Bewusst-Sein

Die Fallen vom Weg zu mir selbst und Illusionen

vorgesetzte-Illusionen-eigener-weg-footDer Weg zu mir selber

Um uns herum gibt es so viel zu entdecken. Man beginnt zu begreifen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als man vorher zu glauben dachte. Man ist aufgeregt. Man will so schnell wie möglich und am besten jetzt gleich alles erfahren, alles entdecken und vor allem alles ent-wickeln.

Mache beginnen damit, ihre Umwelt skeptisch zu hinterfragen, trennen sich von Alten, verfallen in Askese, werden vielleicht sogar einen Tick zu extrem in dem Wunsch, andere die an ihrer Seite sind, bekehren zu wollen.

Manche rennen zu zig Workshops, absolviert sogar vielleicht Ausbildungen. Decken sich mit Büchern ein. Saugen alles auf und beginnen auf ihrem Weg einen natürlichen Rhythmus vollends durcheinander zu bringen.

Mit Glück bleibt man in dem skeptischen hinterfragen von all dem. Und mit viel Glück hinterfragt man sich auch selber, ob das was man gerade glaubt zu sein, auch so ist.

C. G. Jung schrieb:

” Was nützt uns die Weisheit der Upanishaden, was die Einsichten des Yoga, wenn wir unsere eigenen Irrtümer verlassen und uns wie heimatlose Seeräuber an fremden Küsten diebisch niederlassen? Die Einsichten des Osten haben keinen Sinn, wo man sich vor der eigenen Problematik verschließt, wo man mit hergebrachten Vorurteilen künstlich zurechtgemachtes Leben lebt, wo man seine wirkliche Menschennatur mit ihren gefährlichen Untergründen und Dunkelheiten verschleiert.

Das Licht dieser Weisheit leuchtet nur in der Dunkelheit, nicht im elektrischen Scheinwerferlicht des Europäischen Bewusstseins und Willenstheater.

Darum bedürfen wir wohl zunächst der Europäischen Weisheit über uns selbst. Unser Weg beginnt bei der Europäischen Wirklichkeit und nicht bei Yogaübungen, die uns über unsere Wirklichkeit hinwegtäuschen sollen…

… der gewöhnliche Irrtum des westlichen Menschen ist, saß er, wie der Student in “Faust” vom Teufel übel beraten, der Wissenschaft verächtlich den Rücken kehrt und östlicher Ekstatik anempfindet, Yogapraktiken wortwörtlich übernimmt und kläglich imitiert. Dabei verlässt er den einzigen sicheren Boden des westlichen Geistes und verliert sich in einem Dunst von Wörtern und Begriffen, die niemals aus europäischen Gehirnen entstanden wären, und die auch niemals auf solche mit Nutzen aufgepfropft werden können…”

Niemand wird, wenn er die Wege eines anderen nachläuft, an seinem Ziel ankommen. Man wird immer irgendwann an dem Punkt angelangen, wo man den Mut aufbringen muss, seine alten Glaubenskonstrukte über den Haufen zu werfen, und wo man lernen muss auf sein Inneres zu hören.

Aus der Beobachtung heraus geschieht aber bei dem Großteil folgendes:

Das geistige Wachstum wird vom körperlichen Voraussetzungen abhängig gemacht.

Es gibt extreme Ernährungsregeln, Enthaltsamkeitsvorschriften, Askese in allen möglichen Formen und Atemübungen. Die Zirbeldrüse wird gepflegt und entkalkt…

Solche Praktiken können sicher begleiten. Aber alles was aus Zwang entsteht, schafft Blockaden. Wenn das Bedürfnis dazu nicht aus dem Inneren entspringt, kann man sich alles ein Leben lang verbieten, und es wird niemanden auch nur einen Schritt zu sich selber führen

Wach auf aus dieser Vorgesetzten Illusion!

Genauso, kann man sein Leben lang Bücher um Bücher studieren. Kalender Weisheiten im Wohnzimmer aufhängen, tiefgehende Gespräche führen. Wissen und Informationen zusammen tragen. Aber mit innerem Wachstum hat das nichts zu tun. Wenn man das glaubt, dann tritt man auf der Stelle. Inneres Wachstum erfährt man erst wenn man aus der Bequemlichkeit geht. Man muss erleben. Fühlen. Verinnerlichen. Erkennen.

Auch wenn es unbequem wird. Auch wenn die Welt zusammen bricht. Auch wenn es im ersten Moment nicht dem Namaste, Liebe, Licht und Weltfriedenschema entspricht.

Erkenne dich selbst!

Und das benötigt viel Mut. Nicht nur, wenn man Schatten begegnet oder altes sicheres loslässt, oder vielleicht das erste Mal einen noch nie gelaufenen Weg betritt.

Der Mut ist auch dann wichtig, sich selber zu erkennen. Nämlich dann wenn die Bilder, welche einem das Unter und Überbewusstsein zeigen, deinem Ego gut gefallen. Und wenn man diese Bilder als Maßstab für den eigenen Fortschritt nimmt.

Wenn andere degradiert werden, wenn man sich berufen fühlt den eigenen Weg anderen zugänglich zu machen und dabei aus den Augen verliert, dass jeder seinen eigenen Erfahrungsweg benötigt und auch erlebt.

Aber auch wenn man sich in den Bilder verliert, und anstelle einfach loslässt, sich darauf stürzt um vermeidlich loslassen zu können. Wie viele beginnen immer und immer wieder sich mit Ahnen, innerem Kind und Co zu beschäftigen? Aber ist das wirklich in diesem Maße nötig? Vielleicht sind Erinnerungen einfach Abfallprodukte unserer Gefühlswelt. Wieso damit aufhalten, wenn danach doch noch so viel mehr auf uns wartet?

Der Weg in eine andauernde Spirale ist schmal. Und benötigt den Mut zur Selbstreflexion um sich nicht zu verlieren.

Der Weg sich nicht zu verlieren ist mit Demut gepflastert. Die Art Mut die dich bescheiden macht. Die dich dazu bringt deine Bilder zu hinterfragen.

Ich möchte alle Leser ermutigen, sich mit sich selber zu beschäftigen, anstelle die inneren Fragen nur im Außen zu suchen. Es stimmt, dass man meistens eine Erinnerung benötigt, ein sehen von Möglichkeiten. Aber das sehen und erinnern im Außen reicht nicht aus, um sich zu entwickeln. Ein sehen ist ein Informationen ansammeln.

Das Erfahren bringt dann die Entwicklung.

Für meinen Teil, führt mich mein Weg in eine Rückschau am Abend. Einen ruhigen Moment für mich, in dem ich lerne still zu werden. Ich lasse alle Gedanken Revue passieren. Eine Reflektion meines Tages, meiner Gedanken und Begegnungen und auch meiner Reaktionen.

Ich gehe nicht in Verurteilung. Sondern schaue mir alles neutral an und lasse es dann bewusst aus meinen Gedanken ziehen. Sollte es schwer fallen die Gedanken einfach loszulassen, kann man sich einfacher Hilfsmittel bedienen, wie z.B. ein Luftballon, in dem man alles hineingibt, und ihn dann aufsteigen lässt. Immer höher und höher.

Bis alles Still ist. Bis keine Gedanken mehr kommen.
Aus dieser Stille heraus gehe ich in den Schlaf.

Vielleicht denkst du jetzt: „ Das ist ja easy. Über diesen Punkt bin ich schon längst hinaus!“

Aber ich verspreche dir, dass du überrascht sein wirst, was du alles über dich erfahren wirst. Wie sich deine Gedanken verhalten, wenn du einfach mal nichts machst, nur betrachtest, und gehen lässt. Wie es sich anfühlt, wenn du an dem Punkt ankommst, wo es ganz still wird und du ganz da bist.

Wenn man diesen Moment in Leichtigkeit und Regelmäßigkeit erreicht, kann man dann weiter gehen. Sich weiter entdecken und entfalten. Hierfür gibt es viele schöne Möglichkeiten. Natürlich kann das aber auch jeder für sich auf seine eigen Art und Weise machen, aber wenn man den Teil überspringt, wo man sich kennenlernt, wird man in dem was danach kommt, im Strudel seines Egos verloren gehen.

Also meine lieben Leser, seid demütig in dem wie ihr der Welt dient.

12.12.2018
Alexandra Hornig

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