Bewusst-Sein

Das Leid der Welt – und ich

auge-spiegelung-weinendes-Kind-childDas Leid der Welt – und ich

Dieses Thema begegnet mir in meiner Arbeit als LifeCoach immer wieder und es scheint so viele von uns zu beschäftigen: Wie finde ich eine Balance zwischen dem Leid der Welt und meinem persönlichen Glück?

Kann und darf ich überhaupt glücklich sein angesichts dessen, was um mich herum passiert?
Ein Gewissenskonflikt.
Situationen, die viele Menschen bewegt.
Gefühlslagen, die nach einer Lösung schreien, die es so erstmal nicht zu geben scheint.
Oder doch?

Wir sind in den sozialen Medien unterwegs und uns begegnen Bilder von gequälten Tieren in Massentierhaltung, Menschen auf der Flucht, abgeholzte Regenwälder, Kindesmissbrauch, Menschen, die sich am Leid anderer ganz augenscheinlich zu erfreuen scheinen.

Da blutet einem das Herz… als Eltern von eigenen Kindern, als Haustierbesitzer, als Mensch dieses Planeten…
Man ist entsetzt und wütend. Fühlt sich tief traurig und irgendwann hilflos…
Was soll ich tun? Wie kann ich dem Leid begegnen? Und wie kann ich etwas dazu beitragen, dass das Leben auf diesem Planeten menschlicher wird?

Vielleicht konzentriert man sich wieder ganz bewusst auf sich selbst und sein eigenes soziales Umfeld, versucht, das Beste zu geben. Und dennoch verfolgen einen die Bilder oft bis in den Schlaf.

Man unterschreibt Petitionen, wird aktiv… Und fühlt sich erschlagen angesichts der Hilfeschreie, die einem in den Ohren gellen und die, trotz all dessen, was man tut, nicht wirklich weniger werden.

Wie kann ich mit dieser Not umgehen?

Natürlich kann ich Dir keine Lösung geben, die findet jeder nur für sich selbst. Aber ich möchte mit Dir teilen, was mir hilft…
Wir können uns die Frage stellen:

Wer will ich sein, wer wähle ich zu sein angesichts dieser Situation?

Und ja, diese Frage ist zutiefst spirituell, aber gleichzeitig auch praktisch.
Sehr sogar.

Bei mir haben die Videos gequälter Tiere dazu geführt, meinen Lebensstil bezüglich meiner Essgewohnheiten zu überdenken. Wer will ich sein, angesichts des Horrors von Massentierhaltung und Tierquälerei?

Ein Mensch, der zutiefst die Seele und das Leben anderer Lebewesen respektiert. Ein fühlendes Wesen, das auch anderen Lebewesen das Fühlen nicht aberkennt. Ein Mensch, der für Freiheit steht, für das Liebevolle in dieser Welt.

Kann ich da noch Fleisch essen? Lederschuhe tragen, Milch von Kühen trinken, denen man ihre Kälbchen weggenommen hat, nur damit ich meinen Latte trinken kann (obwohl die Mandelmilchvariante in Wirklichkeit viel besser schmeckt)?

Bewusster durchs Leben gehen ist erst einmal richtig anstrengend… Man muss so viel hinterfragen. Kann und will die Augen nicht mehr verschließen.
Zuerst scheinen das Leid und die Missstände, die man sieht, mehr zu werden. Und nein, sie werden natürlich nicht mehr, aber sie treten mehr in unseren Wahrnehmungsbereich.
Das Gute daran: Man fühlt sich mehr angekommen auf dieser Welt und mehr verbunden mit der eigenen Seele und der Weltenseele.
Und ja, leider auch oft weniger Teil unserer Gesellschaft, zu der man in vielen Bereichen nur noch bedingt gehören möchte.
Will man da noch wirklich mitmachen? Sich einreihen, obwohl man es besser weiß? Möchte man wirklich noch einmal die Augen verschließen und den Schlaf der Verdrängung schlafen?

Wer will ich sein, angesichts des Leids in der Welt?

Diese Frage hat bei mir u.a. dazu geführt, liebevoller und offener mit meinen Mitmenschen umzugehen, Herzlichkeit, Mitgefühl und Wärme zu verbreiten, wo immer ich kann. Das hilft zwar nur bedingt, die großen Probleme dieser Welt zu lösen, aber es ist ein kleiner Beitrag, die gute Schwingung auf diesem Planeten zu verstärken und gibt mir das Gefühl, etwas getan und das Beste von mir gegeben zu haben.

Wenn ein Herz bricht…

Was passiert, wenn unser Herz bricht angesichts des Leids und des Horrors?
Es bricht nicht nur, wie eine spirituelle Wahrheit besagt, sondern es bricht auch auf.

Wenn ein Herz bricht, bricht es auch auf…

Es bricht auf, um zu expandieren. Um noch mehr lieben zu können. Um noch weicher und mitfühlender zu werden.
Mit den Opfern. Und ja, auch und ganz besonders mit den Tätern.

Gerade sie, die Täter, brauchen unser größtes Mitgefühl. Gerade sie sind es, die ihre wahre Natur komplett vergessen zu haben scheinen. Gerade sie, die quälen, foltern, roden, vergewaltigen… gerade sie haben den Draht zu ihrem Herzen verloren.

Sie zu verdammen ist leicht. Und menschlich.
Sie in sein Herz zu schließen, damit sie sich wieder an das Ihre erinnern können, scheint unmöglich.
Ist es aber nicht.

Auf seelischer Ebene können wir ganz besonders diesen Menschen Liebe schicken, ihnen eine Kerze anzünden, ein Gebet sprechen.

Damit heißen wir nicht gut, was sie tun.
Damit schicken wir ihnen keine Kraft, auf dass sie noch mehr Negatives tun.

Sondern wir schicken ihnen die Energie, die irgendwann dazu führen wird, dass auch ihr Herz bricht und aufbricht. Dass sie wieder fühlen können, ihren eigenen Schmerz und den Schmerz, den sie anderen Kreaturen als Folge davon angetan haben, in dem irrigen Glauben, damit den eigenen loszuwerden.

Was wäre, wenn wir unseren Schmerz, unsere Trauer, unsere Wut, unser gebrochenes Herz dazu benutzen könnten, uns noch weiter zu öffnen, anstatt uns noch mehr zu verschließen?

Was wäre, wenn wir diesen Schmerz als Einladung verstünden, zu expandieren, die Welt und alles was in ihr ist, gut und böse, noch mehr annehmen und heilen zu können?

Angst führt zum Zumachen.
Liebe zum Öffnen.

Angst lässt uns unter die Bettdecke kriechen.
Liebe empowered uns und lässt uns nach draußen gehen.

Wir können uns immer wieder entscheiden, egal, wie verletzt wir sind, in die Liebe zu gehen. Unser Herz offen zu halten. Ja zu sagen und nicht nur darauf zu vertrauen, sondern zu wissen, dass unser offenes Herz Heilung bedeutet.

Für uns selbst.
Für die, die Heilung am meisten brauchen.
Und letztendlich für die Welt.

Passend zum Thema hat Wienke Ursula Schulenburg auch ein Video in ihrem Youtube Channel bereit gestellt.
Hinweis: Zart besaitete Mitmenschen sollten das Video bei 0:13 starten und den Titel überlesen!
>>> Hier geht’s zum Video
(leider aktuell nicht verfügbar)

22.08.2018
Ursula Schulenburg

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