Meditation Zeitlose Weisheit - Die Rosenkreuzer

(R)Evolution durch Meditation

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Im Tempel, in der Kirche, zuhause in der stillen Ecke, am Strand, im Wald, auf dem Berg, vor einer simplen Wand, im Wohlfühlzentrum, im Wellnesspark, mitten im Leben und weitab in der Einsamkeit … überall wird heute meditiert. Liegend, sitzend, gehend und tanzend versuchen Millionen Menschen irgendwo und nirgends auf der Welt zu jeder Stunde, in jeder Minute mit Hilfe der Meditation etwas in sich selbst zu finden, das nur wenige überhaupt definieren und somit in Worte fassen können. Die Suche nach dem Nichts, nach Gott, dem Selbst oder ganz profan der Wunsch nach mehr Konzentration für die Arbeit oder besserem Umgang mit Stresssituationen treibt unzählige Menschen an, sich mittels Meditation mehr oder weniger tief in sich selbst zurück zu ziehen. Um genau dort etwas aufzuspüren, was jenseits aller Vorstellungskraft liegt.

Der Mensch meditiert – überall auf der Welt. Er will sich mit dieser Technik geistig weiter entwickeln, eine höhere Bewusstseinsstufe erlangen. Doch wohin führt der Weg? Warum beschreiten wir ihn überhaupt? Und welche Hürden gilt es zu überwinden?

Seit Urzeiten ist die Meditation nahezu allen Völkern dieser Welt ein elementares Bedürfnis und ein wichtiger Pfeiler ihrer jeweiligen spirituellen Praxis, seit jeher ist die Einkehr ins Selbst, die Zwiesprache mit Gott oder die Konzentration auf das elementar Wichtige, das wirksamste Instrument für die Entfaltung der Persönlichkeit. Und der Seele.

Meditation hat im Laufe der letzten zwanzig Jahre in den westlichen Gesellschaften eine zuvor kaum für möglich gehaltene Renaissance erlebt. Was früher in unserer Technologie-orientierten Welt fast schon anrüchig wirkte, scheint zu einem Allheilmittel mit höchster Akzeptanz in den meisten Gesellschaftsschichten aufgestiegen zu sein. Meditation beim Gebetskreis, Meditation im Knast, Meditation an der Schule, beim Sport, im Burnout-Seminar und Meditation auf höchster Management-Ebene lassen erahnen, wie tief in vielen Menschen die Sehnsucht nach einem Dialog mit dem Selbst, nach einer Harmonie von Körper und Geist und wohl auch nach einem Zwiegespräch mit dem Göttlichen verankert ist. Selbst dann, wenn man eigentlich „nur“ Stress abbauen, Aggressionen loswerden und Ängste beherrschen möchte. Doch vielleicht ist diese Zuwendung zur Meditation auch einfach nur eine Art Ur-Bedürfnis des Menschen – eine Technik um die Antwort auf die Mutter aller Fragen zu finden: „Wer bin ich?“ Das mit dem Ur-Bedürfnis ist übrigens gar nicht so weit hergeholt. Denn neben dem Gebet (also einer direkten Zwiesprache mit dem Göttlichen) und neben rituellen Handlungen (die ja ebenfalls zur Kommunikation mit dem Übersinnlichen dienen) begleitet uns die Meditation bereits seit tausenden Jahren. Wenn auch unter verschiedenen Bezeichnungen und mit höchst unterschiedlichen Praktiken…

LEHREN AUS GRAUER VORZEIT

Das Bedürfnis des Menschen nach Einkehr ist wahrscheinlich so alt wie die menschliche Spiritualität als solche. Schon die frühesten Naturvölker haben wohl rudimentäre Formen meditativer Praktiken geübt – wenn es überhaupt eine qualitative Bewertung oder eine Gewichtung innerhalb der verschiedenen Meditationstechniken geben darf. Tatsache ist, dass uralte mündliche Überlieferungen aus welchen Kulturformen auch immer, Anleitungen zur Meditation enthielten; entsprechend ist eine Form der Meditation auch häufig wichtiger Bestandteil früher, zumeist spiritueller oder religiöser Schriften.

MEDITIEREN HEISST AUFWACHEN. JETZT!

So erstaunt es wenig, dass in den ältesten, religiösen Texten – den indischen Veden, später den Upanishaden – bereits um 1.000 v. Ch. mit Dhyana meditative Zustände der Versenkung beschrieben werden, die wenige Jahrhunderte später im Raja-Yoga als Vorstufe zum Samadhi, dem höchsten spirituellen Glück, einen elementaren Platz einnehmen. Diese Formen der Meditation wurden im Prin-zip bis heute beibehalten, weitere bekannte Meditationspraktiken wie etwa im japanischen Zen oder im chinesischen Dhan lassen sich eindeutig auf diese Urformen zurückführen. Mehr als zwei Jahrtausende später, im europäischen Mittelalter, werden in vielen christlichen Klöstern die „gegenstandsfreie Anschauung“ meditatio gelehrt, aber auch andere Meditationsformen wie lectio (aufmerksame Lesung) und contemplatio (gegenständliche Betrachtung) ausgeübt. Alle drei Formen der Meditationspraxis waren im klösterlichen Leben wohl gängig, drangen aber nicht – wie damals etwa in Asien durch-aus üblich – bis zum spirituell interessierten oder eben religiösen Menschen außerhalb der Klostermauern durch. Dieser meditative Zugang blieb eher den Mystikern des Mittelalters vorbehalten. Ganz offenbar von den frühen östlichen Meditationsformen beeinflusst, sollten mit deren Meditationspraktiken „das Denken und der Verstand zur Ruhe kommen“ oder „eine Stille in Körper und Geist erzeugt werden“ – ziemlich genau die Anweisungen, die in den indischen Veden seit jeher gegeben werden.

Es waren übrigens ihre „lästerlichen Praktiken der Einkehr“, die später für die katholische Inquisition Grund genug waren, viele Mystiker zu verfolgen und zu ermorden. Doch was ist Meditation eigentlich? Ist es wirklich „nur“ dieses Abschalten von der Außenwelt, eine „Einkehr“ ins Innere? Ist Meditation lediglich ein Substantiv für die Beruhigung der Sinne?

SpiegelungVERBRINGE JEDEN TAG EINIGE ZEIT MIT DIR SELBST

Fest steht, dass sich bereits viele an der Beschreibung eines meditativen Zustandes versucht haben. Und vielleicht dabei sogar den berühmten Nagel auf den Kopf trafen – zumindest was ihre ureigene Empfindung während der Meditation anbelangt. Womit wir beim Schlüssel für den Zugang zur Meditation angelangt wären: Meditation ist alles und nichts, in jedem Fall aber individuell und kann per se nur auf den Meditierenden selbst bezogen werden. Dabei ist es in erster Linie wichtig, zwischen der Meditation als Technik und Erfahrungen, die uns die Meditation erst ermöglicht, zu unterscheiden. So sprechen viele spirituelle Texte einerseits von einem „Zustand der Meditation“ – wie etwa im Buddhismus – während andere die Meditation lediglich als ein Gefährt benutzen, um in diesen Zustand zu gelangen.

ÜBUNG ODER ZUSTAND?

Doch einerlei, ob „Transportmittel“ oder tatsächlich tiefgeistiger Zustand, seit Jahr-tausenden versuchen sich Meditierende in der Beschreibung ihrer Meditationserlebnisse und sind nur selten zufrieden mit dem Resultat. Zwar sind die unmittelbaren Auswirkungen der Meditation auf das Leben des häufig Meditierenden zumeist deutlich – gelassene Lebensweise, weitgehend angst- und stressfreier Alltag, konzentriertes Verhalten, ruhiger Geist – doch der eigentliche Zustand tiefer Meditation ist nur von jedem selbst erfahrbar, muss vom Individuum er- und gelebt werden.

MEDITIERE, UND DU WIRST WISSEN, DASS DIE LEERE MIT GLÜCK GEFÜLLT IST!

Eigentlich ist Meditation nichts anderes als eine Übung die uns hilft, unseren eigenen Geist besser zu verstehen. Meditation ist im Prinzip eine Zwiesprache mit dir selbst, mit deiner Seele, mit Gott oder schlicht ein Blick auf das Nichts – je nach Glauben und Überzeugung des Meditierenden. Der Übergang von der Meditation, die ursprünglich wohl nur das Vehikel auf dem Weg zum Zustand absoluter Glückseligkeit sein sollte hin zu eben diesem Zielpunkt unseres Begehrens, ist ganz offenbar fließend. Viele erfahrene Meditierende tun sich besonders schwer, auf dem Weg der Meditation überhaupt noch ein Ziel auszumachen. Wo hört Meditation auf und fängt Glückseligkeit, Wahrheit, die Zwiesprache mit Gott an? Denn eigentlich ist die geistige Einkehr lediglich eine Übung, die es uns ermöglicht, bestimmte Qualitäten in uns zu finden, diese heraus zu filtern und zu entwickeln. Entsprechend führt nur Beharrlichkeit zum Ziel. Es gibt viele Geistesgrößen, deren Lebensinhalt „Denken“ (zu welchem Thema auch immer) war – doch bei der Meditation, dem Beruhigen des Geistes, dem Fokussieren auf das ein und alles, scheiterten viele schon in frühen Übungsphasen. Also sollte man die Meditation gar nicht erst anfangen, wenn schon die Titanen des Denkens daran scheitern? Ganz im Gegenteil: Wie vor dem Göttlichen sind wir vor der Meditation alle gleich, haben die gleichen Voraussetzungen für ein Gelingen.

WOMIT BEFASST SICH EIGENTLICH DIE MEDITATION?

Fast alle spirituellen Kulturen sind sich darin einig, dass unser Tun, Handeln, unsere Wahrnehmung aber auch unsere Ausstrahlung maßgeblich von unserem Geist beeinflusst werden. Was folgerichtig bedeutet, dass wir diesen Geist pflegen, trainieren, nähren und letztendlich auch beruhigen sollten – nichts anderes macht die Meditation! Im Prinzip geht es nicht darum, den Geist lahm zu legen, ihn zu unterdrücken oder gar auszulöschen; Meditation bedeutet in erster Linie ein „Meistern des Geistes“, um so die Freiheit des Geistes zu erlangen.  
Es gibt eine eingängige asiatische Parabel, die alle Auswirkungen der Meditation auf den Geist treffend beschreibt: Meditation ist wie ein Affe, der gefangen und festgebunden wurde. Das angebundene Tier wird immer zappeln, kreischen, sich winden, sich zu befreien versuchen. Bindest man es noch enger, werden die Reaktionen umso hektischer. Befreit man den Affen aber, wird dieses Zappeln sofort aufhören. Ruhig und gelassen wird das Tier zunächst einmal am Ort des Geschehens sitzen bleiben, bevor es zurück in die Wälder springt…

MEDITIERE, HÖRE AUF ZU DENKEN, SEI EINFACH GLÜCKLICH…

Entsprechend ist der Weg des Meditierenden vorgezeichnet: Befreie Deine Gedanken von Unnötigem, konzentriere dich auf das jeweils Wesentliche, sei während der Meditation auf der Suche nach der Wahrheit und finde so die Pforte zur Glückseligkeit. Und wer die Auswirkungen der Meditation in einem wissenschaftlichen Kontext sehen möchte – moderne Langzeitforschungen mit Meditierenden haben ergeben, dass sie Aufmerksamkeit, emotionales Gleichgewicht, Selbstlosigkeit und inneren Frieden verlässlich entwickeln können. Die größten, nachweisbaren „Erfolge“ der Moderne konnte jedoch die Medizin-Forschung in Sachen „Meditation“ verbuchen. So wurde eindeutig nachgewiesen, dass die innere Einkehr Stress verringert und seine Auswirkungen lindert, das Immunsystem deutlich stärkt und sogar Teile des Gehirns vergrößert bzw. überproportional aktiviert.

WIE WIRD DENN NUN MEDITIERT?

Diese Frage hören Meister seit Jahrtausenden von ihren Schülern. Und seit ebenso vielen Jahren geben zumindest die seriöseren unter ihnen die gleiche Antwort: „Meditiere und erfahre es selbst!“ Denn meditieren kann man nicht „theoretisch“, Meditation funktioniert nur „praktisch“. Natürlich kann man dennoch Tipps mit auf den Weg der Meditation geben. So wird ein Rahmen geschaffen, in dem erfahrungsgemäß Meditation besser „funktioniert“. 1. Suche nach Gleichgesinnten und meditiere gemeinsam mit ihnen. 2. Wenn Du lieber alleine meditieren möchtest, dann suche dennoch nach einem erfahrenen Meditierenden, der Dich zumindest auf den ersten Meditationen „begleitet“. 3. Meditiere an einem dafür geeigneten Ort. 4. Meditiere in einer (für Dich) geeigneten Haltung. 5. Übe mit Konzentration. 6. Sei beharrlich. Wie nun die „wirksamsten“ Techniken im Detail aussehen, ist die erwähnte strikt individuelle Angelegenheit. Es gibt immer wiederkehrende Varianten wie etwa „Konzentration auf den Atemfluss“ oder „bei geschlossenen Augen Fokus auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, das Dritte Auge“. Der ruhige Blick auf eine Kerze, die Kontemplation auf einen Gegenstand sind ebenfalls bekannt, ferner das Singen meditativ wirksamer Verse wie Mantras oder Gebete.

DAS GRÖSSTE ABENTEUER DER MENSCHHEIT?

Die Suche nach der richtigen Meditationsform- und –technik gilt als eines der spannendsten Erlebnisse, die man als spirituell Interessierter überhaupt haben kann. Das mehr oder weniger harmonische Zusammenspiel mit dem Geist – der, so ganz nebenbei bemerkt, auch ein echter Spielverderber in manchen Meditationen sein kann – offenbart uns auch, dass es noch viel, viel mehr hinter dem Schleier unserer alltäglichen Sinneswahrnehmung gibt. Es ist im Prinzip einerlei, ob wir Stille- und Ruhemeditation, Achtsamkeits- und Einsichtsmeditation, Konzentrations- oder aktive Geh-Meditation üben, je öfter wir uns in den Zustand der Versenkung begeben, desto deutlicher zeichnet sich ab, wie das Unerklärliche bereits in der Meditation beginnt. Wer seinen Geist der Meditation zuwendet oder ihn zumindest an die Meditation gewöhnt, wird früher oder später feststellen, dass in unserem „Inneren“ die wohl größten Abenteuer auf uns warten, die vom Menschen gelebt werden können. Mit jeder Meditation begehen wir eine revolutionäre Tat, mit jeder Meditation schreiten wir einen Schritt voran in unserer ureigenen Evolution. „Nur wer meditiert, lebt!“ brachte es Buddha auf den Punkt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

(c) AMORC

www.amorc.de

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