Das Neueste Mensch-Sein

So entgleitet uns der natürlich in uns angelegte Seelenpfad

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„Jeder Mensch hat einen ihm bestimmten Seelenpfad. Eigentlich sollten wir ihm ganz automatisch so folgen, wie zum Beispiel die Zugvögel, wenn sie intuitiv den Weg von Europa zu ihrem Winterquartier in Afrika finden. Das tun wir jedoch aus verschiedensten Gründen oft leider nicht. Wenn dann der tatsächlich beschrittene Lebensweg zu sehr vom ursprünglichen, natürlichen Seelenpfad abweicht, wird das Leben schwer und (unnötig) anstrengend.“

So beginnt mein neues Buches „Finde deinen Seelenpfad: Das SOULPATH-Training“ (erscheint März 2018 im Neue Erde Verlag). Kürzlich wurde ich gefragt: „Was ist der Grund dafür, dass so viele Menschen den natürlich in ihnen angelegten Seelenpfad verlassen?“

Was ist der Grund dafür, dass so viele Menschen den natürlich in ihnen angelegten Seelenpfad verlassen?

Während ich über die Frage nachdachte, fiel mir ein Erlebnis aus meiner Kindheit ein, das mich damals als Kind sehr bewegt und später als Erwachsene mein (Arbeits-)Leben ein Stück weit mit geprägt hat. Ich war damals 6 Jahre alt, es war ein lauer Sommerabend. Meine Eltern und ich hatten im Garten zu Abend gegessen. Während meine Mutter das Geschirr ins Haus trug, sagte mein Vater seufzend zu mir: „Was ist das für ein wunderschöner Abend! Ich bin so glücklich, wenn ich mit euch beiden hier in unserem Garten sitzen kann.“ Ich muss dazu anmerken, dass solche harmonischen Familien-Abende die Ausnahme bei uns waren. Mein Vater war viel beruflich unterwegs. Oft war er Wochen- oder Monate-lang fort.

„Ich habe überhaupt gar keine Lust, morgen früh wieder fort zufahren.“ sagte mein Papa aus tiefstem Herzen. „Warum bleibst du denn dann nicht einfach hier bei uns?“ habe ich ihn gefragt, „dann könnten wir jeden Abend so gemütlich zusammen essen!“

„Ach, das wär schön!“ hat mein Papa wehmütig lächelnd erwidert, „aber das geht leider nicht.“ „Wieso nicht?“, habe ich nachgehakt, das wollte mir nun gar nicht in den Kopf. „Ach weiß du, ich muss doch Geld verdienen, für euch, für uns.“ „Na, das kannst du ja. Aber du könntest doch trotzdem jeden Tag hier bei uns sein.“ „So einfach ist das leider nicht im Leben.“ sagte er in diesem gewissen Tonfall, der deutlich machte, dass er mir etwas Wichtiges beibringen wollte. „Man kann nicht so leben, wie es einem Spaß macht. So ist leicht das Erwachsenen-Leben nicht. Immer müssen wir zunächst unsere Pflicht zu erfüllen. Ich verdiene nämlich viel Geld mit dem, was ich mache, und das ist erstmal das allerwichtigste. Erst kommt die Pflicht, erst kommt die Absicherung des Einkommens und der Familie, und erst danach kommt das, was uns Spaß macht. Das muss man dann eben, wenn die Arbeit und die Pflichten erledigt sind, versuchen so gut es gelingt in die dann verbleibenden Freiräumen zu passen.“

Ich verstand zwar, was er mir sagen wollte, überzeugt hat es mich trotzdem nicht. Und es hat mich wirklich erstaunt, wie er dann am nächsten Morgen (und so viele, viele andere Morgen danach auch) ohne zu Murren und so als hätte unser abendliches Gespräch nie stattgefunden, so als gäbe es seine Sehnsucht – er war wirklich ein Familienmensch – gar nicht, einfach in sein Auto stieg, um wieder für 2 Wochen auf Dienstreise zu fahren.

So stellen wir unsere Lebensweichen vielfach fremd bestimmt

Etwa 10 Jahre später – es war wieder beim gemeinsamen Abendessen – ging es in einem Gespräch mit ihm darum, womit ich später einmal meinen Lebensunterhalt verdienen wolle. Ohne, dass irgendjemand von außen mir den Impuls dazu gegeben hatte, habe ich sofort überlegt, welche Tätigkeiten mir Freude bereiteten. Malen war eine meiner Leidenschaften, das Lesen und selber Geschichten schreiben (ja, schon damals!). Und, da ich selber damals schon bemerkt hatte, dass ich dringend Halt brauchte über das hinaus, was mir meine Familie und die Lehrer in der Schule beibrachten, hatte ich auch schon damals begonnen, Psychologie-Bücher zu lesen. Obwohl der Stoff trocken war (Selbsthilferatgeber, so wie heute, gab es 1970 noch nicht), war ich absolut fasziniert davon. Ob ich mit irgendeiner dieser Tätigkeiten wohl Geld verdienen könnte, habe ich mich und ihn gefragt.

Mein Vater war überrascht und offensichtlich auch etwas betroffen. Er hat mich dann (im Laufe der Zeit) davon überzeugt, dass ich all diese „Hobbies“ ja gerne später in meiner Freizeit weiter betreiben könne. Mein Einkommen aber müsse durch einen soliden und ‚vernünftigen‘ Beruf gesichert sein, vor allem durch einen, der in unserer Gesellschaft gefragt ist und somit gut bezahlt.

Ich bin letztendlich seinem Rat gefolgt, und ja, ich habe mir tatsächlich, diesem Weg folgend, niemals Sorgen um Geld machen müssen. Und leider habe ich dann auch zunächst viele Jahre nicht bemerkt, dass ich so in die Irre laufe. Erst als durch eine heftige Beziehungskrise ausgelöst die schöne Fassade zerbröselte, habe ich verzweifelt und zunächst auch völlig hilflos festgestellt, dass ich meinen Lebens-Kurs dringend korrigieren sollte. Das real zu verwirklichen, hat lange gebraucht. Es war enorm mühsam und aufreibend. „Unterwegs“ haben mich Freunde und Bekannte oft gefragt, warum ich mir diese ungemütliche, ihnen unerklärliche Suche antue, wo es mir doch eigentlich gut ginge.

Wohin möchte dein natürlich in dir angelegter Seelenpfad dich führen?

Ich bin sicher, eine vergleichbare Prägung haben viele Menschen durchlebt und durch-litten. Auch, wenn es eventuell bei ihnen ein anderes „Gewand“ hatte. Wenn du dich hier angesprochen fühlst, dann nimm dir mehr Zeit für dich. Nimm dir den Raum und die Ruhe und spüre nach, forsche nach: Was weckt meine Leidenschaft? Worin besteht mein Traum? Was ist mein Herzenswunsch, der sich immer wieder bei mir meldet? Wohin möchte mein natürlich in mir angelegter Seelenpfad mich führen?

Gott sein Dank war bei mir in dem Moment, als ich vom Leben weich-geklopft war, auch unmittelbar(!) höhere und innere Führung da. Sie kam zu mir in Form von Büchern, Seminaren, inneren Einsichten, Weisheitslehrern und Coachings. Trotzdem fiel es mir nicht leicht, meinen Lebenskurs tatsächlich entsprechend zu verändern. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich, so wie er war, sicher anfühlte und weil er gesellschaftlich „solide“ und anerkannt war.

Es beeindruckt und berührt mich, dass sich meine innere Führung, meine innere Stimme in Vielem heute noch genauso anhört wie damals als Teenager und als Kind. Eins der besten Gespräche, das ich je mit meiner Mutter hatte, war als sie (zu meiner großen Verblüffung) irgendwann sagte: „Unglaublich, du erzählst mir heute mit Ende Vierzig genau dasselbe, was du mir damals als 8-Jährige erzählt hast. Jetzt begreife ich erst, es ist dir wirklich ernst damit! Ich dachte damals, das seien alles nur Kinder-Phantasien.“

Bis heute bin ich dabei, weiter zu erforschen, wohin mich der natürlich in mir angelegte Seelenpfad führen will. Ich bin nach wie vor dabei zu horchen, was mein Herz will. Und während ich das für mich erforsche, immer wieder und tiefer und tiefer, lande ich neben anderem auch immer wieder bei dem, was ich damals als Teenager schon meinem Vater in der Küche erzählt hatte: Ich will malen, Musik hören, lesen und selber schreiben. Ich liebe Psychologie- und Coaching-Weiterbildungen. Heute bin ich selbst zertifizierter Coach und Autorin von Selbsthilfe-Ratgebern. Es ist mir ein Herzensanliegen, Menschen dabei zu unterstützen alte, überholte Lebensmuster abzulegen und ihr volles Potenzial zu erforschen und zu entfalten.

10.03.2018
(c) Kira Klenke

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„Finde Deinen Seelenpfad: Das SOULPATH-Training“ für dich das richtige sein.

Weitere Infos dazu unter
http://www.KiraKlenke.de/Soulpath   
Youtube videos:
* Über das Konzept des SOULPATH-Trainings (ca. 4 Min.) https://youtu.be/HKYPKBd3sl8
*  60-Sekunden Buch-Teaser https://youtu.be/ytGRwGlJGDI

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