung
Wenn wir unsere Fähigkeiten nutzen, verändert sich unser Leben. Wir treten aus der Komfortzone, stoßen auf neue Herausforderungen und betreten unbekanntes Terrain. Diese Veränderungen sind aufregend, aber sie können auch Angst machen. Der Verstand möchte an dem festhalten, was vertraut ist, selbst wenn das Vertraute uns nicht mehr dient.
3. Angst vor Versagen
Viele von uns hegen insgeheim den Glauben, dass wir scheitern könnten, wenn wir unser Potenzial entfalten. Was, wenn wir unsere Fähigkeiten nicht „gut genug“ nutzen? Was, wenn wir Fehler machen? Diese Angst wird oft von Perfektionismus begleitet – einer inneren Stimme, die uns sagt, dass wir erst handeln dürfen, wenn wir perfekt vorbereitet sind.
4. Angst vor der eigenen Größe
So paradox es klingt, aber manchmal fürchten wir uns nicht vor dem Scheitern, sondern vor dem Erfolg. Marianne Williamson drückt dies in ihrem berühmten Zitat aus: „Unsere tiefste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.“ Wenn wir unsere Fähigkeiten voll nutzen, stehen wir plötzlich im Licht. Wir werden gesehen, wir übernehmen Verantwortung – und das kann uns einschüchtern.
Die spirituelle Dimension der Angst
Aus spiritueller Sicht hat Angst eine tiefere Bedeutung. Sie ist nicht nur ein Hindernis, sondern auch ein Wegweiser. Die Angst zeigt uns, wo wir wachsen dürfen, wo wir alte Muster auflösen und uns mit unserem wahren Selbst verbinden können. Sie ist eine Einladung, uns selbst besser kennenzulernen und zu verstehen, was uns wirklich zurückhält.
Angst als Schutzmechanismus
Unsere Angst hat oft die Funktion, uns zu schützen. Sie bewahrt uns davor, Risiken einzugehen, die uns verletzen könnten. Doch oft schützt sie uns vor etwas, das uns gar nicht bedroht – vor unserer eigenen Größe, unserem Potenzial. Die Aufgabe besteht darin, der Angst zuzuhören und zu erkennen, dass sie nicht unser Feind ist, sondern ein Teil von uns, der Heilung und Verständnis braucht.
Der Schatten und das Licht
Die Angst vor unseren Fähigkeiten ist oft ein Hinweis darauf, dass wir einen Teil von uns selbst – einen sogenannten Schattenaspekt – noch nicht vollständig integriert haben. Vielleicht lehnen wir bestimmte Eigenschaften ab oder haben Angst vor der Verantwortung, die mit unseren Gaben einhergeht. Doch genau in diesem Schatten liegt auch unser größtes Licht. Wenn wir die Angst umarmen, können wir die Kraft dahinter freisetzen.
Wie wir die Angst überwinden können
Die Angst, unsere Fähigkeiten zu nutzen, ist keine unüberwindbare Hürde. Sie kann transformiert werden – nicht durch Unterdrückung oder Ignorieren, sondern durch Annahme und bewusste Arbeit. Hier sind einige Schritte, die dir helfen können, die Angst zu verstehen und zu überwinden:
1. Nimm die Angst an
Der erste Schritt besteht darin, die Angst anzuerkennen. Sie ist ein Teil von dir, und sie möchte gehört werden. Setze dich hin und frage dich: „Wovor habe ich wirklich Angst? Was hält mich zurück?“ Schreibe deine Antworten auf, ohne sie zu bewerten. Oft liegt unter der Angst eine tiefe Sehnsucht nach Wachstum und Selbstverwirklichung.
2. Finde die Wurzel
Frage dich, woher diese Angst kommt. Gibt es frühere Erfahrungen, die sie ausgelöst haben? Wurde dir als Kind vermittelt, dass es „gefährlich“ ist, dich zu zeigen? Indem du die Wurzel der Angst erkennst, kannst du beginnen, sie aufzulösen.
3. Arbeite mit deinem Herz-Bewusstsein
Verbinde dich mit deinem Herzen, um zu spüren, was hinter der Angst liegt. Atme tief ein und aus, lege deine Hand auf dein Herz und frage dich: „Was will mir meine Angst sagen? Welche Kraft liegt hinter ihr verborgen?“ Oft zeigt dir dein Herz eine neue Perspektive – einen Weg, wie du deine Fähigkeiten auf eine Weise nutzen kannst, die sich sicher und stimmig anfühlt.
4. Beginne im Kleinen
Du musst nicht sofort mit deinen größten Fähigkeiten in die Welt treten. Fange klein an. Nutze deine Gaben in einem geschützten Raum – vielleicht für dich selbst oder für enge Freunde. Je mehr du übst, desto mehr Vertrauen gewinnst du.
5. Visualisiere deinen Erfolg
Stelle dir vor, wie es sich anfühlt, deine Fähigkeiten frei und ohne Angst zu nutzen. Sieh dich selbst in dieser Rolle, spüre die Freude und die Erfüllung, die damit einhergehen. Diese positive Vision kann dir helfen, alte Glaubenssätze zu überschreiben.
6. Suche Unterstützung
Du bist nicht allein. Teile deine Ängste und Erfahrungen mit anderen, die einen ähnlichen Weg gehen. Spirituelle Gruppen, Mentoren oder Freunde können dir helfen, deine Fähigkeiten zu entfalten und die Angst zu überwinden.
Was dich erwartet, wenn du deine Fähigkeiten nutzt
Wenn du beginnst, deine Fähigkeiten zu nutzen, wirst du feststellen, dass die Angst nicht verschwindet – aber sie wird leiser. Sie wird zu einem Begleiter, der dich daran erinnert, achtsam und bewusst zu handeln. Je mehr du deine Gaben lebst, desto mehr wirst du spüren, wie sie dein Leben bereichern und transformieren.
Die Welt braucht deine Fähigkeiten. Sie wurden dir nicht ohne Grund gegeben. Deine Talente, deine intuitiven Kräfte, deine Gaben sind ein Geschenk – nicht nur für dich, sondern auch für die Menschen um dich herum. Indem du deine Angst überwindest und deine Fähigkeiten nutzt, erfüllst du nicht nur deinen eigenen Weg, sondern inspirierst auch andere, ihren zu gehen.
Fazit: Die Angst als Tür zu deinem wahren Selbst
Die Angst, unsere Fähigkeiten zu nutzen, ist kein Feind – sie ist ein Lehrer. Sie zeigt uns, wo wir wachsen können, wo wir alte Muster loslassen und uns mit unserem wahren Potenzial verbinden dürfen. Indem wir die Angst anerkennen und uns Schritt für Schritt mit unserem Herzen verbinden, können wir die Blockaden lösen, die uns zurückhalten.
Deine Fähigkeiten sind ein Teil deiner Essenz, und sie warten darauf, gelebt zu werden. Hinter der Angst liegt die Freiheit, dein Leben authentisch und kraftvoll zu gestalten. Wage den ersten Schritt – die Welt braucht das Licht, das nur du bringen kannst.
17.11.2024
Heike Schonert
HP für Psychotherapie und Dipl.-Ök.
Alle Beiträge der Autorin auf Spirit OnlineHeike Schonert
Heike Schonert, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Diplom- Ökonom. Als Autorin, Journalistin und Gestalterin dieses Magazins gibt sie ihr ganzes Herz und Wissen in diese Aufgabe.
Der große Erfolg des Magazins ist unermüdlicher Antrieb, dazu beizutragen, dieser Erde und all seinen Lebewesen ein lebens- und liebenswertes Umfeld zu bieten, das der Gemeinschaft und der Verbindung aller Lebewesen dient.
Ihr Motto ist: „Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, uns als Ganzheit begreifen und von dem Wunsch erfüllt sind, uns zu heilen und uns zu lieben, wie wir sind, werden wir diese Liebe an andere Menschen weiter geben und mit ihr wachsen.“
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