spirituelle Musik

Lisa Gerrard & David Kuckhermann: Hiraeth

Lisa-Gerrard-David-Kuckhermann-HiraethAussergewöhnlich:
Lisa Gerrard & David Kuckhermann – Hiraeth

Spätestens seit Ihrer Zusammenarbeit mit Hans Zimmer an der Komposition des Soundtracks zu “Gladiator” aus dem Jahr 2000, dürfte der Name Lisa Gerrard für viele ein Begriff sein. Mit ihrer unverwechselbaren ätherischen Stimme hat die gebürtige Australierin wesentlich dazu beigetragen, der Musik dieses Spielfilms eine Ausstrahlung von Mystik aus alten Zeiten zu verleihen.

Kennzeichnend für die Sängerin des bekannten Duos “Dead Can Dance” ist, insbesondere seit ihrem ersten Solo-Album “The Mirror Pool” (1995), dass sie die Grenzen zwischen musikalischen Stilrichtungen immer wieder aufs Neue sprengt. Ihre Musik wurde zeitweise mangels passendem Begriff sogar als “Orchestrale-Ambient-Folk-New-Age-Musik” beschrieben. Lisa Gerrard selber sieht den Ursprung dieser Vielfalt in den Einflüssen der zahlreichen musikalischen Kulturen, inmitten derer sie aufgewachsen ist.

Wortlose Sprache

Ihre einzigartige, klangvolle und wie aus einer anderen Welt entstammende Stimme, gepaart mit ihrer selbst erfundenen, wortlosen Sprache, lassen ihre Veröffentlichungen, die keinen musikalischen Trends folgen und stets von einer sehr hohen kompositorischen und gesanglichen Qualität geprägt sind, immer wieder in einer mystischen Magie erstrahlen und zu einem einzigartigen akustischen Erlebnis werden. So auch bei “Hiraeth”, ihrer jüngsten Veröffentlichung.

Lisa-Gerrard

Lisa Gerrard

Es war mir seit langer Zeit ein Herzenswunsch, mich mit verwandten und gleichgesinnten Seelen zu vereinen, um an einem Ort, wo uneingeschränkte Verbundenheit möglich ist, Klänge und Töne zu erschaffen, welche jedem Urteil trotzen und uns allen ermöglichen, einander frei von Verwirrung und Spaltung zu umarmen.

Du bist herzlichst willkommen, an dieser Arbeit der Liebe teilzuhaben. Denn all dies ist für Dich”  (Lisa Gerrard)

 

“Die Sehnsucht nach dem Ort, wo Deine Seele wohnt”

So ungefähr könnte man den aus dem Walisisch stammenden Begriff “Hiraeth” umschreiben, für den es keine wortgetreue deutsche Übersetzung gibt. An diesem Ort haben sich Lisa Gerrard und ihre Musiker eingefunden, um ihrer Inspiration freien Lauf zu lassen und, über Stimme und Instrumente, ihren Seelen Ausdruck zu verleihen. Daraus entstanden ist ein musikalisch atemberaubendes und stilistisch kaum einzuordnendes Album.

Hiraeth” ist – auch wenn die Kompositionen grösstenteils aus Lisa Gerrards und David Kuckhermanns Feder stammen – die Summe eines Zusammenspiels aussergewöhnlicher Musiker. Ihr umfassendes Können und die daraus entstehende Ausdruckskraft hauchen jedem einzelnen Titel des Albums eigenes Leben ein. Lisa Gerrards Stimme findet sich dabei mal inmitten der Instrumente wieder, mal schwebt sie, einem wegweisenden Licht gleich, darüber. Mal ist sie mit ihnen verwoben, um dann wieder selbst als führendes Instrument aufzusteigen.

Und immer wieder erweckt sie Sehnsüchte. Sehnsüchte nach Orte und Momente, welche von den Wogen der Zeit fortgetragen wurden, uns aber nie wirklich verlassen haben.

Bereits “The Beginning”, das erste Stück auf der CD, entführt einen klangvoll auf einen geheimnisvollen Weg, fernab jeglicher festgelegten Route. Lisa Gerrards verführerische Stimme lockt einen wie eine betörende Sirene, ihr zu folgen. Sich mit ihr auf den Weg zu begeben an diesen Ort, wo “Hiraeth” sich jenseits von Eingrenzung und Befangenheit erstreckt.

Hang

Einen wesentlichen Bestandteil der Instrumentation auf “HIraeth” bildet das Hang.

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Hang

Das Hang (oder auch Handpan) wurde im Jahr 2000 in der Schweiz erfunden und hat seitdem einen beachtlichen Siegeszug über die ganze Welt angetreten. Das Instrument besteht aus zwei miteinander verklebten Halbkugelsegmenten aus Stahlblech und wird auf dem Schoß gehalten. Gespielt wird es mit Fingern und Händen. Daher der Name: “Hang” bedeutet auf Berndeutsch (einem Schweizer Dialekt) Hand.

Ich habe schon einigen Musikern beim Spiel auf diesem exotisch anmutenden „blechernen UFO“ zugehört. Doch was David Kuckhermann diesem Instrument entlockt, ist schlichtweg überwältigend: Sein virtuoses Spiel entfacht ein Feuerwerk an klingenden Funken, befreit Kaskaden an Tönen und Rhythmen, singt berauschende Melodien. In ruhigen Stücken erschafft er wiederum, lediglich durch wenige Einzelklänge, meditativste Stimmungen und endlose Weiten.

Lisa Gerrard & David Kuckhermann: “Rite of Passage” (aus dem Album “Hiraeth”)

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Archaisch – zeitlos – mystisch

Stücke wie “Rite of Passage” und “Urban Jungle” sind von einer derart archaischen Verwurzelung geprägt, welche tiefste Sehnsüchte schürt und das im eigenen Wesen Ursprünglichste erwachen lässt. Besonders “Urban Jungle”, von David Kuckhermann komponiert und rein mit Perkussion eingespielt, besitzt eine treibende Kraft, welche elektrisiert. Als bestünde jede Zelle des Körpers aus purem Rhythmus.

„Armira“ kommt seinerseits vollkommen ohne Rhythmik und Instrumente aus. Alleine mit Vokalisen – also ohne Worte – eingesungen und von Lisa Gerrards sphärischen Stimme geleitet, strömt dieses Lied eine unendliche und zeitlose Weite aus, dessen Nachhall noch lange in einem weiterlebt.

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Gadulka

Jedes der 12 Titel auf “Hiraeth” entführt einen in seine eigene mystische und eigenständige Umgebung. In “Monolith”, einem reinen Instrumentalstück singt Hristina Belevas Gadulka virtuos und mit unverfälschter Intimität, während sie vom Hang mit Tropfen reiner Klangenergie erfrischt, umtänzelt und begleitet wird. Ein meisterhaftes Spiel zweier Instrumente, welche eine Freiheit ausstrahlen wie Pferde, die aus ihrer Koppel befreit und in die Wildnis entlassen wurden.

Nachdenklich und kontemplativ wiederum, bildet das knapp 11 Minuten lange „Watchtower“ einen ausserhalb von Raum und Zeit wirkenden, meditativen Abschluss dieses in jeder Hinsicht aussergewöhnlichen Albums.

Frei, zu sein

Abseits von jeglichem Mainstream und auf einem Niveau, wie es nur herausragende Musiker an den Tag legen können, bildet „Hiraeth“ ein einzigartiges, mystisches und ungebundenes Erlebnis. Frei von jeglichen Zwängen und Vorgaben und aus reiner, musikalischer Seelenverwandtschaft heraus entstanden, unterwirft sich die Musik auf “Hiraeth” keiner Zuordnung und keinem Urteil: Sie ist.

Erscheinungsdatum: 6. August 2018

Erhältlich als: Download und Stream / 53:22 Min.

Genre: Weltmusik

Geeignet für:

Meditation:ying-yangying-yang
Entspannung:ying-yangying-yang
Hintergrundmusik:ying-yangying-yangying-yangying-yang
Bewegung und Tanz:ying-yangying-yangying-yang
Bewusstes Anhören:ying-yangying-yangying-yangying-yangying-yang

Diese Einschätzung stellt keine qualitative Bewertung dar. Erläuterungen zu den Einschätzungen finden Sie unter Musik – Die Stimme der Seele

Hörbeispiele:


(Durck klicken auf das “x” oben links, kann von der Anzeige wieder auf den Player gewechselt werden)

“Hiraeth” ist unter anderem erhältlich bei:
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22.08.2018
Dany Nussbaumer
Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

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