Symbiose von Wissenschaft und Spiritualität

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Symbiose von Wissenschaft und Spiritualität
Wieviel Ordnung oder Unordnung verträgt ein Leben?

Wieviel Struktur ist dienlich? Wieviel Leere, Freiraum nötig? In letzter Zeit höre ich immer öfter, ich hatte einen Impuls und dann wird diesem Impuls gefolgt, weil alles andere wäre nicht frei und zu eingeengt. Dem Impuls wird also mehr Bedeutung gegeben als dem Verstand, denn das ist zweierlei. Das ist üblich in spirituellen Kreisen, seinen Impulsen zu lauschen und dann darauf zu vertrauen.

Daran ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil, ich bin ein großer Freund, seiner eigenen Intuition zu vertrauen und auch hinzuhören und zu handeln. Trotzdem frage ich mich von Zeit zu Zeit, wie viel Raum, Unordnung, Chaos, Impulse, Freiheit ist möglich, um trotzdem hier auf der Erde etwas zu manifestieren? Und sollte Intuition und Verstand nicht doch wieder mehr im Zusammenspiel funktionieren?

Wissenschaft ist sehr strukturbasiert, obwohl sie in Experimenten oft mit dem Chaos zu tun hat, aber eben dann die Strukturen herausarbeitet. Wissenschaft will erklären, Beweise finden, Zusammenhänge aufdecken. Wissenschaft beobachtet, probiert, schneidet auf, erklärt. Spiritualität macht nichts anderes, nur richtet sie sich mehr nach Innen als nach Aussen, dem Unsichtbaren zu, dass eben jeder anders erfährt, weshalb es dann nicht fundiert sei, Chaos eben. Denn wie möchte man etwas beweisen, dass für jeden individuell verschieden ist, dass so nicht in Struktur erfahrbar ist?

Struktur und Intuition – eine Symbiose?

Letztens sprach ich mit einer Freundin, die gerade eine Plattform aufbaut für Therapeuten. Die eine Seite hätte es gerne strukturiert und fundiert, die andere Seite hätte es gerne intuitiv, frei und vertrauensvoll.

Eigentlich eine sehr schöne Kombination, wenn man sich in der Mitte trifft. Ein Unternehmen aufzubauen, indem man sich immer wieder sagt, das wird schon, hab Vertrauen, ohne die nötigen Schritte zu tun, ist blauäugig und eben nicht fundiert. Vielleicht baut man in Zukunft in 300 Jahren das nur noch mit Energie, Gedanken und Visualisierungen auf, wer weiss, aber hier in der jetzigen Zeit bedarf es eben doch etwas mehr.

Struktur und Realität

Symbiose von Wissenschaft und Spiritualität faeden licht kugelDenn egal, ob wir uns in eine neue Zeit bewegen und ja, ich glaube schon, für mich ist auch klar, dass es einen Übergang geben muss, vom Alten ins Neue und da gelten eben auch Regeln und Strukturen, die uns helfen, etwas zu manifestieren.

Wenn alles im Universum Energie ist, wie schon Nicolas Tesla schrieb, dann ist doch letztendlich die Energie in irgendeine Struktur gelangt, damit sie IST, damit es etwas festes wird, das man sehen kann, was wir oft als Realität bezeichnen. Und natürlich ist Realität so viel mehr als das, was wir sehen können.

Denn Emotionen sind doch auch reell, oder? Kann man sie sehen? Manchmal im Gesicht des Gegenüber. 😉 Und Gedanken, sind die reell oder ist es nicht sogar möglich, sich im Nachhinein eine schönere Kindheit zu „erdenken“? Wenn man eine Geschichte nur oft genug gehört hat, glaubt man sie. Und wenn zwei Menschen auf die gleiche Situation unterschiedlich reagieren, verschiedene Emotionen haben, was ist denn dann reell?

Halt oder Veränderung?

Die gegebenen Strukturen und gewachsenen Systeme geben uns Halt, behindern aber eben auch oft die Weiterentwicklung und Veränderung in uns und um uns herum.

Auch die menschliche Erfahrung ist nur möglich, weil wir Struktur haben und unsere Energie eben nicht ständig anderen Impulsen lauscht. Wir haben einen Körper, eine Form, damit wir menschliche Erfahrungen machen können, sinnliche Erfahrungen und abenteuerliche. Aufregende und traurige Erfahrungen, damit wir die ganze Palette der menschlichen Emotionen erleben und beobachten können, an uns und dann an anderen.

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Und doch verändert sich der Körper ständig. Nach 2 Jahren ist die Leber z.B. komplett neu, physisch haben sich die Zellen erneuert, wie fast überall im Körper und im Leben. Alles kommt und geht, ohne Ausnahme.

Spiegelt das Aussen das Innen oder andersherum?

Unklug, aber gängig ist es, alles auf die äußere Form zu beschränken: das Aussehen, das Alter, das Geld, die Macht… Wer lauter ist, wer mehr hat, das größere Auto fährt, mehr Schuhe im Schrank hat, öfter essen geht, wer schlanker oder jünger ist, der ist wer. Alles was man anfassen kann, sehen kann, ist reell.

Emotionen und Energie sind eben „nicht sichtbar“, nur spürbar und dafür braucht es eine gewisse Sensibilität, Offenheit und Übung. Gut wäre es, wenn wir uns selber dabei beobachten können, was diese äußere Struktur mit uns im Inneren macht. Wie reagiere ich auf den Mangel oder die Fülle von dem, was ich mir wünsche? Und wer bin ich ohne das ganze Aussen? Struktur im Aussen und Leere in mir drinnen? Oder verändert sich nicht doch das Innen durch die Emotionen, die ich auf das Aussen spiegele?

Manifestation über Struktur

Es gibt einen Verzug vom Gedanken, dem Impuls bis zur Manifestation. Ein Segen, denn überleg doch mal, wie viele Gedanken du pro Tag denkst, die du auf keinen Fall manifestieren möchtest? Obwohl du genau das tust. Du denkst 65.000 Gedanken pro Tag, die meisten davon tagtäglich wieder, ohne es zu merken und irgendwann sind sie Struktur. Sie manifestieren sich in den Beziehungen, die du hast, in deinem Lebensstil, in Mustern und Gewohnheiten, die dein Leben bestimmen, in deinen Wehwehchen und Krankheiten, in den Geschichten, die du immer wieder erzählst und in deiner dir eigenen Perspektive auf das Leben und die Formen.

Die Idee für diesen Artikel kam mir zum Beispiel beim Meditieren. Es war ein Impuls, mein Impuls, Teil meiner Wahrheit, mehr erstmal noch nicht. Unordnung könnte man sagen. Es wird aber nur ein Artikel, wenn ich mich hinsetze und schreibe, den Gedanken freien Lauf lasse, redigiere, recherchiere und schreibe. Eben die Ordnung. Und letztendlich teile, was mich bewegt.

Tanzende Sterne

stern licht
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
Friedrich Nietzsche (Werk: Also sprach Zarathustra)

Die Aufgabe besteht wohl darin, die Struktur/das System/die Welt im Aussen und die Struktur im Innen/den Körper so gut es geht zu nutzen und gleichzeitig so offen zu bleiben, dass das Chaos in uns sich neu formieren kann. 🙂 Wissenschaft ordnet das Chaos in sehr begrenzter Weise, denn sie setzt immer nur da an, wo gerade der Fokus liegt oder sich jemand etwas vorstellen kann, woran er forscht.

Spiritualität ist individuell erlebbar und definierbar, auf jeden Fall führt sie uns weg vom Aussen mehr ins Innen. Beides hat seine Berechtigung und könnte wunderbar Hand in Hand gehen. Denn jedes Chaos will doch auch irgendwann mal aufgeräumt werden, oder?

23.06.2023
Namasté
Tanja Sirbu
Happy day, happy life.
www.tanjasirbu.com

Bilderdank an
Photo by Brett Jordan on Unsplash
Photo by Jené Stephaniuk on Unsplash
Foto von Daniel Olah auf Unsplash
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tanja-sirbuTanja Sirbu
Der Weg der Sehnsucht nach Mehr fordert sie seit nunmehr 15 Jahren heraus, Neues zu wagen, bequeme Sicherheiten in Frage zu stellen und neugierig zu bleiben für ihren ganz eigenen Flow. Belohnt wurde sie mit Wachstum, Liebe zu sich selbst und Lebendigkeit durch ein fließendes ja zum Leben statt dem häufig gehörten chronischen Nein.
In Ihrer Arbeit als Dozentin, Autorin und Life Coach verbindet sie Disziplinen wie Intellekt, Logik und dem Interesse für Neurobiologie mit der Herzensseite des Fühlens, Spürens, der Spiritualität, Körperbewusstsein (Yoga, Thai Massage) und Energiearbeiten, Theta Healing und Chakren Yoga.
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