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Unser Verhältnis zur Dankbarkeit

Dankbarkeit-Mutmacher-Oktober2019-thanksUnser Verhältnis zur Dankbarkeit – Der Mutmacher des Monats Oktober 2019

Dankbarkeit? „Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.”
Berthold Auerbach (Dt. Schriftsteller, 1812-1882)

Im „goldenen Oktober“ feiern wir traditionell das Erntedankfest, weil die Natur uns mit ihrer ganzen Fülle an Früchten und Samen beschenkt. Doch ist das heute eigentlich noch „zeitgemäß“?
Früher, als die Bauern noch schwer auf den Feldern für ihre Früchte arbeiten mussten, stellte eine gute Ernte das Überleben während des Winters sicher.
Aber heute stehen wir dauerhaft vor brechend vollen Supermarktregalen, in denen es jederzeit nahezu ALLES aus aller Welt zu kaufen gibt, was das Herz begehrt – für welche Ernte sollten wir heute noch groß danken?!

Vielleicht genau für diesen Umstand:

Dass wir jederzeit alles kaufen können, was wir gerne hätten! In der Dankbarkeit besteht das große Geheimnis zu einem glücklichen und zufriedenen Leben.
Wenn wir nicht dankbar sind für das, was wir haben, werden wir auch nicht dankbarer sein, wenn wir all das noch hätten, was wir uns wünschen! Dankbarkeit zieht wie ein Magnet genau von den Dingen noch mehr in unser Leben, für die wir Dankbarkeit empfinden!

Ab und zu sollten wir Dankbarkeit auch sichtbar und hörbar zum Ausdruck bringen.

Um für die unendliche Fülle um uns und den Wohlstand in dem wir leben Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, ist so ein ganz persönliches Erntedankfest im Oktober gar keine schlechte Idee! Vielleicht könnten wir Freunde zum Abendessen oder zu einer Party einladen unter genau diesem Motto „Erntedank“.
Oder uns zumindest eine ganz private kleine Auszeit an einem Lieblingsplatz nehmen, verbunden mit einer ausgiebigen Meditation über das Thema „Dankbarkeit“ in unserem Leben.

Eine andere Möglichkeit wäre es, auch einmal zu geliebten Menschen zu gehen und ihnen zu danken für all das Gute, das sie tagtäglich in unser Leben bringen. Ja, natürlich wissen diejenigen das und erwarten keine Dankbarkeit von uns – aber … bist Du sicher?

Es gehört nämlich eine ganz schöne Portion Mut dazu, anderen Menschen ehrlich und aufrichtige Dankbarkeit zu zeigen – und damit ist nicht ein verlegen übergebener Blumenstrauß oder sonst ein kleines Präsent gemeint.
Sondern Worte des Dankes, tief aus unserem Herzen gesprochen. Sie berühren andere viel mehr, als dies je ein Geschenk oder Blumen tun könnten, auch wenn diese Geste sicherlich auch ihren Wert hat und entsprechend verstanden wird.

Wichtig ist es vor allem, dass wir selbst uns bewusst machen, wofür wir in unserem Leben dankbar sind, z.B. für:

  • eine gute Ausbildung, die unsere Eltern uns angedeihen ließen und die uns ein gutes Auskommen sichert;
  • eine Partnerschaft, die unser Leben bereichert und uns viele glückliche Momente schenkt;
  • unseren Körper, der immer wieder unermüdlich für uns arbeitet und so unsere Gesundheit zu sichern versucht;
  • eine warme und gemütliche Wohnung;
  • eine gute Mahlzeit in fröhlicher Runde;
  • einen Wagen vor unserer Tür, der uns jederzeit fahren lässt, wohin wir möchten.

Vergessen wir dabei nicht, uns selbst Dankbarkeit zu erweisen für alle die Entscheidungen,

die wir offensichtlich gut und richtig getroffen haben, um heute, jetzt und hier an diesem Punkt unseres Lebens zu stehen.

Ich selbst bin mir z.B. sehr dankbar dafür, dass ich es mir ermöglicht habe, einen großen Teil meines Lebens auf einer palmwedelnden Trauminsel im Indischen Ozean, auf Bali, zu verbringen.
Und obwohl ich dafür jeden Morgen dankbar bin, hat mich in den letzten Wochen ein übles Tropenfieber erwischt, übertragen durch einen Moskitostich.

Man nennt dieses Dengue-Fieber auch das „Knochenbrecher-Fieber“ und ich lag tagelang mit argen Schmerzen und hohem Fieber nieder.

Wofür sollte man in solch misslicher Lage noch dankbar sein?!

Ein balinesischer Freund, der mich in dieser Zeit besuchte, sprach mir Trost und Mut zu:
Madam, seien Sie dankbar! Wenn Sie einen Unfall mit dem Motorroller gehabt hätten und jetzt im Krankenhaus liegen müssten, könnte alles noch viel schlimmer sein und vielleicht noch viel länger dauern. Das Dengue-Fieber ist schlimm, aber Sie schaffen das und dann geht auch das bald vorüber!

Wie Recht er doch hatte! Und mir wurde bewusst, dass das Geheimnis darin besteht, jederzeit und immer dankbar zu sein für das, WAS GERADE IST! Selbst wenn man mit solchen Schmerzen fiebernd im Bett liegt, kann man Dankbarkeit empfinden.

Ich bin sicher, dass ich es diesem Umstand zu verdanken habe, dass mein Körper in zwar heftiger Weise, aber relativ kurzer Zeit mit diesem Virus fertig geworden ist und ich wirklich großes Glück hatte, dass die Krankheit bei mir einen so glimpflichen Verlauf genommen hatte! Sogar ein Krankenhausaufenthalt, der bei diesem Tropenvirus durchaus häufig vorkommt, ist mir erspart geblieben.

Ich erzähle das, weil mir sehr wohl bewusst ist, dass viele Menschen beim Thema „Dankbarkeit“ am liebsten aufspringen möchten um empört aufzuzählen, was sie in ihrem Leben alles NICHT haben, was alles schief läuft und dass da nicht viel Grund für Dankbarkeit zu existieren scheint.

Aber genau das ist der Punkt:

Umstände, die uns unglücklich machen, sind meist wesentlich präsenter in uns, als Umstände, für die wir von Herzen Dankbarkeit empfinden! Und dieser eklatante Mangel an Dankbarkeit führt genau dazu, dass wir uns unzufrieden fühlen und Mangel in unserem Leben empfinden.

Die Dankbarkeit führt uns genau ins Hier und Jetzt, an genau diesen Punkt unseres Lebens.

Und es ist ganz egal, ob wir an diesem Punkt glücklich sind oder nicht: Es gibt für uns immer Gründe um dankbar zu sein – wir müssen nur lernen, uns diese Gründe immer wieder vor Augen zu halten, statt auf unserer inneren Liste stets das präsent zu haben, was uns gerade im Leben fehlt. Dann wirkt Dankbarkeit wie ein goldener Schlüssel, der uns mehr Wohlstand, mehr Fülle, mehr Gesundheit, mehr Zufriedenheit, mehr Liebe empfinden lässt!

Denn durch Dankbarkeit kreieren wir um uns ein Feld der Fülle und des Glücks

– und so bekommen wir immer noch mehr davon! Richten wir uns jedoch nach dem Mangel aus, an dem wir leiden – bekommen wir auch davon immer mehr. Wir haben die Wahl.

Schlussendlich schadet es auch nie, jener Macht zu danken, die jeder für sich als seine persönliche Gottheit betrachtet und die unser Leben wohlwollend und mit Liebe begleitet. Wahrscheinlich wären wir sehr erstaunt, wie schief in unserem Leben alles läuft, wenn wir einmal auch nur eine Stunde ohne diesen Schutz leben müssten!

In Bali ist es an der Tagesordnung, jeden Morgen ein paar kleine Blumen und Räucherstäbchen auf den Hausaltar zu legen, um sowohl Göttern als auch Dämonen für ihre wohlwollende Begleitung durch den kommenden Tag Dankbarkeit und Respekt zu erweisen. Was für ein schönes Ritual, um den Tag mit Dankbarkeit zu beginnen!

Nutzen wir also den Erntemonat Oktober, der uns so eine hervorragende Gelegenheit bietet, unser persönliches Verhältnis zur Dankbarkeit in unserem Leben einmal entsprechend dankbar zu beleuchten!

03.10.2019
Antje Nagula
www.AbwUnMusic.de
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Antje Nagula
Studierte Gesang und Darstellende Kunst mit Diplom und ist Produzentin eigener, spiritueller Musik in ihrem Label „AbwUnMusic“. Sie ist international zertifizierte Nada Yoga Lehrerin, seit 15 Jahren Tontherapeutin nach Sri Vemu Mukunda und Mitglied der „Gesellschaft für Sonologie nach dem Nada Brahma System e.V.“. Im Rahmen der „Nada Yoga Academy“ erforscht sie das Wissen um die Eigentönigkeit des Menschen. Für ihre Arbeit wurde sie 2014 mit dem „Mind Award“, einem Preis für Bildung und Neues Bewusstsein ausgezeichnet.

flyer-grundton-antje-nagulaSie führt selbst Grundtonbestimmungen durch und gibt ihr Wissen im Rahmen von Seminaren und Einzelsitzungen zum Thema „Nada Yoga“ weiter.
www.Nada-Yoga-Academy.com
www.AbwUnMusic.de
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