ZEN- und Lebens-Meisterin Charlotte Joko Beck

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ZEN- und Lebens-Meisterin
Charlotte Joko Beck

(27. März 1917 – 15. Juni 2011)

“Jeder Augenblick ist der Guru. Das Leben gibt uns immer den Lehrer, den wir im Augenblick gerade benötigen. Dieses Streben nach Erleuchtung geistert in vielen spirituellen Zentren als eine unterschwellige Erregung herum, die mit der spirituellen Praxis verbunden ist. Das ist wirklich lächerlich…“

Charlotte Joko Beck war eine bemerkenswerte Frau. Wir sind uns im September 1992 in San Francisco zusammen mit dem Mönch & Mystiker Dom Bede Griffiths (1906 – 1993) begegnet. Damals leitete sie in San Diego ein ZEN-Zentrum; seit 2006 lebte sie in Prescott/ Arizona.

Geboren und aufgewachsen in New Jersey. Am Oberlin Conservatory of Music in Ohio studierte sie und arbeitete eine Zeitlang als Pianistin und Klavierpädagogin. Sie war mit einem Psychiater verheiratet, mit dem sie 4 Kinder hatte. Die Ehe wurde geschieden.
Ihre ZEN-Lehrbefugnis erhielt sie von dem japanischen ZEN-Buddhisten Taizan Maezumi Roshi (1931 – 1995), dem Gründer des ZEN-Centers in Los Angeles.

Charlotte Beck distanzierte sich vollständig von ihrem Meister, der Alkoholiker war und neben seiner Ehe massiven sexuellen Missbrauch trieb. Er starb im Alkoholrausch in seiner Badewanne.

Charlotte Joko Beck verbrachte die letzten Lebenswochen in einem Hospiz, wo sie in den frühen Morgenstunden des 15. Juni 2011 im Alter von 94 Jahren friedlich in die Ewigkeit übersiedelte.

Man muss nicht mit buddhistischer Tradition vertraut sein, noch die Namen aller Buddha-Patriarchen kennen, um den ZEN-Weg zu gehen. Charlotte Joko Beck verstand es meisterhaft, die falschen Träume und Wünsche, die man mit ZEN verbinden kann, zu zerstören. Dadurch ist es auf gewisse Weise des-illusionierend – zugleich bereitet es aber den Weg zu wahrer ZEN-Praxis.

ZEN ist kein Hobby oder Zeitvertreib ist, sondern ernsthaftes Leben im Augenblick, das Mut und Stärke fordert und Freiheit und Freude bringen kann.

„Das ist es, was die Christen das «Angesicht Gottes» nennen: die Welt, wie sie sich manifestiert, einfach wahrzunehmen. Wir fühlen unseren Körper; wir hören die Autos und die Vögel. Das ist alles. Aber wir sind nicht mehr bereit, mehr als ein paar Sekunden in dieser Welt der reinen Wahrnehmung zu verweilen. Schon sind wir wieder abgelenkt, erinnern uns an das, was uns letzte Woche widerfahren ist, oder denken über das nach, was nächste Woche geschehen wird. Wir denken zwanghaft über Leute nach, mit denen wir Schwierigkeiten haben, über unsere Arbeit oder über sonst etwas. Es ist ganz natürlich, dass unsere Vorstellungen in uns aufsteigen, aber wenn wir uns in ihnen verlieren oder festbeißen, sind wir in der Welt der Bewertung von unserem egozentrischen Standpunkt aus. Die meisten von uns verbringen den größten Teil ihres Lebens mit dieser Sicht der Dinge“.

„Erleuchtung bedeutet, einfach das, was wir tun, ganz zu tun, und auf das zu reagieren, was sich uns darbietet. In der modernen Sprache heißt das «im Fluss sein». Freude ist eben dies: Etwas geschieht; ich nehme es wahr. Etwas ist notwendig, und ich tue es; und dann das nächste und das nächste“.

„Wir alle erfreuen uns manchmal unseres Lebens. Aber hinter dieser Freude und Zufriedenheit liegt Angst. Wir suchen immer nach etwas, das hinter der Tür liegt, und wir fürchten, dass wir es nie finden. Wir denken: «Wenn ich dieses oder jenes hätte, wäre ich glücklich.»

„Wir stehen in jeder Sekunde vor einer Weggabelung: Der eine Weg führt uns zur Unbewusstheit, der andere zur Bewusstheit, der eine zur Abwesenheit, der andere zum Gegenwärtigsein – der eine zu äußeren Erfahrungen und der andere zum wirklichen Erfahren. Beim Üben geht es darum, von den Erfahrungen zum Erfahren, zum Erleben zu kommen“.

„Wir wollen, wollen, wollen: einen bestimmten Menschen, eine bestimmte Art von Beziehung, eine bestimmte Arbeit. Weil kein Wunder dieser Art je vollständig erfüllt werden kann, ist unser Wollen unaufhörlich von Spannung und Angst begleitet. Sie sind untrennbare Zwillingsbrüder“.

24.11.2022
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist

www.KARDIOSOPHIE-NETWORK.de


Über Roland R. Ropers

ZEN und Lebens-Meisterin Charlotte Joko Beck Gottes Gegenwart Ropers 2021

Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.

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Weg-Weiser zur kosmischen Ur-Quelle

von Roland R. Ropers und
Andrea Fessmann, Dorothea J. May, Dr. med. Christiane May-Ropers, Helga Simon-Wagenbach, Prof. Dr. phil. Irmela Neu

Die intellektuelle Kopflastigkeit, die über Jahrhunderte mit dem Begriff des französischen Philosophen René Descartes (1596 – 1650) „Cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) verbunden war, erfordert für den Menschen der Zukunft eine neue Ausrichtung auf die Kraft und Weisheit des Herzens, die mit dem von Roland R. Ropers in die Welt gebrachten Wortes „KARDIOSOPHIE“ verbunden ist. Bereits Antoine de Saint-Exupéry beglückte uns mit seiner Erkenntnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Der Autor und die sechs Co-Autorinnen beleuchten aus ihrem individuellen Erfahrungsreichtum die Vielfalt von Wissen und Weisheit aus dem Großraum des Herzens.

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