Das Neueste Mensch-Sein

Das Licht in Dir – Wie Du einen Verlust verkraften kannst

sonne-personDas Licht in Dir – Wie Du einen Verlust verkraften kannst

In jedem von uns brennt ein Licht, eine Kraft oder Stärke, die ewig besteht. Sie ist zeitlos und unvergänglich. Darüber hinaus unterliegt sie nicht dem Einfluss äußerer Umstände. Ich spreche von dem inneren Licht, das in uns liegt. Es ist eine nie versiegende Quelle aus Liebe und Trost.

Kraftquellen

Jeder Mensch hat eine Kraftquelle, irgendetwas, das ihn glücklich macht und ihm Zuversicht und Halt im Leben gibt. Für die einen ist es die Natur, für andere ein Partner oder eine Partnerin. Auch ein Hobby oder der Wunschberuf kann zeitweise diese Funktion erfüllen. Es ist schön, dass es Menschen, Dinge und Ereignisse gibt, die auf solch positive Weise auf uns wirken. Aber wir sollten uns niemals darauf verlassen. Wir sollten niemals glauben, dass etwas, das wir lieben, für immer bei uns bleibt. Nie sollten wir uns abhängig von irgendetwas Äußerlichem machen. Im Prinzip wissen wir das; trotzdem tun wir es immer wieder.

Wenn wir unser Glücksgefühl und unser Wohlbefinden davon abhängig machen, dass irgendetwas genauso ist, wie wir es haben wollen, dann sind wir nicht frei. Wir sind Opfer der Umstände und fühlen uns hilflos.

Vergänglichkeit der äußeren Umstände

Dies ist fatal, denn die äußeren Umstände in unserem Leben sind vergänglich. Sie sind ein Strom aus Geschehnissen, die kommen und gehen. Wenn wir uns an etwas klammern oder versuchen, etwas mit aller Macht festzuhalten, stoppen wir den Fluss. Unsere Energie und Lebensfreude kommen zum Erliegen, weil wir versuchen, uns gegen das Leben selbst zu stellen.

Lass mich dies an einem Beispiel veranschaulichen. Ich habe einige Jahre lang die Kampfkunst Wing Tzun trainiert. Das war meine (äußere) Kraftquelle. Das Training gab mir Halt, Geborgenheit und Freude. Egal, was sonst noch geschah – solange ich trainieren konnte, war ich glücklich.

Eines Tages hatte ich eine Vision. Ich sah, dass ich Wing Tzun verlieren würde.

Zuerst dachte ich nicht weiter darüber nach. Aber im Lauf der Zeit fiel mir das Training aufgrund körperlicher Beschwerden zunehmend schwerer. Es war für mich fast nur noch von Leistungsdruck und Schmerz geprägt. Außerdem machten mir die hohen Kosten zu schaffen. An Aufhören war trotzdem nicht zu denken. Ich zwang mich, weiterzumachen, weil ich dachte, dass ich innerlich zerbrechen würde, wenn ich meine Kraftquelle verlöre.

Dann warf mein Trainer mich unerwartet aus der Kampfkunstschule – eine Woche, bevor ich meine Prüfung als Übungsleiterin hätte machen sollen.

Erstaunlicherweise fühlte ich in diesem Moment weder Schmerz noch Verzweiflung. All die schrecklichen Gefühle, vor denen ich mich gefürchtet hatte, blieben aus. Das Training war aus meinem Leben verschwunden, doch was ich fühlte, war Erleichterung.
Ich freute mich, dass meine finanzielle Situation sich ohne die hohen Kosten enorm verbesserte. Dass ich keine Prellungen und entzündeten Gelenke mehr hatte, kam mir ebenfalls zugute. Ferner erwachte in mir ein neuer Gedanke: Ich war jetzt vollkommen frei!
Nichts band mich mehr. Nun stand mir die ganze Welt offen, eine Vielfalt aus Tausenden von neuen Möglichkeiten.

Wir sind nicht von irgendetwas abhängig

Durch den Rauswurf merkte ich, dass ich überhaupt nicht abhängig von Wing Tzun war, obwohl ich das zuvor geglaubt hatte. Als ich von dieser mentalen Fessel, die ich mir selbst geschaffen hatte, befreit wurde, fühlte ich mich erlöst. Es gab keinen Leistungsdruck und keinen Zwang mehr. Stattdessen konnte ich jetzt tun, was ich wirklich tun wollte.

Vielleicht kennst Du selbst eine ähnliche Situation aus Deinem Leben. Gab es schon einmal etwas, an das Du Dich geklammert hast? Wolltest Du etwas um jeden Preis behalten, obwohl Du gemerkt hast, dass es längst nicht mehr stimmig für Dich war? Oder wolltest Du irgendetwas unbedingt verhindern, dass letztendlich trotzdem geschehen musste?

Sich dem Lauf der Dinge dauerhaft in den Weg zu stellen, kostet ungemein viel Kraft. Vieles im Leben können wir beeinflussen, aber nicht alles. Versuchen wir es trotzdem, dann ist es, als liefen wir unaufhörlich gegen eine Wand. Vielleicht schaffen wir es, mit Beharrlichkeit entgegen aller Chancen unseren Willen durchzuboxen – aber zu welchem Preis?

Nach der Trennung von meiner bisherigen Kampfkunstschule hätte ich zu einem anderen Trainer gehen können. Dann hätte ich weiterhin extrem viel Geld für Wing Tzun bezahlt und zeitweise hungern müssen, weil das Geld nicht immer für Lebensmittel reichte. Und ich wäre immer wieder verletzt gewesen.

Das wollte ich nicht mehr.

Neues Glück finden

Wenn wir etwas verlieren, das uns wichtig war, neigen wir dazu, eine Weile zu trauern. Das ist normal und vollkommen in Ordnung. Nach einiger Zeit suchen wir uns etwas Neues, das uns erfreuen kann. Wir hängen erneut unser Herz an etwas, und glauben, endlich wieder Halt im Leben gefunden zu haben. Doch das Gefühl trügt. Halt und Sicherheit kann auf diese Weise nicht geben. Ein Arbeitsplatz, ein Hobby oder ein schönes Haus – all das ist vergänglich. Selbst Freundschaften und Beziehungen halten oft nicht ein Leben lang. Warum also sollten wir uns davon abhängig machen? Warum sollten wir auf etwas so Unbeständiges wie die äußeren Umstände vertrauen? Wäre es nicht besser, den Halt, nach dem wir uns so sehr sehnen, in unserem Inneren zu finden?

Wenn alles um uns herum dunkel wird, müssen wir selbst unser Licht anzünden. Unser inneres Licht ist es, auf das wir uns wirklich immer verlassen können. Es ist unser wahres, ureigenes Wesen, das aus Freude, Mut und Liebe besteht. Dieser Kern in uns kennt keine Angst. Wenn wir in diesem aktivierten Zustand sind, haben wir eine Perspektive der Gleichmut. Wir können alles loslassen und alles akzeptieren. Wir werden in jeder Situation etwas Gutes erkennen und es genießen. Dankbar nehmen wir jeden schönen Augenblick in uns auf, ohne irgendetwas für die Zukunft zu erwarten.

Wer nichts erwartet, kann nicht enttäuscht werden. Wer nichts festhält, den hält auch nichts fest. Es gibt keinen Zwang mehr, keinen inneren Kampf. Stattdessen fließen mir mit dem Leben und lernen, uns immer wieder an neuen Dingen zu erfreuen.

Das Leben auf dieser Erde ist nicht einfach. Das hast Du bestimmt schon gemerkt. Mit der oben beschriebenen Einstellung lässt es sich zum Glück leichter leben.

Ein gebrochenes Herz heilen

Wenn wir ein Haus oder einen guten Arbeitsplatz verlieren, klappt es vielleicht noch, sich in Gleichmut zu üben.
Materielle Dinge sind zweitrangig. Was wir brauchen, wird schon zur rechten Zeit zu uns kommen.

So oder ähnlich könnten die Mottos lauten, mit denen wir uns beschwichtigen. Aber was, wenn wir nicht eine Sache verlieren, sondern einen Menschen? Wenn ein Mensch, den wir lieben, stirbt oder uns verlässt, kann innerlich eine Welt für uns zusammenbrechen. Wie geht es dann für uns weiter?

Monatelang zu weinen, sich zu quälen oder Gott zu verfluchen, bringt nicht viel. Es kann guttun, Dampf abzulassen, aber auf Dauer würden diese Verhaltensweisen uns nur noch tiefer herunterziehen. Der geliebte Mensch ist weg. Er ist im Moment nicht greifbar für uns. Vielleicht sehen wir ihn eines Tages wieder – in diesem Leben oder in der geistigen Welt – doch im jetzigen Augenblick wäre das Klammern kontraproduktiv.

Wenn unser Angehöriger gestorben ist, führt sein Weg ihn weiter zu Gott. Sieht er uns aber weinen und leiden, dann bringt er es vielleicht nicht übers Herz, seinen eigenen Weg fortzusetzen. Dann verweilt er auf der Erde, obwohl es für die Entwicklung seiner Seele sinnvoll wäre, ins Jenseits zu gehen. Aus Liebe zu ihm sollten wir ihn ziehen lassen.

Auch wenn sich zwei lebende Partner getrennt haben, ist Loslassen sinnvoll.

Das bedeutet nicht, dass wir alle Hoffnung aufgeben sollen. Es heißt nur, dass wir die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Unser Lieblingsmensch ist fort. Vielleicht bleibt das so, vielleicht kommt er zurück. Wir wissen es nicht. Doch wegen der Trennung müssen wir nicht unser ganzes Leben wegwerfen, jeden Tag beten, schimpfen oder alles Mögliche versuchen, um unseren Expartner zurückzubekommen. Wir können ihm signalisieren, dass wir offen für seine Rückkehr sind. Mehr können wir nicht tun. Alles andere wäre eine Vergeudung von Kraft und Energie, die wir so dringend für unser Leben benötigen.

Statt unsere Energie für Verzweiflungstaten zu verschwenden, sollten wir sie behalten. Wir können uns selbst Gutes tun und uns damit trösten. Unser inneres Licht wird immer genug Liebe produzieren, an der wir uns wärmen können. Es wird uns immer mit der Fähigkeit ausstatten, den Moment zu genießen und Schönes im Leben zu entdecken. Das geht auch ohne den Partner.

Womöglich machst Du Dir nach einer Trennung Sorgen um Deinen Ex. Schließlich liebst Du ihn und wünschst ihm von Herzen alles Gute. Hast Du Angst, dass er ohne Dich nicht zurechtkommen könnte? Diese Furcht darfst Du nun loslassen. Dein Partner hat die Entscheidung getroffen, zu gehen. Es ist sein freier Wille, und Du solltest ihn respektieren. Du hast alles für ihn getan, was Du konntest, und mehr geht nicht.

Sobald Du das begreifst, hört der Kampf in Deinem Inneren auf.

Du akzeptiertst und Du lässt los. Deine Hoffnungen und Wünsche kannst Du Dir gern bewahren. Aber lass sie das sein, was sie sind: Hoffnungen. Hoffnungen sind stets frei von Druck, Zwang oder Einschränkung.

Schau Dich um, sieh, was es in Deinem Leben noch Schönes gibt. Such Dir immer wieder etwas, das Dich erfüllt. Tu, was Dich und andere Menschen glücklich macht. Das Leben ist ein kostbares Geschenk. Du darfst jetzt die Vergangenheit ruhen lassen und es genießen.

09.07.2018
Varia Antares

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