Himmel & Erde

Tarot – Der Narr

Tarot KartenTarot – Der Narr

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Tarot. Wie bei vielen anderen „WeisheitsTechniken“ gibt es auch hier unterschiedliche Ansätze. Selbst neige ich dazu, die Tarotkarten – ähnlich wie die Astrologie – im Sinne von „Lehrbuch zeitloser Weisheiten in Bildern“ zu verstehen. Die Frage nach dem „Woher komme ich, wohin gehe ich und (fast noch wichtiger) was soll ich hier? Worin besteht der Sinn meines ganz persönlichen Lebens im Hier & Jetzt?“ beschäftigt sicherlich jeden Menschen früher oder später.

So sind all die Prognosetechniken nicht nur ein Mittel, um zu erfassen, was wohl heute oder morgen geschehen wird. Sie sind für sehr viele Menschen auch eine Form von Medium, mit dessen Hilfe wir dem „Gnothi seauton“ (Erkenne Dich selbst), wie es außen am Tempel in Delphi gestanden hat, und das im Innen weitergeführt worden sein soll mit „Und Du wirst Gott erkennen“, Schritt für Schritt näherkommen können.

Für mich ist Gott diese unendliche Schöpferenergie, die Quelle allen Seins, von der wir Menschen uns auf der materiellen Ebene immer weiter entfernten und nun – im „Rad der Wiedergeburt“(en) – die Chance haben, uns zum Ursprung zurückzuentwickeln.

Dabei gibt es in meiner Vorstellung kein strafendes Schicksal oder gar einen strafenden Gott, sondern eine spirituelle Zielvorgabe, auf die wir uns mit jedem Schritt mehr zubewegen. Je bewusster wir das tun, umso erfüllter werden wir unser Leben wahrnehmen – was jedoch nichts darüber aussagt, wie weit der Weg zum Ziel noch ist. Ich glaube, das wird „anderenorts“ wahrgenommen.

Ein Bild, das ich im Laufe der Jahre bekam, kennzeichnet mein Verständnis der menschlichen Aufgabe im Hier & Jetzt recht gut:
Ich stelle mir vor, dass ich HEUTE – mit dem Material aus dem GESTERN (also mit allen Erfahrungswerten, die ich bisher gesammelt habe) – an dem Haus baue, in dem ich MORGEN wohnen werde.

Je konkreter ich das „Material aus dem Gestern“ kenne, umso leichter wird es mir fallen, ein Haus zu bauen, in dem ich mich morgen wohlfühlen werde.
Einer der Wege dorthin ist das Sich-besinnen, die Mediation, aus der heraus ich den Verstand mal zur Ruhe kommen lasse und mich auf die innere Stimme besinne.
Mit ihr – so glaube ich – bin ich mit der Unendlichkeit verbunden und damit am „Puls des Geschehens“, soweit es zuerst einmal meinen persönlichen Lebensweg betrifft. Natürlich kann man da noch sehr viel mehr wahrnehmen, aber das soll jetzt hier nicht das Thema sein.

Ein guter Wegweiser ist mir dabei Paul Foster Case, der in vielen Schriften hochspirituelle Interpretationen der „Großen Arkana“ formulierte, ohne dogmatisch zu werden. Auch ihm scheint wichtig zu sein, sich nicht auf einen „Interpreten“ der Göttlichen Weisheit zu konzentrieren, sondern auf die Quelle selbst. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass nur der Verstand diese Interpretationen braucht. Unser Herz versteht die Quelle immer und in jeder Sprache!

Vor diesem Hintergrund stelle ich vor meine Gedanken die Einleitung aus dem Buch von Paul Foster Case, „Tarot – Ein Schlüssel zur zeitlosen Weisheit“:

Möge das göttliche Licht allen leuchten,
die durch dieses „Buch der Siegel“
mit dem unaussprechlichen in Berührung kommen.
Paul Foster Case

Prologos
Höre, oh Mensch, MEINE Stimme
Und lausche MEINER Unterweisung.

MEIN Wort wird vor Dir hergehen;
Wie eine Feuersäule
Soll MEIN Wort Dich führen
In der Nacht,
Gleich einem Wolkenturm
Sollst Du ihm folgen bei Tag.

Wende Dich nicht ab,
Erbleiche nicht,
Es wird Dich führen zu einem Land,
In dem die Milch des ewigen Lebens fließt
Und der Honig der unbefleckten Weisheit.

Case hat zu jeder Karte der Großen Arkana eine Meditation geschrieben. Ich denke, sie sind ihm „gegeben“ worden. Ich wurde heute mit der Frage konfrontiert, ob der Mensch eine Willensfreiheit hat, oder Zitat: „Sind wir nur biologische Sklaven unserer Nervenzellen? Ist die Willensfreiheit eine reine Illusion und das, was wir tun und denken, bereits vom Gehirn festgelegt?“

Über die Meditation über „ALEPH“ (Der Narr) sagt Case folgendes:

1. ICH BIN,
Ohne Anfang, ohne Ende,
Älter als Tag und Nacht,
Jünger als das neugeborene Kind,
Strahlender als das Licht,
Dunkler als die Nacht,
Jenseits aller Dinge und Geschöpfe,
Dennoch verwurzelt im Herzen eines Jeden.

2. Aus MIR entspringen die leuchtenden Welten,
Zu MIR kehren sie schließlich zurück.
Doch dürfen weder Menschen noch Engel sich MIR nahen,
Denn ICH BIN nur MIR selbst bekannt.
Unwandelbar ist MEIN innerstes Sein,
Das absolute Eine, Vollständig, Vollkommen, Heil –
Immer das Eine, Ewig, Unendlich,
Das Erste und das Letzte,
Formlos, Unteilbar, Unveränderlich.

3. ICH BIN der Ursprung von allem, was ist,
ICH BIN der Ablauf und das Ende.
ICH BIN der Same ICH BIN das Wachstum
ICH BIN der Verfall.
ICH BIN es, der alles Geschaffene hervorbringt;
ICH BIN es, der alles erhält, solange es sich getrennt von MIR wähnt.
Und wenn der Traum des Getrenntseins endet,
Bin ICH es, der die Rückkehr zu MIR bewirkt.

ICH bin das Leben
Und das Rad des Gesetzes.
ICH BIN der Weg,
Der hinter die Dinge führt.
Nichts gibt es außer MIR.

4. ICH BIN das Feuer des Geistes,
Welches sich teilt in höhere und niedere Naturen,
Das, um herabzusteigen,
Den Mantel des Fleisches anlegen muss.

Soweit die Meditation nach den Worten von Paul Foster Case. Das geht noch ein paar Seiten so weiter. Die Quintessenz scheint aber schon deutlich zu sein:

Das geht weit über die „normale“ Interpretation der Tarotkarte „Der Narr“ hinaus, die ja meist so klingt:

Der Narr

Ursprung! Dir gehört die Welt. Es gibt keine Grenzen. Der Narr steht für das neugierige Kind in uns. Manchmal müssen wir etwas Neues ausprobieren, einen Zwischenschritt unternehmen. Wir müssen manchmal optimistisch sein und unsere eigenen Grenzen überwinden. Am Hof war der Hofnarr eine wichtige höfische Instanz außerhalb gesellschaftlicher Normen – er hatte als einziger Narrenfreiheit. Der Narr musste intelligent sein, um in die Rolle eines vermeintlich natürlichen Narren schlüpfen zu können.

Nur er konnte angebrachte Kritik an den König herantragen ohne Gefahr zu laufen, für seine Kritik den Kopf zu verlieren. Der Narr lebt in der Gegenwart und verlangt geistige Narrenfreiheit. Diese Naivität und Neugier brauchen wir manchmal, um uns von erdrückenden Problemen zu lösen und eine andere, bessere Sichtweise unserer Lebenssituation zu gewinnen.

Das ist doch ein riesiger Unterschied. Selbst wenn ich dem Narren – der ja alles andere als ein Dummkopf ist – das ursprüngliche Wissen von „Alpha bis Omega“ zugestehe, kann ich nur über mein Wissen (meinen Verstand) nicht an das Ursprüngliche herankommen.

Gehe ich über die Meditation in die tiefen Schichten der inneren Wahrnehmung, erlebe ich das Real-sein obiger Meditationsgedanken. Dann bin ich mit der Quelle verbunden, und hier entdecke ich dann auch den Sinn meines ganz persönlichen Lebens und Lebensweges. Hier bekomme ich die innere Sicherheit, aus der heraus ich meinen Weg als Lernaufgabe und nicht als Strafe ansehe. Und das – so glaube ich – ist der „Sinn der Sache“.

Alles Liebe!
Manfred

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