Magischer Schutzkreis

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Warum ein magischer Schutzkreis bei der spirituellen Arbeit wichtig ist

Als ich im Herbst mit der Nachbarin Pilze sammeln war rief sie plötzlich verzückt „Schau mal, ein Hexenkreis!“ und zeigte auf eine Ansammlung von Pilzen, die einen schönen Kreis mitten auf dem moosigen Untergrund zwischen den Bäumen beschrieben. Still lächelte ich in mich hinein und freute mich, wie sehr uns der Volksmund verrät, was an kollektivem Urwissen präsent ist: Hexen ziehen einen Kreis bei ihrer Arbeit. Doch warum tun sie das?

Der magische Kreis ist präsent

Egal ob Kinderbuch, Fantasyroman, Walt-Disney-Film oder Netflix-Serie: wenn es um Hexen geht erleben wir auf den Boden aufgemalte Kreise oder Menschen, die einen Kreis bilden. Gegenstände werden im Kreis aufgestellt, der kreisrunde Mond spielt für Hexen eine wichtige Rolle, ebenso wie der Jahreskreis. Sie verabreden sich zu Frauenkreisen, zermörsern ihre Kräuter in kreisrunden Gefäßen, besuchen Kraftorte mit Steinkreisen, flechten Kräuterkränze und arbeiten mit Chakren, den kreisrunden Energieknoten des Körpers.

Die spirituelle Bedeutung des Kreises

Kreise erscheinen in allen Kulturen dieser Welt, von den Ägyptern und Assyrern über die Griechen und Römer, von Kunst bis Wissenschaft – der Kreis spielt überall eine Rolle. Er gilt als die vollkommenste aller Formen, denn er besteht aus nur einer einzigen Linie, hat weder Anfang noch Ende, und der Umfang und ist in jede Richtung geometrisch perfekt.

Der Kreis verkörpert unsere Vorstellung von Ganzheit und Einheit, weshalb wir ihn als Ehering als Symbol für die ewige Liebe nutzen. Der Anfang trifft auf das Ende, es geht nichts dazwischen verloren. Der Kreis ist die Ewigkeit ebenso wie der Rhythmus von Werden und Vergehen im Kreislauf des Lebens, der Zyklus von Licht und Schatten im Jahreskreis. Sonne und Mond sind ein Kreis, wenn wir sie anblicken, sie werden mit zahlreichen Gottheiten verbunden. Dazwischen stehen die Planeten, die auch den Tierkreis bilden, der uns konstitutionell beeinflusst. Und nicht zuletzt repräsentiert der Kreis aufgrund all dieser Eigenschaften für Hexen den Schutz bei ihrer Arbeit.

Der Schutzkreis bei der Hexenarbeit

In den verschiedenen magischen Lehren beginnt die rituelle Arbeit mit dem Ziehen eines Schutzkreises. Je nach Art der Arbeit können die verwendeten Kreise ganz unterschiedlich aussehen: von Kerzen, welche die Himmelsrichtungen markieren über magische Anrufungen bis hin zur konkreten Markierung mit Salz, Reis oder Mehl gibt es anlassbezogene wie auch persönliche Unterschiede.

Arbeite ich eher schamanisch, so kann ich auch meine Spirits darum bitten den Kreis zu stellen. Wird in  einer Gruppe gearbeitet, so ist festzulegen ob der Kreis von einer Person gezogen und gehalten wird, oder ob alle Beteiligten hierzu beitragen. Arbeite ich allein ist er klein, arbeite ich unter freiem Himmel in einer Gruppe ist er sehr groß und sollte abgelaufen und gegebenenfalls markiert werden. Der Schutzkreis ist aber auch hilfreich, wenn man einfach nur konzentriert arbeiten möchten. Bin ich geübt im Ziehen von Schutzkreisen, reicht hierfür eine einfache Visualisierung.

Warum der magische Schutzkreis wichtig ist

Der Schutzkreis bedient zunächst mal auf psychologischer Ebene die Funktion mich zu konzentrieren und meine Aufmerksamkeit auf alles zu richten, was innerhalb des Kreises stattfindet. Alles außerhalb wird ausgeblendet. Er ist somit die bewusste Herstellung jenes Aufmerksamkeitszustandes, der sich beim kreativen „Flow“ irgendwann von allein einstellt: die totale Fokussierung.

Auf energetischer Ebene erfüllt er aber viel wichtigere Funktionen, die jeder magisch Arbeitende kennen und schätzen sollte. Hierbei sei vielleicht zunächst definiert, was eine magische Handlung ausmacht: Magie ist die Beeinflussung von Umständen nach meinem Willen durch bewusste, rituelle Handlungen, oftmals unterstützt durch Hilfsmittel, oder externe Kräfte. In der magischen Handlung öffne ich einen energetischen Raum jenseits von Zeit, Raum und Möglichkeit unserer materiell determinierten Welt. Oder anders ausgedrückt: ich erschaffe einen Zugang zum Chaos um aus diesem puren Potenzial nach meinem Willen schöpferisch zu wirken.

Eine derartige Handlung bleibt nicht ohne Aufmerksamkeit der Energien oder Wesenheiten um mich herum und auf dem Weg dahin. Dass wir in unserer westlichen Welt keine Vorstellung davon kultiviert (oder systematisch ausgeschlossen) haben permanent von Zugängen in andere Welten und von Wesenheiten umgeben zu sein heißt nicht, dass es nicht stattfindet. Wenn ich ohne Schutzkreis arbeite errege ich zum einen noch mehr Aufmerksamkeit, zum anderen können diese absichtlich wie unabsichtlich herbeigerufenen Wesenheiten sich ungehindert bewegen.

Dies kann beim heraufbeschwören satanischer Entitäten ebenso geschehen wie beim friedvollen Licht-und-Liebe-Channeling: kommuniziere ich mit anderen Ebenen, sind die Tore hierhin geöffnet. Der Kreis ist mein persönlicher Raum, eine Abgrenzung zwischen den Welten die mich zum Teil unsichtbar macht, bestmöglich schützt, und die ich mit einfachen Bannungstechniken, die ebenfalls zum Handwerkszeug jedes magisch Arbeitenden gehören sollten, sauber halten kann.

Wie ich einen magischen Schutzkreis ziehen kann

Ein Schutzkreis wird um so stärker, je sicherer und routinierter ich mich mit ihm fühle. Daher ist es empfehlenswert, sich einen für mich stimmigen Ablauf festzulegen, einzuhalten und stets wieder zu verwenden. Dies ist dann mein persönliches Schutzkreisritual, das sich mit jeder Nutzung weiter auflädt und an Stärke gewinnt. Anleitungen im Internet können nur Anhaltspunkte darstellen und Ideen geben für die Entwicklung eines eigenen Rituals.

Hierbei kann man auf das zurückgreifen, was seit Jahrhunderten genutzt wird, und somit von einer Vielzahl von Menschen schon automatisch mit Energie aufgeladen wurde. Die Elemente und/oder Himmelsrichtungen sind hier sicherlich eine gute Wahl. Sie verbinden sich leicht und gerne mit uns, bieten einen bodenständigen Schutz und sind durch einfache Symbole darstellbar. Etwas Salz, Sand oder Erde für die Erde, eine Kerze für das Feuer, einen Kelch oder ein Glas mit Wasser für das Element Wasser, eine Feder für die Luft. Dazu eine laut ausgesprochene Anrufung der Himmelsrichtungen mit Bitte um Schutz während ich den Kreis ablaufe oder inbrünstig visualisiere, und fertig ist mein Schutzkreisritual.

Wenn ich gewissenhaft arbeiten möchte ziehe ich den Kreis von Osten über Süden, Westen und Norden (also rechts herum) bis zum Ausgangspunkt Osten, lade ihn mit Kraft auf und schließe ihn ganz bewusst. Anfänglich sind im Kreis aufgestellte Kerzen eine gute Hilfe bei der Visualisierung. Am Ende meiner rituellen oder magischen Handlung löse ich ihn in umgekehrter Reihenfolge auf und entlasse die Helfer mit Dank. Dies ist für einfache magische Handlungen praktikabel, für weitreichendere Handlungen bedarf es möglicherweise etwas Intensiveres, zumindest eine Bannung zu Beginn und zum Ende des Rituals.

Zusätzliche Helfer im magischen Schutzkreis

Je nachdem wie ich arbeite kann ich in den Schutzkreis noch meine Spirits mit einladen, wie Krafttiere oder Ahnen. Sie können den Kreis stellen oder ihn mit ihrer Kraft verstärken. Je nach Thema des Rituals können passende Entitäten eingeladen werden, wie Gottheiten der römischen, griechischen oder nordischen Mythologie oder eines Kulturkreises, der mir vertraut ist.

Als Faustregel gilt: je mehr ich über eine Entität weiß und je vertrauter sie sich anfühlt, desto dienlicher ist sie für meine Arbeit. Ich begegne ihr in jedem Fall mit Respekt und Dankbarkeit. Auch Naturgeister können eingeladen werden, diese freuen sich über kleine leckere Opfergaben. Schön wird ein Ritual, wenn ich es mit passenden Hilfsmitteln wie Analogien und Korrespondenzen versehe, also Gegenstände, welche die Geistwesen repräsentieren können und passende Zeitpunkte für das, was ich magisch erreichen möchte.

Es gibt Analogie- und Korrespondenztabellen in Magiebüchern

und auch im Internet zu finden: Heilsteine, Pflanzen, Wochentage, mythologische Figuren, geometrische Zeichen, Planeten, die jeweilige Tageszeit, Farben, Räucherwerk und vieles mehr können als Stellvertreter bzw. Energiegeber für mein Ritual dienen. Zum Ende des Rituals bedanke ich mich bei allen herbeigerufenen oder eingeladenen Energieformen von Herzen und entlasse sie. Als abschließende Empfehlung möchte ich mitgeben, nach dem Öffnen des Kreises laut auszusprechen, dass alle unabsichtlich durch das Ritual gebannten Wesenheiten entlassen werden, abzuschließen mit der Formel „Friede herrsche zwischen uns.“ So wird meine magische Arbeit rund – wie der Kreis, in dem sie stattfand.

12.03.2023
Christine Goerlich
www.naturheilpraxis-wegweise.de

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Ich bin seit über 25 Jahren für Dich auf dem Weg, die Anbindung und Erinnerung an das wahre Sein einzusammeln, die Geschichten vom alten Pfad, der in die neue Zeit führt.
Ich wandere zwischen Schamanismus, Hexerei und Magie, kombiniere die wirkungsvollen Essenzen hieraus und übersetze sie für Dich in alltagspraktische Spiritualität der Welt, in die wir fließen.
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2 Kommentare

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