1080-200 Banner Shopify Home

Präsenz und Gegenwärtigkeit: Das Geschenk des Jetzt

Präsenz und Gegenwärtigkeit: Mann im winterlichen Schneefall
Illustration: KI-unterstützt generiert

Beitragsbild: Illustration, KI-unterstützt generiert.

Das Geschenk, im eigenen Leben anwesend zu sein

Präsenz und Gegenwärtigkeit beschreiben hier eine bewusste Hinwendung zum gegenwärtigen Augenblick. Präsenz meint das wache Dabeisein; Gegenwärtigkeit betont das Erleben des Jetzt. In diesem spirituellen Essay betrachtet Björn Geitmann beides als Einladung zu innerer Einkehr, Stille und Verbundenheit.

Frohe Weihnachten! Das größte Geschenk, das Du Dir selbst machen kannst, ist vielleicht ein Leben in Präsenz und Gegenwärtigkeit, ein Leben voll Wachheit, Achtsamkeit und bewusster Aufmerksamkeit. Ein Geschenk, das sich nicht einpacken lässt. Ein Augenblick, in dem wir bemerken: Wir sind da. Wir hören, wir sehen, wir nehmen wahr.

Weihnachten gibt dieser Einladung einen besonderen Rahmen. Zwischen Vorbereitungen, Begegnungen und Erwartungen kann ein stiller Moment leicht verloren gehen. Die Bilder von Kerzen, Schneeflocken und einem geschmückten Baum erinnern daran, dass wir dem Augenblick Aufmerksamkeit schenken können. Auch außerhalb der Weihnachtszeit bleibt diese Möglichkeit bestehen. Wer zunächst die Grundlagen kennenlernen möchte, findet sie auf unserer Themenseite Achtsamkeit.

Wenn unsere Gedanken keine Ruhe finden

Wenn wir nichts um die Ohren haben, wenn wir nichts Konkretes vorhaben, wenn wir keine Ziele verfolgen, dann sind unsere Gedanken manchmal nicht ausgerichtet. Sie beschäftigen sich mit allen möglichen Dingen und Themen und Eventualitäten: mit Problemen, Möglichkeiten, Wahrscheinlichkeiten und anzunehmenden Ereignissen.

Manches davon ist wichtig. Gedanken helfen uns, eine Aufgabe zu lösen, Vergangenes zu verstehen oder etwas vorzubereiten. Doch manchmal schauen wir immer wieder denselben inneren Film, ohne dass etwas Neues hinzukommt. Dann kann das Gedankenkreisen den ganzen Augenblick ausfüllen. Unsere Aufmerksamkeit ist beschäftigt, während das Leben um uns herum wenig Beachtung findet.

Fernsehfilme, Computerspiele und Unterhaltungsmedien können unsere Aufmerksamkeit binden. Wenn wir einen Film schauen oder ein Computerspiel spielen, dann konzentrieren wir uns, dann sind wir fokussiert, dann sind wir in der Handlung des Films oder des Spiels „gefangen“. Der Film oder das Spiel fesselt uns.

Das kann Freude bereiten, anregen oder unterhalten. Doch die gebundene Aufmerksamkeit ist noch nicht dasselbe wie eine bewusste Begegnung mit uns selbst. Wenn wir jede freie Minute mit Unterhaltung füllen, bleibt vielleicht wenig Gelegenheit, zu bemerken, was gerade in uns geschieht. Die Frage ist dann: Können wir auch einen unspektakulären Augenblick wahrnehmen, ohne ihn sofort mit neuen Eindrücken zu füllen?

Präsenz im Alltag: Wasser, Schneeflocken und Kerzenlicht

Im ganz normalen Alltag fällt es uns manchmal schwer, den momentanen Augenblick ganz bewusst wahrzunehmen und zu würdigen. Wir können dem Plätschern des Wassers beim Händewaschen lauschen und das Fließen des Wassers aufmerksam beobachten und bezeugen. Wir können im Sommer die schönen Blumen im Garten bestaunen und im Winter die Schneeflocken, wie sie vom Himmel segeln, die Lichterketten in den Gärten sowie die brennenden Kerzen in den Häusern.

Wir können den wärmenden Flammen des Kaminfeuers zuschauen. Wir können das Knistern und Knacken des Ofens hören. Wir können mit unseren Kindern spielen. Wir können die schöne Weihnachtsdekoration in der guten Stube und den prachtvoll geschmückten Tannenbaum auf uns wirken lassen.

Vielleicht fällt uns dabei auf, wie viel bereits geschieht, ohne dass wir etwas hinzufügen müssen. Das Wasser fließt. Eine Kerze brennt. Ein Kind erzählt etwas. Wir müssen diesen Augenblick nicht erst herstellen. Wir können ihm begegnen. Ob dabei Freude entsteht, Ruhe oder auch Unruhe, bleibt offen. Präsenz und Gegenwärtigkeit verlangen kein bestimmtes Gefühl.

Manchmal bemerken wir erst im Nachhinein, wie wenig wir gesehen oder gehört haben. Auch dieses Bemerken kann ein Anfang sein. Es muss daraus kein Vorwurf werden. Wer diesen Blick auf das eigene Erleben vertiefen möchte, kann Björns Beitrag Wahrnehmung reflektieren weiterlesen.

Präsenz und Gegenwärtigkeit lassen sich nicht kaufen

Ein bewusster Augenblick kostet zunächst nichts. Wir brauchen dafür keinen besonderen Gegenstand, kein kostbares Geschenk und keine perfekte Umgebung. Ruhe und ungestörte Zeit stehen allerdings nicht jedem Menschen im gleichen Maß zur Verfügung. Wer viel Verantwortung trägt oder unter belastenden Bedingungen lebt, hat andere Möglichkeiten als jemand, der sich leicht zurückziehen kann.

Mitten zwischen den Geschenken liegt etwas, das in einer vollen Einkaufstüte nicht zu finden ist: unsere eigene Aufmerksamkeit. Ein Augenblick kann uns innerlich nähren. Er kann uns berühren, erfüllen und begeistern. Und auch andere Quellen von Freude und Erfüllung behalten ihren Wert. Ein Geschenk, eine gemeinsame Mahlzeit oder ein guter Film können ebenfalls Bedeutung haben.

Ein Leben, in dem wir selten bewusst anwesend sind, kann sich leer anfühlen. Wir sind dann auf der Suche nach „etwas“, obwohl ein Teil dessen, was wir suchen, vielleicht schon da ist: der gegenwärtige Augenblick, der jetzige Moment. Wenn Trauer, Erschöpfung oder Sorge den Tag bestimmen, ist dieses Hinschauen vielleicht schwer. Dann dürfen wir uns dafür Zeit lassen.

Das Jetzt und die Sprache des Ego

Die Menschen suchen das Jetzt, ohne hierum zu wissen. Und sie suchen es manchmal in der Vergangenheit und in der Zukunft – also in der Dimension der Zeit –, wo der jetzige Augenblick als unmittelbares Erleben nicht zu finden ist. Das Jetzt existiert immer nur jetzt.

Erinnerungen und Pläne bleiben dennoch Bestandteile unseres Lebens. Auch sie werden im gegenwärtigen Augenblick wahrgenommen. Wer den Alltag zwischen Rückschau, Vorsorge und bewusster Aufmerksamkeit betrachten möchte, findet eine ergänzende Perspektive im Beitrag Leben in der Gegenwart.

Der Inhalt des Jetzt kann sich verändern, kann variieren, kann andere Formen und eine andere Gestalt annehmen. Die „Energie des Jetzt“ ist für mich ein spirituelles Bild für die besondere Qualität dieses unmittelbaren Erlebens. Sie lässt sich nicht wie eine physikalische Energie messen.

In meiner spirituellen Sicht ist die Zeit das Zuhause des Ego: das Festhalten an Vorstellungen, Erwartungen und dem Bild, das wir von uns selbst haben. Präsenz, Gegenwärtigkeit und das Jetzt werden demgegenüber mit Geist, Herz und Liebe verbunden. So helfen mir diese Bilder, mich innerlich zu orientieren. Sie müssen nicht für jeden Menschen dieselbe Bedeutung haben.

Das schönste Weihnachtsgeschenk, das Du Dir machen kannst, ist in diesem Sinne NICHTS: Stille, Frieden, die universale Liebe. Dieses NICHTS meint keine Bedeutungslosigkeit. Es meint einen Moment, dem wir nicht ständig etwas hinzufügen müssen. Zu Hause sein im Jetzt. Wahrnehmen, was da ist.

Ein solches Geschenk können wir einem anderen Menschen nicht aufzwingen. Wir können Zeit anbieten, aufmerksam zuhören oder einen ruhigen Rahmen schaffen. Ob jemand darin Präsenz erlebt, bleibt seine eigene Erfahrung. Für das, was sich nicht anfassen und besitzen lässt, braucht es keinen Beweis der richtigen spirituellen Haltung.

Bei sich bleiben und anderen Menschen begegnen

Präsenz und Gegenwärtigkeit: Mann im winterlichen Schneefall
Illustration: KI-unterstützt generiert

Einkehr nach innen. Begegnung mit sich selbst unter dem Tannenbaum im Lichterglanz der Kerzen. Präsenz und Gegenwärtigkeit können in dieser spirituellen Perspektive als Frieden und Liebe erfahren werden. Sie sind eine Einladung, die eigene innere Verbindung wahrzunehmen.

In Gegenwart anderer Menschen kann das schwierig werden. Andere haben Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse. Sie suchen unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir dann vor allem versuchen, es ihnen recht zu machen, können wir den Kontakt zu uns selbst verlieren. Wir reagieren auf Worte und Meinungen und bemerken womöglich erst später, dass wir die eigenen Bedürfnisse übergangen haben.

Das liegt nicht zwangsläufig an den anderen Menschen. Auch unsere eigene Erwartung, immer verfügbar sein zu müssen, kann dabei eine Rolle spielen. Eine Begegnung muss uns ebenso wenig von uns selbst entfernen. Aufmerksames Zuhören kann eine Form von Präsenz sein, und eine ehrlich ausgesprochene Grenze kann helfen, in der Begegnung bei sich zu bleiben.

Manchen Menschen gelingt es, sich selbst in einer solchen Situation gleichsam von einer Meta-Ebene aus zuzuschauen. Wir nehmen wahr, wie wir reagieren, während wir zugleich im Gespräch bleiben. Dieses Bild beschreibt eine beobachtende Haltung. Dabei können wir den anderen auf Augenhöhe begegnen.

Wir dürfen bemerken: Ich werde ungeduldig. Ich möchte widersprechen. Ich brauche gerade eine Pause. Daraus kann eine bewusste Antwort entstehen. Wenn es zu viel wird, lässt sich ein Gespräch unterbrechen. Die vertiefende Perspektive auf Nähe und verlässliches Handeln bietet unser Beitrag Achtsamkeit leben und Verbundenheit gestalten.

Innerer Frieden und der Himmel in uns

Unsere Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche können miteinander in Konflikt geraten. Solange wir vollständig an ihnen festhalten, bleibt der gesuchte Frieden vielleicht außer Reichweite. In der spirituellen Bildsprache dieses Essays steht das Herz dagegen für einen inneren Frieden, den wir nicht erst durch den Besitz eines weiteren Gegenstands herstellen müssen.

„Der Himmel ist in uns“ lässt sich als Ausdruck dieser inneren Einkehr verstehen. Wir wenden uns einer Möglichkeit von Stille und Verbundenheit zu. In diesem Bild findet die spirituelle Sehnsucht nach Geborgenheit einen Ausdruck. Auch ein stiller Mensch darf Gefühle, Bedürfnisse und ungelöste Fragen haben.

„Himmelfahrt“ kann in dieser Bildsprache außerdem eine innere Bewegung bedeuten: Abstand gewinnen von einer festgefahrenen Reaktion und sich einer anderen Sicht öffnen. Diese persönliche Deutung ist vom christlichen Himmelfahrtsbericht zu unterscheiden. Apostelgeschichte 1,3 und 1,9–11 erzählt von Jesu Himmelfahrt nach seiner Auferstehung. Eine symbolische Lesart hebt diesen biblischen Zusammenhang nicht auf.

Innerer Frieden beantwortet nicht jede Frage unseres Zusammenlebens. Eine verletzende Handlung braucht eine Antwort, eine unerfüllte Zusage vielleicht eine Klärung. Gegenwärtigkeit kann uns helfen, das Geschehen genauer wahrzunehmen. Verantwortung zeigt sich anschließend auch darin, wie wir handeln.

Ein stilles Geschenk für diesen Augenblick

Vielleicht ist jetzt ein kurzer Moment möglich, in dem Du nichts Neues hinzufügst. Du kannst einen Augenblick beim Wasser, bei einer Kerze oder beim Blick aus dem Fenster bleiben. Du kannst ebenso einem Menschen bewusst zuhören. Die Aufmerksamkeit darf sich auf das richten, was tatsächlich da ist.

Es braucht dafür keinen vollkommen leeren Kopf. Gedanken können auftauchen, und ein Geräusch kann Dich ablenken. Auch das gehört zum gegenwärtigen Erleben. Präsenz und Gegenwärtigkeit lassen auch die unruhigen Augenblicke zu. Wir müssen nicht dauerhaft friedlich oder glücklich sein.

Die Weihnachtsbilder dieses Essays erinnern an etwas Einfaches: Wir können uns selbst Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Wir können bezeugen, was wir erleben, und einen Augenblick würdigen, ohne ihn besitzen zu müssen. Ob daraus eine besondere Erfahrung entsteht, lässt sich nicht verordnen. Die Einladung zur Einkehr bleibt.

Frohe Weihnachten.
Dein
Björn Geitmann

Buchautor des Buches „Eine Neue Ordnung – Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“
www.leben-und-sein.online/dankbarkeit
16.12.2024

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

Buchtipp: Eduardo und das Glück

Eduardo und das Glück von Björn Geitmann

Eduardo und das Glück  –  ein Buch zum glücklich sein
Das Glück ist überall in jedem Moment  –  wie schön!
von Björn Geitmann (Text) und Jeanette Egner (Illustratorin)

In dieser Geschichte treffen wir Eduardo – und das Glück. Eduardo spielt, dass er ein Forscher ist und er möchte etwas Bedeutsames entdecken, worüber sich alle Menschen freuen. Die Sonnenstrahlen kitzeln ihn an der Nase und plötzlich kommt ihm eine gute Idee. Eduardo möchte das Glück suchen – und finden. Irgendwo muss es sich doch versteckt haben. Die Geschichte handelt von Freunden am Badesee und Kornfeldern, von Eichhörnchen und einem Specht, vom plätschernden Waldbach und kleinen Krabbelkäfern. Und schließlich strahlt Eduardo bis über beide Ohren, denn er hat das Glück tatsächlich gefunden. Und auch Du kannst es finden – einfach so – ganz leicht. Wie einfach. Wie schön! 

>>> Buchpräsentation auf Spirit Online

>> Buch erwerben <<

(Weitere Bücher von Autor Björn Geitmann findest Du auf Spirit Online >>> HIER <<<)

 


Über den Autor Björn Geitmann

Porträt von Björn Geitmann„Das Leben ist leicht“ ist seine klare Haltung – und er lebt dies in verblüffend authentischer und mitreißender Art und Weise.
Der Name „Eine Neue Ordnung“ ist dabei Programm … – und so ist dieser Titel mehr als nur ein Motto, es ist die gelebte Lebensphilosophie von Björn Geitmann, einem spirituellen Lehrer unserer Zeit, der die Welt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf zu stellen verspricht. Auf dem Weg über die Brücke ins Licht dreht sich das Leben um 180 Grad. Nach „der alten Ordnung“ war unser bisheriges Leben vor allem durch unsere Identifikation mit unserem Ego, mit unserem Körper sowie mit dem, was wir „unser Leben“ nennen, bestimmt.
weiterlesen…

Alle Bücher von Björn Geitmann auf Spirit Online

Bücher von Björn Geitmann:
„Eine Neue Ordnung – Praxishandbücher zum spirituellen Erwachen“
und „Faszination menschliche Kommunikation – Liebe Dich selbst, sonst liebt Dich keiner …!”
finden Sie >>> HIER <<<

Bücher der Reihe Eine Neue Ordnung von Björn Geitmann


Wie können wir unser Leben besser verstehen?
Die Bücher der Serie „Eine Neue Ordnung – Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“ (die „Neue Ordnung“ beschreibt hierbei die Ordnung der Liebe unseres Herzensfelds), die Bücher und Taschenbücher der Lichtschule sowie die vielen interessanten und spannenden Beiträge dieses spirit-online Magazins können Dir hierbei ausgesprochen wertvolle Unterstützung, hilfreiche Impulse und inspirierende Anregungen geben, sodass Du für Dich selbst in Deinem ureigene Rhythmus Deine eigenen Schritte gehen kannst.

Über die Kommentarfunktion
unterhalb dieses Beitrags ist es auch möglich, mit uns als spirit-online-Redaktion zu kommunizieren, sodass wir Dir auf diese Weise den für Dich optimal passenden Support bieten können, indem wir beispielsweise Beiträge und Artikel zu Deinen individuellen Fragen erstellen und veröffentlichen, von denen zugleich auch alle anderen Leser sehr profitieren.

Dein Spirit Online-Team

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*