Aufstieg und Lernen

Expansion, Kontraktion und das Neutral-Positive

muschel-the-beachDunkle Nacht der Seele – Expansion, Kontraktion, Neutral-Positiv

Wenn wir Menschen eine Kontraktion, eine dunkle Nacht der Seele, erleben, kehren wir zurück zu unserem inneren Wesenskern.
Wir lassen unser Haften an Dingen, die wir in der äußeren Welt wollten, los: an Beziehungen, an ein Heim, an Sicherheit, und so weiter.

Oft fühlt sich dieses Zusammenziehen zurück in uns selbst wie ein Zusammenbruch an, und wir kommen uns geschrumpft und verkleinert vor. Dieses Gefühl rührt daher, dass wir den Mikrokosmos betreten, die kleinsten Teile von uns selbst.
Wir analysieren unsere Verhaltensweisen, unsere Beziehungen, unsere Werte, unsere Gesundheit, unsere Erfolge und Misserfolge, im Grunde genommen alles, was unsere Identität ausmacht. Dieser Prozess bedeutet, die übernommenen Glaubenssätze unserer Eltern und der Gesellschaft loszulassen.

Auf diesem Wege suchen wir die Frage zu beantworten: „Wer bin ich?“, denn indem wir uns selbst erkennen, entdecken wir den Sinn unseres Lebens. Nachdem wir durch diese spirituelle Frage etwas Klarheit gewonnen und einige Antworten erhalten haben, dehnen wir uns wieder hinaus in die Welt, um unsere Aufgabe zu erfüllen.

Während unserer ersten Expansionsperiode suchen wir meistens Lehrer und andere, die so sind wie wir, damit sie uns unsere Fragen beantworten. Das hat damit zu tun, dass wir in dieser Periode den Wunsch haben, uns fortzupflanzen. Ein Beispiel für diese Stufe sind Eltern, die möchten, dass ihre Kinder in ihre Fußstapfen treten und so sind wie sie.

Unsere zweite Expansionsperiode unterscheidet sich stark von der ersten. Die erste Expansion entsprach mehr einem Bedürfnis der Persönlichkeit, die zweite ist mehr ein Bedürfnis der Seele. Während der zweiten Periode ist unser Verlangen darauf gerichtet, jeden und alles in die Bewusstheit zu heben, auf der Grundlage dessen, was diejenigen brauchen, und nicht um unser eigenes Ego zu stützen.

Durch diesen Prozess von Expansion und Kontraktion gebären wir uns selbst.

Und wir müssen uns genau so weit ausdehnen, wie wir uns zusammenziehen.
Es kann sein, dass einige von uns sich lieber ausdehnen, während andere sich lieber zusammenziehen, aber indem wir in Harmonie mit dem göttlichen Gesetz kommen, lernen wir, die beiden Prinzipien von Expansion und Kontraktion ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie die Gezeiten müssen auch wir lernen, im Fließen und Ebben der Existenz zu leben.

Der Schlüssel liegt darin, nicht an dem Zyklus festzuhalten, in dem wir uns befinden, und ihn stattdessen durch uns fließen zu lassen.

Geradeso wie wir uns die Prinzipien der Expansion und der Kontraktion aneignen, lernen wir auch, das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polaritäten herzustellen. Dies geschieht, indem wir in unserem Herzen bleiben, das die Mitte unseres physischen Körpers ist.

In unserem Herzen finden wir die Essenz dessen, wonach wir die ganze Zeit gesucht haben.

Jetzt erkennen wir bewusst das Leben in uns, das uns mit allem anderen Leben verbindet.
Die Qualitäten Liebe, Weisheit und Wille, die wir von anderen begehrten, wohnen in unserem eigenen Herzen. Doch paradoxerweise entdecken wir das erst dadurch, dass wir diese Qualitäten außerhalb von uns selbst gesucht haben. T.S. Eliot beschreibt diese Entdeckungsreise in seinem Gedicht „Die vier Quartette“, wenn er sagt:

„…und das Ende unseres Kundschaftens wird es sein, am Ausgangspunkt anzukommen und den Ort zum erstenmal zu erkennen.“   (Gesammelte Gedichte  S. 335). 

Genau das geschieht, wenn wir uns auf eine höhere Bewusstseinsebene erheben.

In unserer Welt tendieren wir dazu, dem Licht und der Expansionsperiode einen größeren Wert beizumessen als dem Dunkeln und der Kontraktionsperiode.

Wir schätzen das Yang des Tuns und Verstehens mehr als das Yin des Seins und Nicht-Wissens.

Geradeso wie der Körper nachts schlafen muss, um gesund zu bleiben, und wie der Winter der Erde ermöglicht zu ruhen, so müssen auch wir die Perioden von Expansion und Kontraktion ins Gleichgewicht bringen.
Tun wir das nicht, so fürchten wir den Tod, die Dunkelheit, das Weibliche und letztendlich die Erde. Es ist hilfreich, sich daran zu erinnern, dass wie in der Yin-Yang-Figur das Dunkle immer innerhalb des Hellen und das Helle immer innerhalb des Dunklen existiert.

Die Gesetze der Evolution erschaffen durch die magnetischen Polaritäten, welche die Yin/Yang-Pole der Dualität sind. Das trifft auf allen Existenzebenen zu, zum Beispiel im Mikrokosmos, wo ein Atom aus einem Proton, einem Elektron und einem Neutron besteht, welches die Balance zwischen den beiden hält.

Das trifft auch im Makrokosmos zu, wo Sonnen wie ein Proton sind und eine positive Ladung besitzen, und die Planeten wie Elektronen sind, die um die positiv geladene Sonne kreisen. Das neutrale Gleichgewicht, welches wir in den höheren Dimensionen um die Sonnen herum finden, erlaubt Reisen außerhalb von Raum und Zeit und außerhalb von Sonnensystemen. Es ist wichtig anzumerken, dass der neutrale Zustand eine leicht positive Ladung der Anziehung hat, was ich neutral-positiv nenne und was Bewegung und Veränderung zwischen Sonnensystemen und Dimensionen ermöglicht.

Dieses Prinzip der drei Polaritäten funktioniert auch bei den Menschen.

Allein schon unsere Atmung, die wir für die Aufrechterhaltung unseres Lebens brauchen, ist verankert im Rhythmus der Expansion – ausatmen – und der Kontraktion – einatmen – mit einer neutralen Pause zwischen den beiden Zuständen.
Die positive Ladung dehnt uns aus, hinaus in die manifestierte Welt, und die negative Ladung zieht uns zusammen, in die unmanifestierte Welt der Leere hinein.

Um zu vollständigen Mitschöpfern zu werden, müssen wir ein Gleichgewicht herstellen zwischen dem Fließen der Expansion und dem Ebben der Kontraktion, und wir müssen lernen, das neutrale Gleichgewicht zwischen den beiden aufrechtzuerhalten. Dieses neutrale Gleichgewicht entspricht „dem ruhenden Punkt der kreisenden Welt“, von dem T.S. Eliot in den Vier Quartetten spricht.

Der ruhende Punkt der kreisenden Welt ist der neutrale Punkt zwischen Expansion und Kontraktion, an dem wir das Tun und das Sein ausbalancieren. Wir müssen lernen, ein neutral-positives Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, wenn wir bewusste Mitschöpfer werden wollen.

Während unserer spirituellen Entwicklung lernen wir für gewöhnlich, sowohl zu kontrahieren als auch zu expandieren, bevor wir lernen, den neutral-positiven Punkt der Balance zwischen den beiden zu erreichen.helliwell-Buch-Bestimmung

20.07.2018
Tanis Helliwell

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Tanis Helliwells Buch
Erkenne deine Bestimmung – Schlüssel zur spirituellen Transformation der Menschheit
Buch Quelle: Verlag Neue Erde

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