Ein westlicher Suchender auf dem Weg der Liebe
Reshad Feild Sufismus ist kein Thema für ein romantisches Orientbild. Es geht nicht um exotische Derwische, poetische Floskeln oder spirituelle Nostalgie. Es geht um die Frage, ob ein westlicher Mensch die innere Essenz einer Tradition berühren kann, ohne sie zu besitzen, zu verzerren oder in ein persönliches Erfolgsmodell zu verwandeln.
Reshad Feild, geboren als Richard Timothy Feild, wurde im Westen als Musiker bekannt und später als spiritueller Lehrer, Autor und Vermittler sufischer Weisheit. Sein Lebensweg führt von der britischen Upperclass über die Folkband The Springfields bis zu Pir Vilayat Inayat Khan, Bulent Rauf, Beshara, der Sema-Zeremonie und einer Spiritualität, die immer weniger an äußeren Formen haftete.
Reshad Feild war ein westlicher Vermittler des Sufismus, der Atem, Liebe, Selbsterkenntnis und Hingabe als Wege innerer Wandlung verstand. Sein Beitrag liegt nicht in einer neuen Lehre, sondern in der Erinnerung, dass Spiritualität nicht in Etiketten, Gruppen und Systemen aufgeht. Der Mensch ist auf dem Weg – und der Atem kann zur Tür ins Wesentliche werden.
Damit wird dieser Beitrag nicht als allgemeiner Text über Liebe oder Schöpfung positioniert. Er ist ein eigenständiges spirituelles Porträt über Reshad Feild, den westlichen Zugang zum Sufismus und die Frage, was Liebe als innere Wirklichkeit bedeuten kann. Eine passende Grundlage zum Sufismus bietet der Beitrag Sufis – Spiritualität und Essenz.
Warum der alte Beitrag nicht mehr funktioniert
Der alte Titel „Liebe ist die Ursache der ganzen Schöpfung“ klingt schön, aber er ist für Google und Leser zu allgemein. Er konkurriert mit vielen anderen Themen: Liebe, Schöpfung, Spiritualität, Mystik, Gott, universelle Einheit. Gleichzeitig bleibt unklar, worum es eigentlich geht: um Reshad Feild, um Sufismus, um den Atem, um Derwische, um Rumi oder um eine allgemeine spirituelle Liebesphilosophie.
Genau darin liegt das Problem. Ein Beitrag ohne klare Aufgabe verliert sich im eigenen Klang. Er mag poetisch sein, aber er hat keine starke Suchintention und keinen klaren Nutzen für Leser.
Die neue Positionierung lautet deshalb: Reshad Feild als westlicher Suchender und Vermittler des Sufismus. Die Liebe bleibt wichtig, aber sie wird nicht mehr als abstraktes Großwort behandelt. Sie wird konkret: als Weg, als Übung, als Atem, als Hingabe, als Entkleidung falscher Identitäten.
Der Beitrag gewinnt dadurch eine erkennbare Funktion im Magazin. Er ergänzt Annemarie Schimmel als wissenschaftlich-poetische Brückenbauerin zum Sufismus und Pir Vilayat Inayat Khan als Sufi-Meister. Reshad Feild steht für den westlichen Menschen, der aus Suche, Musik, Begegnung und innerer Arbeit in eine neue geistige Richtung geführt wurde.
Vom Upperclass-Leben zur spirituellen Suche
Reshad Feild wurde am 15. April 1934 in Hascombe in England geboren. Sein ursprünglicher Name war Richard Timothy Feild. Er durchlief eine klassische britische Bildung, unter anderem in Eton, und diente später bei der Royal Navy.
Äußerlich hätte sein Leben in bekannten Bahnen verlaufen können: Herkunft, Ausbildung, gesellschaftliche Form, Karriere. Doch viele spirituelle Wege beginnen genau dort, wo die äußere Form nicht mehr genügt. Der Mensch funktioniert, aber er ist nicht erfüllt. Er gehört zu einer Welt, aber innerlich hört er einen anderen Ruf.
Feild wurde Musiker, Sänger, Reisender, Suchender. Als Tim Feild war er Mitbegründer der Folkgruppe The Springfields, zu der auch Dusty Springfield gehörte. Die Musik öffnete eine andere Dimension seines Lebens: Klang, Rhythmus, Stimme, Gemeinschaft, Bewegung.
Doch auch Musik war nicht sein letztes Ziel. Sie war ein Tor. Später wurde sichtbar, dass der eigentliche Klang, den er suchte, nicht auf der Bühne lag, sondern im Inneren des Menschen.
Warum der westliche Suchende ein eigenes Thema ist

Reshad Feild ist deshalb interessant, weil er einen Weg verkörpert, der für viele westliche Menschen typisch wurde: hinaus aus der ererbten Form, hinein in eine andere Tradition, dann weiter in die Frage, was davon wirklich innerlich verwandelt.
Der Westen begegnete im 20. Jahrhundert vielen östlichen und islamisch-mystischen Traditionen. Manche Begegnungen waren tief. Andere blieben oberflächlich. Es gab echte Hingabe, aber auch Projektion, Exotik, spirituellen Konsum und kulturelle Aneignung.
Feilds Lebensweg muss deshalb sensibel erzählt werden. Er war kein „Besitzer“ des Sufismus. Er war ein Lernender, ein Suchender, ein Vermittler. Seine Bedeutung liegt nicht darin, eine Tradition ersetzt zu haben, sondern darin, westlichen Menschen eine Tür zur inneren Essenz sufischer Weisheit geöffnet zu haben.
Das ist ein wichtiger Lesermehrwert. Denn auch heute suchen viele Menschen Spiritualität jenseits ihrer Herkunftsreligion. Die entscheidende Frage lautet: Suche ich wirklich? Oder sammle ich nur Formen, Begriffe und Erfahrungen?
Eine vertiefende Perspektive zur verantwortlichen Spiritualität bietet der Beitrag Authentische Spiritualität und Religion.
Pir Vilayat Inayat Khan und die erste Initiation
Eine wichtige Wende in Feilds Leben war die Begegnung mit Pir Vilayat Inayat Khan, dem Sohn von Hazrat Inayat Khan und Leiter des Internationalen Sufi-Ordens. Pir Vilayat gab ihm den Namen Reshad.
Für Roland Ropers ist dieser Name nicht abstrakt. Er begegnete Pir Vilayat persönlich, zuletzt noch im Juni 2004 in Suresnes bei Paris, wenige Wochen vor dessen Tod. Diese Erinnerung gehört in den Beitrag, weil sie Rolands eigene Verbindung zur Sufi-Tradition sichtbar macht.
Pir Vilayat verkörperte eine offene, universelle Form des Sufismus, die Menschen verschiedener religiöser Herkunft ansprach. Diese Offenheit war für viele westliche Suchende wichtig. Sie konnten dem Geist des Sufismus begegnen, ohne sofort eine starre religiöse Identität übernehmen zu müssen.
Doch Offenheit bedeutet nicht Beliebigkeit. Der Sufi-Weg fordert innere Ehrlichkeit. Er fragt nicht nur, welche Lehre der Mensch schön findet. Er fragt, ob der Mensch bereit ist, sich verwandeln zu lassen.
Genau hier beginnt die eigentliche Tiefe von Reshad Feilds Weg.
Bulent Rauf, Beshara und die Einheit des Seins
Nach Pir Vilayat wurde Bulent Rauf für Reshad Feild zu einer entscheidenden Gestalt. Rauf war ein türkischer Mystiker, Autor und Übersetzer, tief verbunden mit der Lehre von Ibn Arabi und dem Gedanken der Einheit des Seins.
Beshara entstand in diesem geistigen Umfeld. Das Wort verweist auf eine „frohe Botschaft“, aber nicht im oberflächlichen Sinn. Gemeint ist eine innere Bildung, eine Schulung des Menschen hin zur Erkenntnis der Einheit.
Für Feild bedeutete dieser Weg eine Verschiebung: weg von bloßer Suche, hin zu innerer Arbeit. Weg von äußeren Erlebnissen, hin zur Frage, was der Mensch wirklich ist, wenn Rollen, Geschichten, Besitz, Karriere und spirituelle Etiketten wegfallen.
Der alte Text enthielt ausführliche buch- und verlagsnahe Passagen über einzelne Veröffentlichungen und deren Wirkungsgeschichte. Diese Form ist für einen heutigen Spirit-Online-Beitrag nicht nötig. Entscheidend ist nicht die Bewerbung eines Klassikers. Entscheidend ist die geistige Linie: Der Mensch sucht Erkenntnis, aber Erkenntnis ist nicht Information. Sie ist Selbsterkenntnis.
Dazu passt die interne Vertiefung Spiritualität und Selbsterkenntnis.
Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Wirklichkeit
Der alte Titel „Liebe ist die Ursache der ganzen Schöpfung“ bleibt als geistiger Kern wertvoll. Aber er darf nicht als vage Behauptung stehen bleiben. Im Sufismus ist Liebe nicht nur Emotion. Sie ist eine ontologische Kraft. Sie betrifft das Sein selbst.
Sufi-Dichter sprechen von Liebe als Ursprung, Anziehung, Sehnsucht, Wunde und Rückkehr. Der Mensch liebt, weil er aus einer Einheit kommt, die er vergessen hat. Er sucht, weil er sich getrennt erlebt. Er leidet, weil er die Quelle ahnt und doch nicht in ihr ruht.
Reshad Feilds Weg lässt sich in diesem Licht verstehen. Liebe ist nicht bloß persönliche Zuneigung. Sie ist die Kraft, die den Menschen aus seinen Etiketten löst. Aus Herkunft, Status, spirituellem Stolz, religiöser Form und innerer Abwehr.
Wenn Liebe wirklich ist, macht sie nicht sentimental. Sie macht wahrhaftig. Sie nimmt dem Ego die Möglichkeit, sich hinter schönen Worten zu verstecken.
Gerade darin liegt der spirituelle Nutzen für Leser: Liebe ist nicht das angenehme Gefühl, das wir gern hätten. Sie ist die Wirklichkeit, die uns verwandelt, wenn wir ihr nicht ausweichen.
Der Atem als vergessene Tür
Reshad Feild schrieb und lehrte immer wieder über das Geheimnis des Atems. Der Atem ist in vielen spirituellen Traditionen mehr als ein körperlicher Vorgang. Er ist die Brücke zwischen Körper und Geist, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Leben und Bewusstsein.
Im Atem zeigt sich etwas Einfaches und Unverfügbares. Wir atmen, aber wir besitzen den Atem nicht. Wir können ihn beobachten, vertiefen, verfeinern, aber nicht endgültig kontrollieren. Der Atem geschieht durch uns hindurch.
Spirituell betrachtet erinnert der Atem daran, dass Leben empfangen wird. Jeder Atemzug ist Gabe. Jeder Atemzug ist Gegenwart. Jeder Atemzug kann den Menschen aus Gedanken, Sorgen und Selbstbildern zurückholen.
Im Sufi-Weg kann der Atem zu einer Praxis der Erinnerung werden. Nicht als Technik zur Selbstoptimierung, sondern als Heimkehr. Der Mensch erinnert sich im Atem daran, dass er nicht getrennt ist vom Leben.
Wichtig bleibt eine klare Einordnung: Atemarbeit kann spirituell vertiefend wirken, ersetzt aber keine medizinische oder therapeutische Behandlung. In diesem Beitrag geht es um den Atem als spirituelles Symbol und Erfahrungsweg, nicht um Heilversprechen.
Die Sema-Zeremonie: Drehen als Gebet
Eine sichtbare Form sufischer Spiritualität ist die Sema-Zeremonie der Mevlevi-Derwische. Das Drehen ist nicht Unterhaltung, nicht Folklore, nicht touristisches Spektakel in seinem Ursprung. Es ist Gebet in Bewegung.
Der Derwisch dreht sich nicht, um sich selbst zu zeigen. Er dreht sich, um sich zu vergessen. Die Bewegung verweist auf den Kosmos, auf Hingabe, auf das Kreisen des Lebens um ein unsichtbares Zentrum.
Reshad Feild half, die Sema-Zeremonie im Westen bekannt zu machen. Doch gerade hier ist Vorsicht wichtig. Was im Tourismus leicht zur Aufführung wird, ist in seinem Ursprung eine spirituelle Praxis mit Würde, Disziplin und innerem Ernst.
Der Leser gewinnt hier eine wichtige Unterscheidung: Nicht jede schöne Form ist schon Spiritualität. Eine Form wird erst lebendig, wenn sie von innerer Ausrichtung getragen ist.
Zur gesellschaftlich-spirituellen Bedeutung von Musik und Frieden passt der Beitrag Mit Musik Grenzen sprengen und Frieden stiften.
Formen sind notwendig – aber nicht endgültig
Ein zentrales Motiv in Feilds späterer Entwicklung war die Unterscheidung zwischen äußerer Form und innerer Essenz. Am Anfang eines Weges können Formen helfen. Sie geben Richtung, Rhythmus, Schutz und Zugehörigkeit.
Doch jede Form kann auch zum Gefängnis werden. Der Mensch kann sich mit seiner Methode identifizieren, mit seiner Gruppe, seinem Lehrer, seinem Namen, seinem Ritual, seiner spirituellen Rolle.
Dann wird aus dem Weg ein Besitz. Aus der Übung wird Selbstbild. Aus Spiritualität wird Identität.
Feild wandte sich im Laufe der Jahre stärker der inneren Essenz zu. Das bedeutet nicht, Traditionen abzuwerten. Es bedeutet, sie nicht mit dem Ziel zu verwechseln.
Dieser Gedanke ist heute besonders relevant. Viele Menschen definieren sich über spirituelle Zugehörigkeiten, Methoden, Retreats, Lehrer oder ästhetische Codes. Doch der Weg fragt nicht, wie spirituell jemand wirkt. Er fragt, ob der Mensch wahrer wird.
Menschen des Weges statt Besitzer der Wahrheit
Ein Satz aus Feilds Denken bleibt besonders wichtig: Wir sind Menschen des Weges. Dieser Gedanke ist schlicht, aber stark.
Ein Mensch des Weges besitzt Gott nicht. Er besitzt Wahrheit nicht. Er besitzt auch den Sufismus nicht. Er bleibt unterwegs, lernend, hörend, suchend, übend.
Das ist eine heilsame Korrektur für jede religiöse und spirituelle Selbstgewissheit. Wer meint, Gott besitzen zu können, hat Gott bereits verkleinert. Wer anderen seine Vorstellungen von Gott aufzwingen will, verwechselt Wahrheit mit Macht.
Hier berührt sich Feilds Weg mit der interreligiösen Haltung von Annemarie Schimmel und Raimon Panikkar. Es geht nicht um Beliebigkeit. Es geht um Demut vor dem Geheimnis.
Eine passende Brücke zu Annemarie Schimmel und der islamischen Mystik ist der Beitrag Annemarie Schimmel Sufismus: Brücke zwischen Islam und Mystik.
Der gesellschaftliche Wert eines solchen Beitrags
Warum ist Reshad Feild heute gesellschaftlich relevant? Weil er zeigt, dass Spiritualität im Westen nicht länger als Konsum von Erfahrungen verstanden werden darf.
Unsere Zeit liebt spirituelle Formen: Meditation, Atemtechniken, Rituale, Retreats, Zeremonien, Klang, Tanz, Symbole. Vieles davon kann wertvoll sein. Aber es kann auch entkernt werden.
Feilds Weg stellt eine unbequeme Frage: Dient die Form der inneren Wandlung – oder dient sie nur der Selbstinszenierung?
Gerade bei Traditionen aus anderen Kulturen ist diese Frage notwendig. Wer Sufi-Formen übernimmt, muss ihre Würde achten. Wer Derwisch-Tanz nur als ästhetisches Erlebnis betrachtet, verfehlt seine religiöse Tiefe. Wer Atemarbeit nur zur Leistungssteigerung nutzt, verengt ihre spirituelle Bedeutung.
Der Beitrag leistet deshalb mehr als Erinnerung an einen Lehrer. Er gibt Lesern Orientierung: Spirituelle Wege verlangen Respekt, Tiefe, Übung und die Bereitschaft, sich selbst nicht zum Mittelpunkt zu machen.
Reshad Feild und die moderne Sinnsuche
Reshad Feild wurde für viele Sinnsuchende im Westen bedeutsam, weil er ihre eigene Ausgangslage kannte. Er kam nicht aus einer traditionellen islamischen Umgebung. Er kam aus dem Westen, aus Musik, Reisen, Suche, Begegnung und innerer Unruhe.
Dadurch konnte er Menschen erreichen, die sich in keiner Kirche mehr zu Hause fühlten, aber auch nicht in bloßer Esoterik aufgehen wollten. Er sprach eine Sprache des Weges, des Atems, der Liebe und der inneren Arbeit.
Seine Bedeutung liegt nicht darin, eine neue spirituelle Marke geschaffen zu haben. Seine Bedeutung liegt darin, Menschen an etwas Einfaches zu erinnern: Der Weg beginnt nicht irgendwo anders. Er beginnt im eigenen Atem, im eigenen Herzen, in der eigenen Bereitschaft, falsche Sicherheiten loszulassen.
Für heutige Leser ist das unmittelbar relevant. Denn die moderne Sinnsuche ist oft überfüllt mit Angeboten, aber arm an Tiefe. Feild erinnert daran, dass der Weg nicht mehr wird, wenn man mehr sammelt. Er wird wahrer, wenn man tiefer geht.
Warum dieser Beitrag nicht beim alten Titel bleiben sollte
Der alte Titel „Liebe ist die Ursache der ganzen Schöpfung“ ist poetisch, aber zu breit. Er kann als Zitat- oder Abschnittstitel im Beitrag bleiben, sollte aber nicht mehr die Hauptausrichtung tragen.
Die bessere Suchintention ist klarer: Reshad Feild Sufismus. Damit weiß der Leser sofort, worum es geht. Google versteht die Entität. Der Beitrag grenzt sich von allgemeinen Liebe- und Schöpfungstexten ab.
Die alte URL sollte deshalb per 301 auf die neue, klare Personen- und Sufismus-URL geführt werden. So wird aus einem schwachen, kollidierenden Essay ein tragfähiger Personenbeitrag im Sufismus-Cluster.
Als vertiefender interreligiöser Bezug passt der Beitrag Raimon Panikkar – der immerwährende Klang des Kosmos.
Was Leser aus Reshad Feilds Weg mitnehmen können
Der konkrete Mehrwert dieses Beitrags liegt in fünf Einsichten.
- Erstens: Spiritualität ist kein Besitz, sondern ein Weg der Entkleidung.
- Zweitens: Liebe ist im Sufismus keine bloße Emotion, sondern eine verwandelnde Wirklichkeit.
- Drittens: Der Atem kann zur spirituellen Erinnerung werden, weil er den Menschen in die Gegenwart zurückführt.
- Viertens: Formen, Rituale und Lehrer sind hilfreich, dürfen aber nicht mit dem Ziel verwechselt werden.
- Fünftens: Wer fremde Traditionen berührt, braucht Respekt, Demut und die Bereitschaft, ihre Tiefe nicht zu konsumieren.
Damit wird der Beitrag für Leser praktisch und orientierend. Er erklärt nicht nur eine Biografie. Er zeigt, woran echte spirituelle Suche erkennbar wird.
Fazit: Liebe als Weg zurück ins Wesentliche
Reshad Feild steht für einen westlichen Menschen, der nicht in seiner Herkunftsform stehen blieb, aber auch nicht einfach eine fremde Tradition als neue Identität übernahm. Sein Weg führte durch Musik, Begegnung, Sufismus, Atem, Derwisch-Tradition und innere Arbeit.
Die Liebe, von der dieser Weg spricht, ist keine sentimentale Weltformel. Sie ist eine Kraft, die den Menschen aus seinen Etiketten herauslöst. Sie fragt nicht, wer wir vorgeben zu sein. Sie fragt, ob wir bereit sind, wahr zu werden.
Der Atem erinnert uns daran, dass Leben Gabe ist. Die Sema erinnert daran, dass Bewegung Gebet sein kann. Der Sufismus erinnert daran, dass Gott nicht Besitz, sondern Freund ist. Und Reshad Feild erinnert daran, dass der Mensch unterwegs bleibt.
So wird aus dem alten Titel ein neuer Kern: Liebe ist nicht einfach ein schönes Wort über die Schöpfung. Liebe ist der Weg, auf dem der Mensch seine Trennung durchschaut und zur inneren Essenz zurückkehrt.
Vielleicht ist das die zeitgemäße Bedeutung von Reshad Feild: Er lädt nicht dazu ein, eine neue spirituelle Rolle zu spielen. Er erinnert daran, dass wir Menschen des Weges sind.
Häufige Fragen zu Reshad Feild und Sufismus
Wer war Reshad Feild?
Reshad Feild war ein englischer Musiker, Autor, Mystiker und spiritueller Lehrer. Geboren wurde er als Richard Timothy Feild. Bekannt wurde er zunächst als Mitglied der Folkgruppe The Springfields, später durch seine Bücher und seine Vermittlung sufischer Spiritualität.
Was bedeutet Reshad Feild Sufismus?
Reshad Feild Sufismus bezeichnet seinen westlichen Zugang zur inneren Essenz sufischer Lehren. Im Mittelpunkt stehen Atem, Liebe, Selbsterkenntnis, Hingabe und die Frage, wie der Mensch über äußere Identitäten hinaus zum Wesentlichen findet.
Welche Rolle spielte Pir Vilayat Inayat Khan?
Pir Vilayat Inayat Khan war eine wichtige spirituelle Gestalt auf Feilds Weg. Er initiierte ihn im Internationalen Sufi-Orden und gab ihm den Namen Reshad.
Was war Beshara?
Beshara war ein spirituelles Studienzentrum und eine Schule innerer Bildung, die mit der Lehre von der Einheit des Seins verbunden war. Für Reshad Feild wurde Beshara zu einer wichtigen Station seines Weges.
Warum ist der Atem bei Reshad Feild wichtig?
Der Atem ist bei Reshad Feild ein spiritueller Zugang zur Gegenwart. Er verbindet Körper und Geist, erinnert an die Gabe des Lebens und kann zur Übung innerer Sammlung werden.
Was ist die Sema-Zeremonie?
Die Sema-Zeremonie ist eine spirituelle Praxis der Mevlevi-Derwische. Das Drehen ist ursprünglich kein touristischer Tanz, sondern eine Form des Gebets, der Hingabe und der Ausrichtung auf das göttliche Zentrum.
Weiterführende Beiträge auf Spirit Online
- Sufis – Spiritualität und Essenz
- Sufi-Meister Pir Vilayat Inayat Khan
- Annemarie Schimmel Sufismus: Brücke zwischen Islam und Mystik
- Spiritualität und Selbsterkenntnis
- Authentische Spiritualität und Religion
- Mit Musik Grenzen sprengen und Frieden stiften
- Raimon Panikkar – der immerwährende Klang des Kosmos
Quellen und Literaturhinweise
- Beshara: History
- UNESCO: Mevlevi Sema Ceremony
- Chalice Verlag: Beshara, Bulent Rauf und Reshad Feild
- Reshad Feild: The Last Barrier
- Reshad Feild: The Invisible Way
- Reshad Feild: Steps to Freedom
- Bulent Rauf: Texte zur inneren Bildung und zur Einheit des Seins
- Roland Ropers: persönliche Begegnungen mit Pir Vilayat Inayat Khan
03.05.2026
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist
Über Roland R. Ropers
Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.
>>> zum Autorenprofil
Buch Tipp:

Weg-Weiser zur kosmischen Ur-Quelle
von Roland R. Ropers und
Andrea Fessmann, Dorothea J. May, Dr. med. Christiane May-Ropers, Helga Simon-Wagenbach, Prof. Dr. phil. Irmela Neu
Die intellektuelle Kopflastigkeit, die über Jahrhunderte mit dem Begriff des französischen Philosophen René Descartes (1596 – 1650) „Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) verbunden war, erfordert für den Menschen der Zukunft eine neue Ausrichtung auf die Kraft und Weisheit des Herzens, die mit dem von Roland R. Ropers in die Welt gebrachten Wortes „KARDIOSOPHIE“ verbunden ist. Bereits Antoine de Saint-Exupéry beglückte uns mit seiner Erkenntnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Der Autor und die sechs Co-Autorinnen beleuchten aus ihrem individuellen Erfahrungsreichtum die Vielfalt von Wissen und Weisheit aus dem Großraum des Herzens.



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