Kosmische Religiosität

Albert Einstein

Kosmische Religiosität

Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren.

Sein Vater hatte eine elektrotechnische Eisenwarenhandlung – später in München in unmittelbarer Nähe der Theresienwiese (bekannt durch das jährliche Oktoberfest“).

Von 1885 – 1894 lebte Albert Einstein in München-Isarvorstadt, Adlzreiter-Straße 14; fast 4 Jahre lang habe ich von 2004 – 2008 nur 150m von dem Einstein-Haus entfernt gewohnt.

Mit meinem Freund Hans-Peter Dürr (Quantenphysiker und Friedensnobelpreisträger, 1929 – 2014) habe ich viele Gespräche über Albert Einstein, den er noch persönlich erlebt hatte, geführt.

Albert Einstein besuchte in München zunächst die Volksschule und später das Luitpold-Gymnasium, das seit dem Jahr 1965 Albert-Einstein-Gymnasium heißt. In dieser Zeit zeigte der Junge zwar gute Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern, Anzeichen für eine außergewöhnliche Begabung waren jedoch keine zu merken. Die Eltern zogen mit der jüngeren Schwester im Jahr 1894 nach Mailand.


Der intuitive Geist von Albert Einstein

„Das Individuum fühlt die Nichtigkeit
menschlicher Wünsche und Ziele,
die Erhabenheit und wunderbare Ordnung,
welche sich in der Natur sowie
in der Welt des Gedankens offenbart.
Es empfindet das individuelle Dasein
als eine Art Gefängnis
und will die Gesamtheit des Seienden
als ein Einheitliches und Sinnvolles erleben.
Die religiösen Genies aller Zeiten waren
durch diese kosmische Religiosität ausgezeichnet,
die keine Dogmen und keinen Gott kennt,
der nach dem Bilde des Menschen gedacht wäre.“


Albert Einstein blieb zunächst in München, um seine Schulausbildung zu beenden. Da er jedoch mit den Lehrern und dem strikten Erziehungssystem in Konflikt geriet, beschloss er im Alter von sechzehn Jahren, seine Schulausbildung vorzeitig abzubrechen und ebenfalls nach Italien zu übersiedeln, um dem Militärdienst in Deutschland zu entgehen. In den nächsten Monaten hielt er sich in der Lombardei auf und arbeitete im Unternehmen seines Vaters. Dieser hegte den Wunsch, dass Albert Einstein das Studium der Elektrotechnik aufnehmen würde, um eines Tages den Familienbetrieb übernehmen zu können.

Albert Einstein bewarb sich gegen den Willen des Vaters an der ETH Zürich mit dem Plan, dort Physik zu studieren, wurde aber abgelehnt, da ihm der Schulabschluss fehlte. Im Zuge seiner Studienberechtigungsprüfung zeigte er exzellente Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern, bestand jedoch aufgrund seiner schlechten Französischkenntnisse nicht. Daraufhin holte er in Aarau an der Kantonsschule die schweizerische Matura nach, die er im Oktober 1896 mit Auszeichnung bestand. Noch im selben Semester nahm er an der ETH Zürich das Studium auf, das er vier Jahre später als diplomierter Lehrer in den Fächern Mathematik und Physik abschloss.

Ausgerechnet im Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach,

lockte der deutsche Physiker Max Planck (1858 – 1947) das junge Genie zurück. Einstein durfte aber, das war seine Bedingung, die Schweizer Staatsbürgerschaft behalten.

In Berlin machte er sich als Mitglied der Akademie der Wissenschaften daran, die Rätsel des Kosmos zu lösen.
Im Jahr 1916 veröffentlichte er seine bahnbrechende Allgemeine Relativitätstheorie – doch im Schlachtengetümmel nahm kaum einer Notiz davon.

Albert Einstein litt an der Kriegsbegeisterung und klagte, „welch trauriger Viehgattung man angehört“. Nach Kriegsende pries er öffentlich die Novemberrevolution und die Ausrufung der Weimarer Republik: „Jetzt wird mir erst recht wohl hier.“

Zur gleichen Zeit erlangte Einstein als Wissenschaftler Weltruhm. Gemäß seiner Allgemeinen Relativitätstheorie konnten Raum und Zeit nur existieren, wenn auch Materie vorhanden war; aus dem Formelwerk ergab sich zugleich, dass massereiche Körper wie Sterne und Planeten den umliegenden Weltraum verbiegen. Während einer Sonnenfinsternis im Sommer 1919 wurde diese Vorhersage glänzend bestätigt. Englische Astronomen beobachteten, dass das Licht der Sterne, wie von Einstein prophezeit, von der Sonne abgelenkt wird.

Die führenden Physiker in Deutschland und der Welt feierten Einstein als den „neuen Newton“.

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Die Relativitätstheorie besagt, dass die Wahrnehmung der gleichen physikalischen Prozesse relativ ist, das heißt abhängig vom jeweiligen Standpunkt unterschiedlich ausfallen kann. Damit revolutionierte Einstein die moderne Physik und das allgemein gültige Weltbild seiner Zeit.

Für die Entwicklung der Relativitätstheorie war Albert Einstein schon viele Jahre lang als möglicher Nobelpreisträger im Gespräch, die Verleihung wurde jedoch von einem Mitglied des Komitees wegen Zweifeln an seiner Arbeit wiederholt verhindert. Im Jahr 1922 erhielt Albert Einstein die renommierte Auszeichnung schließlich rückwirkend für das Jahr zuvor, allerdings nicht für seine allgemeine Relativitätstheorie, sondern für seine Arbeit an lichtelektrischen Effekten durch Ablenkung im Gravitationsfeld der Sonne, die ihn im Jahr 1919 über Nacht weltberühmt gemacht hatte.

Die Einstein-Gegner organisierten Vorträge zur Widerlegung der Relativitätstheorie; meist gingen sie nach hinten los – bei den Versammlungen ging es zu wie im Bierzelt, die wirrsten Köpfe meldeten sich mit eigenen Welterklärungen zu Wort.

Erst die heftigen, politisch gefärbten Auseinandersetzungen um ihn und sein Weltmodell machten den Professor mit dem wilden Haaren in den 1920-er Jahren zum Superstar.
Um den berühmten Wissenschaftler in Berlin zu halten, erhöhte das Kultusministerium mehrfach sein Gehalt.

Um sich vor Mordanschlägen zu schützen, flüchtete Einstein ins Ausland:

„Nun hilft nichts als Geduld und Verreisen.“
Er fuhr nach Japan, Spanien und Palästina, besuchte Schweden, Frankreich und die USA, Argentinien und Uruguay.

Für die deutsche Regierung waren Einsteins Reisen äußerst nützlich. Nach dem verlorenen Krieg war Deutschlands Ansehen in der Welt auf einem Tiefpunkt. Der pazifistische Gelehrte war genau der richtige Mann, um die Fronten aufzuweichen.

Lobend hoben die Diplomaten hervor, dass Einstein seine Vorträge stets auf deutsch hielt. Dabei störte es wenig, dass er wenig patriotische Gründe dafür hatte; das Genie hatte nur große Schwierigkeiten, Fremdsprachen zu erlernen. Gespenstisch verlief der Besuch im Weißen Haus: US-Präsident Warren G. Harding (1865 – 1923) sprach nur englisch, Einstein verstand kein Wort. Stumm ließen sie sich nach dem Dinner fotografieren.

Ende 1922 kam es zu einem diplomatischen Eklat. Als Einstein der Nobelpreis verliehen werden sollte, hielt er sich unerreichbar in Japan auf. Der deutsche und der Schweizer Gesandte in Stockholm stritten sich, wem die Ehre zufiel, den Preis entgegenzunehmen. Forsch behauptete der deutsche Vertreter: „Einstein ist Reichsdeutscher“. Am Tag nach der Preisverleihung erfuhr er, dass Einstein einen Schweizer Pass besaß. Zerknirscht empfahl er dem Auswärtigen Amt, über den peinlichen Vorfall nach außen „kein Wort zu verlieren“.

Dass Albert Einstein vom deutschen Staat „als Renommierbonze und Lockvogel“ herumgereicht wurde, nahm er gelassen hin. Ihm war die Aussöhnung der Völker ein Herzensanliegen; vor allem aber wollte er seine Forscherkollegen aus der weltweiten Isolation herausführen. Nach dem Krieg wurden sie nicht mehr zu Kongressen eingeladen und aus Fachorganisationen rausgeworfen. Erst als Deutschland 1926 dem Völkerbund beitrat, war der Forschungsboykott beendet.

Albert Einstein war ein begabter Amateur-Geiger.

Als der am 22. April 1916 in New York geborene Jude Yehudi Menuhin wenige Tage vor seinem 13. Geburtstag in Berlin mit den Berliner Philharmonikern an einem Abend die Violinkonzerte von Bach, Beethoven und Brahms spielte, saß Albert Einstein bewundernd in der ersten Reihe und sagte nach dem Konzert des Wunderkinds: „Jetzt weiß ich, dass Gott existiert!“.

„Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“

Einstein glaubte an ein geordnetes Universum. Er war überzeugt davon, dass hinter den universellen Regeln der Natur eine Art versteckte Harmonie existiert. Er fand den Beweis für die Existenz Gottes in der Schlichtheit und Schönheit der Natur. Er verbrachte sein Leben in dem Bemühen, die Rätsel des Universums zu entschlüsseln.

„Erstaunen und Respekt für die Macht und Kraft, die hinter allem steckt, das ist meine Religion!“

Albert Einstein und seine Familie verließen Deutschland aufgrund der politischen Entwicklungen bereits im Jahr 1932. Der Physiker hat deutschen Boden danach nie wieder betreten. Er ließ sich in Princeton/USA nieder, wo er am Institute für Advanced Studies weitgehend erfolglos an der Entwicklung einer Feldtheorie forschte. Aus Angst vor einer atomaren Aufrüstung des Dritten Reiches schrieb er im ersten Kriegsjahr an US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882 – 1945) und wies ihn auf die Möglichkeit hin, mit Nuklearenergie eine Atombombe mit großer Zerstörungskraft herstellen zu können. Im Jahr 1952, nachdem der erste Präsident Israels, Chaim Weizmann, verstorben war, wurde ihm die Präsidentschaft vorgeschlagen, die Albert Einstein jedoch ablehnte.

In Princeton erlag er am 18. April 1955 inneren Blutungen, die durch ein Aorten-Aneurysma ausgelöst worden waren.

Leider sind seine letzten Worte nicht überliefert, weil er in den Tagen vor seinem Tod nur noch deutsch sprach und die ihn behandelnden Ärzte und Krankenschwestern ihn nicht verstehen konnten.

23.01.2025
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist

https://kardiosophie.network


Über Roland R. Ropers

Ehrfurcht vor dem Leben Roland Ropers

Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.

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Buch Tipp:

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Weg-Weiser zur kosmischen Ur-Quelle

von Roland R. Ropers und
Andrea Fessmann, Dorothea J. May, Dr. med. Christiane May-Ropers, Helga Simon-Wagenbach, Prof. Dr. phil. Irmela Neu

Die intellektuelle Kopflastigkeit, die über Jahrhunderte mit dem Begriff des französischen Philosophen René Descartes (1596 – 1650) „Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) verbunden war, erfordert für den Menschen der Zukunft eine neue Ausrichtung auf die Kraft und Weisheit des Herzens, die mit dem von Roland R. Ropers in die Welt gebrachten Wortes „KARDIOSOPHIE“ verbunden ist. Bereits Antoine de Saint-Exupéry beglückte uns mit seiner Erkenntnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Der Autor und die sechs Co-Autorinnen beleuchten aus ihrem individuellen Erfahrungsreichtum die Vielfalt von Wissen und Weisheit aus dem Großraum des Herzens.

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