Was ist denn „Vermummung“?

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Vermummung-ruckusWas ist denn „Vermummung“?

Liebe Leserinnen und Leser,
die Zeit rast dahin – und vielleicht ist der heute in aller Munde kursierende Begriff der „Vermummung“ schon der „Schnee von gestern“; schließlich ist der Hamburger Gipfel der G20-Mitglieder schon mehr als vier Wochen vorbei.

Was nicht vorbei ist, ist deshalb mein Anliegen. Sonst wäre es nur ein Aufkochen der geschichtlichen Ereignisse, die viel Sinn machen, selbst dann, wenn sie ohne Verstand inszeniert wurden.Es ist der „Gipfel“ von Einfältigkeit, die so genannte Vermummung als einseitige Provokation der Gewaltbereiten innerhalb der Demonstranten zu brandmarken. Was ist denn „Vermummung“? Folgende Synonyme können dafür gelten: eingehüllt, verdeckt, verpackt, unsichtbar, versteckt.Die Nicht-Farbe schwarz passt dazu. Es ist der Schatten; es ist das, was mit dem Licht einhergeht.

„Wo Licht ist, da ist auch Schatten“, sagt das Sprichwort. Und so will ich denn dort hineinleuchten, wo Bild-Zeitung, schwarz sehende Politiker, nur den dunklen Pol des Lebens Wahrnehmende, in der schwarzen Masse der Angsthasen Untergetauchte unter sich sind.
20 Politiker trafen sich und treffen sich demnächst wieder. Sie ritualisieren den tatsächlich gegebenen Sinn, sich in die Augen zu schauen und zu überprüfen, ob die vorausgeeilten Worte der Diplomatie auch von den (vermeintlichen) Entscheidern glaubwürdig vertreten werden. Die Augen verraten es. – Aber wie ist das im Kleinen wie im Großen? Die Augen sind „der Spiegel der Seele“. Sie leuchten im Feuer der Begeisterung (für die Aufgabe oder in der Wohlgefälligkeit persönlicher Eitelkeit ?) – und dahinter liegt so oft die vermummte Aggression oder der vermummte Verrat. –

Diese 20 haben teilweise mehrere Hundert Personen– vermummt, weil nicht wichtig und nur sich wichtig machend – mitgebracht. Sie sind die „Delegation“, die sich verdient gemacht hat im jeweils abgegrenzten Interesse der einzelnen Nation. Vordergründig unsichtbar, aber im Hintergrund wirkend, sind sie nicht dem grellen Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt, auch nicht den Fernsehkameras, doch sie machen im Untergrund Stimmung, halten das unsichtbare Gegengewicht zu den sich zeigenden Vermummten.

Wir, die Fernseh-Zuschauer sind „eingehüllt“ in die Bilder, die sorgfältig von einem Programmdirektor ausgesucht sind. Wer ist das, dem wir das Vertrauen schenken, die Polarität der Ereignisse verantwortungsvoll zu gewichten? Ist es ein Weiser, einer, der Licht und Schatten als zusammengehörig begriffen hat und die Grundrechte auf Demonstration und das Recht auf Sicherheit und Schutz ins rechte Verhältnis zur Würde des Menschen zu setzen vermag? Ist der Weitblick gegeben, obwohl die offensichtlichen Brandsätze (nicht die hasserfüllten Reden von Erdogan, Orban und anderen)schwarzen, vernebelnden Rauch hervorbrachten?

Haben wir uns ausreichend Gedanken gemacht, was sich hinter einer Bild-Zeitungs-Überschrift „versteckt“, die am 10. Juli hieß „Gesucht!“ – und dann Bilder von Menschen gezeigt werden, die wir der Polizei melden sollten, damit sie ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. Man nennt das „öffentliches Interesse erzeugen“. – Ja, wir haben die Verantwortung für alles, was in dieser Welt geschieht. Ja, wir haben die Aufgabe, ein Bewusstsein zu erzeugen, dass ich und meine Umwelt eins sind. Doch dann gehört es dazu, die „G 20-Verbrecher“ (Bild-Zeitung) in beiden Bereichen dem öffentlichen Interesse zuzuführen. Oder hat die Bild-Zeitung nur vergessen, die Fotos der „Verbrecher“ auf der anderen G 20-Seite zu veröffentlichen? – Auf wen sollten die Wasserwerfer noch gerichtet sein, außer auf jene, die wir als die Bösen vorgestellt bekamen? (siehe Lao Tse´s Vers am Ende dieses Editorials)

Alles bleibt „unsichtbar“und „verdeckt“, wenn die Polarität von allem, was zu dieser Welt gehört, nicht verstanden ist. Solange die Pole „entweder“ und „oder“ genährt werden, wird es Streit um „Vermummung“ geben. Wenn begriffen ist, dass Streit nur der Gegenpol zu Friedfertigkeit ist, beides aber im Gleichgewicht sein will, und Vermummung nur der polare Aspekt zu dem Sichtbaren ist, wird offenbart, dass die „Vermummten“ von Hamburg das Gleichgewicht zu den „Vermummten“ in Politik, Wirtschaft und allen sonstigen Lebensbereichen bilden. Nach weltlichen Gesetzen müssten sie alle ihrer „gerechten Strafe“ zugeführt werden. Nach übergeordneten Gesetzen sind sie vor Gott alle gleich. Sie sind „ein Teil von jener Kraft, die das Böse will und doch das Gute schafft“. – Die noch tiefer liegende Frage ist, ob überhaupt irgendjemand von uns im üblichen Sinne für irgendwas in dieser Welt verantwortlich ist, wenn doch alles determiniert ist – und „das Ziel schon erreicht ist, ehe der erste Schritt gemacht ist“. – Hier ist etwas „vermummt“, was die tiefsten Fragen des Seins berührt.

Hören wir den Weisen Lao Tse im „Tao te King“:
„Nichts ist weicher und nachgiebiger unter dem Himmel als Wasser. Doch nichts ist besser für das Angreifen des Festen und Starken; nichts kommt ihm gleich. Das Weiche kann das Harte überwinden. Jedermann unter dem Himmel weiß dies, doch niemand setzt es in die Tat um. Daher sagt der Weise: Wer die Demütigung der Menschen auf sich nimmt, verdient es, König über die Welt zu sein. Oftmals klingt die Wahrheit widersinnig.“

Logo-lebensträume22. September 2017
Alles Liebe,
Wolfgang Maiworm
Herausgeber und Autor

www.medizinundbewusstsein.de
www.lebens-t-raeume.de

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