Zeitlose Weisheit - Die Rosenkreuzer

Welt im Wandel

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Die Menschheit erlebt gegenwärtig größere Veränderungen, geopolitische und gesellschaftliche. Ideen von denen man glaubte, sie seien ausgestorben, kommen wieder ans Tageslicht. Andere, von denen man dachte, sie würden für die Ewigkeit gelten, zerbröckeln. Alle Nationen erleben Krisen, sei es auf politischem, wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet. Alles ist bekannt und wird veröffentlicht, wenn nicht freiwillig, so wird es geleakt. Diese Offenheit und Transparenz erscheint zeitgemäß, und doch dürfen wir uns den negativen Begleiterscheinungen nicht verschließen. Schließlich wird durch gezielte Information und Desinformation nur allzu häufig versucht, unsere Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzuziehen.

Vielleicht denken Sie, dass es schwierig ist, authentisch zu handeln, denn wenn sich eine gerechte Stimme erhebt, wird sie häufig zum Schweigen gebracht oder Schlimmeres. Und dennoch, wir dürfen uns nicht entmutigen lassen. So schreibt Christian Bernard, oberster Leiter von AMORC weltweit, im Supplement der letzten Ausgabe des AMORC Magazins: „Ein wahrer Mystiker ist kein Schaf in einer blökenden Herde, ganz im Gegenteil. Er ist vor allem eine selbst denkende, tatkräftig aus innerem Antrieb handelnde und verantwortungsvolle Person, deren Gedanken frei von Vorurteilen sind.“ Und weiter: „Ein Mystiker zu sein bedeutet nicht, vollkommen zu sein […]“ Aber er „tut alles, um sich über Leid und Verzweiflung zu erheben. Er steigt über die Wolken, um einen Blick auf die Sonne zu erhaschen.“

Wir müssen versuchen, insgesamt positiv zu bleiben und für unseren Planeten und seine Bewohner beten. Eine positive Haltung einzunehmen, darf uns natürlich nicht daran hindern, eine Situation klar zu beurteilen ‒ und wir müssen sogar akzeptieren, dass manchmal unsere Träume und Illusionen der Wahrheit nicht standhalten. Nicht immer gewinnen die Freundlichen und die Ehrlichen, jedenfalls nicht von Anfang an ‒ unsere Hoffnung richtet sich auf das Ziel. Wir alle träumen von einer besseren Welt, zumindest die allerallermeisten, aber eine solche Welt, in der Liebe und Brüderlichkeit regieren, ist noch sehr weit entfernt. Und dennoch scheint etwas grundlegend Neues zu entstehen, noch unvollkommen und nicht perfekt, aber etwas Neues steht bevor. Dass dieser Prozess so schmerzhaft erscheint, liegt an uns. Die Kräfte des Neuen verstärken sich, aber das Alte will nicht loslassen. Nach Veränderung ist leicht gerufen, doch wie schwer diese fällt, kennen wir aus persönlichen Erfahrungen. Auch uns fällt Veränderung zum Positiven nicht leicht – oft ist dies ein mühsamer Prozess.

Das neue Bewusstsein, das im Entstehen ist, erscheint immer umfassender als das alte, sich in Ablösung befindliche. Die vielen Konflikte, welche die Menschheit gegenwärtig erlebt, sind ein Zeichen dafür, dass dieser Prozess in Gang gekommen ist. Es ist der ewige Kampf von Gut gegen Böse, der Streit derjenigen, die Öffnung wollen, gegen jene, welche die Dinge lieber im Dunkeln ließen, der Kampf der Entwicklung gegen den Rückschritt. Wenn vom Kampf von Gut gegen Böse die Rede ist, bedeutet dies jedoch keinesfalls, dass beide Kräfte gleichwertig seien. Es liegt an uns, und wir haben jederzeit den freien Willen und können uns für das Gute und gegen das Böse entscheiden. Wir sind nicht Spielbälle einer Macht, sei sie dunkel oder hell. Unser Schicksal liegt in unseren eigenen Händen, und das gilt sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene.

Wir sollten also klar Position beziehen und unsere Werte leben, wo immer dies möglich ist. Dass wir dabei auch an unsere Grenzen stoßen, gehört dazu, auch Verunsicherung und Zweifel. Dies hilft uns beim Nachdenken und manchmal auch beim Vordenken. Treten wir in Dialog mit anderen und pflegen menschliche Beziehungen. Erkennen wir dabei die Vielseitigkeit der Ansichten und die Verschiedenartigkeit des Verhaltens an. Die Quelle menschlichen Reichtums liegt in der Unterschiedlichkeit der Individuen. Es ist nicht möglich, dass die ganze Welt genau dasselbe denkt oder fühlt. Darum ist es so wichtig, Toleranz zu üben. Es geht um Austausch und Wechselwirkung und selbst der Widerspruch nährt diesen Prozess lebendiger Beziehungen.


 Dr. rer. nat. Alexander CrocollVita des Autors:

Dr. rer. nat. Alexander Crocoll, geb. 1966. Während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit Publikation von Arbeiten zur Genetik molekularer Embryologie. Er beschäftigt sich seit frühester Jugend mit spirituellen Fragen, ist seit drei Jahrzehnten AMORC-Mitglied und arbeitet heute als Sekretär in der deutschen AMORC-Zentrale.

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