Die göttliche Gegenwart ist in Dir! Mira Alfassa

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Die göttliche Gegenwart ist in Dir!

Mira Alfassa „Die Mutter“ (1878 – 1973)

Der legendäre indische Philosoph, Hindu-Mystiker und Yogi Sri Aurobindo war am 5. Dezember 1950 im Alter von 78 Jahren in seinem Ashram im süd-indischen Pondicherry gestorben. Seine engste spirituelle Weg-Begleiterin Mira Alfassa, bekannt geworden als „The Mother“ („Die Mutter“), setzte sein Erbe fort und hatte im August 1954 eine Vision:

„Irgendwo auf der Erde sollte es einen Ort geben, von dem kein Staat das Recht hätte zu sagen: «Der gehört mir», wo alle aufrichtig strebenden Menschen guten Willens als Weltbürger frei leben könnten und nur einer einzigen Macht gehorchten: der Macht der höchsten Wahrheit. Ein Ort des Friedens, der Eintracht und der Harmonie, wo alle kriegerischen Instinkte des Menschen einzig dazu genutzt werden, die Ursache seines Leidens und seines Elends zu bekämpfen, seine Schwächen und die Unwissenheit zu überwinden und seine Begrenztheit und Unfähigkeit zu besiegen. Ein Ort, wo die Bedürfnisse des Geistes und die Sorge um den Fortschritt den Vorrang haben gegenüber der Befriedigung von Wünschen und Leidenschaften und der Suche nach Vergnügungen und materiellen Genüssen.
An diesem Ort könnten die Kinder ganzheitlich aufwachsen und sich entwickeln, ohne den Kontakt mit ihrer Seele zu verlieren. Nicht um Prüfungen zu bestehen, würde gelehrt, noch um Zeugnisse oder Posten zu erhalten, sondern um bestehende Fähigkeiten zu verbessern und neue entstehen zu lassen. An diesem Ort würden Titel und Stellung ersetzt durch die Möglichkeit zu dienen und zu organisieren. Für die körperlichen Bedürfnisse wäre für alle in gleicher Weise gesorgt. Und intellektuelle, moralische und spirituelle Überlegenheit würde der Allgemeinheit zugute kommen – nicht um die Freuden und die Macht des Lebens zu steigern, sondern um mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen zu können.
Die Schönheit in all ihren künstlerischen Formen wie der Malerei, Bildhauerei, Musik und Literatur wäre für alle in gleicher Weise zugänglich. Die Erde ist nicht bereit, dass ein solches Ideal verwirklicht werden könnte. Denn die Menschheit besitzt noch nicht genügend Kenntnisse, um dieses verstehen und umsetzen zu können, und auch nicht die dafür notwendige Bewusstseinskraft. Deshalb nenne ich es einen Traum“.

Mira Alfassa wurde am 21. Februar 1878 in Paris als Kind eines türkisch-persischen Vaters und einer ägyptischen Mutter geboren.

Bereits als Kind folgte sie spontan einer starken inneren Disziplin, welche sie zu zahlreichen psychischen und spirituellen Erfahrungen führte. Sie interessierte sich sehr für Kunst, Literatur und Philosophie, malte, musizierte und komponierte. Mit 19 Jahren heiratete sie den Maler Henry Morisette, mit dem sie einen Sohn hatte, und verkehrte im Kreise großer Persönlichkeiten ihrer Zeit – wie Claude Monet und Auguste Rodin. Sie verfügte über bemerkenswerte mediale Fähigkeiten. Ihre Ehe wurde geschieden, nachdem sie sich ihrem inneren Göttlichen zugewandt hatte.

Im März 1914 begegnete sie zum ersten Mal Aurobindo Ghose in Pondicherry. Es folgte ein sechsjähriger Aufenthalt in Japan, wo Mira vier tödliche Krankheiten überlebte.

Am 24. April 1920 kehrt sie im Alter von 42 Jahren nach Pondicherry zurück – um es nie wieder zu verlassen. Von 1926 an, als Sri Aurobindo sich vollständig von der Öffentlichkeit zurückzog, leitete sie den Aurobindo Ashram mit all seinen Belangen. Sie widmete der physischen wie spirituellen Entwicklung jedes Ashramiten große Aufmerksamkeit und entwickelte verschiedenste Disziplinen. Sie wurde fortan als „The Mother“ („Die Mutter“) verehrt.

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Roland R. Ropers vor dem „MATRIMANDIR“ in Auroville

Besonders durch ihre Gabe, allen Bereichen gleich hohe Bedeutung zu geben, realisierte sie parallel die synchrone Verschmelzung von innerer Entwicklung und äußerer Manifestation. Zeit Lebens war Mutter passionierte Tennisspielerin und kümmerte sich in gleicher Weise um körperliche Ertüchtigung, sowie Sport; aber auch um jeden kollektiven Dienst und den kommerziellen Betrieb. Ebenso begleitete sie das Zukunftsprojekt „Auroville“  (10km von Pondicherry entfernt) in der Anfangsphase – insbesondere durch zunehmende Transformation ihres Bewusstseins.

Sie beschäftigte sich stark mit der spirituellen Bedeutung von Blumen und schrieb viel über deren Heilkraft.

1958 zog sich auch „The Mother“ zurück, um den “Yoga der Zellen” zu erforschen, während sie trotzdem weiterhin den Ashram leitete. Seit dieser Zeit unterhielt sie regelmäßige Gespräche mit ihrem Schüler Satprem über ihre Arbeit und innere Entwicklung. Satprem (geb. am 30. Oktober 1923 in Paris – gest. am 9. April 2007 in Kotagiri/ Nilgiri/Tamil Nadu) hat diese Gespräche in 13 Bänden unter dem Namen “Mutters Agenda” veröffentlicht.

Von 1965 an spricht „Die Mutter“ oft über Auroville als einem Ort, der in Ergänzung zum Ashram in Pondicherry eine völlig freie Weltgemeinschaft der Nationen bildet. Am 17. November 1973 verlässt Mira Alfassa die irdische Welt im Alter von 95 Jahren.

Pondicherry Cultural Hall
Roland R. Ropers weiht ein neues Kulturzentrum in Pondicherry ein

“Die Göttliche Gegenwart ist in dir. Sie ist in dir. Du suchst nach ihr außerhalb deiner selbst. Schaue nach innen. Sie ist in dir. Die Gegenwart ist dort. Du verlangst nach der Wertschätzung anderer, um Kraft zu erhalten – sie wird dir nie zuteil werden. Die Kraft ist in dir. Wenn du es wünschst, dann kannst du nach dem streben, was dir als das höchste Ziel, das höchste Licht, das höchste Wissen, die höchste Liebe erscheint. Aber das ist in dir – sonst wärest du nie fähig, damit in Berührung zu kommen. Wenn du tief genug in dich gehst, wirst du es dort finden, wie eine Flamme, die immer aufwärtsgerichtet brennt. Und glaube nicht, das wäre so schwer zu leisten. Du erfährst diese Gegenwart nicht, weil dein Blick ständig nach außen gerichtet ist.

Öffne dich dem neuen Licht, das über der Erde dämmert und ein leuchtender Pfad wird sich auftun vor dir.”

 

05.01.2023
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist

www.KARDIOSOPHIE-NETWORK.de


Über Roland R. Ropers

Mira Alfassa Roland Ropers 2021

Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.

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Buch Tipp:

cover kardiosophie Roland RopersKardiosophie
Weg-Weiser zur kosmischen Ur-Quelle

von Roland R. Ropers und
Andrea Fessmann, Dorothea J. May, Dr. med. Christiane May-Ropers, Helga Simon-Wagenbach, Prof. Dr. phil. Irmela Neu

Die intellektuelle Kopflastigkeit, die über Jahrhunderte mit dem Begriff des französischen Philosophen René Descartes (1596 – 1650) „Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) verbunden war, erfordert für den Menschen der Zukunft eine neue Ausrichtung auf die Kraft und Weisheit des Herzens, die mit dem von Roland R. Ropers in die Welt gebrachten Wortes „KARDIOSOPHIE“ verbunden ist. Bereits Antoine de Saint-Exupéry beglückte uns mit seiner Erkenntnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Der Autor und die sechs Co-Autorinnen beleuchten aus ihrem individuellen Erfahrungsreichtum die Vielfalt von Wissen und Weisheit aus dem Großraum des Herzens.

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