Bewusstsein wird glaubwürdig, wenn Erkenntnis Folgen hat
Viele Menschen sprechen heute über Bewusstsein, Achtsamkeit und persönliche Entwicklung. Das klingt überzeugend, bleibt aber oft folgenlos. Denn Bewusstsein zeigt sich nicht zuerst daran, wie reflektiert jemand spricht. Es zeigt sich daran, wie er entscheidet, handelt und mit den Folgen seines Handelns umgeht.
Bewusstsein und Eigenverantwortung gehören zusammen: Bewusstsein lässt uns Motive, Muster und Handlungsmöglichkeiten erkennen. Eigenverantwortung beginnt dort, wo wir aus dieser Erkenntnis eine ehrliche Entscheidung ableiten und für den eigenen Anteil einstehen.
Das ist anspruchsvoller als jede schöne Selbstauskunft. Innere Reife entsteht nicht dadurch, dass ein Mensch viel über sich weiß. Sie entsteht, wenn er bereit ist, sich selbst wahrhaftig zu begegnen, zwischen dem Veränderbaren und dem Unverfügbaren zu unterscheiden und Konsequenzen zu ziehen. Eine radikale Perspektive auf diese innere Freiheit eröffnet auch Jiddu Krishnamurtis Verständnis von Bewusstsein.
Warum Bewusstsein ohne Eigenverantwortung zur Selbsttäuschung werden kann
Es ist leicht, etwas über sich zu erkennen. Schwieriger wird es, wenn die Erkenntnis eine Veränderung verlangt. Wer sieht, dass eine Beziehung schadet, steht irgendwann vor der Frage nach Grenzen. Wer bemerkt, dass er sich wiederholt selbst sabotiert, kann Erklärungen nicht auf Dauer mit Veränderung verwechseln. Wer spürt, dass das eigene Leben nicht mehr stimmig ist, muss prüfen, welcher nächste Schritt tatsächlich in seiner Macht liegt.
Selbstschädigende Muster verschwinden jedoch selten durch Einsicht allein. Häufig erfüllen sie kurzfristig eine entlastende oder schützende Funktion. Warum Menschen wiederholen, was ihnen langfristig schadet, und wie Verantwortung ohne Selbstverurteilung möglich wird, vertieft der Beitrag Lasterhaftigkeit und Selbstzerstörung.
Genau hier trennt sich ernsthafte innere Entwicklung von einer Kulisse aus klugen Begriffen. Bewusstsein kann ein angenehmes Gefühl von Tiefe erzeugen. Es kann sogar Teil eines überhöhten Selbstbildes werden: Ich erkenne meine Muster, ich verstehe meine Prägungen, ich bin achtsam. Doch solange aus diesem Verstehen nichts folgt, bleibt die alte Lebensbewegung unangetastet.
Bewusstheit stellt deshalb nicht nur die Frage: Was geschieht in mir? Sie fragt weiter: Was bedeutet diese Erkenntnis für mein Handeln? Erst diese zweite Frage macht aus Beobachtung eine verantwortliche Lebenshaltung. Wie Verantwortung dabei ohne Beschämung wachsen kann, vertieft der Beitrag Fehlerkultur statt Dominanzkultur.
Was Eigenverantwortung wirklich bedeutet

Eigenverantwortung bedeutet, für das eigene Denken, Entscheiden, Handeln und Unterlassen einzustehen – soweit ein Mensch erkennen, wählen und handeln kann. Diese Einschränkung ist wichtig. Verantwortung setzt einen realen Handlungsspielraum voraus. Wo Zwang, Abhängigkeit, Krankheit, Gewalt oder fehlende Möglichkeiten diesen Spielraum begrenzen, darf aus dem Ruf nach Eigenverantwortung keine Anklage werden.
Auch die philosophische Debatte unterscheidet zwischen kausaler Verursachung, moralischer Verantwortung und Schuld. Nicht jeder Mensch, der an einem Geschehen beteiligt ist oder dessen Folgen tragen muss, ist deshalb in gleicher Weise verantwortlich. Einen fundierten Überblick über diese Unterscheidungen bietet die Stanford Encyclopedia of Philosophy zur moralischen Verantwortung.
Eigenverantwortung heißt also nicht: Ich bin an allem schuld. Sie heißt: Ich prüfe ehrlich, was mein Anteil ist, was nicht mein Anteil ist und worauf ich heute Einfluss nehmen kann. Ein reifer Mensch macht sich weder größer noch kleiner, als er ist. Er erklärt sich nicht zum allmächtigen Schöpfer aller Lebensumstände. Er gibt aber auch nicht jede innere Führung an Herkunft, Partner, Systeme, Experten oder spirituelle Autoritäten ab.
Diese Haltung braucht einen inneren Maßstab. Zwischen den Werten, zu denen wir uns bekennen, und den Überzeugungen, die unser Verhalten tatsächlich steuern, kann eine erhebliche Lücke liegen. Wie sich dieser Widerspruch erkennen lässt, vertieft der Beitrag Werte und Überzeugungen als innerer Kompass.
Verantwortung ist nicht Schuld – und schon gar nicht Allmacht
Viele Menschen schrecken vor Eigenverantwortung zurück, weil sie darin einen versteckten Schuldvorwurf hören. Wenn ich Verantwortung übernehme, so die Befürchtung, muss ich dann auch behaupten, jedes Leid selbst verursacht zu haben? Nein. Niemand ist schuld an jeder Prägung, jedem Verlust, jeder Verletzung oder jeder ungerechten Erfahrung.
Schuld blickt meist zurück und fragt nach Verursachung und Zurechnung. Eigenverantwortung kann ebenfalls zurückblicken, richtet sich aber vor allem auf die Gegenwart: Was ist jetzt meine Antwort? Welche Grenze kann ich setzen? Welche Hilfe brauche ich? Welche Entscheidung schiebe ich auf? Welches Verhalten muss ich korrigieren?
Diese Unterscheidung bewahrt vor zwei Irrwegen. Der erste ist die Selbstanklage: Ein Mensch macht sich für alles verantwortlich und trägt Lasten, die nicht seine sind. Der zweite ist die vollständige Abgabe: Weil äußere Ursachen real sind, wird jeder eigene Handlungsspielraum geleugnet. Innere Reife liegt zwischen beiden Extremen. Sie erkennt Bedingungen an, ohne sich vollständig von ihnen bestimmen zu lassen.
Diese Spannung wird in der spirituellen Erzählung Was ist ein guter Mensch? besonders anschaulich. Ein sterbender Mensch steht vor seinem inneren Gericht und muss lernen, Verantwortung für sein Handeln von der vernichtenden Verurteilung seiner ganzen Person zu unterscheiden.
Verantwortung beginnt nicht dort, wo wir alles beherrschen. Sie beginnt dort, wo wir aufhören, unseren tatsächlichen Handlungsspielraum zu verleugnen.
Doch wie lässt sich diese Form der inneren Ehrlichkeit üben, ohne in Selbstkritik oder endloses Grübeln zu geraten? Der Praxisbeitrag Selbstreflexion lernen führt in fünf Schritten von der bewussten Wahrnehmung über die Klärung eigener Muster bis zu einer konkreten Veränderung im Alltag.
Drei Bereiche helfen, den eigenen Anteil ehrlich zu erkennen
In belastenden Situationen wird Verantwortung schnell unübersichtlich. Dann hilft eine einfache Unterscheidung:
1. Was nicht in meiner Verantwortung liegt
Dazu gehören die Vergangenheit, das Verhalten anderer Menschen, gesellschaftliche Bedingungen, bereits geschehene Verletzungen und vieles, was sich unserem Einfluss entzieht. Diese Wirklichkeit anzuerkennen ist keine Schwäche. Es schützt davor, Verantwortung in Selbstüberforderung zu verwandeln.
2. Was ich beeinflussen, aber nicht kontrollieren kann
Gespräche, Beziehungen, gemeinsame Entscheidungen und gesellschaftliche Entwicklungen gehören häufig in diesen Bereich. Wir können uns einbringen, widersprechen, bitten, Grenzen setzen oder Bündnisse suchen. Das Ergebnis liegt dennoch nicht allein bei uns. Reife zeigt sich hier in verantwortlichem Engagement ohne Kontrollillusion.
3. Was unmittelbar bei mir liegt
Die eigenen Worte, die nächste Entscheidung, die Bereitschaft zuzuhören, Hilfe anzunehmen, einen Fehler einzugestehen oder eine Grenze zu ziehen liegen meist näher bei uns. Nicht immer ist der mögliche Schritt groß. Aber er ist konkret. Genau dort wird Eigenverantwortung wirksam.
Diese drei Bereiche verhindern, dass Eigenverantwortung zu einem brutalen „Du musst nur wollen“ verkommt. Sie schützen zugleich davor, den eigenen Anteil so lange zu verkleinern, bis keine Entscheidung mehr möglich scheint.
Persönliche Verantwortung kann über den eigenen Alltag hinausreichen. Wenn Menschen ihre Erkenntnisse miteinander teilen und daraus faire Regeln entwickeln, verändern sie auch die Bedingungen des Zusammenlebens. Wie spirituelles Denken zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen kann, lässt sich deshalb erst verstehen, wenn wir den Weg von der inneren Einsicht zum gemeinsamen Handeln betrachten.
Wie Menschen Verantwortung vermeiden
Verantwortung wird selten offen abgelehnt. Meist wird sie eleganter umgangen. Menschen erklären lange, warum etwas nicht geht. Sie analysieren ihre Kindheit, ihre Ängste, ihre Verletzungen und ihre Umwelt. All das kann notwendig und wahr sein. Es kann aber zur Dauerschleife werden, wenn die Erklärung jede Entscheidung ersetzt.
Andere flüchten in Ablenkung, Aktivismus oder endlose Selbstbeobachtung. Sie denken viel über Veränderung nach, bereiten sich ständig vor und warten auf vollkommene Sicherheit. Doch manche Klarheit entsteht erst im Handeln. Wer jedes Risiko ausschließen will, überlässt sein Leben am Ende den Umständen.
Auch Selbstreflexion kann zur Ausweichbewegung werden. Sie ist unverzichtbar, aber nicht schon das Ziel. Der Beitrag Selbstreflexion lernen zeigt, wie aus innerer Beobachtung eine tragfähige Praxis wird. Der entscheidende Schritt bleibt jedoch: eine Erkenntnis in Verhalten zu übersetzen.
Opfererfahrungen dürfen nicht zur Schuld der Betroffenen umgedeutet werden
Es gibt Erfahrungen, in denen Menschen tatsächlich zu Opfern gemacht wurden: durch Gewalt, Missbrauch, Verrat, Demütigung, Ausbeutung oder Verlust. Ein verantwortungsvoller Text darf diese Wirklichkeit weder relativieren noch spirituell umdeuten. Sätze wie „Du hast dir diese Erfahrung selbst erschaffen“ oder „Deine Seele hat das gewählt“ können Betroffene zusätzlich verletzen. Sie sind keine höhere Erkenntnis, sondern häufig eine Form des Wegsehens.
Deshalb ist Vorsicht geboten, wenn leichtfertig verlangt wird, jemand müsse „nur die Opferrolle verlassen“. Zwischen einer realen Opfererfahrung und einer später verfestigten inneren Rolle muss unterschieden werden. Ob und wann wieder Handlungsspielraum entsteht, ist individuell. Bei schweren Belastungen kann professionelle Unterstützung notwendig sein; Hilfe anzunehmen ist kein Gegensatz zu Eigenverantwortung, sondern kann ihr Ausdruck sein.
Und doch bleibt eine behutsame Frage wichtig: Soll das, was mir angetan wurde, auf Dauer bestimmen, wer ich bin und was aus meinem Leben werden darf? Eigenverantwortung beginnt hier nicht mit einem Befehl. Sie beginnt mit der Rückgewinnung des eigenen Rechts auf Zukunft. Wer einen solchen Umbruch erlebt, findet im Beitrag spirituelle Krise verstehen eine weiterführende Einordnung.
Spirituelle Ausreden sind kein Zeichen von Reife
Gerade im spirituellen Feld kann Verantwortung auf eine Weise umgangen werden, die schwer zu erkennen ist. Dann wird jede Grenzverletzung zur „Seelenverabredung“, jede Passivität zu „Vertrauen ins Universum“ und jede Unentschlossenheit zu „intuitivem Warten“. Solche Deutungen können trösten. Sie können aber ebenso verschleiern, dass eine Entscheidung Angst macht.
Spiritualität verliert ihre Würde, wenn sie zur Ausrede wird. Nicht jede Hingabe ist Vertrauen. Manches ist Furcht vor dem Konflikt. Nicht jedes Loslassen ist Freiheit. Manches ist der Verzicht auf den eigenen Standpunkt. Nicht jede Vergebung ist Reife. Manches ist eine zu früh verlangte Versöhnung, bevor die Wahrheit überhaupt ausgesprochen wurde.
Die gesellschaftliche und ethische Seite dieses Problems behandelt der Beitrag Spiritualität ohne Verantwortung. Hier geht es um die persönliche Bewährungsprobe: Bin ich bereit, das Erkannte in meinem eigenen Leben ernst zu nehmen?
Wie Eigenverantwortung im Alltag sichtbar wird
Eigenverantwortung wirkt oft unspektakulär. Sie zeigt sich nicht zuerst in großen Lebenswenden, sondern in kleinen, klaren Momenten:
- Jemand bemerkt, dass er ständig Ja sagt, obwohl er Nein meint, und setzt erstmals eine verständliche Grenze.
- Jemand erkennt den eigenen Anteil an einem Konflikt, ohne deshalb das Verhalten des anderen zu entschuldigen.
- Jemand hört auf, auf vollständige Gewissheit zu warten, und trifft eine verantwortbare Entscheidung.
- Jemand nimmt körperliche oder seelische Warnsignale ernst und sucht Unterstützung, statt sich weiter zu überfordern.
- Jemand entschuldigt sich nicht nur, sondern verändert das Verhalten, das andere wiederholt verletzt hat.
- Jemand prüft eine spirituelle Behauptung, statt sie zu glauben, weil sie Trost oder Bedeutung verspricht.
Bewusstsein wird in diesen Momenten praktisch: in Sprache, Grenzen, Entscheidungen und der Bereitschaft, das eigene Leben nicht nur zu kommentieren, sondern zu gestalten. Die Frage lautet nicht, ob wir immer richtig handeln. Sie lautet, ob wir bereit sind, aus Irrtümern zu lernen und Verantwortung erneut zu übernehmen.
Eigenverantwortung schließt Mitverantwortung ein
Ein ausschließlich auf sich selbst gerichteter Verantwortungsbegriff bleibt unvollständig. Menschen leben in Beziehungen, Gemeinschaften und gesellschaftlichen Strukturen. Unsere Entscheidungen berühren andere, selbst wenn wir ihre Folgen nicht vollständig überblicken. Eigenverantwortung heißt daher nicht: Jeder ist nur für sich zuständig.
Wer den eigenen Anteil ernst nimmt, erkennt auch die Grenzen des radikalen Individualismus. Nicht jede Notlage ist das Ergebnis persönlicher Fehlentscheidungen. Armut, Krankheit, Diskriminierung, Gewalt oder fehlende Chancen lassen sich nicht durch positives Denken auflösen. Strukturen prägen Handlungsmöglichkeiten – und Menschen tragen gemeinsam Verantwortung dafür, wie diese Strukturen gestaltet werden.
Die reife Frage lautet deshalb nicht nur: Was kann ich für mich verändern? Sie lautet auch: Welche Wirkung hat mein Handeln auf andere? Wo profitiere ich von Bedingungen, die andere benachteiligen? Wo verlangt mein Bewusstsein nicht nur Selbstfürsorge, sondern Widerspruch, Solidarität oder Schutz?
So verstanden führt Eigenverantwortung nicht in die Vereinzelung. Sie verbindet innere Freiheit mit Beziehung. Sie macht den Menschen nicht zum alleinigen Urheber seiner Welt, aber zum Mitgestalter einer gemeinsamen Wirklichkeit.
Warum Eigenverantwortung Mut braucht
Verantwortung klingt vernünftig und beinahe harmlos. In Wahrheit verlangt sie Mut. Wer Verantwortung übernimmt, kann sich nicht dauerhaft hinter Erklärungen verstecken. Er muss Entscheidungen treffen, deren Folgen nicht garantiert angenehm sind. Er muss aushalten, dass Freiheit keine Versicherung gegen Irrtum ist.
Mit der Eigenverantwortung verlieren wir einige bequeme Illusionen: dass andere unser Leben für uns ordnen, dass Einsicht bereits Veränderung sei oder dass ein guter Grund jede unterlassene Entscheidung rechtfertige. Doch wir gewinnen etwas Wesentlicheres – die Erfahrung, dem eigenen Leben antworten zu können.
Das ist keine heroische Dauerstärke. Ein reifer Mensch darf zweifeln, Hilfe brauchen, sich irren und neu beginnen. Verantwortung zeigt sich nicht in Perfektion, sondern in der Bereitschaft, den eigenen Anteil wieder aufzunehmen.
Fünf Fragen, die Bewusstsein in Verantwortung übersetzen
Wer eine Erkenntnis nicht in der nächsten Analyse verlieren möchte, kann sich fünf Fragen stellen:
- Was erkenne ich gerade – ohne es zu beschönigen oder zu dramatisieren?
- Was daran liegt nicht in meiner Verantwortung?
- Was ist mein eigener Anteil?
- Welcher konkrete Schritt ist jetzt möglich und zumutbar?
- Woran werde ich später erkennen, dass ich meiner Einsicht gefolgt bin?
Diese Fragen ersetzen keine Therapie, keine Beratung und keine gemeinsame Lösung. Aber sie unterbrechen die Gewohnheit, Erkenntnis mit Veränderung zu verwechseln. Sie führen zurück zu dem Punkt, an dem Bewusstsein eine Richtung bekommt.
Bewusstsein und Eigenverantwortung in spiritueller Perspektive
Spirituell betrachtet bedeutet Eigenverantwortung, den eigenen Weg nicht nur zu erahnen, sondern ihn zu gehen. Sie verlangt einen ehrlichen Umgang mit dem, was wir denken, sagen, fühlen und tun. Nicht alles ist kontrollierbar. Aber mehr ist gestaltbar, als wir uns in manchen Momenten eingestehen.
Diese Verantwortung hat nichts mit Härte zu tun. Sie verlangt weder Perfektion noch ständige Stärke. Sie verlangt Wahrhaftigkeit. Wer spirituell reift, wird nicht fehlerfrei. Aber er erkennt schneller, wo er sich selbst ausweicht, seine Macht abgibt oder Freiheit mit Beliebigkeit verwechselt.
Vielleicht liegt hier der Prüfstein einer glaubwürdigen Spiritualität: nicht darin, wie lichtvoll ein Mensch über Bewusstsein spricht, sondern ob er bereit ist, für sein Leben, seine Grenzen, seine Irrtümer und seine Wirkung auf andere einzustehen. Wer diesen Zusammenhang weiter vertiefen möchte, findet im Beitrag Authentisch sein – der Aufstand gegen innere Masken eine passende Fortsetzung.
Auch die Sprache der Selbstliebe schützt nicht automatisch vor Verantwortungslosigkeit. Sie kann Menschen stärken, aber ebenso dazu benutzt werden, Kritik abzuwehren, Beziehungen abzuwerten oder nur noch das eigene Wohlbefinden gelten zu lassen. Diese Schattenseite beleuchtet der Beitrag Wie ein heilsamer Gedanke zur Ware und Ausrede wird.
Fazit: Innere Reife beginnt mit einer ehrlichen Antwort
Bewusstsein und Eigenverantwortung gehören zusammen. Ohne Verantwortung bleibt Bewusstsein leicht bei der Selbstbeschreibung stehen. Ohne Bewusstsein wird Verantwortung schnell hart, blind oder moralistisch. Erst ihre Verbindung schafft die Möglichkeit innerer Reife.
Wer bewusster leben will, wird deshalb irgendwann nicht mehr nur fragen: Warum ist das so? Wer hat mich geprägt? Was ist mir widerfahren? Diese Fragen bleiben wichtig. Aber eine weitere kommt hinzu: Was liegt heute in meiner Verantwortung?
Die Antwort muss nicht groß sein. Sie muss ehrlich sein. Vielleicht besteht sie in einem Gespräch, einem Nein, einer Bitte um Hilfe, einem Eingeständnis oder einem ersten Schritt. Entscheidend ist, dass Erkenntnis nicht länger folgenlos bleibt.
Eigenverantwortung ist nicht die Kür des bewussten Lebens. Sie ist seine Bewährungsprobe.
03.03.2026
Uwe Taschow
Über den Autor Uwe Taschow 
Uwe Taschow ist Journalist, Autor und kritischer Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen. Als Mitherausgeber des Online-Magazins für Bewusstsein, Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung Spirit Online steht er für einen Journalismus mit Haltung – jenseits von Phrasen, Komfortzonen und spirituellen Wohlfühlblasen.
Sein Anliegen ist es, nicht nur zu berichten, sondern zum Denken anzuregen. Seine Texte verbinden spirituelle Tiefe mit analytischer Klarheit und gesellschaftlicher Einordnung. Dabei geht es ihm nicht um einfache Antworten, sondern um Orientierung in komplexen Zeiten.
Uwe Taschow versteht Schreiben als bewussten Akt der Klärung und Veränderung. Seine Essays und Kommentare greifen Themen auf, die oft ausgeblendet werden, hinterfragen scheinbare Gewissheiten und öffnen Räume für neue Perspektiven.
Er ist überzeugt: Worte können Bewusstsein verändern – und damit auch Wirklichkeit. Oder, wie er es selbst formuliert:
„Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“
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Die große Mehrheit der Menschen der “Zivilisation” / “zivilisierten Gesellschaft” ist – schuldlos – in eine gesellschaftliche – angebliche, vermeintliche – “Normalität” hineingeboren / hineinsozialisiert worden, die aufgebaut ist auf der schlimmsten Krankheit überhaupt:
“Kollektive Neurose” lautet der (Gattungs-)Begriff in der Wissenschaft. Wobei die allermeisten derer, die davon wissen, das wahre Ausmaß des Phänomens / Problems krankheitsbedingt nicht wahrnehmen / erkennen können, sondern nur die “Spitze des Eisbergs”. So sagte z.B. ein Psychiatrie-Professor: “Wir sind alle ein bißchen neurotisch”. WAHR daran ist das “neurotisch”. Der große Irrtum ist das “bißchen”.
Krankheitsbedingt wird die Wahrheit über diese schlimmste Krankheit ignoriert, geleugnet, verfälscht, beschönigt – verdrängt. Dabei heißt es doch: “Die Wahrheit wird euch frei machen”.
NUR die Erkenntnis der Wahrheit versetzt den Menschen in die Lage, den wahren Mangel zu erkennen – UND ihn auch grundlegend – auf ganz natürlichem Wege, mit “Eigenmitteln” (!) – zu heilen.
Kollektive Neurosen bestehen aus den individuellen Neurosen der (Mehrheit der) Mitglieder des – jeweiligen, gemeinten – Kollektivs.
Neurose verstehe ich hauptsächlich als den Zustand zwischen seelischer Verletzung / Traumatisierung und grundlegender, natürlicher, Heilung.
In diesem Zustand (Neurose) befindet sich die Seele – die ich als rein energetisches Lebewesen sehe – in einer Art “Rückzugs- / Schutzhaltung”, wodurch ihr Leistungs-Potenzial / -Spektrum für den materiellen Aspekt des Menschen nur begrenzt verfügbar ist.
Das Leistungs-Spektrum / -Potenzial der Seele umfaßt im Wesentlichen ZWEI Komponenten:
1.: ENERGIE (feinstoffliche Lebens-Energie, Kraft der Liebe und des Friedens, Heilkraft, usw.)
und
2.: INFORMATION (intuitive Erkenntnisse, Eingebungen, Ahnungen, Fügungen, Führung, usw.).
Bei Mangel hieran kann kein wahres Leben / Sein, keine gesunde Entwicklung, stattfinden – so daß befallene Menschen auch nicht wahrhaft (geistig-seelisch) erwachsen werden können.
Bei fortgesetzter Nichterkenntnis / -Heilung droht der befallenen Population Untergang und Aussterben.
Wir stehen in der Erfahrung dieser schlimmsten aller Krankheiten seit mehr als 10.000 Jahren – und vor der Herausforderung, sie nun endlich auch kollektiv zu erkennen und den Weg der grundlegenden, natürlichen, Heilung zu beschreiten.
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Wahre Heilung (von Wolfgang Heuer, Hamburg)
1: Angst konstruktiv überwinden können lernen – und nicht nur zu verdrängen. Mut aufbringen, sich dem Unbekannten zu stellen.
2: Sich dem Unbekannten, den Schrecken / “Dämonen”, im eigenen (Unter-)Bewußtsein, bzw. den unangenehmen Gefühlen, stellen.
3: Erkenne, dass die – evtl. bildhaften – Schrecken / “Dämonen” in dir, im Unterbewußtsein, verdrängte negative Gefühle sind.
4: Die verdrängten / abgespaltenen Gefühle sind in deinem Unterbewußtsein “gefangen” und wollen befreit, erlöst, werden.
5: Die in deinem Unterbewußtsein “gefangenen” Gefühle können nur über den Weg durch dein Bewußtsein befreit werden.
6: Die in dir “gefangenen” Gefühle können nur befreit werden dadurch, daß sie sich als die manifestieren können, die sie sind.
7: Erkenne, dass deine Angst keine eigene Macht hat, sondern nur die, die du ihr mit deiner Aufmerksamkeit(senergie) gibst!
8: Statt GEGEN die Angst zu “kämpfen”, richte deine Aufmerksamkeit, dein Bewußtsein, auf die einzig wahre Macht, die Liebe!
9: Mit der Kraft / Macht der Liebe kannst du dein (Unter-)Bewußtsein von allen “Dämonen” / Ängsten / Störfaktoren reinigen.
10: Hilfreich ist, sich auch rational zu entscheiden, HEIL werden zu wollen und bereit sein, alles dafür Erforderliche zu tun.
11: Lerne deine höhere Bewußtseins-Dimension, das “Höhere / wahre Selbst” und seine höherdimensionalen Qualitäten kennen.
12: Erkenne das höchste Prinzip des Universums und entscheide dich zu ihm, identifiziere dich mit ihm und seinen Qualitäten.
13: Das höchste Prinzip / Gesetz des Universums ist “bedingungslose Liebe”. Die höchste Kraft / Macht ist die Lebens-Energie.
14: Die Entscheidung zum Höheren / wahren Selbst, zur Liebe / Lebens-Energie, macht dich FREI, GANZ, HEIL: wahrhaft erwachsen.
15: Mit der Entscheidung zur Liebe / Lebens-Energie heilst du dich selbst und kannst auch anderen auf dem Weg dorthin helfen.
16: Als wahrhaft erwachsener, spirituell bewußter, Mensch kannst du SYMBOLIK erkennen und deuten und Nutzen daraus ziehen.
17: Als wahrhaft Erwachsener wirst du deine Potenziale / Möglichkeiten erkennen und sie liebe- / verantwortungsvoll einsetzen.
18: Wenn du die bedingungslose Liebe lebst, wirst du dich auch als bedingungslos glücklichen Menschen erkennen und bezeichnen.
19: Als wahrhaft heiler Mensch wirst du alles Kranke erkennen und deine Potenziale nutzen, der wahren Heilung zu dienen.
20: Als wahrhaft heiler Mensch bist du Herrscher in deinem Bewußtsein, das Liebe ist. Also: “Liebe – und tu was dir beliebt”.
21: Sei, was du bist. Wenn das Sein erfüllt ist, stellt sich die Frage nach dem Sinn nicht mehr.
Viel Erfolg!